AT514794B1 - Einrichtung zur Reibungsmessung an einer Zylinder-Kolben-Anordnung - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung (1) zur Reibungsmessung an einer Zylinder- Kolben-Anordnung, wobei ein zumindest einen Kolbenring aufweisender, hin- und hergehender Kolben (3) in einer Zylinderlaufbuchse (2) angeordnet ist, mit zumindest einem durch einen Dichtring gebildeten Dichtelement (17) zwischen Zylinderlaufbuchse (2) und einem Zylinderkopf (9), wobei eine innere Mantelfläche (2a) der Zylinderlaufbuchse (2) gegenüber dem Zylinderkopf (9) abgedichtet ist und das Dichtelement (17) zwischen der inneren Mantelfläche (2a) und einem in die Zylinderlaufbuchse (2) hineinragenden Absatz (15) des Zylinderkopfes (9) angeordnet ist. Um die Messgenauigkeit zu verbessern ist vorgesehen, dass zumindest ein Zuführkanal (32) für ein flüssiges Sperrmedium (mF) in einen an das Dichtelement (17) grenzenden Raum (33) einmündet.
Description
Beschreibung [0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Reibungsmessung an einer Zylinder- Kolben-Anordnung, wobei ein zumindest einen Kolbenring aufweisender, hin- und hergehender Kolbenin einer Zylinderlaufbuchse angeordnet ist, mit zumindest einem durch einen Dichtring gebilde¬ten Dichtelement zwischen Zylinderlaufbuchse und einem Zylinderkopf, wobei eine innere Man¬telfläche der Zylinderlaufbuchse gegenüber dem Zylinderkopf abgedichtet ist und das Dichtele¬ment zwischen der inneren Mantelfläche und einem in die Zylinderlaufbuchse hineinragendenAbsatz des Zylinderkopfes angeordnet ist.
[0002] Aus der Integration der Kräfte entlang der Kolbenlaufbahn in Zylinderrichtung kann dieReibung zwischen der aus Kolben und Kolbenringen bestehenden Kolbengruppe und der Zylin¬derlauffläche ermittelt werden.
[0003] Aus der JP 60-031037 A ist eine Messeinrichtung zur Messung der Reibung eines ineiner Zylinderlaufbuchse hin- und hergehenden Kolbens bekannt. Dabei ist zwischen demZylinderkopf und einem Laufbuchsenträger ein Haltering angeordnet, wobei zwischen demHaltering und dem oberen Ende der Zylinderlaufbuchse ein Ringspalt ausgebildet ist, welcherdurch eine metallische Dichtplatte gefüllt ist.
[0004] Aus der JP 59-088638 A ist eine Einrichtung zur Messung der Kolbenreibung bei einerBrennkraftmaschine bekannt, wobei die Zylinderlaufbuchse in einem Zylinder angeordnet ist,und wobei zwischen dem Zylinder und der Zylinderlaufbuchse mehrere O-Ringe angeordnetsind.
[0005] Bekannte Einrichtung zur Reibungsmessung weisen den Nachteil auf, dass die Dich¬telemente für die Zylinderlaufbuchse, insbesondere zur Abdichtung zwischen Zylinderlaufbuch¬se und Zylinderkopf, Kräfte in Richtung der Bewegungsrichtung der Kolbengruppe an der Zylin¬derlaufbuchse verursachen, welche die Messung und in weiterer Folge die Integration der Kol¬bengruppenreibung verfälschen.
[0006] Die WO 2004/092 621 A1 beschreibt eine Dichtlösung für einen Motor mit rotierenderLaufbuchse, welche eine Dichtkombination aus einem konischen Ring und einem ringförmigenKompressionselement aufweist. Mit dem Kompressionselement sollen Verbrennungsgaseabgehalten werden, die den konischen Ring überwinden. Da dadurch der Bereich zwischenKompressionselement und konischem Ring von der Ölzufuhr aus dem Buchsenbereich abge¬schnitten ist, wird eine zusätzliche Ölzuführung vorgesehen.
