AT14666U1 - Musiksaite - Google Patents

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AT14666U1 ATGM397/2014U AT3972014U AT14666U1 AT 14666 U1 AT14666 U1 AT 14666U1 AT 3972014 U AT3972014 U AT 3972014U AT 14666 U1 AT14666 U1 AT 14666U1
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Thomastik Infeld Ges M B H
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    • G10DSTRINGED MUSICAL INSTRUMENTS; WIND MUSICAL INSTRUMENTS; ACCORDIONS OR CONCERTINAS; PERCUSSION MUSICAL INSTRUMENTS; AEOLIAN HARPS; SINGING-FLAME MUSICAL INSTRUMENTS; MUSICAL INSTRUMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
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Abstract

Bei einer Musiksaite (1) für Streichinstrumente, mit einem tragenden Saitenkern (2) und wenigstens einer äußeren Wickellage (6), welche wenigstens ein erstes Wickelelement (4) und wenigstens ein zweites Wickelelement (5) aufweist, wobei das wenigstens eine erste Wickelelement (4) und das wenigstens eine zweite Wickelelement (5) in Form einer mehrgängigen Schraubenlinie um den Saitenkern (2) gewickelt sind, wird vorgeschlagen, dass die äußere Wickellage (6) als Verbundwickellage (3) ausgebildet ist, dass das erste Wickelelement (4) aus Stahl ist, und dass das zweite Wickelelement (5) aus Silber oder einer Silberlegierung ist.

Description

Beschreibung [0001] Die Erfindung betrifft eine Musiksaite gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Musiksaiten weisen einen Saitenkern auf, welcher beim Spannen der Musiksaite belas¬tet wird. Musiksaiten für Streichinstrumente für tiefere Stimmungen weisen in der Regel Um¬wicklungen bzw. Wickellagen auf, um den Massebelag der Musiksaite zu erhöhen. Die Grund¬frequenz, mit welcher eine Musiksaite schwingt, hängt von der schwingenden Länge bzw. Men¬sur der betreffenden Musiksaite, der Kraft, mit welcher die betreffende Musiksaite gespannt ist,sowie vom Massebelag der Musiksaite ab. Dabei hat der jeweilige Aufbau der Musiksaite gro¬ßen Einfluss auf deren Klang, insbesondere deren Obertonverteilung, sowie deren Spielbarkeit,insbesondere deren Ansprache und Reaktion auf einen Bogenwechsel.
[0003] Beim Streichen wird der Bogen so über die Saite bewegt, dass seine Behaarung (Ross¬haar) mit Hilfe des aufgebrachten Kolophoniums die Saite zur Schwingung anregt. Dabei be¬wegt sich der Bogen während vieler Perioden der Saitenschwingung gleichmäßig in eine Rich¬tung, und durch den Wechsel von Haften und Gleiten (stick- slip) zwischen Bogen und Saiteentsteht eine sog. Kippschwingung. Zunächst haftet die Musiksaite mittels des Kolophoniumsan den Bogenhaaren. Durch die Haftung wird die Saite so weit aus ihrer Ruhelage bewegt, d.h.kinetische Energie zugeführt, bis die Saitenspannung so groß wird, dass sich die Musiksaitevon den Bogenhaaren losreißt, und beginnt in Richtung einer Ruhelage zurückzuschnellen.Durch die bei der auftretenden Relativbewegung entstehende Reibungswärme kommt es zueinem Aufschmelzen des Kolophoniums. Die Musiksaite schnellt über die Ruhelage hinaus,wobei die Relativgeschwindigkeit zwischen der Musiksaite und dem weiters in seine ursprüngli¬che Richtung bewegten Bogen stetig zurück, und schließlich gegen Null geht. Dabei kommt eszu einem schnellen Abkühlen des Kolophoniums, wodurch dieses wieder als Haftmittel wirksamwird, und die Musiksaite an die Bogenhaare klebt. Der Streichvorgang selbst erzeugt dabeineben dem gewollten Klang der Musiksaite ein Eigengeräusch, welches als Bogengeräuschbezeichnet wird. Das Bogengeräusch ist dabei typisch für einen bestimmten Typ Musiksaite,und kann durch einen Musiker lediglich in geringem Maß spieltechnisch beeinflusst werden,etwa durch Veränderung des Streichpunktes oder des Bogendrucks, wobei jedoch jede derbetreffenden Maßnahmen auch unmittelbaren Einfluss auf den Klang des gesamten Instru¬ments hat. So hat etwa der Streichpunkt unmittelbaren Einfluss auf die Teiltonverteilung undsomit auf die Klangfarbe, während der Bogendruck Einfluss auf die Brillanz der Saite hat.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Musiksaite der eingangs genannten Art anzu¬geben, mit welcher die genannten Nachteile vermieden werden können, und bei welcher bei derKonstruktion der Musiksaite das Bogengeräusch gezielt beeinflusst bzw. eingestellt werdenkann, und welche insbesondere ein weiches, unaufdringliches Bogengeräusch aufweist.
