CH119704A - Verfahren zur Gewinnung der Aromastoffe aus geröstetem Kaffee. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung der Aromastoffe aus geröstetem Kaffee.Info
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Description
Verfahren zur Gewinnung der Aromastoi% ans geröstetem Kaffee. Es ist bereits bekannt, dass man, um die Aromastoffe des gerösteten Kaffees zu ge winnen, denselben im Vakuum erhitzt. Die sich dabei verflüchtigenden Aromastoffe wurden in Vorlagen aufgefangen, die man in der üblichen Weise mit Eis oder auf - 20 C, also mit Eiskochsalzmischung, kühlte. Eine Notwendigkeit, bessere Kühl mittel anzuwenden, lag nach den früheren Erfahrungen über die Natur des Kaffee aromas nicht vor, denn man hielt den für das Kaffeearoma wesentlichen Riechstoff für relativ schwerflüchtig.
Neue umfangreiche Untersuchungen zeig ten aber, dass' diese Auffassung nicht stimmt. Das Kaffeearoma ist nicht einheitlich, son dern ein Gemisch, von dein wesentliche Be standteile, zum Beispiel aliphatische o-Di- hetone, wie das Diacetyl, aliphatisehe -Al dehyde, wie Acetaldehyd und Metliyläthy 1- acetaldehyd, viel leichter flüchtig sind" als dass sie nach der früheren Arbeitsweise liä.t- ten gewonnen werden können.
Gemäss dem Verfahren nach vorliegen der- Erfindung gelingt es, diese wertvollen flüchtigen Produkte zu erhalten, indem man die Kondensation der ausgetriebenen Aroma stoffe bei einer Temperatur, die unter - 20 C liegt, ausführt. Die Resultate wer den besonders günstig, wenn beispielsweise Temperaturen von - 80 bis -180 C zum Verdichten der Aromastoffe angewandt -wer den.
Beim Erhitzen des gerösteten Kaffees im Vakuum entweichen die Aromastoffe mit geringen Mengen von Wasser, die im Kaffee enthalten sind. Die Hauptmenge des Wassers kann in einer ersten, mit Eis gekühlten Vorlage kondensiert werden, wäh rend die flüchtigeren Aromastoffe grössten teils in die weit stärker gekühlten -Vorlagen übergehen und dort zurückgehalten werden. Durch Zusammenmischen sämtlicher Kon densate kann dann ein Produkt gewonnen werden, das völlig dem Kaffeearoma gleicht, da es alle Bestandteile desselben enthält. Diese Wirkung war mit der früheren Ar beitsweise nicht zu erreichen, da hierbei die leichtflüchtigen Bestandteile, die für das Aroma wesentlich sind, verloren gingen.
Zur völligen Austreibung der Aroma stoffe aus geröstetem Kaffee können wäh rend des Evakuierens geringe Mengen Was serdampf eingeleitet werden; auch kann man in die Destillationsanlage Wasser unter geeigneter Durchmischung zuführen. Es ist aber auch möglich, so vorzugehen, dass man vor dem Erhitzen den Kaffee etwas befeuchtet, ihm also beispielsweise 1 bis 5 % Wasser zusetzt. Wird dieser feuchte Kaffee im Vakuum erhitzt, so können die Aromastoffe abgetrieben und in den ge kühlten Vorlagen aufgefangen werden.
Aber auch hier muss zur vollständigen Konden sation der leichtflüchtigen Aromastoffe wie der stärker gekühlt werden als nach den früheren Angaben; es müssen also Kühl vorlagen, die auf - 25 und darunter ab gekühlt sind, vorgeschaltet werden.
Es ist auch möglich, so vorzugehen, dass man nach dem Abtreiben der ersten, leicht flüchtigen Aromastoffe im Vakuum den nun völlig getrockneten Kaffee von neuem mit einer geringen Menge von Wasser behandelt und dann erneut evakuiert, wobei die Aroma stoffe übergetrieben werden. Diese Arbeits weise lässt sich natürlich mehrmals wieder holen.
Die Höhe der Temperatur, auf die der geröstete Kaffee erhitzt werden muss, um die Aromastoffe zu entfernen, richtet sich nach dem Vakuum; Ausbeute und Qualität der Aromastoffe sind bei dem Arbeiten bei tiefer Temperatur und gutem Vakuum be sonders günstig. Wenn beispielsweise ein Vakuum von 2 bis 5 mm in der Apparatur herrscht, genügt ein Erhitzen auf 101) bis 1.10 C, um. die Aromastoffe abzudestil- lieren.
Die weitere Isolierung der in den Kühl vorlagen kondensierten Aromastoffe ist leicht dabei durchzuführen; zum Beispiel lassen sie sich von dem Wasser durch Ab lieben trennen; besser werden sie in geringen Mengen von Lösungsmitteln, wie Äther, Benzol, Petroläther, Chloroform, illethyl- chlorid, Äthylchlorid, aufgenommen und dann erst von dem Wasser abgetrennt.
Da- bei lassen sieh für das Aroma schädliche Beimengungen auf physikalischem oder che mischem Wege abseheiden, zum Beispiel können durch öfteren Schütteln mit Wasser oder durch Behandeln mit einer Karbonat- oder Bikarbonatlösung Säuren. wie zum Bei spiel Essigsäure, entfernt werden. die den Geruch beeinträchtigen und auch beim Stehen zerstörend auf das Kafffeearoma. einwirken.