[0007] Ein Sperrmedium ist nicht vorgesehen.
[0008] Aus der WO 2012/062 725 A1 ist eine Einrichtung zur Reibungsmessung an einer Zylin-der-Kolben-Anordnung bekannt, wobei ein zumindest einen Kolbenring aufweisender, hin- undhergehender Kolben in einer Zylinderlaufbuchse angeordnet ist. Zwischen der Zylinderlauf¬buchse und dem Zylinderkopf ist zumindest ein Dichtelement ausgebildet, wobei eine innereMantelfläche der Zylinderlaufbuchse gegenüber dem Zylinderkopf abgedichtet ist und das Dich¬telement zwischen der inneren Mantelfläche und einem in die Zylinderlaufbuchse hineinragen¬den Absatz des Zylinderkopfes angeordnet ist. Die Zylinderlaufbuchse ist vom Zylinderkopfweitgehend entkoppelt.
[0009] Allerdings führen physikalische und geometrische Beschränkungen zu Relativbewegun¬gen zwischen dem Dichtelement und der Zylinderlaufbuchse zur Einleitung von Reibungskräf¬ten, sobald die vom Dichtelement auf die Zylinderlaufbuchse einwirkenden radialen Dichtkräftegrößer als Null sind. Ohne direktem Kontakt des Dichtelementes und der Zylinderlaufbuchsewären allerdings die Leckagen bei Verbrennungsdruck unakzeptabel groß.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und bei einer Einrichtungzur Reibungsmessung der eingangsgenannten Art die Messgenauigkeit zu erhöhen.
[0011] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass der größte Durchmesser des Dich¬telementes kleiner ist, als der Innendurchmesser der Zylinderlaufbuchse und zumindest ein
Zuführkanal für ein flüssiges Sperrmedium in einen an das Dichtelement grenzenden Raumeinmündet, wobei das Dichtelement in einer Ringnut in einer äußeren Mantelfläche des Absat¬zes angeordnet ist, und wobei die Mündung des Zuführkanal im Bereich der Ringnut ausgebil¬det ist.
[0012] Der Raum wird vorzugsweise vom Dichtelement, vom Zylinderkopf und der Zylinderlauf¬buchse aufgespannt.
[0013] Der Zuführkanal kann vorteilhafterweise zumindest teilweise im Zylinderkopf ausgebildetsein, wobei vorzugsweise die Mündung des Zuführkanals im Bereich des Absatzes angeordnetist.
[0014] Eine andere vorteilhafte Ausführungsvariante der Erfindung sieht vor, dass der Zuführ¬kanal zumindest teilweise in der Zylinderlaufbuchse ausgebildet ist, wobei vorzugsweise dieMündung des Zuführkanals in einem dem Absatz zugewandten Bereich der inneren Mantelflä¬che der Zylinderlaufbuchse angeordnet ist. Das flüssige Sperrmedium, beispielsweise Motoröl,wird - gegebenenfalls über ein in einer Zuführleitung angeordnetes Rückschlagventil - über denZuführkanal in den vom Dichtelement, dem Zylinderkopf und der Zylinderlaufbuchse begrenztenRaum zugeführt und füllt diesen zumindest im Bereich des Dichtelementes aus. Da das Sperr¬medium eine höhere Viskosität aufweist, als das Brenngas, kann mit dem Dichtelement einebesonders gute Dichtwirkung erzielt werden, ohne dass radiale Dichtkräfte vom Dichtelementauf die Zylinderlaufbuchse einwirken. Der größte Durchmesser des Dichtelementes ist dabeigeringfügig kleiner als der Innendurchmesser der Zylinderlaufbuchse. Somit wird eine definiertegeringe Leckageströmung zwischen Dichtelement und Zylinderlaufbuchse in Kauf genommen.Durch diese kann ein direkter Kontakt zwischen Dichtelement und Zylinderlaufbuchse vermie¬den werden und trotzdem eine hohe Abdichtwirkung für Brenngase erreicht werden.