[0005] Erfindungsgemäß wird dies durch die Merkmale des Anspruches 1 erreicht.
[0006] Dadurch kann eine Musiksaite geschaffen werden, bei welcher das Bogengeräuschgezielt beeinflusst bzw. eingestellt werden kann. Dadurch kann insbesondere eine Musiksaitegeschaffen werden, welche ein sehr unaufdringliches Bogengeräusch aufweist. Untersuchun¬gen haben gezeigt, dass beim Übergang von der Haftreibung zur Gleitreibung nicht sämtlicheBogenhaare gleichzeitig von der Musiksaite „abreißen“. Es haften in der Regel, je nach Schräg¬stellung des Bogens gegenüber der Musiksaite, etwa zwischen 10 und 100 Bogenhaaren wäh¬rend der Haftphase an der Musiksaite. Im Übergang von der Haftphase zur Gleitphase derMusiksaite gegenüber dem Bogen, kommt es zu einer Ablösung der Bogenhaare einzeln oderin Gruppen, wobei jedenfalls nicht sämtliche Bogenhaare im selben Moment von der Musiksaitegetrennt werden. Es konnte festgestellt werden, dass diese Übergangsphase hauptverantwort¬lich für die Entstehung und auch die Ausprägung des Bogengeräusches ist. Selbiges gilt, wennauch in geringerem Maß, für die Übergangsphase von der Gleitphase zur Haftphase. WeitereUntersuchungen haben gezeigt, dass die Wärmeleitfähigkeit der Wickellage einen großenEinfluss auf besagte Übergangsphasen hat. Diese hat Einfluss auf die Geschwindigkeit mitwelcher das Kolophonium aufschmilzt bzw. erstarrt.
[0007] Die mit der Musiksaite in Kontakt befindlichen Bogenhaar berühren dabei, aufgrund derüblichen bzw. möglichen Abmessungen der beteiligten Teile, stets mehrere Windungen bzw.Umwicklungen der außen liegenden Wickellage. Bei einer gegenständlichen Musiksaite befin¬det sich daher beim Streichvorgang ein erster Teil der Bogenhaare in Kontakt mit Windungendes ersten Wickelelements und ein zweiter Teil der Bogenhaare mit Windungen des zweitenWickelelements. Dabei kommt es aufgrund der deutlich unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeitder beiden Wickelelemente bei den nebeneinander angeordneten unterschiedlichen Windungenzu einem unterschiedlichen Verhalten während des Übergangs von der Haftphase zur Gleitpha¬se bzw. umgekehrt.
[0008] Derartig unterschiedliche Wickelelemente würden für sich genommen stark unterschied¬liche Bogengeräusche erzeugen, wobei sich gezeigt hat, dass eine Kombination derartigerWickelelemente mit stark unterschiedlichem Bogengeräusch eine Musiksaite mit einem, alsangenehm, sanft und unaufdringlich wahrgenommenen Bogengeräusch zur Folge hat.
[0009] Dadurch kann gezielt das Bogengeräusch einer Musiksaite bei deren Konstruktion be¬rücksichtigt bzw. eingestellt werden. Weiters kann dadurch eine Musiksaite mit einem deutlichunauffälligeren bzw. sanfteren Bogengeräusch erzeugt werden.
[0010] Weiters kann durch die gegenständliche Konstruktion einer Musiksaite der Massebelagbei der Entwicklung einer Musiksaite in weiten Bereichen gut eingestellt werden, wodurch dieMusiksaite gut an deren angestrebten Stimmton angepasst werden kann. Durch die Kombinati¬on des ersten Wickelelements mit dem zweiten Wickelelement innerhalb einer Wickellage kann,bei gegebener hoher mechanischer Festigkeit der Massebelag und der Durchmesser der Mu¬siksaite in weiten Bereichen vorteilhaft eingestellt werden. Der Durchmesser einer Musiksaitehat dabei unmittelbaren Einfluss auf die Ansprache der betreffenden Musiksaite, sowie auf dasAuftreten inharmonischer Oberschwingungen aufgrund von Torsionsschwingungen.
