Fachbildungsmaschine mit Papiermusterliarte. Eine Fachbildungsmaschine zur Herstel lung von Geweben mit langen Schussrapporten, sei es eine Schaftmaschine oder ein Jacquard mechanismus, braucht zur vorteilhaften Ar beit eine Musterkarte aus Papier. Die be stehenden Fachbildungsxnaschinen mit Papier musterkarte haben den Nachteil, dass sie nicht zwangsläufig arbeiten, das heisst, dass sie die Schüsse wohl beim Vorwärtsgang, nicht aber beim Rückwärtsgang in richtiger Weise öffnen und schliessen.
Die den Gegen stand der vorliegenden Erfindung bildende Fachbildungsmaschine (Schaftmaschine oder Jacquardmechanismus) dagegen ergibt sowohl bei ihrem Vorwärtsgang, als auch beim Rück wärtsgang ein Einweben beziehungsweise Auf lösen der Schüsse in richtiger Reihenfolge.
Es beruht dies darauf, dass während eines Ganges des Hubmessers oder der Hubmesser zugleich je zwei für dasselbe Messer aufein- anderfolgende Schüsse von der Musterkarte abgelesen und die Platinenhaken durch ge eignete Organe derart für das Hubmesser in Bereitschaft gestellt und gehalten werden, dass während des toten Ganges des Messers beim Vorwärtsdrehen der Maschine der kom- mende, beim Rückwärtsdrehen der vorherge gangene Schuss für die Stellung des Platinen- hakens in bezug auf das Messer massgebend ist.
Die Zeichnung veranschaulicht zwei -als Schaftmaschinen ausgebildete Ausführungs beispiele des Erfindungsgegenstandes, und zwar sind die Fig. 1-.3 schematische Dar stellungen des ersten, eine Einhubmaschine betreffenden Ausführüngsbeispieles; Fig. 4 zeigt das Diagramm dieser Ma schine, Fig. 5 das Diagramm des zweiten, als Doppelhubmaschine ausgebildeten Ausfüh- rungsbeispieles; Fig. 6 zeigt einen Teil dieses zweiten Beispieles in Vorderansicht;
Fig. 7 einen Schnitt nach Linie A-B von Fig. 6 mit einzelnen vor der Schnitt ebene liegenden Teilen ; Fig. $ stellt einen in der nämlichen Ebene gelegten, aber in kleinerem Massstab gehal tenen Schnitt bei anderer Stellung der be weglichen Teile dar; Fig. 9 ist eine teilweise Seitenansicht der Maschine.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1-4 ist 1 der Zylinder, über den die Papiermuster karte 2 läuft und der von der Welle 5 aus nach jedem Schuss des Webstuhles um einen Schuss weiter geschaltet wird durch Über tragungsorgane, die für das zweite Beispiel in Fig. 6-9 näher angegeben sind. Auf der Welle 5 sitzt, wie von bestehenden Schaft maschinen her bekannt, an beiden Enden der Maschine je eine Kurvenscheibe 6, die unter Vermittlung einer Rolle 8 einen Schwing hebel 10 betätigt, der das Hubmesser 12 trägt.
Im Bereiche dieses letzteren liegen die je an eine Balance 40 angeschlossenen Pla- tinenhaken 14, und die Balance steht im Eingriff mit einer Schwinge 41, die beweg lich auf einer Stange 42 sitzt und an deren Arm 43 in bekannter Weise ein Schaft an geschlossen ist. In den Stellungen nach Fig. 2 und 3 liegt die Balance 40 an feststehen den Leisten 44 und 44' an. Unter jedem Platinenhaken 14 sitzt auf einer Stange 17 lose ein dünner Winkelhebel 16, der einerseits unter dem Einflusse einer Zugfeder 18, anderseits unter dem von zwei Stossnadeln 2111, 21 steht.
An jeder der letzteren hängt eine Nadel 22A oder 22 zum Ablesen des Kartenmusters. Die Nadeln 2211, 22 liegen in Schussabstand hinterein ander, damit durch sie gleichzeitig immer zwei aufeinanderfolgende Schüsse abgelesen werden können. Sie sind in Flacheisen oder Leisten 23, die Stossnadeln 2111, 21 im verti kalen Schenkel eines Winkeleisens 24 ge führt, dessen wagrechter Schenkel den Hebeln 16 als Anschlag dient, wenn diese nur unter der Wirkung der Federn 18 stehen.