[0015] Wenn der kleinste Durchmesser des Dichtelementes größer ist als der kleinste Durch¬messer der ringförmigen Vertiefung kann sich der Raum in radialer Richtung zwischen Dich¬telement und dem Zylinderkopf erstrecken. Des weiteren kann die axiale Erstreckung des Dich¬telementes geringer sein, als die axiale Erstreckung der ringförmigen Vertiefung, wodurch auchin axialer Richtung zwischen Dichtelement und Zylinderkopf Raum zur Aufnahme des flüssigenSperrmediums ausgebildet ist.
[0016] Ein besonders guter Dichteffekt durch das flüssige Sperrmedium lässt sich erreichen,wenn das Dichtelement im Bereich seiner der Zylinderlaufbuchse zugewandten äußeren Man¬telfläche eine ringförmige Vertiefung aufweist, welche eine der Zylinderlaufbuchse zugewandteäußere Ringfläche ausbildet, deren kleinster Durchmesser geringer ist als der größte Durch¬messer des Dichtelementes. Die beispielsweise eine ringförmige Schulter ausbildende ringför¬mige Vertiefung kann in axialer Richtung auf der dem Brennraum abgewandten Seite von einerden größten Durchmesser des Dichtelementes bildenden ringförmigen ersten Dichtleiste be¬grenzt sein.
[0017] Alternativ zu nur einseitig durch eine Dichtleiste begrenzten ringförmigen Schulter kanndie ringförmige Vertiefung auch eine ringförmige Tasche ausbilden, welche auch auf der demBrennraum zugewandten Seite durch eine ringförmige zweite Dichtleiste begrenzt ist, derenDurchmesser geringer ist, als der größte Durchmesser des Dichtelementes und größer als derkleinste Durchmesser der äußeren Ringfläche der Vertiefung.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn das Dichtelement durch einen Kolbenring,insbesondere aus Stahl, gebildet ist.
[0019] Durch die spezielle Abdichtung mittels des Dichtringes und des Absatzes im Zylinder¬kopf einerseits und das flüssige Sperrmedium andererseits wird verhindert, dass die Gaskräfteaxial auf die Laufbuchse einwirken. Somit haben diese auch keinen direkten Einfluss auf dasMessergebnis und es werden primär die Reibungskräfte des Kolbens bzw. Kolbenseitenkräfteauf die Messaufnehmer übertragen.
[0020] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen: [0021] Fig. 1 eine erfindungsgemäße Einrichtung in einem Schnitt gemäß der Linie I - I in
Fig. 2; [0022] Fig. 2 diese Einrichtung in einem Schnitt gemäß der Linie II - II in Fig. 1; [0023] Fig. 3 das Detail III aus Fig. 2; [0024] Fig. 4 das Detail IV aus Fig. 3 in einer bekannten Ausführung, [0025] Fig. 5 das Detail IV aus Fig. 3 in einer erfindungsgemäßen ersten Ausführung, [0026] Fig. 6 das Detail X aus Fig. 5 und [0027] Fig. 7 das Detail IV aus Fig. 3 in einer zweiten Ausführung der Erfindung.
[0028] Die Einrichtung 1 zur Reibungsmessung der Reibungskräfte zwischen einem in einerZylinderlaufbuchse 2 hin- und hergehenden Kolben 3 weist ein Grundaggregat 4, eine Grund¬platte 5, einen Sensorträger 6 zur Aufnahme von 3-D-Kraftsensoren 7, einen Laufbuchsenträger8 und einen Zylinderkopf 9 auf. Die Zylinderlaufbuchse 2 ist über einen Haltering 10 am Lauf¬buchsenträger 8 befestigt, wobei der Haltering 10 mittels Schrauben 11 am Halteringträger 8angeschraubt ist. Zwischen der Zylinderlaufbuchse 2 und dem Laufbuchsenträger 8 ist einKühlflüssigkeitsmantel 12 ausgebildet, welcher mit Zu- und Abflussleitungen 12a, 12b verbun¬den ist. Zwischen der Zylinderlaufbuchse 2 und dem Laufbuchsenträger 8 ist in einer umlaufen¬den Nut 13 ein Dichtring 14 angeordnet. Mit Bezugszeichen 20 ist ein Zylinderkopfträger be¬zeichnet.
