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Die Erfindung betrifft einen Wannenträger für Bade- oder Duschwannen, der zwei Längswände, zwei Querwände und ein Bodenelement aufweist und ein- oder mehrteilig aus Hartschaumstoff, beispielsweise aus expandierbarem Polysterol (EPS) gebildet ist.
Beim Betrieb von Bade- oder Duschwannen, insbesondere beim Einlauf von Wasser in die Bade- oder Duschwanne treten hohe Geräuschpegel auf, die zu Belästigungen in umliegenden Raumen auch über mehrere Stockwerke führen. In Mehrparteienhäusern bestehen oftmals Vorschriften, die das Baden oder Duschen zu Nachtzeiten verbieten. In den übrigen Zeiten müssen die Bewohner mit den auftretenden Lärmbelästigungen leben.
Ein wesentlicher Teil der in der Bade- oder Duschwanne, insbesondere durch Einlaufen des Wassers erzeugten Schwingungen, wird über den Wannenträger in das Gebäude eingeleitet und über Boden und Wände an umliegende Räume übertragen. Die bislang unternommenen Anstrengungen zur Schalldämmung bzw.-dämpfung bei einem Wannenträger haben keine nennenswerten Verbesserungen hervorgebracht. Aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE GM 8704520. 6 ist bereits eine Anordnung aus Wannenträger und Badewanne bekannt, bei der der Zwischenraum zwischen dem Boden der Badewanne und dem Wannenträger dicht mit einer Dämmatte ausgestopft ist.
Diese Anordnung führt jedoch nur zu sehr geringfügigen Verbesserungen. Detaillierte Untersuchungen ergaben, dass die Schallübertragung von der Badewanne über den Wannenträger in das Gebäude in anderen Bereichen stattfindet.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Wannenträger zu schaffen, der Schall- übertragungen zwischen einer Bade- oder Duschwanne auf ein Gebäude unterdrückt.
Diese Aufgabe wird alternativ mit einem Wannenträger nach Anspruch 1 oder Anspruch 6 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Der Erfindung liegen mehrere aus dem Stand der Technik nicht entnehmbare grundlegende Erkenntnisse bei der Schwingungsübertragung zwischen Bade- oder Duschwanne, dem Wannenträger und schliesslich dem Boden oder der Wand eines Gebäudes zugrunde.
Umfangreiche Messungen haben zunächst die Erkenntnis gebracht, dass bei den fraglichen Schallfrequenzen ein relativ dünnes Luftpolster zwischen Badewanne und Wannenträger bzw.
Wannenträger und Gebäude äusserst "hart" wirkt und auftretende Schwingungen fast ungedämpft.
Vergrössert man die Beabstandung zwischen Badewanne und Wannenträger bzw. zwischen Wan- nenträger und Gebäude auf mehr als 4 bis 5 cm, wird die Luftschicht überraschenderweise dynamisch weicher und führt zu einer Dämpfung der von der Bade- oder Duschwanne ausgehenden Schwingungen.
Nach einem ersten Aspekt der Erfindung können ein oder mehrere Dämpfungsräume zwischen dem Bodenelement des Wannenträgers und einer im wesentlichen ebenen Stellfläche vorgesehen sein. Hier muss das Luftpolster zwischen Bodenelement des Wannenträgers und der ebenen Stellfläche ausreichend dick sein, so dass eine wirksame Dämpfung gewährleistet ist. Die Dämpfungs- räume sollten so bemessen sein, dass in deren Bereich eine Beabstandung des Bodenelements um mindestens 1 bis 2 mm, vorzugsweise von etwa 3 mm bis 20 mm gewährleistet ist.
Eine besonders vorteilhafte Schalldampfung ist dann gegeben, wenn die Standfüsse oder Fuss- leisten mit Körperschall-Dämmelementen versehen sind, so dass auch sie der Übertragung von
Schwingungen auf das Gebäude entgegenwirken. Die Körperschalldämmelemente können aus trittschalldämmenden Materialien, insbesondere mehrschichtig ausgebildet sein. Eine wirksame
Unterdrückung von Schallübertragungen wird erreicht, wenn in einer Ausgestaltung der Erfindung die Standfüsse oder Fussleisten aus herkömmlichen Trittschalldämmaterialien gebildet sind.
In einer zweckmässigen Ausgestaltung stützt sich der Wannenträger nur mit Standfüssen oder
Fussleisten gegenüber einer Stellfläche ab. Zwischen den Standfüssen oder Fussleisten sind der oder die bodenseitigen Dämpfungsräume ausgebildet.