Zum Abheben der Ablesenadeln 22A, 22e von der Papierkarte 2 vor dem Schalten der letztern und zum nachherigen Unterstützen derjenigen Stossnadeln 21A, 21 , deren Nadeln 22,1, 22' in Löcher der Papierkarte einge fallen sind, dienen Stäbe 25 beziehungsweise 26, die vom obern Arm eines Winkelhebels 28 getragen werden, dessen anderer Arm in- folge Übergewichtes gegen den Umfang einer Hubscheibe 29 angedrückt wird. Diese letz tere läuft gleich schnell um, wie die Hub scheibewelle 5.
Auf einer Welle 4, die eben falls mit der Geschwindigkeit der Welle 5 umläuft und die daher in Wirklichkeit zweck mässigerweise auch die Welle der Hubscheibe 29 sein wird, sitzen zwei mit ihren Hub daumen gegeneinander versetzte Hubscheiben 30, 31. Von diesen wirkt 30 auf einen Winkel hebel 32, 31 auf einen ähnlichen Winkelhebel 33. Die anderen, aufwärts gerichteten Arme dieser Winkelhebel 32, 33 tragen je eine Stossschiene 34 beziehungsweise 35, die in unten beschriebener Weise auf die Stossnadeln 2111, 21 wirkt.
Das in Fig. 4 gegebene Diagramm ver anschaulicht die Bewegungen der beschriebenen Organe in ihrem gegenseitigen zeitlichen Ver hältnisse während des Umganges der Kurven scheibenwelle 5. Die Fig. 1-3 veranschau lichen die gegenseitigen Stellungen dieser Organe bezüglich an den Punkten I, 1I und III des Diagrammes. In letzterem bezeichnen die oben mit Gradangaben versehenen senk rechten Linien die verschiedenen Stellungen der Kurvenscheibe 6, in der Stellung nach Fig. 1 beginnend.
Die an den querlaufenden Linien angebrachten Zahlen entsprechen denen, die in Fig. 1-3 für die Organe benutzt sind, deren Bewegungen durch jene Linien darge stellt sind. Aus diesem Diagramm ergibt sich, links vor der mit 0 bezeichneten Stellung der Kurvenscheibe 6 begonnen, folgendes Während die Gleitrolle 8 am Anfang des in Fig. 1 links liegenden, längeren konzen trischen Umfangteiles der Kurvenscheibe 6 anliegt, das Messer 12 also stille steht, und bevor der Zylinder 1 geschaltet wird, werden die Nadeln 22A, 22 aus der Papierkarte 2 herausgehoben, indem der exzentrische Teil der Hubscheibe 29 den Hebel 28 so dreht, dass die Stänglein 25,
26 und die auf ihnen lie genden Stossnadeln 21A, 21 gehoben werden. Die Nadeln 2211, 22 befinden sich also wäh rend der unmittelbar auf ihre Aufwärtsbe- wegeng folgenden Schaltung des Zylinders 1 au;')') Berührung mit der Papierkarte (Fig. 1). Nachdem die Zylinderschaltung beendet ist, gleitet der Nocken der Hubscheibe 29 vom Hebel 28 ab, senken sich also die Stänglein <B><U>2</U></B>5, 26, die Stossnadeln 2111 und 21 und die Nadeln 2211 und 22 , so dass diese nun zwei aufeinanderfolgende Schüsse ablesen können.
In den nachstehenden Ausführungen ist zu nächst angenommen, es befinde sich unter jeder Nadel ein Loch in der Papierkarte 2. Die Nadeln 2211, 22 senken sich also in diese hinein, wobei die Eindringtiefe geregelt ist durch das Aufliegen der Stossnadeln 21a, 21 auf der) Stänglein 25, 26, die durch den Hebel 28 stillgehalten werden, solange der konzentrische Teil der Hubscheibe 29 am Hebel 28 anliegt.
Mit ihrer Abwärtsbewegung gelangen die Stossnadeln 21a, 21 in den Bereich der Stossschienen 3.1, 35. In der Folge gelangt zunächst der Nocken der Hubscheibe 30 zur Einwirkung auf den Hebel 32 in dem Sinne, dass die Stossschiene 34 vorgestossen wird und dadurch die Stossnadel 21a vorstösst. Dadurch wird der Hebel 16 entgegen der Wirkung der Feder 18 rückwärts gedreht, so dass er den Platinenhaken 14, der gleichzeitig (Fig. 4) aus der in Fig. 1 angegebenen Lage rück wärts schwingt, nicht berührt. Dieser Haken bleibt daher auf dem Hubmesser 12 liegen. Die Stellung der Teile ist nun die in Fig. 2 angegebene.
