CH117361A - Verfahren zur Herstellung eines hydrophoben Emulsionskolloids aus Harnstoff und Formaldehyd. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines hydrophoben Emulsionskolloids aus Harnstoff und Formaldehyd.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung eines hydrophoben Emulsionskolloids aus Harnstoff und Formaldehyd. Die Erfindung bezieht sich auf die Iler- st.ellung eines hydrophoben Emulsionskol- loids durch die bekannte Kondensation von Harnstoff und Formaldehyd, welches<B>Ei</B> mul- #ionskolloid in bekannter Weise in harte Endprodukte übergeführt werden oder zur Herstellung von Lacküberzügen, Filmen oder dergleichen dienen kann.
In dem schweiz. Patent Nr. 111790 wurde festgestellt, dass die erste Stufe der Reak tion zwischen Harnstoff und Formaldehyd, die zu den mehr oder minder viskosen was serlöslichen Produkten führt, nicht stetig verläuft, sondern in zwei durch Konden sationsmittel verschiedenartig beeinflussbare Phasen zerlegt werden kann, von denen die erste als "Kondensation", die zweite als "Polymerisation" bezeichnet wurde, was wohl auch mit den chemischen Vorgängen übereinstimmen dürfte. Um als Endprodukte der Gesamtreaktion vollkommen durchsich tige klare Massen zu erhalten, muss man nach dem Verfahren des bezeichneten Pa tentes die Kondensation, die nach kurzem Erwärmen der Mischung der.
Ausgangspro dukte beendigt ist, in Abwesenheit von freien Wasserstoffionen vor sich gehen las sen. Die Polymerisation wird vorzugsweise durch Einbringen von -freien Wasserstoff ionen beschleunigt, weil das durch Erwärmen einer neutralen oder alkalischen Mischung von Harnstoff und Formaldehyd hergestellte Kondensationsprodukt durch einfaches Wei- tererhitzen sich nur schwierig in das viskose wasserlösliche Produkt überführen lässt Es wurde nun gefunden, dass es durch die saure Führung des Polymerisationsprozesses möglich wird,
ein bisher unbekanntes hydro- phobes Emulsionskolloid zu gewinnen. Zu diesem Zweck wird der Erfindung gemäss die Wasserstoffionenkonzentration (CH)@ in dem durch kurzes Erwärmen der Mischung von Harnstoff und Formaldehyd gebildeten Kon densationsprodukt auf einen Wert zwischen CIi = 5 .10-5 und CA = 5 .
10-3 eingestellt, worauf die Mischung einer derartigen Poly- merisation unterworfen wird, dass sich beim Abkühlen das hydrophobe Emulsionskolloid aus der wässerigen Lösung abscheidet.
Wer den dem Reaktionsgemisch nach dem kurzen Aufkochen geringere Mengen einer schwa chen Säure oder eines sauren Salzes einer solchen Säure, als der untern Grenze der Wasserstoffionenkonzentration CH = e.10-5 entspricht, zugesetzt, so entsteht bei w ei- terem Erhitzen nach kurzer Zeit ein hochvis- ko7es Polymerisa.tionsprodtikt, das noch stark hydrophile Eigenschaften besitzt.
Werden aber dem Reaktionsgemisch dem angegebenen untern Grenzwert entsprechende oder diesen übersteigende Säuremengen zugesetzt, oder wird dieser Grenzwert durch fortgesetzte Erhitzen des Gemisches erreicht oder über schritten, so gelingt es, das Gel eine:
h\-dro- phoben Emulsionskolloides zu erhalten, da. nach dein Erkalten aus dem wässerigen Pe- aktionsgcmisch ausfällt.
Selbstverständlich kann die geeignete Konzentration der Was- serstoffionen auch durch Zusatz entsprechen der Mengen einer starken Säure (oder eines sauren Salzes einer solchen Sätire) oder auch einer durch ITmsetzung sauer wirkenden Verbindung herbeigeführt werden.
Geht. man mit dem Säurezusatz über den i mr e e' -, p benen obern Grenzwert der Wasser- stoffionenkonzentration hinaus, so nimmt die Realdion einen ganz andern Verlauf.
Es tritt augenblicklich eine Erstarrung des gan zen Reaktionsgemisches zu einer das gesamte Wasser einschliessenden, weissen, bröckligen harten Masse ein, die beim Liegenlassen unter Verdunstung des Wassers klar wird und in unzählige Bruchteile zerfällt.
Bei einer Wasserstoffionenkonzentration von C,1 = 5 . 10-3 beginnt. der Prozess bereits den vorerwähnten unerwünschten Verlauf zii nehmen. Dies entspricht für Schwefelsäure einer geringeren Menge eils <B>0,017</B> %, auf Harn stoff gerechnet, oder 0,03-1 01o, auf das was- serfreie Gemisch von 1 1M1. Harnstoff und 2 -31o1. Formalclehyd gerechnet.
Das durch Ausfällung gewonnene Gel des li-#-droplioben Emulsionskolloides stellt ein infol-;e adsorbierten Wassers weiss gefärbtes, zähes, harziges Produkt dar, welches mit Wasser gewaschen werden kann und sich in Wasser nicht mehr auflöst.