[0029] Der Zylinderkopf 9 weist einen in die Zylinderlaufbuchse 2 hineinragenden scheibenför¬migen Absatz 15 auf, in dessen äußerer Mantelfläche 15a eine Ringnut 16 eingeformt ist. In derRingnut 16 ist ein ringförmiges Dichtelement 17 angeordnet, welches ähnlich einem Kolbenringdurch die Gaskräfte gegen die innere Mantelfläche 2a der Zylinderlaufbuchse 2 gepresst wird.
[0030] Durch die spezielle Abdichtung mittels des ringförmigen Dichtelementes 17 und desAbsatzes 15 im Zylinderkopf 9 wird verhindert, dass die Gaskräfte axial auf die Zylinderlauf¬buchse 2 einwirken. Somit haben diese auch keinen direkten Einfluss auf das Messergebnisund es werden primär die Reibungskräfte des Kolbens 3 bzw. die Kolbenseitenkräfte auf dieKraftsensoren 7 übertragen. Die Zylinderlaufbuchse 2 ist somit vom Grundaggregat 4 und vomZylinderkopf 9 weitgehend entkoppelt und ist nur durch das Dichtelement 17 und die Krafts¬ensoren 7 an diese angebunden.
[0031] Um im Messbetrieb des Motors die normal zur Kolbenlaufrichtung wirkenden Kräfte aufdie Kraftsensoren 7, die nicht von der Bewegung des Kolbens 3 stammen (Kräfte auf Grund vonunterschiedlichen Wärmedehnungen) und die somit das Messergebnis verfälschen können, zureduzieren, muss gewährleistet werden, dass vor Beginn der Messungen die am Kraftsensor 7angreifenden Teile (Laufbuchsenträger 8, Sensorträger 6) ähnliche Temperaturen aufweisen.Damit können ähnliche Wärmedehnungen dieser Teile realisiert und somit der Einfluss derdadurch entstehenden Querkräfte auf die Kraftsensoren 7 verringert werden.
[0032] Zu diesem Zweck ist die Grundplatte 5 mit Konditionierkanälen 22 mit einem nicht dar¬gestellten Eintritt einem Austritt für Kühlflüssigkeit versehen, um die Grundplatte 5 und somitden darauf verschraubten Sensorträger 6 und den im selben Kühlflüssigkeitskreislauf angeord¬neten Laufbuchsenträger 8 auf die gleiche Temperatur zu bringen.
[0033] Weiters kann die Kraft des Dichtelementes 17 auf die Zylinderlaufbuchse 2 und somitder Einfluss der Ringreibkraft des Dichtelementes 17 auf das Messergebnis durch eine eineringförmige Schulter 25 bildende Vertiefung V mit der Breite a im Dichtelement 17 verringertwerden. Unter einer ringförmigen Schulter 25 wird hier eine durch eine nach einer Seite axialoffene Nut verstanden, welche einen im Wesentlichen zylindrischen Nutboden und eine imWesentlichen dazu normale Nutflanke aufweist. Wie in Fig. 4 gezeigt ist, weist das Dichtelement17 im Bereich seiner der Zylinderlaufbuchse 2 zugewandten äußeren Mantelfläche 17a eine alsin Richtung des Brennraumes B offene Nut ausgebildete ringförmige Schulter 25 auf, beispiels¬ weise durch eine umlaufende Einfräsung hergestellt sein kann. Die ringförmige Schulter 25bildet eine der Zylinderlaufbuchse 2 zugewandte äußere Ringfläche 25a aus, deren kleinsterDurchmesser dv kleiner ist als der größte Durchmesser D17 des Dichtelementes 17, wobei dergrößte Durchmesser D17 des Dichtelementes 17 durch eine an die ringförmige Vertiefung Vgrenzende erste Dichtleiste 36 gebildet ist. Die axiale Erstreckung b des Dichtelementes 17 istgeringer als die axiale Erstreckung c der Ringnut 16. Der kleinste innere