Yerfahren und Einrichtung zur Behandlung von Torf. Die bisher übliche Methode zur Gewin- nun <B>g</B> von Torf besteht bekanntlich darin, dass der aus dem Moor 'in Form von SoJen ge- ,l stoeliene, rohe Torf 'j.uf dem Felde oder in hierzu eingerichteten offenen Schuppen ge- frocknet wird.
Dieses Trocknungsverfahren hann aber nur während:,den warmen Sommer monaten benützt werden und beansprucht sehr viel Raum und Zeit. Aus diesem Grunde ist die Verwendung. von Torf eine sehr be schränkte gewesen. Der Grund, weshalb es so schwierig ist, rohen Torf das ganze Jahr hindurch zu benützen, liegt darin, dass der selbe<B>80</B> bis<B>90</B> '/o Wasser enth#Llt, zu dessen Entfernung auf rein mechanischem Wege so kostspielige Einrichtungen und ein so grosser Aufwand an Arbeit erforderlich wären, dass der praktische Wert des getrockneten Torfes ,die Ausgaben zur Gewinnung desselben nicht aufwiegen würde.
Der Torf"ist aber für die Verwendung zur Gaserzeugung erst benütz- bar, nachdem er einem Trocknungsprozess genügend unterworfen worden ist.
Z weck der vorliegenden Erfindung ist nun, Torf auf künstlichem Wege in 'kurzer Zeit zu trocknen. Nach dem Verfahren ge- mäss Erfindung wird Torf in Hohlkörper geformt und bis zur Erlangung,des gewünsch ten Tracknungsgrades in mindestens einem Arbeitsgang einer steigenden Wärmeeinwir kung unterworfen.
Ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist im Nachstehenden beschrieben in Verbin dung mit einer Einrichtung, die auf der Zeichnung in einer beispielsweisen Ausfüh rungsform dargestellt ist.
Fig. <B>1</B> zeigt dieselbe, schematisch, teil weise in Seitenansicht, teilweise im Vertikal schnitt; Fig. 2 ist eine Seitenansicht der linken Hälfte in Fig. <B>1</B> von rechts; Fig. <B>3</B> ist ein Längsschnitt durch eine Vorrichtung, mittelst wel-eher Torf in Hohl körper geformt wird, und Fig. 4 eine Endansicht der rechten Hälfte in Fig. <B>3</B> von links.
Die dargestellte Einrichtung besitzt zur Aufnahme des zu behandelnden frischen .rorfes einen Trog a, aus welchem der Torf mit Hilfe des Elevators<B>b</B> in einen hoch gelegenen Mischer c gefördert wird, der von der in Fig. <B>3</B> linken Häfftegebildeten Art sein kann. Hiernach besitzt der Mischer in der Verlängerung einer rotierenden Schnecke if einen zentrisch in der zylindrischen Off- nunc k lie-enden Dorn<B>d,</B> !der nach innen in <B>:Z</B> tD einer konischen Spitze endigt.
Durch die Schnecke u wird der im Mischer befindliche Torf nach der Öffnung Ic hin gefördert und dabei in Form einer Röhre gepresst. Dieselbe -wird in zylindrische Stücke zerschnitten, welche in irgend einer Weise (mechanisch oder von Hand) auf eine Anzahl übereinander in schräger Lage an Ketten oder dergleichen aufgehängter, flacher Tröge e gebracht ,verden. Dieselben werden durch eine nicht gezeichnete Vorrichtung geschüttelt, damit die auf ihnen befindlichen zylindrischen Torfhohlkörper langsam naali dem tieferen Ende der Tröge e hin rollen und dort in einen Trog<B>g</B> hinunterfallen.
Beiden untern Enden der Tröge e sind Düsen li einer vertikalen Rohrleitung h' angeordnet, durch welche mit- telst eines Ventilators i heisse Luft getrieben wird, die entgegen der Bewegungsrichtung der Torfholilkörper über die letzteren hinweg- s11reicht und da;flurch dieselben teilweise trocknet.
Ist eine weitere Tro,chnuno- des Torfes erforderlich, so wird derselbe aus dem Trog<B>g</B> mit Hilfe eines Elevators j empor gehoben und in einen Miselier (Fity-. <B>3)</B> cre- fördert, welcher den Torf wieder in zylin drische Röhren presst.. Die-selben werden durch ein auf einer rotierenden Welle o fest sitzendes Messer<B>1</B> in liohlzylindrische Stücke zerschnitten, welche in einen konzentrisch zur Welle o angeordneten, zylin-drischen Man tel (Trommel) in fallen,
welcher mit der Welle o rotiert.<B>Auf</B> letzterer sitzt innerhalb des Mantels in, eine Transportschneeke -ii. fest, durch welche die hohlzylindriselien Torf- stÜcke rollend na-eh dem mit Austritts- Öffnungen q versehenen Ende des Mantels in hin "efördert werden.