Hier beginnt der sogenannte tote Gang des Messers 12, das heisst, dieses setzt seine bisherige Bewegung rückwärts noch ein Stück weit fort, indem die (äleitrolle 8 an einem Teile der Kurvenscheibe 6 anliegt, dessen Abstand von der Drehachse in der Drehrichtung noch weiterhin etwas abnimmt. Der Platinenhaken 14 hingegen folgt dieser Bewegung des Messers 12 nicht mehr, indem die Balance 40 an beiden Leisten 44, 44' anliegt. Die Stellung der Teile 16, 32, 34, 2111 bleibt zunächst noch die gleiche.
Sobald aber der Nocken der Hubscheibe 30 beginnt vom Hebel 32 abzulaufen, bewegt sich die Stossschiene 32 wieder zurück und damit kann unter der Wirkung der Feder 18 auch der Hebel 16 sich vorwärts drehen, jedoch nicht in seine Anfangsstellung, sondern nur in eine Zwischenlage, in der er den Platinenhaken 14 etwas hebt (Fig. 3). Denn wenn das an der Hubscheibe 30 anliegende Ende des He bels 32 bis auf die halbe Höhe des Hub nockens zurückgegangen ist, hat das an der Hubscheibe 31 anliegende Ende des Hebels 33 beim Ansteigen die halbe Höhe des be treffenden Hubnockens erreicht.
Während da her von dieser Stellung an (Fig. 3) die Stoss schiene 34 zurückgeht, schwingt die Stoss schiene 35 weiter vor und dreht mittelst der Stossnadel 21 den Hebel 16 wieder zurück. Der Platinenhaken 14 legt sich also wieder auf das Messer 12 und wird von diesem, das inzwischen seine Bewegung nach vorn be gonnen hat, mitgenommen.
In der Folge geht auch die Stossschiene 35 wieder in ihre Anfangslage zurück unter Freigabe der Stossnadel 21 , die Hubscheibe 29 betätigt wieder den Hebel 28 in dem Sinne, dass er die Stänglein 25, 26 hebt und dadurch die Nadeln 2211, 22 ausser Bereich der Papierkarte 2 bringt. Dann wird der Zylinder 1 um einen Schuss weitergeschaltet, die Kurvenscheibe 7 beginnt ihre zweite Um drehung, worauf sich die beschriebenen Vor gänge wiederholen, wobei aber der vorhin von der Nadel 22 abgelesene Schass von der Nadel 2211 abgelesen wird und 22 einen neuen Schuss abliest. Es wird also jeder Schuss zweimal abgelesen.
Oben wurde angenommen, es seien beide Nadeln 22a und 22 in ein Loch der Muster karte eingefallen. Sollte aber zum Beispiel nur 22a eingefallen sein, 221 nicht, weil die Papierkarte 2 an der betreffenden Stelle kein Loch enthält, so würde sich folgendes ändern Die Stossnadel 21 könnte beim Übergang des Hebels 28 aus der Stellung nach Fig. 1 in die nach Fig. 2 infolge Aufstehens der Nadel 22 auf der Papierkarte 2 dem sich senkenden Stänglein 26 nicht in seine Tiefst- lage folgen,
sondern bliebe durch die Nadeln 22 unterwegs in einer solchen Lage stehen, dass es beim Schwingen des Hebels 33 voll der Stossschiene 35 nicht getroffen würde. Der Hebel 16 könnte also der in ihre An fangslage zurückgehenden Stossnadel 21a bis zum Anschlage am Winkeleisen 24 folgen und würde den Platinenhaken 14 vollends voll dem Messer 12 abheben, so dass dieses die zweite Hälfte seines Weges leer aus führte, also der entsprechende Schaft nicht gehoben würde.
Ans Fig. 3 und Stellung III in Fig. 4 ergibt sich, dass, wenn aus dieser Stellung heraus die Maschine rückwärts gedreht wird, die Stossschiene 34 wieder zurückgeht (in Fig. 3 nach rechts) und den Hebel 16 vom Hallen 14 wegstösst, so dass dieser letztere vom Messer 12 bei dessen Bewegung nach vorn mitgenommen, der unmittelbar voran gegangene Schoss also wieder aufgelöst wird.
Es stehen in dem Augenblick, wo das Messer 12 sich in seiner Grundstellung (Fig. 3) befindet, stets zwei Schüsse für das Art hängen des Hakens 14 am Messer zur Ver fügung und je nach der Drehrichtung wird in der Folge der eine Schoss eingewoben oder der andere Schuf,) wieder aufgelöst. Bei gleichbleibender Drehrichtung der Maschine wird der nämliche Schoss das erste Mal von der ersten Nadel (z. B. 22 ) während der zweiten Hälfte, das zweite Mal, nach erfolgter Zylinderschaltung, von der zweiten Nadel (z. B. 2211) während der ersten Hälfte des Totganges des Messers auf den Hebel 16 übertragen.