Durchmesser di7 desDichtelementes 17 ist größer als der größte Durchmesser d16 der Ringnut 16. Somit ist zwi¬schen dem Dichtelement 17 und der Ringnut 16 ein axialer Spalt 16a und ein radialer Spalt 16bausgebildet, sodass auf der Innenseite des Dichtelementes 17 der Gasinnendruck p, anliegt.Durch die Schulter 25 wirkt auch auf die Ringfläche 25a mit der Höhe a der Gasinnendruck p,ein. Auf das Dichtelement 17 wirkt somit zu Folge des Gasinnendruckes p, die axiale Kraft Fgz,die radiale Kraft Fgn und die radiale Kraft Fgr2. Weiters wirkt in radialer Richtung die Vorspann¬kraft Fv des Dichtelementes 17, sowie die Reibkraft FR des Dichtelementes 17 in der Ringnut 16. Die bei Relativbewegung zwischen Zylinderlaufbuchse 2 und den im Zylinderkopf 9 befindli¬chen scheibenförmigen Absatz 15 resultierende axiale Kraft FRL auf die Zylinderlaufbuchse 2ergibt sich mit dem Reibungskoeffizienten μ und pL damit zu:
[0034] Frl= FL*pL
[0035] mit Fl = Fv + Fgri - Fgr2 - Fgz μ [0036] Im Idealfall ist FL sehr klein, im Wesentlichen bestehend aus der relativ kleinen Vorspann¬kraft Fv des Dichtelementes 17, welche den direkten Körperkontakt zwischen dem Dichtelement17 und der Zylinderlaufbuchse 2 herstellt. Ohne diesen wären die Leckagen bei Verbrennungs¬druck unakzeptabel groß.
[0037] Eine weitere Möglichkeit um eine Entkoppelung der Zylinderlaufbuchse 2 vom Zylinder¬kopf 9 zu erreichen ist im Folgenden beschrieben. Es mündet dabei, bei der in Fig. 5 dargestell¬ten ersten Ausführungsvariante der Erfindung - zum Unterschied zu Fig. 4 - zumindest ein überein Rückschlagventil 30 mit einer Zuführleitung 31 verbundener Zuführkanal 32 für ein flüssigesSperrmedium mF in den an das Dichtelement 17 grenzenden Raum 33 ein. Der Raum 33 wirddabei im Wesentlichen durch den axialen Spalt 16a und den radialen Spalt 16b zwischen derRingnut 16 und dem Dichtelement 17 gebildet. Das unter dem Druck p! stehende SperrmediummF dringt auch in den Bereich der ringförmigen Schulter 25, sowie - insbesondere bei Erhöhendes Gasinnendruckes p, durch den Verbrennungsdruck - in einen radialen Drosselspalt 34zwischen einer ersten Dichtleiste 36 des Dichtelementes 17 und der Zylinderlaufbüchse 2 einund durchströmt diesen. Durch die Spaltströmung im radialen Drosselspalt 34 bildet sich einedefinierte Leckage des Sperrmediums mF aus, wobei im Drosselspalt 34 eine weitere radialeKraft Fgr3 der Vorspannkraft Fv entgegenwirkt.
[0038] Die resultierende axiale Kraft FRL auf die Zylinderlaufbuchse 2 ist somit durch die Eigen¬schaften der Fluidströmung im Drosselspalt 34 bestimmt und nicht länger durch die Festkörper¬reibung zwischen Dichtelement 17 und Zylinderlaufbuchse 2. Die sich übertragende Kraft istabhängig vom lokalen Geschwindigkeitsgradienten δν/δζ der Strömung an der Zylinderlauf¬buchse 2, der Viskosität η des Sperrmediums mF und der wirksamen Ringfläche A des Drossel¬spaltes 34 (siehe Fig. 6):
[0039] FRL=\n}±dA
[0040] Ein direkter Körperkontakt zwischen dem Dichtelement 17 und der Zylinderlaufbuchse 2ist nicht notwendig und sogar unerwünscht, um ein Einleiten von Reibungskräften aus Festkör¬perkontakt in die Zylinderlaufbuchse 2 zu vermeiden.
