AT528568A1 - Musiksaite - Google Patents
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- AT528568A1 AT528568A1 ATA50633/2024A AT506332024A AT528568A1 AT 528568 A1 AT528568 A1 AT 528568A1 AT 506332024 A AT506332024 A AT 506332024A AT 528568 A1 AT528568 A1 AT 528568A1
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Abstract
Bei einer Musiksaite (1) für ein Streichinstrument (6) mit vorgegebener Mensur (7), insbesondere ein Streichinstrument (6) der Geigenfamilie, mit einem tragenden Saitenkern (2), wobei die Musiksaite (1) ein erstes Ende (5) zur Befestigung an einem Saitenhalter (8) des Streichinstruments (6) aufweist, wird vorgeschlagen, dass die Musiksaite (1) in einem – an das erste Ende angrenzenden – Bereich, dessen Bereichslänge (29) zwischen 3% und 40% der Mensur (7) beträgt, eine erste Wickellage (9) aufweist, und dass die Wickellagenlänge (10) der ersten Wickellage (9) zwischen 3% und 40% der Mensur (7) beträgt.
Description
MUSIKSAITE [0001] Die Erfindung betrifft eine Musiksaite gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Streichinstrumente, insbesondere die Instrumente der sog. Geigenfamilie, sind zentrale Musikinstrumente eines Orchesters und darüber hinaus in allen Musikgattungen weltweit verbreitet. Manche Streichinstrumente weisen ein akustisches Problem auf, welches Auswirkungen auf die Spielbarkeit des betreffenden Streichinstrumentes hat bzw. haben kann, und welches Problem als Wolf bzw. Wolfton, im Englischen als „wolftone“, bezeichnet wird.
[0003] Aufgrund des Wolftons wird ein relativ enger Frequenzbereich (bei der Geige meistens in dem Bereich zwischen ca. 500 — ca. 600Hz bzw. im Wesentlichen zwischen h'- d?) schwer spielbar. Das betroffene Instrument ist nicht in der Lage in diesem Tonbereich einen sauberen Ton zu erzeugen bzw. zu spielen. Anstatt eines stabilen Tones kommt es zu einem „wabbern“ oder „heulen“, daher der Name Wolfton. Dies kann relativ schwach ausgebildet sein, wobei das betroffene Instrument unter erheblichem Aufwand eines guten bzw. ausgebildeten Musikers noch spielbar ist. Dies kann jedoch auch derart stark ausgeprägt sein, sodass das betroffene Instrument kaum bzw. gar nicht mehr spielbar ist. Das am stärksten bzw. häufigsten betroffenen Instrument der Geigenfamilie ist das Cello.
[0004] Da auch sehr alte Meisterinstrumente vom Wolf „befallen“ sind, stellt dies auch ein finanzielles Problem dar, ist doch der Wert einer Geige von Amati, Stradivari oder Guarneri stark mit deren Eigenschaften verbunden. Eine Beeinträchtigung der Spielbarkeit eines derartigen Instruments kann für den Besitzer ein erhebliches finanzielles Problem darstellen. Es beeinflusst auch die künstlerische Entfaltung der betroffenen Musiker, da diese versuchen die Schwäche ihres Instruments durch Spieltechnik auszugleichen bzw. wettzumachen. Dies ist jedoch nur bedingt möglich, und ist der Interpretation eines Musikstückes abträglich.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Musiksaite der eingangs genannten Art anzugeben, mit welcher das Auftreten eines Wolftones bei einem entsprechend belasteten Streichinstrument reduziert, insbesondere verhindert, werden kann.
[0006] Erfindungsgemäß wird dies durch die Merkmale des Patentanspruches 1 erreicht.
[0007] Dadurch kann das Auftreten eines Wolftones bei einem Streichinstrument, welches zu diesem Effekt neigt, reduziert werden. Insbesondere kann verhindert werden, dass ein Wolfton überhaupt auftritt. Sofern ein solcher Wolfton dennoch auftreten sollte, dann ist dieser aufgrund der Wirkung der gegenständlichen Musiksaite nicht mehr so ausgeprägt und schwach genug, damit dieser vom Musiker durch den Bogendruck einfach kontrollierbar ist, ohne dass dadurch die Spielbarkeit bzw. die Interpretation eines Musikstückes leidet.