[0011] Die Unteransprüche betreffen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0012] Ausdrücklich wird hiermit auf den Wortlaut der Ansprüche Bezug genommen, wodurchdie Ansprüche an dieser Stelle durch Bezugnahme in die Beschreibung eingefügt sind und alswörtlich wiedergegeben gelten.
[0013] Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die beigeschlossenen Zeichnungen, in wel¬chen lediglich bevorzugte Ausführungsformen beispielhaft dargestellt sind, näher beschrieben.Dabei zeigt: [0014] Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer gegenständlichen Musiksaite; und [0015] Fig. 2 eine zweite Ausführungsform einer gegenständlichen Musiksaite.
[0016] Die Fig. 1 und 2 zeigen Ausführungsformen einer Musiksaite 1 für Streichinstrumente,mit einem tragenden Saitenkern 2 und wenigstens einer äußeren Wickellage 6, welche wenigs¬tens ein erstes Wickelelement 4 und wenigstens ein zweites Wickelelement 5 aufweist, wobeidas wenigstens eine erste Wickelelement 4 und das wenigstens eine zweite Wickelelement 5 inForm einer mehrgängigen Schraubenlinie um den Saitenkern 2 gewickelt sind, wobei die äuße¬re Wickellage 6 als Verbundwickellage 3 ausgebildet ist, dass das erste Wickelelement 4 ausStahl ist, und dass das zweite Wickelelement 5 aus Silber oder einer Silberlegierung ist.
[0017] Dadurch kann eine Musiksaite 1 geschaffen werden, bei welcher das Bogengeräuschgezielt beeinflusst bzw. eingestellt werden kann. Dadurch kann insbesondere eine Musiksaite 1geschaffen werden, welche ein sehr unaufdringliches Bogengeräusch aufweist. Untersuchun¬gen haben gezeigt, dass beim Übergang von der Haftreibung zur Gleitreibung nicht sämtlicheBogenhaare gleichzeitig von der Musiksaite 1 „abreißen“. Es haften in der Regel, je nachSchrägstellung des Bogens gegenüber der Musiksaite 1, etwa zwischen 10 und 100 Bogenhaa¬ren an der Musiksaite 1. Im Übergang von der Haftphase zur Gleitphase der Musiksaite 1 ge¬genüber dem Bogen kommt es zu einer Ablösung der Bogenhaare einzeln oder in Gruppen,wobei jedenfalls nicht sämtliche Bogenhaare im selben Moment von der Musiksaite 1 getrenntwerden. Es konnte festgestellt werden, dass diese Übergangsphase hauptverantwortlich für die
Entstehung und auch die Ausprägung des Bogengeräusches ist. Selbiges gilt, wenn auch ingeringerem Maß, für die Übergangsphase von der Gleitphase zur Haftphase. Weitere Untersu¬chungen haben gezeigt, dass die Wärmeleitfähigkeit der äußersten bzw. außen liegendenWickellage 6 einen großen Einfluss auf besagte Übergangsphasen hat. Diese hat Einfluss aufdie Geschwindigkeit mit welcher das Kolophonium aufschmilzt bzw. erstarrt.
[0018] Die mit der Musiksaite 1 in Kontakt befindlichen Bogenhaar berühren dabei, aufgrundder üblichen bzw. möglichen Abmessungen der beteiligten Teile, stets mehrere Windungenbzw. Umwicklungen der außen liegenden Wickellage 6. Bei einer gegenständlichen Musiksaite1 befindet sich daher beim Streichvorgang ein erster Teil der Bogenhaare in Kontakt mit Win¬dungen des ersten Wickelelements 4 und ein zweiter Teil der Bogenhaare mit Windungen deszweiten Wickelelements 5. Dabei kommt es aufgrund der deutlich unterschiedlichen Wärmeleit¬fähigkeit der beiden Wickelelemente 4, 5 bei den nebeneinander angeordneten unterschiedli¬chen Windungen zu einem unterschiedlichen Verhalten während des Übergangs von der Haft¬phase zur Gleitphase bzw. umgekehrt.
