AT263523B - Verfahren zur Verlängerung der Lagerungsfähigkeit von zur Erzeugung von Zellstoff bestimmtem Laub- oder Nadelholz - Google Patents

Verfahren zur Verlängerung der Lagerungsfähigkeit von zur Erzeugung von Zellstoff bestimmtem Laub- oder Nadelholz

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AT263523B
AT263523B AT1114366A AT1114366A AT263523B AT 263523 B AT263523 B AT 263523B AT 1114366 A AT1114366 A AT 1114366A AT 1114366 A AT1114366 A AT 1114366A AT 263523 B AT263523 B AT 263523B
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Ruediger Dr Hornke
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Lenzinger Zellulose Und Papier
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  Verfahren zur Verlängerung der   Lagerungsfähigkeit   von zur Erzeugung von Zellstoff bestimmtem Laub-oder Nadelholz 
Die Holzschlägerung, insbesondere die Schlägerung von Laubholz, vor allem Buchenholz, erfolgt in den Alpen- und Alpenvorländern in der Regel im Winter, also innerhalb eines   verhältnismässig   kurzen
Zeitraumes. Die Verarbeitung von frischem Holz zu Zellstoff ist daher während des ganzen Jahres nicht möglich, das Holz muss vielmehr gelagert werden,   u. zw.   im Wald oder auf eigenen Lagerplätzen. 



   Bleibt das Holz auf nassen, schattigen Waldschlägen oder ungeordnet auf Haufen geworfen liegen, so ist ein Austrocknen nicht möglich und es entwickelt sich im feuchten Holz ein entsprechend reges Pilzwachstum bzw. Fäulnis. Es ist daher üblich, neben den Zellstoffabriken sonnige und luftige Lager- plätze zu errichten, wobei das Holz meist in Längen von 1 m im Rundholz - oder Scheiterform auf Stapel gelegt wird. 



   Es hat sich herausgestellt, das Laubhölzer gegen Pilz- und Fäulniserreger weniger resistent sind als Nadelhülzer. Daher ist die Verarbeitung von Buchenholz zu Zellstoff bei der zeitlich eng begrenzten Schlägerungsperiode und der verringerten Lagerdauer im Hinblick auf das Erzielen einer gleichmässigen Zellstoffqualität von vornherein problematisch. Bei Buche spricht man im wesentlichen von der sogenannten   Weissfäule,   die bei längerer Lagerung auftritt. Aber auch bei Fichte sind Pilz- und Fäulniserscheinungen zu beobachten. Fichtenholz wird mit einem forsttechnischen Ausdruck rotstreifig, was auf eine Pilzeinwirkung zurückzuführen ist. Mitunter dominiert eine Pilzgattung, so dass das Holz je nach Art des Pilzes eine verschiedenartige Färbung annimmt, u. zw. von gelb bis dunkelbraun-schwarz.

   Infolge der Durchwucherung des Holzes mit Myzelien treten   hauptsächlich Schimmel- und Braunfäule   auf, wobei die Holzsubstanz gezehrt wird, so dass sich die Holzmasse verringert. Der aus solchem Holz erkochte Zellstoff erweist sich hinsichtlich der Mahlfähigkeit weniger resistent als Zellstoff aus gesundem   Holz ;   die Bleichfähigkeit des Zellstoffes ist stark reduziert und die Ausbeute an Zellstoff je Raummeter verringert. Daraus ergibt sich eine Erhöhung der Erzeugungskosten und eine Verminderung der Qualität des Zellstoffes. 



   Es ist verständlich, dass man seit langem versucht, der Schädigung des Holzes bei längerer Lagerung entgegenzutreten, es ist bisher aber noch nicht gelungen, in grossen Massen zum Verbrauch gelangendes Holz, z. B. für die Erzeugung von Zellstoff, in wirtschaftlicher Weise zu konservieren. Der Stand der Technik ist hinsichtlich der Vermeidung des Pilzbefalles nicht über die eingangs erwähnten Massnahmen zur Lagerung des Holzes hinausgekommen, wobei zu bemerken ist, dass die Lagerung des Holzes in Form von luftigen Rundholz- oder Scheiterstaplen wenig Erfolg bringt, wenn es sich um Sommer mit grosser Niederschlagsmenge und wenigen Sonnentagen handelt.