[0041] Da das flüssige Sperrmedium mF, welches beispielsweise durch Schmieröl gebildet seinkann, eine viel höhere Viskosität, als das Brenngas aufweist, halten sich die Leckagen desSperrmediums mF in definierten Grenzen. Das Sperrmedium mF wirkt dichtend für die Brennga¬se und verhindert deren Durchtritt durch den radialen Drosselspalt 34.
[0042] Fig. 7 zeigt eine zweite Ausführungsvariante der Erfindung, welche sich von Fig. 5 imWesentlichen dadurch unterscheidet, dass der Zuführkanal 32 in der Zylinderlaufbuchse 2angeordnet ist und in einen Raum 33 mündet, welcher durch die Außenseite des Dichtelemen¬tes 17 und die Innenseite der Zylinderlaufbuchse 2 begrenzt ist. Die äußere Mantelfläche 17ades Dichtelements 17 weist eine nutförmige umlaufende Vertiefung V auf, welche eine ringför¬mige Tasche 35 zwischen einer ersten Dichtleiste 36 und einer zweiten Dichtleiste 37 ausbildet.Der Durchmesser D37 der zweiten Dichtleiste 37 ist geringer, als der größte Durchmesser D17des Dichtelementes 17 und größer als der kleinste Durchmesser dv der äußeren Ringfläche 35a(Nutboden) der Tasche 35. Die axiale Erstreckung b des Dichtelementes 17 ist geringer als dieaxiale Erstreckung c der Ringnut 16. Der kleinste Durchmesser d17 des Dichtelementes 17 istgrößer als der größte Durchmesser d16 der Ringnut 16.
[0043] Somit tritt das flüssige Sperrmedium mF durch den in der Zylinderlaufbuchse 2 angeord¬neten Zuführkanal 32 - welcher wieder mit einer ein Rückschlagventil 30 aufweisenden Zuführ¬leitung 31 verbunden sein kann - in den Raum 33 ein und füllt die ringförmige Tasche 35 zurGänze aus. Der Gasinnendruck p, auf der Seite des Brennraumes B wirkt dem Abströmen inRichtung des Brennraumes B durch den durch die erste Dichtleiste 36 gebildeten Drosselspalt34 entgegen, sodass ein geringer Teil des Sperrmediums mF in Richtung des niedrigeren Um¬gebungsdruckes p0 durch den durch die erste Dichtleiste 36 gebildeten radialen Drosselspalt 34gedrückt wird. Der auf die Seite der zweiten Dichtleiste 37 axial auf das Dichtelement 17 wir¬kende Gasinnendruck p, presst das Dichtelement 17 in Fig. 7 dichtend nach oben gegen denZylinderkopf 9 und verhindert ein Entweichen des Brenngases zwischen Zylinderkopf 9 undDichtelement 17. Wie in Fig. 5 verhindert weiters das Sperrmedium mF, dass das Brenngaszwischen Dichtelement 17 und der Zylinderlaufbuchse 2 entweicht. Dadurch kann bei sehrgeringen Leckagen des Sperrmediums mF eine hohe Dichtwirkung gegen Brenngase und eineweitestgehende Entkoppelung der Zylinderlaufbuchse 2 vom Zylinderkopf 9 erreicht werden.