[0008] Die Unteransprüche betreffen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0009] Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die beigeschlossenen Zeichnungen, in welchen lediglich bevorzugte Ausführungsformen beispielhaft dargestellt sind, näher beschrieben. Dabei zeigt:
[0010] Fig. 1 eine schematische Ansicht einer gegenständlichen Musiksaite;
[0011] Fig. 2 eine Detailansicht einer dritten bevorzugten Ausführungsform einer Musiksaite;
[0012] Fig. 3 eine Geige mit wenigstens einer gegenständlichen Musiksaite;
[0013] Fig. 4 einen ersten Saitenhalter; [0014] Fig. 5 einen zweiten Saitenhalter; und
[0015] Fig. 6 eine Detailansicht einer vierten bevorzugten Ausführungsform einer Musiksaite; und
[0016] Fig. 7 eine Detailansicht fünften bevorzugten Ausführungsform.
[0017] Die Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht und die Fig. 2, 6 und 7 jeweils Detailansichten einer Musiksaite 1 für ein Streichinstrument 6 mit vorgegebener Mensur 7, insbesondere ein Streichinstrument 6 der Geigenfamilie, mit einem tragenden Saitenkern 2, wobei die Musiksaite 1 ein erstes Ende 5 zur Befestigung an einem Saitenhalter 8 des Streichinstruments 6 aufweist, wobei die Musiksaite 1 in einem — an das erste Ende angrenzenden — Bereich, dessen Bereichslänge 29 zwischen 3% und 40%, insbesondere zwischen 10% und 35%, der Mensur 7 beträgt, eine erste Wickellage 9 aufweist, und dass die Wickellagenlänge 10 der ersten Wickellage 9 zwischen 3% und 40%, insbesondere zwischen 10% und 35%, der Mensur 7 beträgt.
[0018] Dadurch kann das Auftreten eines Wolftones bei einem Streichinstrument 6, welches zum Auftreten eines Wolftones neigt, reduziert werden. Insbesondere kann verhindert werden, dass ein Wolfton überhaupt auftritt. Sofern ein solcher Wolfton dennoch auftreten sollte, dann ist dieser aufgrund der Wirkung der gegenständlichen Musiksaite 1 nicht mehr so ausgeprägt und schwach bzw. abgeschwächt. Der Musiker kann einen sehr schwach ausgeprägten Wolfton mit dem Bogendruck kontrollieren, wobei die Spielbarkeit bzw. die Interpretation eines Musikstückes nur geringfügig leidet.
[0019] Der Wolfton tritt als Interaktion einer Korpushauptresonanz, oftmals die Bassbalkenresonanz, und einer Musiksaite 1 auf, welche Musiksaite 1 bei einem Ton gestrichen wird, dessen Grundton im selben Frequenzbereich wie die betreffende Korpushauptresonanz liegt. Bei bestimmten, individuellen Streichinstrumenten 6 ist diese Korpushauptresonanz derart ausgebildet, dass diese eine hohe Güte und eine geringe Dämpfung aufweist. Damit einher geht eine geringe Bandbreite. Dies führt dazu, dass — in einem sehr engen Frequenzbereich — der anregenden Musiksaite 1 übermäßig viel Energie entzogen wird und deren Grundschwingung zusammenbricht. Hinsichtlich weiterer Details und Ausführungen zum Wolfton wird auf das Fachbuch „Die Physik der Geige“ von CREMER, L. aus dem Jahr 1981, auf das Paper bzw. den Fachartikel „The Violin as a Circuit“ von SCHELLENG, J.C. aus dem Jahr 1962 sowie auf die Diplomarbeit „Untersuchung und Quantifizierung des Wolftonverhaltens der Geige mit dem computerunterstützten Geigenmesssystem VIAS“ von HEBENSTREIT, L. aus dem Jahr 2003 verwiesen.
[0020] Die in den Figuren 1, 2, 6 und 7 dargestellten Ausführungsformen bzw. Detailansichten sind vereinfachte Darstellungen. Die Proportionen müssen nicht den vorgesehenen realen Proportionen entsprechen. Zum besseren Verständnis können einzelne Teile in stark vergrößerter Ansicht bzw. deutlich überzeichneten Proportionen dargestellt sein.
