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Es ist bekannt, dass bei farbenphotographischen Mehrschichtmaterialien mit in den Schichten eingelagerten diffusionsfesten Farbkupplern bei der Farbentwicklung, insbesondere an den Stellen stärkerer Belichtung und damit stärkerer Entwicklung eine Verschwärzlichung der Farben eintritt. Die Ursache liegt darin begründet, dass das bei der Farbentwicklung entstehende kuppelnde Oxydationsprodukt des Farbentwicklers-das Diimid-Ion-nicht unmittelbar am Ort seiner Entstehung zu Farbstoff kuppelt, sondern sich durch Diffusion mehrere Mikrometer weit entfernen kann, bevor es durch Umsetzung mit Farbkuppler oder durch Nebenreaktionen verbraucht ist.
Die Folge dieser Erscheinungen besteht darin, dass in einer Schicht durch Entwicklung entstehendes Oxydationsprodukt in die unmittelbar angrenzende Schicht eindiffundieren und dort zu Farbstoff kuppeln kann.
Dieser unerwünschten Erscheinung kann auf mehrere Weise begegnet werden. So wird z. B. vorgeschlagen, zwischen den farbkupplerhaltigen Emulsionsschichten farbkupplerhaltige dünne Gelatine- Trennschichten anzuornden. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass nur das durch die eine Schicht hervorgerufene falsche Teilbild vermieden werden kann, falls man nicht zwei solcher farbkupplerhaltiger Gelatineschichten übereinander anordnet, von denen jede Gelatine-Trennschicht den Kuppler der angrenzenden kupplerhaltigen Emulsionsschicht enthält. Diese Variante des Verfahrens ist jedoch infolge eines weiteren Begiessvorganges technisch aufwendiger. Ausserdem erhöht es die Gesamtdicke des Farbfilms.
Das ist wegen der Nachteile bei der Verarbeitung, insbesondere der längeren Trockendauer und der Verschlechterung der Planlage bei stärkerem Trocknen der Filme, unerwünscht.
Aus den zuletzt genannten Gründen sind auch die schon lange Zeit vorgeschlagenen reinen GelatineTrennschichten keine befriedigende Lösung der Aufgabe. Sind sie zu dünn, so ist die Wirkung auf die Verbesserung der Farbtrennung unzureichend, sind sie genügend dick, so treten die oben genannten Nachteile, gegebenenfalls auch eine Verminderung der Schärfe durch die längeren Streuwege des Lichtes auf.
Es ist auch vorgeschlagen worden, Trennschichten zur Vermeidung der Nebenbilder zu verwenden, in denen die eindiffundierenden Farbentwickler-Oxydationsprodukte durch Umsetzung mit Verbindungen, wie 1-Phenyldiketotetrahydropyridazin oder peri-Naphthindon, zu farblosen Verbindungen gebunden werden. Diese Verbindungen sind jedoch praktisch nicht brauchbar, da ihre Umsetzungsgeschwindigkeit mit dem Farbentwickler-Oxydationsprodukt viel zu niedrig ist. Ähnliches gilt für durch Substitution diffusionsfest gemachte Reduktionsmittel vom Typ des Hydrochinons und Brenzcatechins, wie bereits vorgeschlagen worden ist. Dagegen sind als Farblos-Kuppler solche Verbindungen brauchbar, bei denen an der aktivierten Methylengruppe ein Wasserstoffatom durch Alkyl, Cycloalkyl, Aryl oder Aralkyl ersetzt ist.
Ihre Reaktivität ist jedoch weit geringer als die von Farbkupplern und ihre Darstellung erfordert grösseren Aufwand.
