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Schaumarme Waschmittel
Es ist bekannt, unter Verwendung von nichtionogenen kapillaraktiven Substanzen zu waschen, jedoch besitzen diese in vieler Hinsicht vorteilhaften waschaktiven Substanzen ein für manche Verwendungszwecke, insbesondere für die Maschinenwäsche im Haushalt, in gewerblichen Betrieben oder in der Industrie störendes Schäumvermögen.
Es wurde nun gefunden, dass man dieses unerwünschte Schäumvermögen nichtionischer kapillaraktiver Substanzen herabsetzen oder praktisch ganz beseitigen kann, wenn man diese zusammen mit kapillaraktiven Polyäthylenglykoläthern verwendet, die am Ende der Polyätherkette Propylenglykolreste besitzen, und deren Trübungspunkt tiefer liegt, als die Temperatur, bei der das Waschmittel verwendet werden soll.
Die Kapillaraktivität der nichtionogenen Substanzen vom Typ der Polyäthylenglykoläther beruht bekanntlich darauf, dass im Molekül wenigstens ein hydrophober Rest mit einer wasserlöslichmachenden Polyäthylenglykolkette verbunden ist. Als hydrophobe Reste kommen in erster Linie aliphatische oder cycloaliphatische Reste, vorzugsweise Kohlenwasserstoffreste dieser Art mit wenigstens 8, vorzugsweise mit 10-26 C-Atomen, in Frage. Bei der Herstellung der kapillaraktiven Polyäthylenglykoläther geht man im allgemeinen von Verbindungen aus, die einen hydrophoben Rest und ausserdem wenigstens ein reaktionsfähiges Wasserstoffatom im Molekül enthalten. Derartige Verbindungen sind beispielsweise Fettalkohole, Fettsäuren, Teiläther bzw. Teilester mehrwertiger Alkohole mit Fettalkoholen bzw.
Fettsäuren, Fettsäureamide, Alkylsulfonsäureamide, Alkylbenzolsulfonsäureamide, Alkylbenzolcarbonsäuren, Alkylbenzolcarbonsäureamide, Alkylphenole, Alkylmercaptane oder Alkylthiophenole.
Zur Überführung dieser Verbindungen in kapillaraktive Polyäthylenglykoläther setzt man die genannten Verbindungen mit so viel Äthylenoxyd um, dass die erhaltenen Polyäthylenglykoläther wasserlöslich sind.
Zur Erzielung der Wasserlöslichkeit sind je nach der Grösse des hydrophoben Restes im allgemeinen wenigstens 5, vorzugsweise 8-25 Äthylenoxydmoleküle erforderlich, jedoch kann man auch grössere Mengen an Äthylenoxyd, beispielsweise bis 30,40 oder 80 Moleküle, an einen hydrophoben Rest anlagern.
In den erhaltenen Verbindungen ist die Polyäthylenglykolkette über ein Äthersauerstoffatom oder ein Ätherschwefelatom, eine Estergruppe, eine Carbonamid- oder Sulfonamidgruppe usw. mit dem hydrophoben Rest verbunden, wobei zwischen dem hydrophoben Rest und der Polyätherkette als Bindeglieder beispielsweise Benzolringe, Reste 3- oder mehrwertiger Alkohole usw. stehen können.
Aus diesen bekannten kapillaraktiven Polyglykoläthern erhält man die erfindungsgemässen als Schaumdrücker zu verwendenden Verbindungen z. B. durch Anlagern von Propylenoxyd.
Es sind kapillaraktive Polyäther bekannt, bei denen sich zwischen dem hydrophoben Rest und der Polyäthylenglykolkette eine Polypropylenglykolkette befindet. Bezeichnet man den hydrophoben Rest dieser Verbindung mit. R, die Äthylenglykolreste der Polyätherkette mit ÄO und die Propylenglykolreste der Polyätherkette mit PO, so entsprechen diese bekannten Verbindungen der allgemeinen Formel RO-PO-ÄO-H.