   Die Lagerung des Holzes in Form von auf Haufen geblasenen Hackschnitzeln, die vorzuziehen wären, weil sie mit einem wesentlich geringeren Aufwand, insbesondere Arbeitsaufwand, verbunden ist, kommt derzeit auf längere Dauer wegen der erhöhten Gefahr des Parasitenbefalles überhaupt nicht in Frage. 



   Demnach liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Lagerfähigkeit von zur Erzeugung von Zellstoff bestimmtem Laub- oder Nadelholz durch ein Verfahren zu verlängern, das einfach und billig 

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 durchführbar ist und die Qualität des aus dem Holz erzeugten Zellstoffes nicht vermindert, wobei über- dies ein Produkt verwendet werden soll, das bisher als unverwendbares und schwer zu beseitigendes
Nebenprodukt bei der Zellstoffherstellung anfällt. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren besteht im wesentlichen darin, dass das Holz mit bei der Sulfit- zellstoffherstellung in der Kocherei bzw. in den nachgeschalteten Vakuumeindampfanlagen anfallendem
Brüdenkondensat behandelt wird. Bekanntlich kann das Pilzwachstum nur unter bestimmten Lebensbe- dingungen, wie Temperatur, Feuchtigkeit, pH-Wert, Nährstoffe u. dgl., erfolgen. Es hat sich nun überraschenderweise gezeigt, dass sich das Brüdenkondensat zur Unterbindung der Entwicklung der in Frage kommenden Schimmel- und Fäulnispilze vorzüglich eignet. Es enthält neben Furfurol und ätherischen Ölen auch organische Säuren, wie Essig- und Ameisensäure, so dass es einen stark sauren pH-Wert besitzt.

   Bei der Behandlung des Holzes mit dem Brüdenkondensat sterben die im Holz vorhandenen Parasiten ab, somit die weitere biologische Zersetzung des Holzes unterbunden ist und der Gesundheitszustand des Holzes, der zum Zeitpunkt der Behandlung mit dem Brüdenkondensat vorliegt, auf die Dauer von wenigstens einem Jahr erhalten bleibt. Eine solche Dauer genügt vollauf, da innerhalb eines Jahres stets neu geschlägert wird und somit neues Frischholz anfällt. Die Behandlung mit Brüdenkondensat ergibt in bezug auf die Zellstoffherstellung keine Nachteile. So verläuft die   Delignifizierung des Holzes   bei der Sulfitkochung unter gleichen Aufschlussbedingungen bei mit Brüdenkondensat imprägniertem, gelagertem Holz unvergleichlich günstiger als bei Gelagertem, nicht imprägniertem Holz.

   Die Resistenz der Zellulose gegenüber Abbau ist bei imprägniertem Holz stets günstiger als bei nicht imprägniertem. Der Zellstoff aus imprägniertem Holz hat eine Elementarchloraufnahme von etwa 2% wogegen der Zellstoff aus gelagertem, nicht imprägniertem Holz einen solchen Chlorbedarf bis zu 12% erreichen kann, ohne den gleichen Weissgrad zu erhalten, wie ein solcher bei Zellstoff aus imprägniertem Buchenholz mit einem Einsatz von nur   2%   Elementarchlor erzielbar ist.