[0019] Derartig unterschiedliche Wickelelemente 4, 5 erzeugen für sich genommen stark unter¬schiedliche Bogengeräusche, wobei sich gezeigt hat, dass eine Kombination derartiger Wi¬ckelelemente 4, 5 mit stark unterschiedlichem Bogengeräusch eine Musiksaite 1 mit einem, alsangenehm, sanft und unaufdringlich wahrgenommenen Bogengeräusch zur Folge hat.
[0020] Dadurch kann gezielt das Bogengeräusch einer Musiksaite 1 bei deren Konstruktionberücksichtigt bzw. eingestellt werden. Weiters kann dadurch eine Musiksaite 1 mit einemdeutlich unauffälligeren bzw. sanfteren Bogengeräusch erzeugt werden.
[0021] Weiters kann durch die gegenständliche Konstruktion einer Musiksaite 1 der Massebe¬lag bei der Entwicklung einer Musiksaite 1 in weiten Bereichen gut eingestellt werden, wodurchdie Musiksaite 1 gut an deren angestrebten Stimmton angepasst werden kann. Durch die Kom¬bination des ersten Wickelelements 4 mit dem zweiten Wickelelement 5 innerhalb einer Wickel¬lage 6 kann, bei gegebener hoher mechanischer Festigkeit der Massebelag und der Durchmes¬ser der Musiksaite 1 in weiten Bereichen vorteilhaft eingestellt werden. Der Durchmesser einerMusiksaite 1 hat dabei unmittelbaren Einfluss auf die Ansprache der betreffenden Musiksaite 1,sowie auf das Auftreten inharmonischer Oberschwingungen aufgrund von Torsionsschwingun¬gen.
[0022] Die in den Figuren dargestellten verschiedenen Ausführungsformen sind in vereinfachterDarstellung abgebildet. Die Proportionen müssen nicht den vorgesehenen realen Proportionenentsprechen. Zum besseren Verständnis können einzelne Teile in stark vergrößerter Ansichtdargestellt sein. Weiters sind in den Darstellungen die einzelnen Teile der dargestellten Mu¬siksaiten 1 jeweils unmittelbar aneinander anliegend dargestellt, wobei diesbezüglich realeMusiksaiten 1 entsprechend der gegenständlichen Erfindung partielle Abstände zwischen ein¬zelnen Teilen bzw. an einzelnen Stellen aufweisen können.
[0023] Ein bevorzugtes Einsatzgebiet derartiger Musiksaiten 1 sind die Instrumente der Geigen-Familie, daher die Violine oder Geige, die Bratsche oder Viola, das Violoncello oder Cello, undder Bass bzw. Kontrabass bzw. die Bassgeige. Weitere bevorzugte Instrumente zum Einsatzerfindungsgemäßer Musiksaiten 1 sind Viola da Gamba und Viola d'Amore. Derartige, erfin¬dungsgemäße Musiksaiten 1 können für alle gestrichenen Saiteninstrumente vorgesehen sein.
[0024] Erfindungsgemäße Musiksaiten 1 sind zum Erzeugen tongebenden Schwingungenvorgesehen, wobei ein bestimmter Typ von Musiksaite 1 für den Einsatz bei einer bestimmtenArt von Musikinstrument vorgesehen ist, und weiters einen Stimmton und ein sog. Stimmge¬wicht als Merkmale aufweisen, wobei der Stimmton den Grundton angibt, mit welchem ein Teilder Musiksaite 1 - zwischen deren Endbereichen - von der Länge der Mensur der bestimmtenArt von Musikinstrument schwingt, wenn die Musiksaite 1 mit dem Stimmgewicht belastet, dahergespannt, ist, und natürlich zu einer Schwingung angeregt wurde.
[0025] Erfindungsgemäße Musiksaiten 1 weisen einen Saitenkern 2 auf, welcher dazu vorge¬sehen und ausgebildet ist die Belastung bzw. die Spannung, welcher die Musiksaite 1 im, auf einem Musikinstrument aufgespannten Zustand ausgesetzt ist, aufzunehmen. Der Saitenkern 2ist dabei bevorzugt als Einzeldraht, als Drahtseil, als Kunststofffaserbündel oder als Naturdarmausgebildet. Jede dieser unterschiedlich ausgebildeten Arten eines Saitenkerns 2 sind für sichbei Musiksaiten 1 bekannt, und weisen jeweils bestimmte Vorteile bzw. bevorzugte Einsatzum¬gebungen auf. Die gegenständliche Erfindung ist dabei mit jeder Art der Ausbildung des Saiten¬kerns 2 umsetzbar.