Bei den erfindungsgemäss in Kombination mit an sich schäumenden kapillaraktiven Polyäthylenglykolen, zu den auch die oben dargestellten Verbindungen gehören, zu verwendenden Produkten stellen aber die Propylenglykolreste das Ende der gesamten Polyätherkette dar, d. h. die Polyäthylenglykolkette steht im Gegensatz zu den eben beschriebenen Verbindungen zwischen dem hydrophoben Rest und den Polypropylenglykolresten ; d. h. die erfindungsgemäss als Schaumdrücker zu verwendenden Stoffe entsprechen der allgemeinen Formel :
EMI1.1
Die Erfindung stützt sich auf die Erkenntnis der Patentinhaberin, dass zwischen den nichtionischen kapillaraktiven Substanzen mit entständiger Polyäthylenglykolkette, zu denen auch die Verbindungen des Typs RO-PO-ÄO-H gehören, und den Verbindungen des Typs RO-ÄO-PO-H, auch dann noch charakteristische Unterschiede im Schäumverhalten existieren, wenn die in den beiden Typen von Produkten vorhandenen hydrophoben Reste und die Mengen an Äthylenglykol- bzw. Propylenglykolresten gleich sind. Während die Verbindungen mit endständiger Äthylenglykolkette selbst in verhältnismässig geringer
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Konzentration von z.
B. 0, 25 g/l noch ein deutliches Schäumvermögen zeigen, das mit steigender Konzentration selbstverständlich ansteigt und das beim Waschen in Waschmaschinen zu Störungen führen kann, besitzen die Verbindungen mit endständiger Polypropylenglykolkette praktisch kein Schäumvermögen. Es wurde nun weiter erkannt, dass die nicht schäumenden Verbindungen geeignet sind, das Schäumvermögen der bekannten, schäumenden nichtionischen kapillaraktiven Substanzen zu verringern oder zu beseitigen.
Es wurde bereits festgestellt, dass die Trübungspunkte der Verbindungen RO-ÄO-PO-H unterhalb der Waschtemperaturen liegen sollen, wobei die minimale Anwendungstemperatur für Kochwaschmittel mit 60 C, vorzugsweise mit 75 C anzusetzen ist. Bei Feinwaschmitteln liegen die Anwendungstemperaturen tiefer, z. B. im Bereich von 20 bis 50 C, vorzugsweise von 35 bis 45 C. Demnach sollen die erfindungsgemäss zu verwendenden Äthylenglykol-propylenglykol-polyäther, je nach dem Typ des Waschmittels, mit dem sie eingesetzt werden sollen, Trübungspunkte von wenigstens +5 C, vorzugsweise von 20 bis 50 C, besitzen wobei für Kochwaschmittel solche mit Trübungspunkten von 35 bis 45 C besonders geeignet sind.
Die angegebenen Trübungspunkte gelten für die technischen, nicht mit andern kapillaraktiven, insbesondere nicht mit schäumenden nichtionischen kapillaraktiven Substanzen vermischten Äthylenglykol-propylenglykol-polyäther.
Der Trübungspunkt fällt mit steigender Länge des Restes R, mit sinkender Menge an Äthylenglykolresten und mit steigender Menge an Propylenglykolresten. Überraschenderweise hat die Menge der vorhandenen Propylenglykolreste bei Fettsäurepolyglykolestern einen viel geringeren Einfluss auf den Trübungs- punkt als bei andern Äthylenglykol-propylenglykol-mischäthern.
Trübungspunkte von Verbindungen des Typs RO-ÄO-PO-H.