   Der Alphazellulosegehalt ist beim Zellstoff aus nicht imprägniertem Buchenholz infolge   der Zerstörung   der Zellulose durch die Parasiten ebenfalls bedeutend schlechter, u. zw. liegt er bei   890/0   im Mittel, wogegen der Zellstoff aus imprägniertem Buchenholz nach der Chlorierung und Neutralisation einen Alphazellulosegehalt von   90, 50/0   im Mittel besitzt. Der durch die im Brüdenkondensat enthaltenen Säuren hervorgerufene pH-Wert von zirka 4,5 schädigt das Holz nicht, da eine Zersetzung des Holzes erst bei einem pH-Wert von etwa 3 auftritt. 



   Das Brüdenkondensat aus den Sulfitzellstoffkochereien und Sulfitablaugeneindampfanlagen gilt bisher als nicht aufarbeitungsfähiges Abwasser, das entsprechend seinem Gehalt an organischen Substanzen 
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 für die Vorfluter sogar schädlichen Abwässer ist der Sulfitzellstoffindustrie nunmehr ein Mittel an die Hand gegeben, die Lagerungsdauer des Holzes auf wirtschaftliche Weise bei gleichbleibendem Gesundheitszustand des Holzes zu verlängern und zugleich die Vorfluter zu entlasten. 



   Das Holz könnte unmittelbar nach der Schlägerung und Entrindung gegebenenfalls als abgelängtes Rundholz oder in Scheiterform in das Brüdenkondensat getaucht werden. Wesentlich günstiger aber ist es, wenn das Holz in üblicher Weise in Hackschnitzel zerkleinert wird und diese mit dem Brüdenkondensat benetzt werden, weil dann das Holz mit grösstmöglicher Oberfläche vorliegt und damit die konservierende Wirkung des Brüdenkondensats am besten zur Geltung kommt. Während bisher die Hackschnitzellagerung nur kurzfristig, u. zw. bei Fichte etwas länger als bei Buche, jedoch höchstens etwa 3 Monate möglich war, werden nunmehr die Hackschnitzel für eine Lagerungsdauer bis zu 1 Jahr und darüber konserviert, was für die Rationalisierung der Holzmanipulation und für die wirtschaftliche Erzeugung von Zellstoff von ausschlaggebender Bedeutung ist. 



   In weiterer Ausbildung des erfindungsgemässen Verfahrens werden schliesslich die Hackschnitzel während des Verblasens auf Haufen mit dem Brüdenkondensat besprüht. Die Hackschnitzel werden also in der Zeit, in der sie vom Blasrohr auf den Haufen fliegen, beispielsweise mit Hilfe einer an der Rohrmündung angeordneten Düse zur Zerstäubung des   Brüdenkondensats.   allseits mit letzterem benetzt, so dass sich ein sehr einfach durchzuführender Vorgang ergibt und keine weiteren Manipulationen erforderlich sind. Die Menge der Kondensatzugabe ist so zu steuern, dass die Hackschnitzel zwar allseitig gut benetzt sind, das Holz aber in der Lage ist, die saure Flüssigkeit aufzusaugen, so dass es nicht zum Abfliessen und Versickern kommt.

   Normalerweise werden pro m3 Hackschnitzel etwa 40 1 Brüdenkondensat benötigt, also eine Menge, die kleiner ist als der Anfall an Brüdenkondensat.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Verlängerung der Lagerungsfähigkeit von zur Erzeugung von Zellstoff bestimmtem Laub- oder Nadelholz, dadurch gekennzeichnet, dass das Holz mit bei der Sulfitzellstoffherstellung in der Kocherei bzw. in den nachgeschalteten Vakuumeindampfanlagen anfallendem Brüdenkondensat behandelt wird.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Holz unmittelbar nach der Schlägerung und Entrindung gegebenenfalls als abgelängtes Rundholz oder in Scheiterform in das Brüdenkondensat getaucht wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Holz in üblicher Weise in Hackschnitzel zerkleinert wird und diese mit dem Brüdenkondensat benetzt werden. EMI3.1
AT1114366A 1966-12-02 1966-12-02 Verfahren zur Verlängerung der Lagerungsfähigkeit von zur Erzeugung von Zellstoff bestimmtem Laub- oder Nadelholz AT263523B (de)

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