Besonders vorteilhaft ist es, die Körperschalldämmelemente ebenfalls aus Hartschaumstoff auszubilden und zwar dadurch, dass der Hartschaumstoff des Körperschall-Dämmelements elastifi- ziert wird. Dieser Aspekt der Unterdrückung von Körperschall-Schwingungen mittels elastifizierter
Hartschaumstoffschichten ist in der Paralielanmeldung vom selben Tag näher beschrieben und wird in Kombination mit der Unterdrückung von Luftschall-Übertragungen auch in die vorliegende
Anmeldung einbezogen.
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Eine weitere grundlegende Erkenntnis besteht darin, dass die Schwingungen an den Seitenwänden der Badewanne, insbesondere an den Längsseitenwänden besonders gross sind und daher gerade in diesem Bereich eine Schallübertragung über einen oftmals nur dünnen Luftspalt zwischen Badewanne und Wannenträger erfolgt.
Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung werden daher zwischen dem Wannenträger und der einzusetzenden Badewanne im Bereich der Längwände ein oder mehrere Dämpfungsräume zur Dämpfung von Luftschallübertragungen vorgesehen.
Diese Dämpfungsräume sind derart tief bemessen, dass in ihrem Bereich die eingeschlossene Luft selbst dämpfend wirkt und von der Bade- oder Duschwanne ausgehende Schwingungen nur noch mit wesentlich geringerer Amplitude auf den Wannenträger übertragen werden.
Eine Luftschall-Dämpfung lässt sich zweckmässigerweise dadurch erreichen, dass etwa 40 % der gesamten durch die Innenseite der Längs- und Querwände definierte Innenfläche des Wannenträgers mehr als 4 cm, vorzugsweise 6 bis 10 cm von der einzusetzenden Bade- oder Duschwanne beabstandet ist. Die Dämpfungsräume bewirken eine wirksame Dissipation der durch die Luft übertragenen Schall- bzw. Schwingungsenergien. Diese Schall- bzw. Schwingungsenergien lassen sich noch wirksamer vernichten, wenn in dem Dämpfungsraum Dämpfungselemente eingelegt sind, die den jeweiligen Dämpfungsraum nur zu einem geringen Teil ausfüllen. Hierdurch werden insbesondere Mehrfachreflexionen unterdrückt.
Die Schwingungen laufen in diesen Dampfungselementen aus, wobei die Dämpfungselemente keinen Kontakt mit der Bade- oder Duschwanne aufweisen und somit auch kein Körperschall in die Dämpfungselemente eingeleitet wird.
Obwohl das Vorsehen von Dämpfungsräumen gerade in den Längswänden des Wannenträgers aufgrund der besonders hohen Schwingungsamplitude der Badewannenlängswände äusserst zweckmässig ist, können weitere Dämpfungsräume auch an den Querwänden und/oder am Bodenelement des Wannenträgers vorgesehen sein.
In einer besonderen Ausgestaltung sind der Dämpfungsraum bzw. die Dämpfungsräume oder auch nur ein Teil dieses Dämpfungsraums bzw. der Dämpfungsräume durch nutförmige Vertiefungen in den Längswänden des Wannenträgers gebildet Dadurch ist praktisch keine zusätzliche Materialstärke an den Längswänden des Wannenträgers erforderlich. Die Stabilität der Längswände wird durch zwischen den nutförmigen Vertiefungen ausgebildeten Verstärkungsrippen gewährleistet. Die nutförmigen Vertiefungen verlaufen vorzugsweise im wesentlichen parallel zu den den Querwänden zugeordneten Schmalseiten der Längswände, so dass die zugeordneten Verstärkungsrippen eine wirksame Abstützung für vertikal zur Steilfläche verlaufende Belastungen definieren.
Vorteilhafterweise werden in die nutförmigen Vertiefungen, die zumindest einen Bereich eines Dämpfungsraumes bilden, langgestreckte Dämpfungselemente eingeschoben. Die Dämpfungselemente sind dadurch einerseits im grösstmöglichen Abstand zur Bade- oder Duschwanne angeordnet und können andererseits in den nutförmigen Vertiefungen gut befestigt werden.
Eine besonders einfache und zweckmässige Befestigungsmöglichkeit ergibt sich, wenn die nutförmigen Vertiefungen im Querschnitt schwalbenschwanzförmig ausgebildet sind. Die Dämpfungselemente müssen in diesem Fall lediglich von oben her eingeschoben werden.