[0026] Die Musiksaite 1 weist wenigstens eine äußere bzw. äußerste oder außen liegendeWickellage 6 auf, welche als Verbundwickellage 3 ausgebildet ist, und wenigstens ein erstesWickelelement 4 und wenigstens ein zweites Wickelelement 5 aufweist.
[0027] Das wenigstens eine erste Wickelelement 4 und das wenigstens eine zweite Wickelele¬ment 5 sind in Form einer mehrgängigen Schraubenlinie um den Saitenkern 2 gewickelt. Beilediglich einem ersten und einem zweiten Wickelelement 4, 5, daher bei zwei Wickelelementen4, 5, sind diese in Form einer zweigängigen Schraubenlinie um den Saitenkern 2 gewickelt,welche zweigängige Schraubenlinie auch als Doppelhelix bezeichnet werden kann. Bei, inSumme, drei Wickelelementen sind diese in Form einer dreigängigen Schraubenlinie um denSaitenkern 2 gewickelt, und bei vier Wickelelementen sind diese in Form einer viergängigenSchraubenlinie um den Saitenkern 2 gewickelt.
[0028] Das wenigstens eine erste und das wenigstens eine zweite Wickelelement 4, 5 sinddaher jeweils schraublinienförmig um den Saitenkern 2 gewickelt, wobei das zweite Wickelele¬ment 5 benachbart zum ersten Wickelelement 4 in der selben Wickellage angeordnet ist. Fig. 1zeigt eine schematische Darstellung einer gegenständlichen Musiksaite 1, wobei die beidenWickelelemente 4, 5 durch unterschiedliche Schraffuren unterschieden sind. Wie dargestellt,wechseln sich die beiden Wickelelemente 4, 5 in Längserstreckung der Musiksaite 1 ab, undbilden gemeinsam die Verbundwickellage 3. Eine Angabe in der Form: „zwei erste Wickelele¬mente 4“ bezeichnet zwei Wickelelemente aus demselben Material.
[0029] Das erste Wickelelement 4 und das zweite Wickelelement 5 werden bei der Herstellungder Musiksaite 1 auf den Saitenkern 2 aufgewickelt, wobei vorgesehen sein kann, dass daserste Wickelelement 4 und das zweite Wickelelement 5 dicht aneinander liegend gewickelt sind,wobei im Wesentlichen keine bzw. lediglich sehr geringe Zwischenräume zwischen den einzel¬nen aneinander angrenzenden Wicklungen auftreten. Es kann aber auch vorgesehen sein, dasszwischen den einzelnen aneinander angrenzenden Wicklungen ein vorgebbarer Zwischenraumvorgesehen ist.
[0030] Die äußere Wickellage 6 ist als Verbundwickellage 3 ausgebildet, und besteht aus we¬nigstens dem ersten Wickelelement 4 und dem, vom ersten Wickelelement 4 unterschiedlichenzweiten Wickelelement 5. Die beiden Wickelelemente 4, 5 weisen dabei unterschiedliche Mate¬rialien bzw. Werkstoffe auf. Das erste Wickelelement 4 ist aus Stahl, und dass das zweite Wi¬ckelelement 5 aus Silber oder einer Silberlegierung gebildet.
[0031] Diese beiden Werkstoffe unterscheiden sich neben zahlreichen Werkstoffparameternauch durch eine deutlich unterschiedliche Wärmeleitfähigkeit, welcher Unterschied größer170 W/m.K ist. Die Wärmeleitfähigkeit kann auch als thermische Leitfähigkeit bezeichnet wer¬den. Die Wärmeleitfähigkeiten sind dabei jeweils auf die Materialien selbst bezogen, wobeiOberflächeneffekte, etwa durch Oxidschichten, unberücksichtigt bleiben sollen.
[0032] Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Stahl einen Cr-Gehalt von wenigstens 5% und/odereinen Ni-Gehalt von wenigstens 5% aufweist. Ein derartiger Stahl weist bereits rosthemmendeEigenschaften aus, wenngleich ein solcher noch nicht als rostfrei gilt. Es hat sich jedoch ge¬zeigt, dass ein Stahl mit derartigen Gehalten an Chrom und Nickel dazu führt, dass eine Mu¬siksaite 1 weitestgehend frei von klagschädlicher Korrosion bleibt, bzw. dass auftretende Korro¬sion kein, die Lebensdauer der betreffenden Musiksaite limitierender Faktor ist.