EMI2.1
<tb>
<tb>
Konstitution <SEP> der <SEP> Verbindung
<tb> Verbindung <SEP>
<tb> Laurihergestellt <SEP> C12-C1@-Fettalkohol <SEP> C5-C18-Fett- <SEP> C12-C18- <SEP> Laurin- <SEP> -x-athanolamid <SEP> Trübungsaus <SEP> : <SEP> Nonylnhenol <SEP> Fettsäure <SEP> saure <SEP> x=mono <SEP> x <SEP> di <SEP> punkt
<tb> amin <SEP> aus <SEP> Kolosöl <SEP> C
<tb> Mole <SEP> AO <SEP> 6 <SEP> 7 <SEP> 7 <SEP> I <SEP> 8 <SEP> I <SEP> 9 <SEP> 9 <SEP> I <SEP> 12 <SEP> I <SEP> 15 <SEP> 8 <SEP> I <SEP> 10 <SEP> I <SEP> 12 <SEP> 9 <SEP> 9 <SEP> 10 <SEP> I <SEP> 10 <SEP>
<tb> - <SEP> 13 <SEP> 13 <SEP> 14 <SEP> 9,5 <SEP> 11,5 <SEP> 17 <SEP> 13 <SEP> 14 <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> 17 <SEP> 15 <SEP> 20
<tb> 9 <SEP> 10 <SEP> 10 <SEP> 11 <SEP> 7 <SEP> 9, <SEP> 5 <SEP> 14, <SEP> 5 <SEP> 10 <SEP> 11---13, <SEP> 4 <SEP> 11 <SEP> 30
<tb> Mole-----------8,
<SEP> 5--36 <SEP>
<tb> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> 6-4 <SEP> - <SEP> - <SEP> 38-43
<tb> PO <SEP> 1 <SEP> 5 <SEP> j <SEP> 6, <SEP> 5 <SEP> 9 <SEP> 4, <SEP> 5 <SEP> 8 <SEP> 11, <SEP> 5 <SEP> 7 <SEP> 8, <SEP> 5 <SEP> 9--10 <SEP> 6, <SEP> 5 <SEP> 40 <SEP>
<tb> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> 8, <SEP> 5 <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> 42
<tb> -------- <SEP> 55---48 <SEP>
<tb> - <SEP> 1 <SEP> 3,5 <SEP> 5,5 <SEP> 1,5 <SEP> 6 <SEP> 9 <SEP> 4,5 <SEP> 5,5 <SEP> - <SEP> 4 <SEP> - <SEP> 6 <SEP> 2 <SEP> 50
<tb> - <SEP> - <SEP> - <SEP> 3 <SEP> 1 <SEP> 4,5 <SEP> 6 <SEP> 1,5 <SEP> 3 <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> 2,5 <SEP> - <SEP> 60
<tb>
Demnach ist die Zahl der zum Erreichen eines bestimmten Trübungspunktes notwendigen Propylenglykolreste von Fall zu Fall verschieden.
Ist die Zahl der vorhandenen Äthylenglykolätherreste nur so gering, dass sie zum Erzielen der Wasserlöslichkeit gerade ausreicht, so genügen bereits geringe Mengen an Propylenglykolresten, um den gewünschten Trübungspunkt einzustellen. Die Menge der in einer solchen Verbindung vorhandenen Propylenglykolreste kann z. B. 1/10 der vorhandenen Äthylenglykolreste betragen. Mit steigenden Mengen an Äthylenglykolresten sind auch grössere Mengen an Propylenglykolresten erforderlich, um die gewünschten Trübungspunkte zu erreichen, und das Verhältnis von Äthylenglykolresten zu Propylenglykolresten liegt dann z. B. im Bereich von 2 bis 0, 8 : 1. Dieser Bereich ergibt sich aus den in der obigen Tabelle angegebenen Mengen von Äthylenoxyd bzw.
Propylenoxyd ; will man Verbindungen mit andern Trübungspunkten herstellen, so können die Mengenverhältnisse noch weiter variiert werden, so dass das Verhältnis von Äthylenglykolresten zu Propylenglykolresten in den genannten Verbindungen im Bereich von 2, 5 bis 0, 2 : l, vorzugsweise von 2 bis 0, 5 : 1 liegt.
Das Mengenverhältnis der beiden Polyäthertypen ist vom Trübungspunkt des Typs RO-ÄO-PO-H und von der gewünschten Schaumdepression abhängig. Im allgemeinen wird man gute Ergebnisse erhalten, wenn das Mengenverhältnis im Bereich von 20 : 80 bis 80 : 20 liegt. In den meisten Fällen genügt es jedoch, die Verbindung vom Typ RO-ÄO-PO-H in geringeren Mengen als die schäumende nichtionische Substanz einzusetzen. Demnach ist das Mengenverhältnis von schäumender nichtionischer
Substanz zu Verbindung vom Typ RO-ÄO-PO-H etwa 1 : 0, 3-1, 5 vorzugsweise l : 0, 5-1, 2. Die Kombinationen aus schäumender nichtionischer Substanz und Verbindung vom Typ RO-ÄO-PO-H lassen sich ohne jeden Zusatz als Waschmittel einsetzen. Als nichtionogene Substanzen sind sie weder gegen Elektrolyte empfindlich noch beschränkt sich ihre Anwendbarkeit auf bestimmte pH-Bereiche.