[0021] Ein bevorzugtes Einsatzgebiet derartiger Musiksaiten 1 sind die Streichinstrumente 6 der Geigen-Familie, daher die Violine bzw. Geige, die Bratsche bzw. Viola, das Violoncello bzw. Cello sowie der Bass bzw. Kontrabass bzw. die Bassgeige. Weitere bevorzugte Streichinstrumente 6 zum Einsatz erfindungsgemäßer Musiksaiten 1 sind Viola da Gamba und Viola d’Amore.
[0022] Erfindungsgemäße Musiksaiten 1 sind zum Erzeugen tongebender Schwingungen vorgesehen. Eine bestimmte Musiksaite 1 ist für den Einsatz an einer bestimmten Art von Musikinstrument vorgesehen. Das entsprechende Instrument, für welches eine Musiksaite 1 vorgesehen bzw. ausgebildet ist, ist auch an der betreffenden Musiksaite 1 bzw. an der Verpackung dieser Musiksaite 1 angegeben.
[0023] Ein Streichinstrument 6 weist eine sog. Mensur 7 auf. Der Begriff „Mensur“ bezeichnet bei Streichinstrumenten 6, insbesondere bei den Streichinstrumenten 6 der Geigenfamilie, den Abstand zwischen dem Steg 25 und dem Obersattel 26 des Streichinstrumentes 6. Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung einer Geige im Grundriss. Die betreffenden Teiler sind jeweils mit Bezugszeichen versehen. Jedes Streichinstrument 6 der Gegenfamilie weist sowohl einen Steg 25 als auch einen Obersattel 26 auf. Die einzelnen Streichinstrumente 6 der Geigenfamilie weisen jeweils insbesondere folgende Mensur 7 auf:
Streichinstrument: Mensur: 4/4-Geige 32,5 cm 3/4-Geige 30,5 cm 1/2-Geige 28,3 cm 1/4-Geige 25,5 —- 26 cm 1/8-Geige 23-24 cm 1/16-Geige 21,5 cm 4/4-Bratsche 37 —- 37,5 cm 4/4-Cello 68 — 70 cm 3/4-Cello 62,2 — 65 cm 1/2-Cello 58,8 — 60 cm 1/4-Cello 52,3 — 54,5 cm 1/8-Cello 46 — 48 cm 4/4-Bass 110 cm 3/4-Bass 104 - 105 cm 1/2-Bass 96,5 cm 1/4-Bass 90 — 90,5 cm
[0024] Die einzelnen Mensuren 7 weisen in der Praxis eine Längentoleranz von weniger als 5%, vorzugsweise weniger als 3%, insbesondere ca. 1,5%, auf. Die Mensur
[0025] Der Vollständigkeit wegen wird darauf hingewiesen, dass in manchen Veröffentlichungen anstelle der Mensur 7, welche vom Steg 25 zum Obersattel 26 verläuft, die sog. Deckenmensur 15 und die sog. Halsmensur 14 angegeben werden. Die Deckenmensur 15 und die Halsmensur 14 sind Fig. 3 dargestellt. Die Mensor 7 entspricht einer Addition der Deckenmensur 15 und der Halsmensur 14, siehe Fig. 3.
[0026] Die einzelnen Streichinstrumente 6 werden oftmals individuell hergestellt, und können hinsichtlich deren Mensur 7 gewisse Abweichungen von den vorstehenden Angaben aufweisen. Weiters ist der Steg 25 nicht fest an der Decke eines Streichinstruments 6 befestigt. Der Steg 25 wird an der Decke positioniert und durch die Musiksaiten 1 gegen die Decke des Streichinstruments 6 gedrückt und derart an dessen Position gehalten. Die exakte Position des Stegs 25 wird in der Regel durch den Geigenbauer eingestellt bzw. „feinjustiert“.