Die Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer Merkmale und Vorteile anhand der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels und unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Hierbei zeigen
Fig. 1 eine Ausführungsform eines Wannenträgers mit einem umlaufenden Dämpfungsraum, der sich in mehrere einzelne Dämpfungsräume untergliedern lässt,
Fig. 2 eine skizzenhafte Darstellung der Funktionsweise eines zwischen einem Wannenträger und einer Bade- oder Duschwanne angeordnetem Dämpfungsraum,
Fig. 3 eine Schnittansicht entlang der Linie 111-111 in Fig. 1,
Fig. 4 eine Prinzipskizze zur Erläuterung der Funktionsweise eines zwischen dem Wannen- träger und einer Stellfläche angeordnetem Dämpfungsraum gemäss einem weiteren
Aspekt der vorliegenden Erfindung.
Fig. 5 eine Prinzipskizze zur Erläuterung einer Ausführungsform eines Körperschall-Dämm- elements.
In Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform eines Wannenträgers 11 mit einem umlaufenden
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Dämpfungsraum 15 zwischen Wannenträger 11 und eingesetzter Badewanne 16 gezeigt. Der umlaufende Dämpfungsraum 15 untergliedert sich in einzelne Dämpfungsräume 15', 15", die an den Seiten der Längswände 12 der Badewanne an der Innenfläche 17 des Wannenträgers 11 als nutförmige Vertiefungen ausgebildet sind. Die Dämpfungsräume 15,15" verlaufen im wesentlichen parallel zu den den Querwänden 13,14 zugeordneten Schmalseiten 31,32 der Längswände 10, 12.
Die Dämpfungsräume 15,15' sind voneinander durch Verstärkungsrippen 30 beabstandet. Die Verstärkungsrippen 30 verleihen den Längswänden 10,12 die erforderliche Stabilität, um die Gewichtsbelastungen bei Gebrauch der Bade- oder Duschwanne auf eine Stellfläche 29 zu übertragen.
In die als nutförmige Vertiefungen ausgebildeten Dämpfungsräume 15', 15" lassen sich vorzugsweise langgestreckte Dämpfungselemente 18,19, beispielsweise Basotectstreifen einlegen.
Diese Dämpfungselemente befinden sich in dem der Badewanne am weitesten entfernt liegenden Bereich der Dämpfungsräume 15', 15" Sie füllen nur einen kleinen Teil der Dämpfungsräume 15', 15" aus, so dass die Dämpfungselemente 18,19 keinesfalls mit der Badewanne 16 in Anlage kommen.
In Fig. 2 ist eine leicht modifizierte Ausführungsform skizzenhaft veranschaulicht, wobei der durch die nutförmigen Vertiefungen gebildete Dämpfungsraum 15', 15" durch Dämpfungselemente 18,19 komplett ausgefüllt ist, die formschlüssig in den nutförmigen Vertiefungen 15', 15" gehalten sind. Die Dämpfungselemente 18,19 sind jedoch trotzdem um mindestens 3 cm von der Seitenwand einer Bade- oder Duschwanne beabstandet, so dass diese Beabstandung einen Teil des Dämpfungsraums 15 bildet.
In Fig. 3 ist eine Schnittansicht des Wannenträgers aus Fig. 1 entlang der Linie 111-111 dargestellt. In Fig. 3 ist wiederum der umlaufende Dämpfungsraum 15 erkennbar, bei dem die Dämpfungsräume 15', 15" als nutförmige Vertiefungen einen Teil bilden. Nach einer besonderen Idee der Erfindung ist der grösste Teil der Aussenfläche der Badewanne 16 von der Innenfläche 17 des Wannenträgers mehr als 4 cm, vorzugsweise mehr als 6 bis 8 cm, beabstandet. In den Bereichen der Längswände, wo die Schwingungen besonders gross sind, werden zusätzliche Massnahmen wie das Einlegen von Dämpfungselementen 18,19 in die Längswände 10,12 des Wannenträgers 11 vorgesehen.