Sie können daher in alkalischem oder neutralem Bade Verwendung finden. Sie lassen sich weiterhin mit allen üblichen Waschmittelzusätzen kombinieren, soweit dadurch das Schäumverhalten nicht nennenswert heraufgesetzt wird. Das Schäumvermögen der erfindungsgemäss zu verwendenden Kombination bleibt selbst dann gering, wenn man sie mit andern, insbesondere anionaktiven Waschmitteln, wie beispielsweise Alkylbenzolsulfonaten, Fettalkoholsulfaten oder Seifen kombiniert, jedoch soll die Menge dieser Zusätze nicht
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grösser sein als die Menge an Äther des Typs RO-ÄO-H. Ausserdem kann die erfindungsgemässe Kombination zusammen mit andern üblichen Waschmittelbestandteilen verwendet werden.
Dies gilt vor allen
Dingen für Kochwaschmittel, bei denen die Wirkung der waschaktiven Substanzen bekanntlich durch die Anwesenheit von meist anorganischen, alkalisch reagierenden Salzen unterstützt wird. Diese sind in solcher Menge zuzusetzen, dass 1% ive Lösungen der Kochwaschmittel einen PH- Wert von wenigstens 9, vorzugsweise im Bereich von 10 bis 11 aufweisen. Als alkalisch reagierende Substanzen können in den erfindungsgemässen Waschmitteln die üblichen Waschalkalien wie Soda, wasserlösliche Alkalisilikate, Alkaliorthophosphate usw. vorhanden sein. Darüber hinaus können die erfindungsgemässen Waschmittel aber noch Neutralsalz, insbesondere Natriumsulfat enthalten.
Kochwaschmittel enthalten oft anhydrische Phosphate als wesentlichen Bestandteil. Zu diesen gehören vor allen Dingen Pyrophosphate, die, sofern sie keine durch Metalle ersetzbare Wasserstoffatome mehr enthalten, auch genügend alkalisch sind, um als Waschalkali zu dienen, und die Polyphosphate, von denen das Tripolyphosphat und das Tetrapolyphosphat besonders hervorzuheben sind. Auch Metaphosphate, die vor allen Dingen in polymeren Formen vorkommen, können in den erfindungsgemässen Waschmitteln vorhanden sein, jedoch können diese wegen ihrer schwach sauren Reaktion im allgemeinen nur mit einer solchen Menge an alkalisch reagierenden Substanzen eingesetzt werden, dass die für die Kochwäsche erforderliche Alkalität der Waschlauge gewährleistet ist.
Darüber hinaus können die erfindungsgemässen Waschmittel noch Substanzen enthalten, die die
Schmutztragefähigkeit der waschaktiven Substanzen erhöhen. Es handelt sich hierbei im allgemeinen um wasserlösliche Kolloide, wie z. B. wasserlösliche Salze polymerer Carbonsäuren, Leim, Gelatine, Salze von Äthercarbonsäuren oder Äthersulfonsäuren der Stärke oder Cellulose oder Salze von sauren
Schwefelsäureestern der Cellulose oder der Stärke.
Die mengenmässige Zusammensetzung der erfindungsgemässen Waschmittel liegt etwa im Bereich des folgenden Schemas :
Nichtionische waschaktive Substanzen in Mengen von 5 bis 75 Gew.-%, wobei in Kochwaschmitteln meist 10-15 Gew.-%, in Feinwaschmitteln meist 20-50 Gew.-% vorhanden sind.