Die Dichte des Nebenfarbbildes, das durch Ausdiffundieren des kuppelnden Farbentwickler-Oxydationsproduktes in die benachbarte Schicht entsteht, ist natürlich abhängig von der Reaktivität und der Konzentration der in der primären, entwickelnden Schicht enthaltenden Farbkomponente. Es ist jedoch
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nicht möglich, Farbkomponenten allein auf Grund ihrer Reaktivität auszuwählen, da insbesondere der Absorptionsverlauf der aus ihnen entstehenden Bildfarbstoffe neben einigen andern Eigenschaften eine entscheidende Rolle spielt. Ebenso ist einer Konzentrationserhöhung eine technische und auch ökonomische Grenze gesetzt.
Es ist daher nach wie vor Zweck der Erfindung, die Verschwärzlichung von farbenphotographischen Bildern insbesondere an Stellen starker Belichtung zu vermeiden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Überdiffundieren des Farbentwickler-Oxyda- tionsproduktes während der Verarbeitung auf einfache und wirtschaftliche Weise zu vermeiden.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass mindestens zwischen zwei von mehreren Emulsionsschichten eine Gelatinezwischenschicht angeordnet wird, die langkettig substituierte und damit diffusionsfeste Alkyl- oder Aralkylsulfinsäuren enthält. Diese Sulfinsäuren können in Form ihrer Alkalisalze leicht auch in höherer Konzentration in wässerige Gelatinelösungen eingebracht werden und geben transparente Schichten. Mit eindiffundierendem Farbentwickler-Oxydationsprodukt setzen sie sich zu farblosen Sulfonen um.
Die Anwendung der erfindungsgemässen Sulfinsäuren erfolgt durch Auftragen einer gelatinehaltigen Lösung als Zwischenschicht zwischen zwei farbkupplerhaltigen Emulsionsschichten. Die anzuwendende Menge und die Dicke der Schicht sind durch die Stärke des Nebenbildes gegeben und müssen entspre- chend der Reaktivität und Konzentration der Kuppler in den Emulsionsschichten ermittelt werden. Im allgemeinen reichen 1 bis 2 gm dicke Trennschichten aus. Die angewandte Menge an Sulfinsäure liegt im allgemeinen zwischen 10 und 5Cf1/o der angewandten Gelatinemenge.
Die Alkyl- oder Aralkylsulfinsäuren können leicht dargestellt werden durch Reduktion der entsprechenden Sulfochloride, z. B. mit Zinkstaub. Die Alkyl- oder Aralkylsulfonsäuren bzw. deren Chloride mit langer aliphatischer Kette von mehr als 10 C - Atomen werden grosstechnisch für die Waschmittel-Industrie hergestellt. So kann z. B. für die Herstellung der Sulfinsäuren das sogenannte Mersol verwendet werden, das das Sulfochlorid einer Paraffin-Fraktion mit den Kettenlängen von C 12 bis CI8 darstellt.
Fur die erfindungsgemässe Anwendung der Sulfinsäuren sind einheitliche Produkte nicht nötig, sofern nur eine Fraktion mit genügend langen Ketten ausgewählt wird. Entsprechend als Ausgangsmaterial ge-
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Verbindungen, dieSinne der Erfindung können nach den analogen Verfahren aus bekannten Verbindungen dargestellt werden.
Beispiel : Ein Mehrschichten-Kopiermaterial zeigt folgenden Aufbau :
Auf dem Schichtträger befindet sich eine gelbkupplerhaltige blauempfindliche Emulsionsschicht, die Brom-Jod-Silber enthält. Zwischen dieser und der mittleren, einen Blaugrünkuppler enthaltenden und für Rot sensibilisierten Chlorsilber-Emulsionsschicht liegt eine Gelatineschicht, die p-Cetylbenzolsulfinsäure enthält. Zwischen der mittleren rotempfindlichen und der obersten, einen Purpurkuppler enthaltenden und für Grün sensibilisierten Chlorsilber-Emulsionsschicht befindet sich eine p-Cetylbenzolsulfinsäure enthaltende Gelatineschicht.
Nach der Belichtung und Farbentwicklung werden wesentlich reinere Farben erhalten als bei einem gleichen Material ohne die Zwischenschichten oder mit reinen Gelatineschichten.