Wie aus Fig. 3 hervorgeht, besteht der Wannenträger 11 neben den beiden Längswänden 10, 12, den Querwänden 13,14 noch aus einem Bodenelement 20. Das Bodenelement weist an seiner der Stellfläche 29 zugewandten Unterseite gemäss einem unabhängigen Aspekt der Erfindung einen weiteren Dämpfungsraum 21 auf. Der Dämpfungsraum 21 ist so bemessen, dass der Abstand zwischen dem Bodenelement im Bereich des Dämpfungsraums 21 und der Stellfläche 29 mindestens 3 mm, vorzugsweise 5 bis 20 mm oder mehr beträgt. Durch diese Massnahme werden auch Luftschallübertragungen zwischen dem Bodenelement und der Stellfläche unterdrückt. Der Wannenträger 11 steht lediglich mit Standfüssen oder Fussleisten 25,26 auf der Stellfläche auf, die hier am Bodenelement 20 ausgebildet sind.
Alternativ können solche Standfüsse oder Fussleisten 25,26 auch an den Längs- oder Querwänden 10,12, 13,14 des Wannenträgers 11 ausgebildet sein. Entscheidend ist, dass die Standfüsse oder Fussleisten 25,26 zweckmässigerweise mit KörperschallDämmelementen 27,28 versehen werden, um die durch die Dämpfungsräume 15, 15', 15", 21 bewirkte Dämpfung der übertragenen Schallschwingungen auch noch durch das Dämpfen von Körperschallschwingungen zu unterstützen.
Die Körperschall-Dämmelemente können einstückig mit dem Wannenträger verbunden oder als separate Bauteile ausgebildet sein. In letzterem Fall sind auch herkömmliche Dämmelemente, wie sie zur Dämpfung bzw. Dämmung von Trittschall verwendet werden, vorteilhaft. Die aus Trittschalldämmaterialien gebildeten Körperschall-Dämmelemente können homogen oder mehrschichtig ausgebildet sein, wobei insbesondere eine Lage aus Filz eine beträchtliche Dämmung bzw.
Dämpfung der Schwingungen bewirkt.
Eine Prinzipskizze eines mehrschichtigen Dämmelementes ist in Fig. 5 dargestellt. Das dargestellte Körperschall-Dämmelement besteht aus einer oberen, dem Wannenträger 11zugekehrten Oberschicht, einer der Stellfläche 29 zugekehrten weichen Unterschicht 35 und einer dazwischen angeordneten harten Trägerschicht 34. In einer einfacheren Ausgestaltung kann die Oberschicht 33, die ähnlich der weichen Unterschicht 35 im Vergleich zur harten Trägerschicht 34 leichter
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komprimierbar ist, entfallen. Üblicherweise liegt also die weiche Unterschicht 35 auf der Stellfläche 29 auf. Bei der zweischichtigen Ausgestaltung ist es jedoch nicht ausgeschlossen, das Körperschall-Dämmelement so anzuordnen, dass die harte Trägerschicht 34 der Stellfläche 29 zugewandt ist, wobei hier schlechtere Dämm- und Dämpfungseigenschaften zu erwarten sind.
Als harte Trägerschicht 34 können beispielsweise dienen :
Zementestriche, Hartfaserplatten, Metallplatten, Hartschaumstoffplatten mit höherer Dichte und ähnliche Platten. Die harte Trägerschicht 34 bewirkt einerseits Impedanzsprünge, welche die Schallweiterleitung stören und somit eine Dämmung bewirken, andererseits lassen sie eine Lastverteilung auf grössere Bodenflächen zu, was die Stabilität der gesamten Anordnung erhöht.
Als weiche Unterschicht 35 und gegebenenfalls zusätzlich angeordnete Oberschicht 33 können dienen :
Elastifizierter Polystyrolschaumstoff, Holzfaserleichtplatten, Kokosfasermatten, Filze, Elastomere, Mineralwolleplatten.
Die aus harter Trägerschicht 34 und weicher Unterschicht 35 sowie gegebenenfalls vorhandener Oberschicht 33 gebildeten Körperschall-Dämmelemente können in ihrer flächigen Ausdehnung dem Querschnitt der Standfüsse oder Fussleisten 25,26 entsprechen. Sie können aber auch kleiner und vorzugsweise grösser sein. Im horizontalen Querschnitt können sie beispielsweise Dreieckoder Rechteckform aufweisen.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung bestehen die Körperschall-Dämmelemente 27, 28 vorzugsweise aus Schichten von elastifiziertem Hartschaumstoff, was in der Parallelanmeldung der Anmelderin vom selben Tag näher beschrieben ist.
Gerade die Kombination der hier beschriebenen Massnahmen mit den zur Dämmung von Körperschallübertragungen ergriffenen Massnahmen bewirkt, dass Geräuschbelästigungen in umliegenden Wohnräumen beim Gebrauch einer Badewanne erheblich reduziert werden.
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