Waschalkalien in einer Menge, dass der pH-Wert einer l% igen Lösung des gesamten Waschmittels in Wasser wenigstens 9, vorzugsweise 10-11 beträgt, insbesondere aber bis 5-70, vorzugsweise 10-50 Gew.-%, Anhydrische Phosphate in Mengen von 0 bis 60, vorzugsweise 5-40 Gew.-%, Perverbindungen in solchen Mengen, dass der Gehalt an Aktivsauerstoff 0-3, 5 Gew.-%, vorzugsweise 0, 2 bis 3 Gew.-% beträgt, Stabilisatoren für Perverbindungen in Mengen von 0-15, vorzugsweise in Mengen von 2-10 Gew.-%, Sonstige Waschmittelzusätze, darunter auch Substanzen zur Erhöhung des Schmutztragevermögens, wobei die letzteren in Mengen von 0 bis 2 Gew.-% vorzugsweise in Mengen von 0, 2 bis 1, 5 Gew.-% anwesend sein können.
Die erfindungsgemässe Kombination nichtionischer Substanzen kann aber auch in schwach alkalisch oder neutral eingestellte Waschmittel eingearbeitet werden. Der gewünschte pH-Wert lässt sich durch Variation der oben erwähnten anorganischen Waschmittelzusätze verändern ; so kommt man beispielsweise bei Verringerung der Menge an Waschalkalien und bei Erhöhung des Metaphosphatanteils zu niedrigeren pH-Werten ; man kann den pH-Wert aber auch durch Einsatz von Monoalkalidihydrogenphosphaten, sauren Pyrophosphaten, Natriumbisulfat, Natriumbicarbonat usw. verringern, um schwach alkalisch oder neutral eingestellte Waschmittel zu erhalten.
In den erfindungsgemäss zu verwendenden Kombinationen aus schäumenden Polyäthern mit entständigen Äthylenglykolresten und Verbindungen vom Typ RO-ÄO-PO-H brauchen die hydrophoben Reste nicht gleichartig zu sein, es kann sich aber beispielsweise die schäumende nichtionogene Substanz von einem Fettalkohol, einer Fettsäure oder einem Fettsäureamid ableiten, während sich der Äther des Typs RO-ÄO-PO-H von einem Sulfonamid, einem Alkylphenol oder einem Fettsäuremonoglycerid ableitet. Die oben genannten Verbindungen sind nur als Beispiele anzusehen ; selbstverständlich kann sich jeder der beiden Äther von jeder beliebigen, einen hydrophoben Rest enthaltenden Verbindung ableiten.
Die erfindungsgemässen Kombinationen eignen sich ganz besonders als Aktivsubstanzen für Maschinenwaschmittel, die im Haushalt, in der gewerblichen Wäscherei und in der Textilindustrie verwendet werden können. Nach Belieben kann man die Einzelbestandteile, auch die beiden Typen der nichtionogenen kapillaraktiven Äther erst am Verwendungsort mischen oder man kann sie in beliebiger Form, beispielsweise als Pulver, Pasten oder Lösungen in den Handel bringen. Überraschenderweise lassen sich die erfindungsgemässen Kombinationen ohne weiteres zu gut schüttfähigen Pulvern verarbeiten, wenn man in üblicher Weise eine Paste herstellt, in der die anorganischen Salze neben der kapillaraktiven Kombination vorhanden sind, und wenn man diese Paste bis zur Zerstäubung gut rührt, so dass eine Trennung der Paste in verschiedene Phasen verhindert wird.
Beispiel l : In einer Haushaltswaschmaschine mit rotierender Trommel wurde Haushaltswäsche in
EMI3.1
denen Versuchen wurden steigende Mengen dieses Produktes durch ein Anlagerungsprodukt von 10 Mol Propylenoxyd an einen Nonylphenol-polyglykoläther mit 9 Äthylenglykolresten im Molekül ersetzt u. zw. derart, dass die Gesamtkonzentration an nichtionischer Substanz in allen Fällen dieselbe blieb. In einer zweiten Versuchsserie wurde das Anlagerungsprodukt von 20 Mol Äthylenoxyd an ein Mol Nonylphenol
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durch ein Anlagerungsprodukt von 70 Mol Äthylenoxyd an ein Mol Nonylphenol ersetzt. In beiden Fällen zeigte sich, dass der Schaum bei Ersatz von 20 Gew.-% des schäumenden Polyglykoläthers durch das Propylenoxyd-Anlagerungsprodukt soweit zurückgedrängt wurde, dass er praktisch nicht mehr störte.