[0027] Ein Streichinstrument 6 weist in der Regel mehrere Musiksaiten 1 auf. Die Streichinstrumente 6 der Geigenfamilie weisen in der Regel jeweils vier Musiksaiten 1 auf, wobei die Mensur 7 für all diese, auf dem Instrument aufgespannte Musiksaiten 1 gleich ist. Die einzelnen, dieser Musiksaiten 1 unterscheiden sich in deren Stimmton. Eine Geige weist Musiksaiten 1 mit folgenden Stimmtönen auf: g, d’, a’, e?. Der Stimmton gibt den Grundton an, mit welchem ein Teillängenstück der Musiksaite 1 von der Länge der Mensur 7 der bestimmten Art von Streichinstrument 6 schwingt, wenn die Musiksaite 1 mit dem Stimmgewicht belastet, daher gespannt, ist, und zu einer Schwingung angeregt wird bzw. wurde. Der Begriff „Stimmgewicht“ ist bei Musiksaiten 1 seit langer Zeit gebräuchlich und bezeichnet die Kraft, mit welcher die Musiksaite 1 zu spannen ist. Wenngleich es sich um eine Kraft handelt, wird diese oftmals in einer Einheit für Masse, insbesondere in Kilogramm angegeben. Eine alternative Bezeichnung für das „Stimmgewicht“ ist „Saitenspannkraft“.
[0028] Eine Musiksaite 1 ist daher für eine bestimmte Art Streichinstrument 6, einen bestimmten Stimmton und ein bestimmtes Stimmgewicht ausgebildet. Zu jeder gewerblichen Musiksaite 1
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sind jeweils Angaben zumindest zur Art des Streichinstrumentes 6 und dem Stimmton verfügbar bzw. unmittelbar angegeben. Bevorzugt umfassen die Angaben zu einer Musiksaite 1 weiters Hinweise zur Mensur 7 des betreffenden Streichinstrumentes 6 und/oder Angaben zum Stimmgewicht.
[0029] Erfindungsgemäße Musiksaiten 1 weisen einen Saitenkern 2 auf, welcher dazu vorgesehen und ausgebildet ist, die Kraft bzw. die Spannung, welcher die Musiksaite 1 im, auf einem Streichinstrument 6 aufgespannten Zustand ausgesetzt ist, aufzunehmen. Der Saitenkern 2 ist daher lasttragend. Der Saitenkern 2 kann als Einzeldraht, als Drahtseil, als Kunststofffaserbündel oder als Naturdarm ausgebildet sein. Bevorzugt umfasst der Saitenkern 2 wenigstens einen Kunststofffaden und/oder ein Drahtseil und/oder einen Naturdarm und/oder einen Kunstdarm und/oder ein Kunststoffband und/oder einen Kunststoffflachdraht.
[0030] Die Musiksaite 1 weist ein erstes Ende 5 und ein zweites Ende 12 auf, welche jeweils dazu vorgesehen sind, die Musiksaite 1 an dem Streichinstrument 6 zu befestigen. Das Streichinstrument 6 weist dazu — wie in Fig. 3 dargestellt —einen Saitenhalter 8 sowie einen Wirbelkasten 28 auf.
[0031] Das erste Ende 5 ist zur Befestigung der Musiksaite 1 an dem Saitenhalter 8 des Streichinstruments 6 vorgesehen und ausgebildet. Bevorzugt weist das erste Ende 5 eine vorgebbare Erweiterung des Durchmessers bzw. einen Fortsatz auf, vorzugsweise einen sog. Knopf und/oder ein Glied, auf.
[0032] Alternativ dazu kann das erste Ende 5 auch ohne eine spezielle Befestigungsunterstützungsvorrichtung ausgebildet sein, und einfach als nicht ummantelte Verlängerung des Saitenkerns 2 ausgebildet sein. Dadurch wird eine Befestigung der Musiksaite 1 an einer Aufnahme6$ffnung des Saitenhalters 8 ähnlich der Befestigung am Wirbelkasten 28 ermöglicht, wobei das derart ausgebildete erste Ende 5 durch die Aufnahmeöffnung geschoben wird, und die an beiden Seiten der Aufnahmeöffnung 20 angeordneten Teile der Musiksaite 1 miteinander verschlungen und/oder verknotet werden.
[0033] Das erste Ende 5 ist bevorzugt mit Fasern eines Werkstoffes geringer Dichte, bevorzugt Kunststoff- oder Seidenfasern, ummantelt.
[0034] Das zweite Ende 12 weist bevorzugt keinen Fortsatz zur Befestigung bzw. Verankerung auf. Das zweite Ende 12 ist ebenfalls bevorzugt mit Fasern eines Werkstoffes geringer Dichte, bevorzugt Kunststoff- oder Saitenfasern, ummantelt. Der Werkstoff wird derart ausgewählt, dass die Dichte dieser Fasern und deren Dicke derart gering sind, dass diese keine relevanten Auswirkungen auf den Massebelag der Musiksaite 1 haben.