[0033] Durch die Verwendung von Stahl bei einem der Wickelelemente 4, 5 kann zudem einehohe Widerstandsfestigkeit, vor allem gegen Knickbelastungen, erreicht werden. Insbesonderekann dadurch ein Aufreißen der Wickelelemente 4, 5 am Steg eines Musikinstruments verhin- dert werden. Dadurch kann eine langlebige Musiksaite 1 geschaffen werden.
[0034] Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Stahl ein rostfreier Stahl ist, daher dass der Stahleinen Cr-Gehalt von wenigstens 10,5% aufweist. Gemäß besonders bevorzugter Ausführungs¬formen ist ein Stahl mit einem Cr-Gehalt von 17% bis 20% und einem Ni-Gehalt von 8% bis12% vorgesehen. Dabei sind insbesondere die folgenden Stahlsorten besonders bevorzugtvorgesehen: X5CrNi18-10, X8CrNiS10-9, X2CrNi19-11, X2CrNi18-9, X10CrNi18-8, X12CrNi17-7, X5CrNiMo17-12-2, X2CrNiMo17-12-2. Weiters sind besonders bevorzugt Stähle aus derWerkstoffgruppe 1.47XX, insbesondere der Stahl mit der Werkstoffnummer 1.4767, welcherauch als X8CrAI20-5 bezeichnet werden kann.
[0035] Dadurch kann eine Musiksaite 1 geschaffen werden, welche weitestgehend beständiggegen die Einwirkungen von Handschweiß und Luftfeuchtigkeit ist.
[0036] Bevorzugt ist vorgesehen, dass das Silber als Reinsilber, vorzugsweise mit einem Rein¬heitsgrad von 99,999% oder 99,6%, oder als Feinkornsilber ausgebildet ist.
[0037] Weiters ist bevorzugt vorgesehen, dass die Silberlegierung eine Silberlegierung ausge¬wählt aus der Gruppe: AgCu, AgCu 2, AgCu 6, AgPt 16, AgRh 16, AgCuNi, Sterlingsilber ist.
[0038] Weiters kann vorgesehen sein, dass auf dem ersten Wickelelement 4 und/oder demzweiten Wickelelement 5 wenigstens eine Beschichtung angeordnet ist. Dabei ist insbesonderevorgesehen, dass die Oberfläche des ersten und/oder des zweiten Wickelelements 4, 5 mitwenigstens einem Metall, insbesondere Messing, Zinn, Nickel, und/oder einem Kunststoff,insbesondere einem Polymer, beschichtet ist.
[0039] Insbesondere ist vorgesehen, dass die wenigstens eine Beschichtung als Oxidschichtund/oder Nitridschicht und/oder Sulfidschicht ausgebildet ist. Diese können etwa mittels PVD-oder CVD-Verfahren auf den Wickelelementen 4, 5 angebracht werden. Vorzugsweise kannvorgesehen sein, dass eine vorgebbare Anzahl an Beschichtungen übereinander angeordnetsind.
[0040] Durch das Aufbringen einer Beschichtung kann das Bogengeräusch weiters beeinflusstwerden. Die Beschichtung beeinflusst dabei die Oberflächeneigenschaften des jeweiligen Wi¬ckelelements. Aufgrund der geringen Dicke einer derartigen Beschichtung in Relation zumQuerschnitt eines Wickelelements hat die Beschichtung in der Regel einen untergeordnetenEinfluss auf den Wärmetransport durch das Wickelelement. Es hat sich gezeigt, dass die Ober¬flächenbeschaffenheit, welche unmittelbar durch die Beschichtung beeinflusst ist, zusätzlichgeeignet ist, das Bogengeräusch über das Material hinaus zu beeinflussen.
[0041] Das erste und zweite Wickelelement 4, 5 ist vorzugsweise entweder als Draht oder alsBand 10, 11 ausgebildet, wobei vorgesehen ist, dass jeweils sämtliche Wickelelemente derVerbundwickellage 3 als Draht oder als Band 10,11 ausgebildet sind. Wie noch dargelegt, kanneine gegenständliche Musiksaite 1 mehrere Verbundwickellagen 3 aufweisen.
[0042] Die äußere Wickellage 6 weist dabei gemäß den besonders bevorzugten Ausführungs¬formen Wickelelemente 4, 5 auf, welche als Band 10, 11 oder als flachgeschmirgelter Drahtausgeführt sind.