Dabei ist aber jeweilen mir die in der zweiten Hälfte des Totganges erfol gende Übertragung bestimmend für das Ein hängen des Hakens am Messer.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich, umfassen die Bewegungen der Stossschienen 34 und 35 einen etwas grösseren Zeitraum als der tote Gang des Hubmessers. Die eine Stossschiene hat bereits ihre äusserste Arbeitsstellung er reicht, bevor der Totgang beginnt. Und erst nach Beendigung des letzteren kehrt die an dere Stossschiene aus ihrer Arbeitsstellung zurück. Dadurch ist Gewähr dafür geboten, dass der Platinefihaken 14 bei Beginn und am Ende des toten Ganges auf dem Messer liegt, sofern die entsprechende Nadel 22 (ra oder c) in einem Loch der Musterkarte liegt, oder vom Messer abgehoben ist, nicht einhängt, sofern diese Nadel kein Loch ge funden hat.
Bei der Ausführungsform (Doppelhubma- schine) nach Fig. 5 bis 9 spielen sich die in bezog auf Fig. 1-4 für ein Messer be schriebenen Vorgänge für jedes der zwei Messer in ähnlicher Weise ab.
Während aber bei der Einhubmaschine der Zylinder der Papiermusterkarte nach jedem Schoss um einen Schoss weitergeschaltet wird, erfolgt bei der Doppelbubmaschine die Zylinder schaltung nach jedem zweiten Schosse um zwei Schüsse, wobei die diesen zwei Schüssen entsprechenden Löcher der Papierkarte und daher auch die zugehörigen Nadeln in der Längs- und Querrichtung der Papierkarte gegeneinander um einige Millimeter versetzt sind.
Die Wellen 4 und 5 drehen sich bei der Doppelliubinaschitie nur halb so schnell wie bei der Einhubmaschine, unter sich eben falls gleich schnell. 6 und 7 sind die auf der Welle 5 sitzenden Kurvenscheiben, $ und 9 die an letzteren anliegenden, von den Messer. hebeln 10 und 11 getragenen Gleitrollen. 12 ist das untere, 13 das obere Hubmesser, 14 und 15 sind die Platinenbaken, voll denen je ein oberer und ein unterer all der näm lichen Balance 40 angreifen.
Auf den untern Platine nhaken 14 wirkt der Hebel 16, auf den obern Haken 15 ein mit 16 auf dem selben Zapfen 17 lose sitzender Hebel 20 unter Vermittlung einer dünnen Stange (Draht) 19, deren unteres Ende sich auf eine Schrägfläche am obern Hebelende stützt. Wie der Hebel 16, steht auch der Hebel 20 unter der Wir- kung einer Zugfeder 18, die ebenfalls durch ein Übergewicht ersetzt werden könnte.
Wie beim erstell Beispiel, steht der Hebel 16 auch hier unter dein Einflosse zweier Stossnadeln 2111, 21 , während auf den Hebel 20 die zwei in eitler senkrechten Ebene übereinan der liegenden Stossnadeln 21b, 21'r wirken, all denen die Nadeln<B>22,</B> , 22't hängen. Diese letzteren liegen in einer Ebene, die parallel liegt zu der durch die Nadeln 22a, 22e gelegten Ebene und sind diesen Nadeln gegenüber in der Umfangsrichtung des Zylinders f um einige Millimeter zurückversetzt.
Es sei an genommen, die Nadeln 22a, 22 lesen die ungeraden Schüsse (unten in Fig. 6 beispiels weise durch die mit a. und c bezeichneten Löeber der Papierkarte 2 angedeutet), die Nadeln 22b und 22d die geraden Schüsse (z. B. b und d in Fig. 6) ab.
Zum Unter stützen der Stossnadeln 2111, 21b, 21 , 21d dienen, ähnlich wie in bezug auf Fig. 1-3 beschrieben, von Armen 27 eines Winkel hebels 28 getragene Stänglein 25, 26, und zwar 25 für die Stossnadeln 21a und 21b, 26 <B>'-</B> für'-) 1e und 21d. Der Hebel 28 steht wiederum unter denn Einfluse der auf der Welle 4 fu,t,itzenden Hubscheibe 29.