[0035] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Musiksaite 1 in einem — an das erste Ende angrenzenden — Bereich 30 eine erste Wickellage 9 aufweist. Dieser Bereich 30 weist eine Bereichslänge 29 auf, welche zwischen 10% und 40% der Mensur 7 beträgt.
[0036] Die erste Wickellage 9 kann unterschiedlich ausgebildet sein. Bevorzugt weist die erste Wickellage 9 wenigstens ein erstes Wickelelement 11 auf, welches in Form einer Schraubenlinie um den Saitenkern 2 gewickelt ist. Die erste Wickellage 9 weist eine Wickellagenlänge 10 auf, welche zwischen 10% und 40% der Mensur 7 beträgt.
[0037] Bevorzugt soll sich die erste Wickellage 9 bei einer Musiksaite 1, welche auf einem Streichinstrument 6 angeordnet bzw. gespannt ist, nur zwischen dem Saitenhalter 8 und dem Steg 25 des Streichinstruments 6 befinden. Diese Teilbereich 16 ist in Fig. 3 dargestellt. Die erste Wickellage 9 soll insbesondere den Steg 25 nicht kontaktieren bzw. berühren.
[0038] Die Wickellagenlänge 10 der ersten Wickellage 9 ist insbesondere ausschließlich die Länge der ersten Wickellage 9.
[0039] Die relativ weitgefasste Wickellagenlänge 10 von 10% und 40% der Mensur 7 ergibt sich aus den unterschiedlichen Arten von Saitenhaltern 8. Die Fig. 4 und 5 zeigen unterschiedliche Arten von Saitenhaltern 8. Eine Musiksaite 1 ist insbesondere für die Verwendung bei einer bestimmten grundsätzlichen Art von Saitenhaltern 8 vorgesehen und entsprechend dafür ausgebil-
det. Die Art des Saitenhalters 8 wird dann bevorzugt bei der hergestellten und ausgelieferten Musiksaite 1 angegeben.
[0040] Fig. 4 zeigt den grundsätzlichen körperlichen Aufbau eines klassischen Saitenhalters 8. Diese Art der Saitenhalter 8 ist seit Jahrhunderten am weitesten verbreitet.
Wenngleich sich die einzelnen Typen von Saitenhaltern 8 unterschiedlicher Hersteller in deren Aufbau und Material unterscheiden können, so weist dies Art von Saitenhaltern 8 jeweils im Wesentlichen dieselben Abmessungen auf. Herkömmliche bzw. klassische Saitenhalter 8 sind im Wesentlichen derart lang, dass der Teilbereich 16 zwischen Saitenhalter 8 und Steg 25 im Wesentlichen 1/6 der Mensur 7 beträgt. Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Wickellagenlänge 10 der ersten Wickellage 9 zwischen 12% (im Wesentlichen 1/8) und 17% (im Wesentlichen 1/6) der Mensur 7 beträgt. Dies ist vor allem für den Betrieb mit einem herkömmlichen bzw. klassischen Saitenhalter 8 vorteilhaft.
[0041] Fig. 5 zeigt den körperlichen Aufbau eines Saitenhalters 8, welcher sich von dem sog. klassischen Saitenhalter 8 gemäß Fig. 4 hinsichtlich der Form und den Dimensionen unterscheidet. Ein wesentliches Merkmal dieser Art von Saitenhaltern 8 ist, dass diese kürzer sind, als die klassischen Saitenhalter 8, wobei unterschiedliche derartige Saitenhalter 8 mit unterschiedlichen Längen verfügbar sind. Weiters sind bei derartigen Saitenhaltern 8 die Aufnahmeöffnungen 20 für die Musiksaiten 1 derart angeordnet, dass die Musiksaiten 1 mit unterschiedlichen Stimmtönen — im aufgespannten Zustand — auch unterschiedliche Abstände zwischen dem ersten Ende 5 und dem Steg 25 aufweisen. Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Länge 10 der ersten Wickellage 9 zwischen 30% (im Wesentlichen 1/3,3) und 40% (im Wesentlichen 1/2,5) der Mensur 7 beträgt. Dies hat sich bei den vorstehend beschriebenen Saitenhaltern 8, wie beispielhaft in Fig. 5 dargestellt, vorteilhaft erwiesen.