[0043] Es ist daher bevorzugt vorgesehen, dass das erste Wickelelement 4 als erstes Band 10und das zweite Wickelelement 5 als zweites Band 11 ausgebildet sind, und dass das ersteBand 10 und das zweite Band 11 im Wesentlichen identische Dicken aufweisen. Das erste unddas zweite Band 10, 11 weisen dabei jeweils bevorzugt einen im Wesentlichen rechteckigemQuerschnitt mit vorgebbarer Kantenausbildung auf.
[0044] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform, und wie auch in Fig. 2 darge¬stellt, ist vorgesehen, dass das erste Band 10 eine erste Breite aufweist, und dass das zweiteBand 11 eine von der ersten Breite unterschiedliche zweite Breite aufweist. Dadurch kann einbestimmter Massebelag besonders einfach eingestellt werden. Dadurch ergeben sich weitrei¬chende Möglichkeiten zur gezielten Beeinflussung der tonalen Eigenschaften, insbesondereauch des Bogengeräusches, einer Musiksaite 1. Durch die unterschiedlichen Breiten kann die
Biegesteifigkeit der Musiksaite 1 und damit die Fähigkeit zur Ausbildung bestimmter Ober¬schwingungen unmittelbar beeinflusst werden.
[0045] Bevorzugt weisen das erste und/oder das zweite Band 10, 11 eine Dicke in einem Be¬reich von 0,01mm bis 1,2mm, vor allem 0,013mm bis 0,8mm, sowie eine Breite in einem Berei¬che von 0,07mm bis 2mm, vor allem 0,1 mm bis 1,8mm, auf.
[0046] Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass die Musiksaite 1 weiters zwischen dem Saiten¬kern 2 und der äußeren Wickellage 6 wenigstens eine weitere Wickellage 7 aufweist. Diese istbevorzugt ebenfalls als Verbundwickellage 3 ausgebildet. Fig. 2 zeigt eine entsprechend aus¬gebildete weitere Wickellage 7. Bei dieser weiteren Wickellage 7 ist bevorzugt vorgesehen,dass das erste Wickelelement 4 als erster Draht 8 und das zweite Wickelelement 5 als zweiterDraht 9 ausgebildet sind, und dass der erste Draht 8 und der zweite Draht 9 im Wesentlichenidentische Durchmesser aufweisen. Bevorzugt ist der Draht 8, 9 als Runddraht ausgebildet,wobei auch andere Querschnitte, insbesondere hexagonal, vorgesehen sein können. Bevorzugtist vorgesehen, dass der Durchmesser der als Runddraht ausgebildeten ersten bzw. zweitenDrähte 8, 9 zwischen 0,05mm und 0,4mm beträgt.
[0047] Es ist vorgesehen, dass die Verbundwickellage 3 wenigstens ein erstes und ein zweitesWickelelement 4, 5 aufweist. Dabei können auch drei oder vier Wickelelemente 4, 5 in einerVerbundwickellage 3 angeordnet sein. Gemäß besonders bevorzugter Ausführungsformen istvorgesehen, dass die Verbundwickellage 3 aufweist: [0048] - zwei erste Wickelelemente 4 und ein zweites Wickelelement 5, oder [0049] - ein erstes Wickelelement 4 und zwei zweite Wickelelemente 5, oder [0050] - drei erste Wickelelemente 4 und ein zweites Wickelelement 5, oder [0051] - ein erstes Wickelelement 4 und drei zweite Wickelelemente 5, oder [0052] - zwei erste Wickelelemente 4 und zwei zweite Wickelelemente 5.
[0053] Die ersten und zweiten Wickelelemente 4, 5 sind als Draht oder Band ausgeführt.
[0054] Musiksaiten 1 weisen oftmals mehrere Wickellagen 3, 6, 7 auf, welche übereinanderlie¬gend angeordnet sind. Dabei kann jede Wickellage 6, 7 als Verbundwickellage 3 im Sinn dergegenständlichen Erfindung ausgebildet sein.
[0055] Es kann weiters bevorzugt vorgesehen sein, dass die Verbundwickellage 3 nächst demSaitenkern 2 angeordnet ist. Fig. 1 zeigt eine besonders einfach ausgebildete gegenständlicheMusiksaite 1, welche lediglich eine Verbundwickellage 3 aufweist, welche gleichzeitig nächstdem Saitenkern 2 angeordnet ist, als auch als außen liegende Wickellage 6.