Claims (16)
- Patentansprüche 1. Einrichtung (1) zur Reibungsmessung an einer Zylinder-Kolben-Anordnung, wobei einzumindest einen Kolbenring aufweisender, hin- und hergehender Kolben (3) in einer Zylin¬derlaufbuchse (2) angeordnet ist, mit zumindest einem durch einen Dichtring gebildetenDichtelement (17) zwischen Zylinderlaufbuchse (2) und einem Zylinderkopf (9), wobei eineinnere Mantelfläche (2a) der Zylinderlaufbuchse (2) gegenüber dem Zylinderkopf (9) abge¬dichtet ist und das Dichtelement (17) zwischen der inneren Mantelfläche (2a) und einem indie Zylinderlaufbuchse (2) hineinragenden Absatz (15) des Zylinderkopfes (9) angeordnetist, dadurch gekennzeichnet, dass der größte Durchmesser (D) des Dichtelementes (17)kleiner ist, als der Innendurchmesser (d2) der Zylinderlaufbuchse (2) und zumindest ein Zu¬führkanal (32) für ein flüssiges Sperrmedium (mF) in einen an das Dichtelement (17) gren¬zenden Raum (33) einmündet, wobei das Dichtelement (17) in einer Ringnut (16) in eineräußeren Mantelfläche (15a) des Absatzes (15) angeordnet ist, und wobei die Mündung desZuführkanal (32) im Bereich der Ringnut (16) ausgebildet ist.
- 2. Einrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Raum (33) vomDichtelement (17), vom Zylinderkopf (9) und der Zylinderlaufbuchse (2) aufgespannt wird.
- 3. Einrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuführkanal (32)zumindest teilweise im Zylinderkopf (9) ausgebildet ist.
- 4. Einrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mündung des Zu¬führkanals (32) im Bereich des Absatzes (15) angeordnet ist.
- 5. Einrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass derZuführkanal (32) zumindest teilweise in der Zylinderlaufbuchse (2) ausgebildet ist.
- 6. Einrichtung (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mündung des Zu¬führkanals (32) in einem dem Absatz (15) zugewandten Bereich der inneren Mantelfläche(2a) der Zylinderlaufbuchse (2) angeordnet ist.
- 7. Einrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass dasDichtelement (17) im Bereich seiner der Zylinderlaufbuchse (2) zugewandten äußerenMantelfläche (17a) eine ringförmige Vertiefung (V) aufweist, welche eine der Zylinderlauf¬buchse (2) zugewandte äußere Ringfläche (25a, 35a) ausbildet, deren kleinster Durchmes¬ser (dv) geringer ist als der größte Durchmesser (D) des Dichtelementes (17).
- 8. Einrichtung (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmige Vertie¬fung (V) in axialer Richtung auf der dem Brennraum (B) abgewandten Seite von einer dengrößten Durchmesser (D17) des Dichtelementes (17) ausbildenden ersten Dichtleiste (36)begrenzt ist.
- 9. Einrichtung (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmigeVertiefung (V) eine ringförmige Schulter (25) ausbildet.
- 10. Einrichtung (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmigeVertiefung (V) eine ringförmige Tasche (35) ausbildet.
- 11. Einrichtung (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmige Tasche (35) in axialer Richtung auf der dem Brennraum (B) zugewandten Seite von einer zweitenDichtleiste (37) begrenzt ist.
- 12. Einrichtung (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser (D37)der zweiten Dichtleiste (37) geringer ist, als der größte Durchmesser (D17) des Dichtele¬mentes (17) und größer als der kleinste Durchmesser (dv) der äußeren Ringfläche (35a).
- 13. Einrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass derkleinste Durchmesser (di7) des Dichtelementes (17) größer ist als der größte Durchmesser(D16) der Ringnut (16).
- 14. Einrichtung (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass dieaxiale Erstreckung (b) des Dichtelementes (17) geringer ist als die axiale Erstreckung (c)der Ringnut (16).
- 15. Einrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass derZuführkanal (32) mit einer zumindest ein Rückschlagventil (30) aufweisenden Zuführleitung (31) verbunden ist.
- 16. Einrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass dasDichtelement (17) durch einen Kolbenring gebildet ist. Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
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| ATA50742/2013A AT514794B1 (de) | 2013-11-07 | 2013-11-07 | Einrichtung zur Reibungsmessung an einer Zylinder-Kolben-Anordnung |
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-
2013
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Patent Citations (5)
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