[0042] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist die erste Wickellage 9 unmittelbar angrenzend an das erste Ende 5 angeordnet. Dies führt zu einer direkten Vergrößerung der Biegesteifigkeit der Einspannung der Musiksaite 1 am Saitenhalter 8 und hat dadurch — neben dem Massebelang — sehr starken und unmittelbaren Einfluss auf das Schwingungsverhalten in diesem Bereich der Musiksaite 1.
[0043] Fig. 7 zeigt eine Detailansicht einer fünften bevorzugten Ausführungsform. Bei dieser besteht — neben einer bevorzugten Wickellagenlänge 10 — ein vorgebbarer Abstand 31 zwischen der ersten Wickellage 9 und dem ersten Ende 5. Die erste Wickellage 9 steht daher nicht in einem direkten physischen Kontakt zum ersten Ende 5 bzw. — im eingespannten Zustand auf dem Streichinstrument 6 — zum Saitenhalter 8. Dadurch bleibt die Biegesteifigkeit der Musiksaite 1 am Lagerpunkt unbeeinflusst durch die erste Wickellage 9. Dieser Abstand 31 beträgt vorzugsweise zwischen 5% und 10% der Mensur 7. Dieser Bereich hat sich als vorteilhaft erwiesen, da dadurch eine ausreichende Entkoppelung der ersten Wickellage 9 vom ersten Ende 5 und dem Auflager am Saitenhalten 8 erreicht werden kann, und gleichermaßen eine ausreichende Bereichslänge 29 vorhanden ist um die Wickellagenlänge 10 derart zu vergrößern, dass ein ausreichender Massebelag aufgebracht bzw. erzeugt werden kann. Bei dieser Ausführungsform ist bevorzugt vorgesehen, dass die Wickellagenlänge 10 zwischen 12% und 17% der Mensur 7 beträgt.
[0044] Bei Streichinstrumenten 6, insbesondere denen der Geigenfamilie, weisen Musiksaiten 1 mit einem Stimmton von mehr als 600 Hz in den meisten Fällen lediglich den tragenden Saitenkern 2 auf. Dieser weist oftmals eine Oberflächenbeschichtung auf, jedoch keinen weiteren, nicht lasttragenden Massebelag. Bei der Geige ist dies die e?-Musiksaite, welche — bei einer Stimmung des a’ auf 440 Hz — einen Stimmton von 659,3 Hz aufweist. Derartige erfindungsgemäße Musiksaiten 1 weisen als einzige Wickellage die erste Wickellage 9 auf.
[0045] Musiksaiten 1 für Stimmtöne bzw. Grundtöne mit tieferen Frequenzen, insbesondere weniger als 500 Hz, weisen in der Regel Umwicklungen bzw. wenigstens eine zweite Wickellage 3 auf, welcher sich über die gesamte Länge der Musiksaite 1 erstreckt. Diese zweite Wickellage 3 ist erforderlich, wenn ein höherer Massebelag der Musiksaite 1 erwünscht bzw. erforderlich ist. Bei der Violine sind dies die g, d' und a’ Musiksaiten 1. Bevorzugt ist vorgesehen, dass die Musiksaite 1 eine zweite Wickellage 3 aufweist, welche ein zweites Wickelelement 4 aufweist, wel-
ches in Form einer Schraubenlinie im Wesentlichen um den vollständigen Saitenkern 2, daher über die gesamte Länge der Musiksaite 1, gewickelt ist.
[0046] Fig. 2 zeigt eine dritte bevorzugte Ausführungsform einer Musiksaite 1, bei welcher die zweite Wickellage 3 direkt auf dem Saitenkern 2 angeordnet ist. Die erste Wickellage 9 ist auf der zweiten Wickellage 3 angeordnet. Diese dritte bevorzugte Ausführungsform kann hinsichtlich der Wickellagenlänge 10 der ersten Wickellage 9 sowohl mit der ersten als auch mit der zweiten bevorzugten Ausführungsform kombiniert werden.