Bei Ersatz grösserer Mengen des schäumenden Polyglykoläthers durch das Propylenoxydaddukt wurde der Schaum noch geringer bzw. war überhaupt kein Schaum mehr zu beobachten. Für eine praktische Verwendung kommt ein Mischungsverhältnis der beiden Produkte im Bereich von 20 : 80 bis 80 : 20 in Frage.
Nachdem in den oben beschriebenen Versuchen die wässerigen Lösungen der Polyätherkombinationen geprüft worden waren, wurde nun eine Kombination als Aktivsubstanz eines an sich üblichen Waschmittels eingesetzt. Dieses Waschmittel wurde in an sich bekannter Weise, d. h. durch Anrühren der perboratfreien Waschmittelbestandteile zu einer dünnflüssigen Paste, Heisszerstäuben des Ansatzes zu einem trocke-
EMI4.1
oxyd an ein Mol Nonylphenol und 66, 0 Gew.-% eines Anlagerungsproduktes von
10 Mol Propylenoxyd an einen Nonylphenolpolyäthylenglykoläther mit 9 Äthylengly- kolätherresten pro Molekül 27, 0 Gew.-% Natriumpyrophosphat
7, 0 Gew.-% Wasserglas (Na2O : SiO2 = 1 : 3, 3) 7, 5 Gew. -% MgSiOa 1, 0 Gew.-% Carboxymethylcellulose 19, 0 Gew.-% Natriumperborat
Rest Wasser.
Während des Zerstäubens wurde der im Vorratsgefäss befindliche pastenförmige Ansatz dauernd gerührt.
Beim Arbeiten in hartem Wasser (160 deutscher Härte) wurde beobachtet, dass beim Herausspülen der Lauge mit kaltem Spülwasser fast keine Trübung beobachtet wurde ; unter Verwendung der erfindungsgemässen Waschmittel werden daher Ablagerungen in den gewaschenen Textilien und in der Waschmaschine vermieden.
Beispiel2 : Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurde ein pulverförmiges Waschmittel hergestellt, in dem die 19 Gew.-% waschaktiver Substanz durch folgende Bestandteile ersetzt sind :
10 Gew.-% eines durch Anlagern von Äthylenoxyd an einen Fettalkohol erhaltenen Polyglykol- äthers der allgemeinen Formel RO- (C2H4O) n-H, worin R den Kohlenwasser- stoffrest eines Fettalkoholes darstellt, der durch Reduktion der Fettsäuren des
Kokosöls erhalten worden ist, und in der n Durchschnittswert von 30 besitzt.
5 Gew.-% eines durch Anlagern von Äthylenoxyd und Propylenoxyd in der angegebenen Reihen- folge an einen Alkohol hergestellten Polyäthers der allgemeinen Formel RO- (C LO) p- (C ; ; H, jO) q-H, worin R die oben angegebene Bedeutung hat, p einen Durchschnittswert von 8 und q einen Durschchnittswert von 9 besitzt (Trübungspunkt : 340 C).
4 Gew.-% Na, SO .
Das so erhaltene Waschmittel ist als schaumarmes Kochwaschmittel, insbesondere für die Maschinenwäsche, sowohl im Haushalt als auch in gewerblichen Betrieben geeignet.
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oxyd an 1 Mol Kokosölfettsäure, 7 Gew.-% eines Fettsäurepolyglykolesters, der aus Kokosölfettsäure dadurch hergestellt wurde, dass man zunächst an 1 Mol Fettsäure 9 Mol Äthylenoxyd und an das so erhaltene Produkt 10 Mol Propylenoxyd anlagerte (Trübungspunkt : 390 C), und 80 Gew.-Teile fein gepulvertes wasserfreies Natriumsulfat. Soll das Waschmittel auch bei tieferen Anwendungstemperaturen z. B. von mindestens 15 C schaumarm sein, dann ersetzt man den Fettsäure-polyäthylenglykolpolypropylen- glykolester durch dieselbe Gewichtsmenge des im Beispiel 4 beschriebenen Fettalkoholpolyglykoläthers.