Während dieser Trans portbewegung werden die Torfstüeke zu Hohl kugeln -eformt und treten als solche bei den Öffnungen q aus. r bezeichnet in schräger La -e übereina;.-ider auf gehängte, flache Trö ge, auf welche die hohlkugelförmigen Torfkörper verteilt werden.
Durch Schütteln der Tröge r werden die Torl.'lii3r1)er naell <B>den,</B> lieferen Endo der Tröge bewegt, zwiseben Welchen hindurch ans Düsen s austretende, heisse Luft streicht. Die Bewegungsrichtung der heissen Luft ist derjenigen der Torfkugeln entgegen gesetzt,<B>so</B> (lass dieselben einer allmählich an steigenden Temperatur augsesetzt sind.
Die auf den gewünschten Betrag getrockneten Torfkugeln fallen aus den Trögen r in einen Trog t, aus welchem sie mit Hilfe eines Ele vators und anderer Transportmittel an eine beliebi-e Verbrauehs- oder Lagersfelle geför dert werden.
Die Erfahrung hat gezeigt-, dass der Trockenprozess des Torfes sehr be.i3eIlleuiii"t wird durch die Bildung von hohl7,ylindriseh(111 Stiiehen bei der erstmaligen Behandlulioll in- dem der sieh bildende Dampf in den Ilohl- raum austreten und frei aus demselben aus strömen kann. Hierdurch wird auch der Bil dung von Rissen oder gar der Zerspren-ung der Torfbehälter vorgebeugt.
Im Falle der Verwendung des Torfes am Orte,<B>wo</B> die Troehnung stattfindet, z. B. zür Gaserzeugung, können die hohlzylindrisehen Stücke nach dem Verlassen de-r Troelzentröoe e, also schon nach einer nur einmali-gen Trochenbehandlung in Gebrauch genommen. bezw. in die Gaserzeugungsretorten gebracht werden. Soll aber der Torf später und als Brennmaterial verwendet, oder in harte Kör per übe-rgeführt werden, so soll die erstmalige TroeL-nun"l, nur so weit vorgenommen werden.
dass die Masse noch genügend plastisch ist. um zum zweiten Male in hohlzylindrisehe Stücke und nachher in Hohlkugeln geformt werden zu können. Die Länce derhohlzvlin- drischen Stücke soll etwa, dem äussern Durch messer derselben entspre-chen, und dieser soll etwas kleiner sein als die Steigung der Trans;- portse'hneche n, damit die Stücke in den ,%hneelzengän,yen freiliegen und bei der Dreh bewegung der Schnecke, und des Mantels un gehindert, rollen können.
Die Tröge e und r können aus Stahlplat- fen < #,ebildet sein. Mit Vorteil sind in der Mitte derselben längslanfende, starke Stahl- stäbe angebracht, die über das untere Ende der Tröge vorstehen und an einer aufreGliton. ortsfesten Stange anliegen.
Werden die Tröge von der Stange wegbewegt und losgelassen, so werden sie durch das Eigengewicht wieder gegen die Stange Iiinbewegt, worauf beim Anstossen der genannten Stalilstäbe an der Stange den Torfkörpern ein Ruck erteilt wird, der sie dem untern Ende der Tröge niffier bringt. Zweckmässigerweise werden in der Praxis am untern Ende der Tröge Klap pen angebracht, die in aufrechter Stellung den Torfkörpern den Austritt verwehren.
Es können mehrere solche Einrichtungen in einer Reihe in einem Gebäude oder Raum untergebracht rsein, welcher beispielsweise durch die Abgase einer Destillationseinrich- tung geheizt sein kann, um eine genügend hohe Temperatur zu erhalten; die eigentlich<B>'</B> e Trocknung findet jedoch nicht durch diese Warme, sondern hauptsächlich durch die über das Trochengut getriebene heisse Luft statt. Dieselbe wird mit dem aus dem Trockengut austretenden Dampf gesättigt. Der Sätti gungsgrad wird mit Vorteil durch verstell bare Hängeklappen reguliert, die an den obern Enden der Tröge angebracht sein können.
Tst der zu trocknende Torf sehr nass, so können anfänglich heisse Luft und heisser Dampf zugleich eingeblasen werden, -am eine VerIuustung der Torfhohlkörper zu vermei- den, welche Idas Austreten von Dampf aus den letzteren erschweren würde. Durch den heissen Dampf wirddie Oberfläche der Torf hohlkörper weich und porös erhalten. Hat ,die, Trorknun- einen bestimmten Grad er reicht. so wird natürlich kein Dampf mehr zugeführt.
Um züi vermeiden, dass das Tro,cl#eiioIllL, n wenn es in zwei Zeitabschnitten getrocknet bezw. in Kugelform gebracht werden soll, merklich erkalten kann, wird der zweite Nischer (c") und die ansehliessende Trommel in von < aussen geheizt, da dann die weitere Trocknung der Torfkulgeln in den Trögen r erheblich leichter und rascher vor sich geht. Der ganze Trockenprozess kann innerhalb 24 bis 48 Stunden durchgeführt sein.