[90047] In Zwischenräumen bzw. Hohlräumen zwischen benachbarten Windungen der ersten und/oder zweiten Wickellage 9, 3 ist bevorzugt ein Dämpfungs-Fluid 27 angeordnet. Die Darstellungen des Dämpfungs-Fluids 27 in Fig. 2 und Fig. 6 sind rein schematisch. Dieses würde keine geschlossene Form eines Zylinders aufweisen, sondern würde sich auf die Hohlräume erstrecken.
[0048] Fig. 6 zeigt eine vierte bevorzugte Ausführungsform einer Musiksaite 1, bei welcher die erste Wickellage 9 direkt auf dem Saitenkern 2 bzw. einem, auf dem Saitenkern 2 aufgebrachtes Dämpfungs-Fluid 27, angeordnet ist. Die zweite Wickellage 3 ist in dem Bereich, in welchem die erste Wickellage 9 vorhanden ist, auf der ersten Wickellage 9 angeordnet. Danach verläuft die zweite Wickellage 3 über die Stufe zwischen der ersten Wickellage 9 und den Saitenkern 2 und verläuft auf bzw.an dem Saitenkern 2 bzw. das Dämpfungs-Fluid 27. Die zweite Wickellage 3 bildet dabei eine Außenschicht der Musiksaite 1. Diese vierte bevorzugte Ausführungsform kann hinsichtlich der Länge der ersten Wickellage 9 sowohl mit der ersten als auch mit der zweiten bevorzugten Ausführungsform kombiniert werden.
[0049] Bevorzugt weist die erste Wickellage 9 eine größere Masse pro Zentimeter als die zweite Wickellage 3 auf. Die erste Wickellage 9 weist daher — in Längserstreckung der Musiksaite 1 betrachtet — vorzugsweise ein höheres Metergewicht bzw. einen höheren Massebelag als die zweite Wickellage 3 auf. Dies betrifft die beiden Wickellagen 3, 9 jeweils separat und nicht den Massebelag der Musiksaite 1 in Bereichen, in welchen beide Wickellagen 9, 3 angeordnet sind. Das Verhältnis Masse/Zentimeter entspricht dem Massebelag. Dadurch kann die Resonanzfrequenz des Bereiches der Musiksaite 1, welcher zwischen Saitenhalter 8 und Steg 25 angeordnet ist, erheblich reduziert und in einen Bereich gebracht werden, welcher vorteilhaft bei der Reduktion oder „Auslöschung“ des Wolftones ist.
[0050] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist bevorzugt vorgesehen, dass das erste Wickelelement 11 aus einem ersten Werkstoff mit einer ersten Dichte besteht, dass das zweite \WMckelelement 4 aus einem zweiten Werkstoff mit einer zweiten Dichte besteht, und dass die zweite Dichte unterschiedlich zur ersten Dichte ist.
Insbesondere ist die erste Dichte größer als die zweite Dichte. Dies unterstützt die Ausbildung eines höheren Massebalges im Bereich der Musiksaite 1, welcher auf dem Streichinstrument 6 zwischen Steg 25 und Saitenhalter 8 liegt.
[0051] Neben dem Massebelag hat auch die Dämpfung einer Wickellage 3, 9 bzw. mehrere Wickellagen 3, 9 Auswirkungen auf den Klang einer Musiksaite 1 und deren Spielbarkeit. Es ist daher weiters bevorzugt vorgesehen, dass die erste Wickellage 9 eine erste innere Dämpfung aufweist, dass die zweite Wickellage 3 eine zweite innere Dämpfung aufweist, und dass die zweite innere Dämpfung unterschiedlich zur ersten inneren Dämpfung, insbesondere kleiner als die erste innere Dämpfung, ist.
[0052] Zusätzlich zu einer zweiten Wickellage 3 kann noch eine oder mehrere weitere Wickellagen vorgesehen sein. Es ist daher in Weiterbildung der gegenständlichen Musiksaite weiters bevorzugt vorgesehen, dass die Musiksaite 1 eine dritte Wickellage aufweist, welche ein drittes Wickelelement aufweist, welches in Form einer Schraubenlinie um den Saitenkern 2 gewickelt ist. Dadurch können sowohl der Massebalg als auch die Dämpfung genauer eingestellt werden.
[0053] Nachfolgend werden Grundsätze für das Verständnis und die Auslegung gegenständlicher Offenbarung angeführt.