Beispiel 4 : Nach dem in Beispiel l beschriebenen Verfahren wurde ein pulverförmiges Waschmittel hergestellt, wobei aber die Aktivsubstanz durch folgende Bestandteile ersetzt wurde :
11, 6 Gew.-% eines Anlagerungsproduktes von 60 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol eines Gemisches geradkettiger primärer Amine mit endständiger Aminogruppe und 12-14 Kohlen- stoffatomen im Molekül und
4 Gew.-% eines durch Anlagern von Äthylenoxyd und Propylenoxyd an einen Fettalkohol erhal- tenen Polyäthers der allgemeinen Formel RO- (CJLO) r- (CgHJs-H, worin R einen geradkettigen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 12-14 Kohlenstoff- atomen, r den durchschnittlichen Wert von 9 und s der durchschnittlichen Werte von
16 bedeutet (Trübungspunkt 14 C).
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Das erhaltene Waschmittel lässt sich in derselben Weise verwenden wie das nach Beispiel l erhaltene.
Beispiel 5 : Zur Demonstration der Abhängigkeit des Schaumverhaltens von der Stellung der Äthylenglykol-bzw. Propylenglykolreste im Molekül wurden die schaumdrückenden Eigenschaften dreier Anlagerungsprodukte von 9 Mol Äthylenoxyd und 9 Mol Propylenoxyd an 1 Mol Nonylphenol untersucht, wobei bei dem ersten Produkt zunächst Propylenoxyd, dann Äthylenoxyd, beim zweiten Produkt ein Gemisch von Äthylenoxyd und Propylenoxyd und beim dritten Produkt zunächst Äthylenoxyd und dann Propylenoxyd angelagert worden waren. Diese Produkte wurden in verschiedenen Mengenverhältnissen mit einem Anlagerungsprodukt von 20 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol Nonylphenol gemischt und dann wurden 0, 3 g des Gemisches in 200 cm3 Wasser von 10 deutscher Härte aufgelöst.
Darauf wurde das Schäumverhalten dieser Lösungen bei 40 C nach DIN 53 902 untersucht. Das Schaumvolumen wurde sofort nach Stillstand der Maschine (30 Schläge) und nach 5, 10, 15 und 20 min abgelesen. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle enthalten ; das durch Anlagern eines Gemisches von Äthylenoxyd und Propylenoxyd erhaltene Produkt ist als RO- (ÄO, PO)-H bezeichnet.
EMI5.1
EMI5.2
<tb>
<tb>
Mischungsverhaltnis <SEP> cm2 <SEP> Schaum <SEP> # <SEP> Minuten <SEP> nach <SEP> Stillstand <SEP> der
<tb> % <SEP> % <SEP> TypNp <SEP> 9/9 <SEP> Maschine <SEP> x=
<tb> NP <SEP> 20 <SEP> NP <SEP> 9/9 <SEP> 0 <SEP> 5 <SEP> 10 <SEP> 15 <SEP> 20
<tb> lu <SEP> 90 <SEP> RO-PO-ÄO-H <SEP> 90 <SEP> 60 <SEP> 50 <SEP> 30 <SEP> 30
<tb> RO- <SEP> (ÄO, <SEP> PO)-H <SEP> 40 <SEP> 20 <SEP> M <SEP> 10 <SEP> 10
<tb> RO-ÄO-PO-H <SEP> 20 <SEP> 10 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> 20 <SEP> 80 <SEP> RO-PO-ÄO-H <SEP> IM <SEP> 60 <SEP> 50 <SEP> 40 <SEP> 30