Die Aromastoffe können auch in be kannter Weise durch Aufnehmen in retten oder Olen von dem Wasser abgeschieden wer den. Die mit dem Aromastoff imprägnierten rette und Ole können in dieser Form V er wendung finden.
Weiter isl- es möglich, zur Isolierung der Aromastoffe derart vorzugehen, da.ss iuan das Gemisch derselben mit Wasser destil liert, eventuell unter Durchleiten von serdampf, wobei inan zweckmässig im Va kuum arbeitet. X@itiirlieli müssen auch hier wieder zur völligen Kondensation der flüch tigen Teile gut gehühll.e Vorlagen vorgelegt werden.
Nach dieser erneuten Destillation lässt sich das Aroma., das als gelbes 01 auf dem Wasser schwimmt, entweder leicht di rekt abtrennen oder es kann nach Zusatz von Lösungsmitteln. Fetten oder 01en ab geschieden werden.
Man kann auch beide Verfahren kom binieren und nur die leichtflüchtigen Aroma stoffe mit Wasserdampf, eventuell im Va kuum übertreiben und in gekühlten Vor lagen auffangen, die selnverflüchtigen in Lösungsmitteln, oder Fetten, oder C>len, auf nehmen und so von dem Wasser trennen.
Die Kaffeearomastoffe können gemäss dem vorliegenden Verfahren als gelbliche bis braun gefärbtes 01 erhalten werden, das sehr intensiv nach geröstetem Kaffee riecht. Die Aromastoffe werden in bekannter Weise entweder rein oder nach Vermischen mit organischen Lösungsmitteln festen oder flüssigen Nahrungs- und Genussmitteln zu gesetzt, um diesen das Aroma des gebrann ten Kaffees zu verleihen. Dazu können auch die Kondensate samt dem Wasser ohne vor- herige Trennung angewandt werden.
End lich können die mit den Aromastoffen des Kaffees beladenen Fette oder Ole den Nah- rungs- oder Genussmitteln zugesetzt werden. <I>Beispiel:</I> In einem mit einem Rührwerk versehe- nen zylindrischen Vakuumkessel, der derart elektrisch erhitzt werden kann, dass die In nentemperatur bis auf 5 C genau zu regeln ist, werden 80 bis 100 kg gemahlener, ge rösteter Kaffee hineingebracht. Dann wer den einige Kühlvorlagen vorgeschaltet, deren erste auf 0 C, eine oder weitere auf -- 20 bis - 25 C, schliesslich weitere (zum Bei spiel mittelst flüssiger Luft) auf<B>-80'</B> C und -180 C abgekühlt werden.
Der Ap parat wird dann mit einer Hochvakuumpumpe evakuiert und die Heizung eingesehaltet. Bei etwa 60 bis 80 C destilliert bei einem Vakuum von 20 mm der Hauptteil des Was sers und ein grosser Teil der Aromastoffe über, die in den Kühlvorlagen kondensiert werden. Nachdem die Hauptdestillation be endet ist, wird auf 100 bis 105 C erhitzt. Das Vakuum erhöht sieh schliesslich auf bis 3 mm. Die Gesamtdestillation dauert in der Regel 7 bis 8 Stunden. Während des ganzen Prozesses wird das Kaffeepulver durch das Rührwerk, das mit einer Stopf büchse gut abgedichtet sein muss, ab und zu durchgerührt.
Nach Beendigung der Destillation hat das Kaffeepulver seine Aromastoffe fast völlig verloren; dieselben sind in den Vor lagen kondensiert, und zwar haben sich in den ersten, auf 0 bis - 20 C gekühlten Vorlagen neben geringen Mengen Coffein und höher siedenden Teilen hauptsächlich Wasser und sehwerflüchtige Aromastoffe kondensiert, während in den weiteren, auf - 80 und -180 C gekühlten Vorlagen gerade die für das Zustandekommen des feinen Aromas wertvollen, leichtflüchtigen Substanzen sich befinden. Der Inhalt sämt licher Vorlagen kann vereinigt direkt ver wendet werden.
Günstiger ist es, die leicht flüchtigen Anteile durch nochmalige De stillation im Vakuum abzutrennen, wobei zur völligen Kondensation wieder stark ab gekühlt werden muss, zum Beispiel auf <B>-80'</B> oder<B>-180'</B> C.
Das Aroma schwimmt als gelbes 01 auf der wässerigen Schicht und lässt sich von derselben durch Abheben trennen. Es kann aber auch in organischen Lösungsmitteln aufgenommen werden. Die schwerflüchtigen Aromastoffe werden ebenfalls in organischen Lösungsmitteln gelöst und so von dem Was ser getrennt und die Petrolätherlösungen vereinigt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung der Aroma stoffe aus geröstetem Kaffee durch Erhitzen desselben im Vakuum und Kondensation der entweichenden Aromastoffe durch Küh lung, dadurch gekennzeichnet, dass die Kon densation der ausgetriebenen Aromastoffe bei einer Temperatur, die unter -- 20 C liegt, erfolgt. UNTERANSPRü"CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kondensation der ausgetriebenen Aromastoffe bei Tem peraturen von<B>-80'</B> bis<B>-180'</B> C er erfolgt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zu dem im Vakuum erhitzten Kaffee Wasserdampf geleitet wird.
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