[0054] Merkmale werden üblicherweise mit einem unbestimmten Artikel „ein, eine, eines, einer“ 7112
eingeführt. Sofern es sich aus dem Kontext nicht anders ergibt, ist daher „ein, eine, eines, einer“ nicht als Zahlwort zu verstehen.
[0055] Ein „Im Wesentlichen“ in Verbindung mit einem Zahlenwert mitumfasst eine Toleranz von + 10% um den angegebenen Zahlenwert, sofern es sich aus dem Kontext nicht anders ergibt.
[0056] Bei Wertebereichen sind die Endpunkte mitumfasst, sofern es sich aus dem Kontext nicht anders ergibt.
Claims (12)
1. Musiksaite (1) für ein Streichinstrument (6) mit vorgegebener Mensur (7), insbesondere ein Streichinstrument (6) der Geigenfamilie, mit einem tragenden Saitenkern (2), wobei die Musiksaite (1) ein erstes Ende (5) zur Befestigung an einem Saitenhalter (8) des Streichinstruments (6) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Musiksaite (1) in einem — an das erste Ende angrenzenden — Bereich (30), dessen Bereichslänge (29) zwischen 3% und 40% der Mensur (7) beträgt, eine erste Wickellage (9) aufweist, und dass die Wickellagenlänge (10) der ersten Wickellage (9) zwischen 3% und 40% der Mensur (7) beträgt.
2. Musiksaite (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickellagenlänge (10) zwischen 12% und 17% der Mensur (7) beträgt.
3. Musiksaite (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wickellagenlänge (10) zwischen 30% und 40% der Mensur (7) beträgt.
4. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein vorgebbarer Abstand (31) zwischen der ersten Wickellage (9) und dem ersten Ende (5) zwischen 5% und 10% der Mensur (7) besteht.
5. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Wickellage (9) unmittelbar angrenzend an das erste Ende (5) angeordnet ist.
6. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Musiksaite (1) eine zweite Wickellage (3) aufweist, welche ein zweites Wickelelement (4) aufweist, welches in Form einer Schraubenlinie im Wesentlichen über die gesamte Länge der Musiksaite (1) um den Saitenkern (2) gewickelt ist.
7. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 oder Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Wickellage (9) wenigstens ein erstes Wickelelement (11) aufweist, welches in Form einer Schraubenlinie um den Saitenkern (2) und/oder die zweite Wickellage (3) gewickelt ist.
8. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Wickellage (9) — in Längserstreckung der Musiksaite (1) —- ein höheres Metergewicht als die zweite Wickellage (3) aufweist.
9. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Wickelelement (11) aus einem ersten Werkstoff mit einer ersten Dichte besteht, dass das zweite Wickelelement (4) aus einem zweiten Werkstoff mit einer zweiten Dichte besteht, und dass die zweite Dichte unterschiedlich zur ersten Dichte ist.
10. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Wickellage (9) eine erste innere Dämpfung aufweist, dass die zweite Wickellage (3) eine zweite innere Dämpfung aufweist, und dass die zweite innere Dämpfung unterschiedlich zur ersten inneren Dämpfung ist.
11. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Musiksaite (1) eine dritte Wickellage aufweist, welche ein drittes Wickelelement aufweist, welches in Form einer Schraubenlinie um den Saitenkern (2) gewickelt ist.
12. Streichinstrument (6) mit einem Saitenhalter (8), einem Steg (25) und einem Obersattel (26), wobei das Streichinstrument (6) zwischen dem Steg (25) und dem Obersattel (26) eine Mensur (7) aufweist, wobei auf dem Streichinstrument (6) eine Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 angeordnet ist, wobei die erste Wickellage (9) zwischen dem Saitenhalter (8) und dem Steg (25) angeordnet ist.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH572257A5 (de) * | 1973-05-20 | 1976-01-30 | How James Ind Ltd | |
| US4326444A (en) * | 1980-05-19 | 1982-04-27 | Markley Donald D | Musical instrument string |
| WO1996036038A1 (en) * | 1995-05-10 | 1996-11-14 | Antonio Kalosdian | Fully wrapped core wire for strings |
| US5892166A (en) * | 1997-05-23 | 1999-04-06 | Inventronics, Inc. | Wound strings for musical instrument |
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