[0056] Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform einer gegenständlichen Musiksaite 1, welcheeine nächste dem Saitenkern 2 angeordnete, als Verbundwickellage 3 ausgebildete, weitereWickellage 7 aufweist, sowie eine als Verbundwickellage 3 ausgebildete äußere bzw. außenliegende Wickellage 6. Weiters kann vorgesehen sein, dass die Verbundwickellage 3 als Zwi¬schenwickellage ausgebildet ist, welche zwischen zwei anderen Wickellagen 3, 6, 7 angeordnetist.
[0057] Bevorzugt ist wenigstens an einem, dem Saitenkern 2 zugewandten Bereich der Ver¬bundwickellage 3 eine polymere Dämpfungsschicht angeordnet. Als Polymer kommen dabeiinsbesondere Öl-Wax-Gemische zum Einsatz.

Claims (13)

  1. Ansprüche 1. Musiksaite (1) für Streichinstrumente, mit einem tragenden Saitenkern (2) und wenigstenseiner äußeren Wickellage (6), welche wenigstens ein erstes Wickelelement (4) und wenigs¬tens ein zweites Wickelelement (5) aufweist, wobei das wenigstens eine erste Wickelele¬ment (4) und das wenigstens eine zweite Wickelelement (5) in Form einer mehrgängigenSchraubenlinie um den Saitenkern (2) gewickelt sind, dadurch gekennzeichnet, dass dieäußere Wickellage (6) als Verbundwickellage (3) ausgebildet ist, dass das erste Wi¬ckelelement (4) aus Stahl ist, und dass das zweite Wickelelement (5) aus Silber oder einerSilberlegierung ist.
  2. 2. Musiksaite (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Musiksaite (1) we¬nigstens eine weitere Wickellage (7) aufweist, welche zwischen der äußeren Wickellage (6)und dem Saitenkern (6) angeordnet ist.
  3. 3. Musiksaite (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eineweitere Wickellage (7) als Verbundkern (3) ausgebildet ist.
  4. 4. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass daserste Wickelelement (4) als erstes Band (10) und das zweite Wickelelement (5) als zweitesBand (11) ausgebildet sind, und dass das erste Band (10) und das zweite Band (11) imWesentlichen identische Dicken aufweisen.
  5. 5. Musiksaite (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Band (10) eineerste Breite aufweist, und dass das zweite Band (11) eine von der ersten Breite unter¬schiedliche zweite Breite aufweist.
  6. 6. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass dieVerbundwickellage (3) aufweist: - zwei erste Wickelelemente und ein zweites Wickelelement, oder - ein erstes Wickelelement und zwei zweite Wickelelemente, oder - drei erste Wickelelemente und ein zweites Wickelelement, oder - ein erstes Wickelelement und drei zweite Wickelelemente, oder - zwei erste Wickelelemente und zwei zweite Wickelelemente.
  7. 7. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass derStahl einen Cr-Gehalt von wenigstens 5% und/oder einen Ni-Gehalt von wenigstens 5%,vorzugsweise einen Cr-Gehalt von 17% bis 20% und einen Ni-Gehalt von 8% bis 12%,aufweist.
  8. 8. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass dasSilber als Reinsilber, vorzugsweise mit einem Reinheitsgrad von 99,999% oder 99,6%,oder als Feinkornsilber ausgebildet ist.
  9. 9. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass dieSilberlegierung eine Silberlegierung ausgewählt aus der Gruppe: AgCu, AgCu 2, AgCu 6,AgPt 16, AgRh 16, AgCuNi, Sterlingsilber ist.
  10. 10. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass derSaitenkern (2) als Einzeldraht, als Drahtseil, als Kunststofffaserbündel oder als Naturdarmausgebildet ist.
  11. 11. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass we¬nigstens an einem, dem Saitenkern (2) zugewandten Bereich der Verbundwickellage (3)eine polymere Dämpfungsschicht angeordnet ist.
  12. 12. Musiksaite (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass aufdem ersten Wickelelement (4) und/oder dem zweiten Wickelelement (5) wenigstens eineBeschichtung angeordnet ist.
  13. 13. Musiksaite (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eineBeschichtung als Oxidschicht und/oder Nitridschicht und/oder Sulfidschicht ausgebildet ist. Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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