Während das viskose Anfangsprodukt nach den früheren Verfahren stets nur als hydrophiles Emul- sionskolloid gewonnen werden konnte, er möglicht es also die Führung des Polymeri- sationsprozesses in Gegenwart einer genü genden blende von freien Wasserstoffionen, ein hy drophobes Einulsionskolloid durch Au. fällung abzuscheiden.
Das hydrophobe (lel kann mit oder ohne Zusatz von Er@veieliung.mitteln in nicht wässerigen Lösungsmitteln gelöst werden. Zweckmä.ssigerweise werden solche Erw ei chungsmittel zugesetzt, welche das Rissig werden der mit: Hilfe der Lösungen des bydro- lilioben Emulsionskolloides erzeugten Lack überzüge, Filme oder dergleichen verhindern.
Bei der Überführung in feste Massen durch Weitererhitzen des hydrophoben Gels zeigt sich dieses den der Technik bisher zur Verfügung stehenden liydrophilen @mulicm@- kolloiden dadurch überlegen,
dass der grösste Teil des Wassers bei der Entstehung de hydrophoben Kolloides mechanisch abgeschie den wird und da.ss die aus dem bydrophoben Emulsionskolloid hergestellten drecliselbaren Massen naturgemäss finit Wasser nicht zur Ruellung zu bringen sind, so dass auf die#e Weise die Unempfindlichkeit der Massen gegen Wasser wesentlich erhöht ist.
.4nsf ü7rr@rrir@sbeisptcl: 30 Gewichtsteile von reinem, neutral reagierendem Harnstoff werden mit<B>100</B> Ge- ivichtsteilen einer säurefreien oder neutrali sierten oder schwach alkalischen, 30 %igen wässerigen Formaldehydlösung versetzt und am R.iicli:flusskiihler zum Sieden erhitzt.
Nach kurzem Aufkochen werden zum Reaktions gemisch 5 Gewichtsteile Borsäure, in weni- lfiasser gelöst, zul-esetzt, worauf man die ganze llischun# am R.ücl#flussküliler weiter- koclit.
Nach ungefähr ? "-- Stunden geht die Re aktionsmasse in die mässige viskose Lösung eines noch stark lii-drophilen EmulsionslLo1- loides über, die sich beim Erkalten nicht mehr trübt und nach bekannten Verfahren weiter verarbeitet werden kann.
Wird die Lösung des hydrophilen Emul- sionskolloides über 21/2 Stunden weiter er hitzt, so erreicht man nach ungefähr 6- bis 7stündigem Rochen einen Zustand, bei wel chem die Reaktionsmasse in der Hitze klar ist, beim Erkalten aber unter Abscheidung eines weissen, schleimigen Gels weiss gefärbt wird. Nach mehrstündigem Stehenlassen in der Kälte hat sich die Masse in zwei Schich ten geschieden, von denen die obere Schicht abgegossen wird, worauf das die untere Schicht bildende zähe Gel mehrere Mal mit Wasser gewaschen wird.
Das infolge adsov bierten Wassers weiss gefärbte Gel wird nun im Vakuum vom Wasser befreit, wobei es wasserklar wird, hierauf in Formen gegossen und kann dann gehärtet werden.
Statt das Gel durch Trennung der Schich ten zur Abscheidung zu bringen, kann man auch die ganze Reaktionsmasse, in welcher das Kolloid hydrophob geworden ist, im Va kuum eindunsten und nach Neutralisierung der überschüssigen Säure, sowie Abbindung des freien Formaldehyds in Formen giessen und härten: Das mit Hilfe von Säuren, sauren Salzen, Arnmoniumsalzen, nach dem Ausführungs beispiel hergestellte hydrophobe Gel kann in nichtwässerigen Lösungsmitteln, wie zum Beispiel Epichlorhydrin, gelöst werden.
Diese Lösung liefert, mit Erweichungsmitteln ver setzt, nach dem Eintrocknen eine nicht rissig werdende, gegen Wasser vollständig unemp findliche Membran.
Statt einer wässerigen Lösung von Form aldehyd kann in die Reaktion auch gasförmi ger Formaldehyd oder ein Polymeres des Formaldehyds oder eine in bekannter Weise entwässerte Formaldehydlösung eingebracht werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines ht-dro- phoben Emulsionskölloides aus Harnstoff und Formaldehyd, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserstoffionenkonzentration (CH) in dem durch kurzes Erwärmen der Mischung von Harnstoff und Formaldehyd gebildeten Kondensationsprodukt auf einen Wert zwi schen CH = 5<B>-10-5</B> und C , = 5 .10-3 ein gestellt wird, worauf die Mischung einer der artigen Polymerisation unterworfen wird, dass sich beim Abkühlen ein hydrophobes Emulsionskolloid aus der wässerigen Lösung abscheidet,welches ein infolge adsorbierten Wassers weiss gefärbtes, zähes, harziges, in Wasser nicht mehr lösliches Produkt dar stellt.
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