<tb> RO- <SEP> (ÄO, <SEP> PO)-H <SEP> 50 <SEP> 30 <SEP> 20 <SEP> 20 <SEP> 20
<tb> RO-ÄO-PO-H <SEP> 30 <SEP> 10 <SEP> 10 <SEP> 0 <SEP> 0
<tb> 30 <SEP> 70 <SEP> RO-PO-ÄO-H <SEP> 110 <SEP> 70 <SEP> 60 <SEP> 40 <SEP> 40
<tb> RO- <SEP> (ÄO, <SEP> PO)
-H <SEP> 90 <SEP> 30 <SEP> 20 <SEP> 20 <SEP> 20
<tb> RO-ÄO-PO-H <SEP> 30 <SEP> 20 <SEP> 10 <SEP> 10 <SEP> 0
<tb> 40 <SEP> 60 <SEP> RO-PO-ÄO-H <SEP> 110 <SEP> 80 <SEP> 60 <SEP> 40 <SEP> 40
<tb> RO- <SEP> (ÄO, <SEP> PO)-H <SEP> 110 <SEP> 30 <SEP> 20 <SEP> 20 <SEP> 20
<tb> RO-ÄO-PO-H <SEP> 40 <SEP> 20 <SEP> 20 <SEP> 20 <SEP> 10
<tb> 50 <SEP> 50 <SEP> RO-PO-ÄO-H <SEP> 120 <SEP> 80 <SEP> 70 <SEP> 40 <SEP> 40
<tb> RO- <SEP> (ÄO, <SEP> PO)-H <SEP> 110 <SEP> 40 <SEP> 30 <SEP> 30 <SEP> 20
<tb> RO-ÄO-PO-H <SEP> 50 <SEP> 20 <SEP> 20 <SEP> 20 <SEP> 10
<tb> 60 <SEP> 40 <SEP> RO-PO-ÄO-H <SEP> 130 <SEP> 80 <SEP> 70 <SEP> 50 <SEP> 50
<tb> RO- <SEP> (ÄO, <SEP> PO) <SEP> -H <SEP> l20 <SEP> 40 <SEP> 30 <SEP> 30 <SEP> 30
<tb> RO-ÄO-PO-H <SEP> 80 <SEP> 40 <SEP> 40 <SEP> 40 <SEP> 30
<tb>
EMI5.3
vorhergehenden Beispiele.
30,0Gew. -%Na5P3O10
7, 0 Gew.-% Na2O-3, 3 SiO2 0, 01 Gew.-% Aufheller 10, 0 Gew.-% NaBOjj-HsOa-3 H2O
20, 0 Gew.-% Na2CO3 1, 0 Gew.-% Celluloseglykolat
Rest Wasser.
Beispiel 7 : Ein anderes, als selbständiges Kochwaschmittel verwendbares schaumarmes Präparat hat folgende Zusammensetzung : 12, 0 Gew.-% schaumarmes Gemisch kapillaraktiver nichtionischer Polyglykoläther nach einem der vorhergehenden Beispiele.
15, 0 Gew. -% NasP 3010
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20, 0 Gew.-% NaJ207
8, 0 Gew.-% Na2O-3, 3 SiO2 10,0 Gew. -% NaBO2#H2O2#3H2O
20,0Gew. -%Na2SO4 1, 0 Gew.-% Celluloseglykolat 0, 01 Gew.-% optischer Aufheller
Rest Wasser.
Beispiel 8 : Die erfindungsgemässen Waschmittel haben vorzugsweise etwa die folgende Zusammensetzung : 0-20, 0 Gew.-11, schaumarmes Gemisch kapillaraktiver nichtionischer Polyglykoläther nach einem der vorhergehenden Beispiele.
0-35,0Gew. -%Na4P2O7
35-0,0Gew. -%Na5P3O10
5-15, 0 Gew.-% Na2O-2-3, 5 SiO2
EMI6.1
0 Gew0 - 15,0 Gew. -% NaBO2#H2O2#3H2O 0-2, 0 Gew.-0", Aufheller, Parfum, Farbstoff.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schaumarme Waschmittel auf Basis an sich schäumender nichtionischer kapillaraktiver Substanzen, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Waschaktivsubstanzen Polyäther mit endständigen Äthylenglykolresten und Polyäther, deren hydrophober Rest über eine Äthylenglykolkette mit Propylenglykolresten verbunden ist, enthalten, wobei der Trübungspunkt der letztgenannten Polyäther unterhalb der Anwendungstemperatur des Waschmittels liegt.