Die ebenfalls auf der '#Velle -1 befestigten Hubscheiben 30 und 31 besitzen je zwei einander diametral gegenüberliegende Hubnocken. Das gegensei tige Lagenverhältnis zwischen einem Nocken der einen und dem nächstliegenden Nocken der andern Scheibe und dasjenige von einem dieser Nockenpaare zum Nocken der Hub scheibe 29 ist ähnlich dem in bezug auf Fig. 1-3 beschriebenen. Ähnlich wie dort ist auch bei dieser Ausführungsform der Maschine die Anordnung der Winkelhebel 32, 33 und der von diesen getragenen Stossschienen 34 und 35.
Jede der letzteren wirkt auf beide Hebel 16 und 20, nämlich die Schiene 34 durch die Stossnadeln 2111 und 21" die Schiene 35 durch die Stossnadeln 21 und 21d.
Die Arbeitsweise der durch die Fig. 6-9 dargestellten Maschine ergibt sich zu einem Teil aus dem mit Bezug auf Fig. 1-4 Ge sagten und sei im übrigen Teil unter Hin weis auf das durch Fig. 5 veranschaulichte Diagramm erläutert. In Fig. 5 beziehen sich die oben in einer Reihe angeordneten Grad angaben wiederum auf die Kurvenscheiben welle 5, während die an den querlaufenden Linien angebrachten Zahlen andeuten, dass diese Linien die Bewegungen der gleichbe nannten Organe darstellen.
Die in Fig. 5 mit I, I1 und III bezeichneten Stellungen entsprechen den gleichbenannten nach Fig. 4 mit den durch die andere Messerzahl bedingten Unterschieden, dass also zum Beispiel in Stel lung I von Fig. 5 die Messer sich in Be wegung befinden und sich kreuzen. von dieser Stellung an, die auch in Fig.. 8 veranschau licht ist, verlaufen die Bewegungen der ver schiedenen Teile im wesentlichen folgender massen Das Mes-er 12 bewegt sich rückwärts, das Messer 13 vorwärts (siehe Pfeile in Fig. 8).
Die Hubscheibe 29 hat durch ihren Nocken den Hebel 28 'so gedreht, dass dessen obererer Arm 27 die Stänglein 25, 26 und dadurch die Stossnadeln 2111, <I>b, c, d</I> und die Nadeln 2211, <I>b, e, d</I> in die in Fig. 8 durch ausgezogene Linien angegebene Stellung ge hoben hat, so dass die letzteren.alle über dem Zylinder 1, also ausser Berührung mit der Papiermusterkarte 2 stehen, wenn letztere nun geschaltet wird.
Dieses Schalten geschieht nach jedem zweiten Schusse, also für jede volle Umdrehung der Kurvenscheiben 6 und 7 einmal um je zwei Schüsse (einen Schuss für jedes Messer) mittelst eines auf der Welle 4 festsitzenden Zahnes 45. (Fig. 9), der in ein auf der Welle des Zylinders 1 festsitzen des Zahnrad 3 eingreift. Ist diese Schaltung vollzogen, so 'gleitet der Nocken der Hub scheibe 29 vom Hebel 28 ab, der obere Arm 27 des letzteren senkt sich und die Nadeln 2211, <I>b, c, d</I> werden nun zum Ablesen der Musterkarte 2 freigegeben.
In den folgenden Ausführungen ist als Beispiel angenommen, die Musterkarte enthalte in ihrer gegenseitigen Lage unterhalb der Nadeln 22a und 22 Löcher, nicht aber unterhalb der Nadeln 22b und 22d, der Fall liege also so, wie er unten in Fig. 6 durch die Buchstaben a, <I>b, c, d</I> für eine spätere Lage angedeutet ist.
Also können die Nadeln 22a und 22 in die Musterkarte 2 einfallen, die Stossnadeln 21a und 21 den sich senkenden Stänglein 25 und 26 folgen und in den Bereich der Stoss schienen 34, 35 gelangen (siehe strichpunk tierte Linien in Fig. 8). Gleich nachdem der Nocken der Hubscheibe 29 vom Hebel 28 abgelaufen ist; gelangt .der nächstliegende Nocken der Hubscheibe 30 zur Einwirkung auf den Hebel 32, so dass die Stossschiene 34 die Stossnadel 2111 und diese den Hebel 16 in die Stellung nach Fig. 7 zurückstösst.
Dieser letztere kommt dadurch ausser Bereich des zurückschwingenden Platinenhakens 14, so dass dieser auf dein Messer 12 liegen bleibt, wenn es seinen Totgang beginnt (siehe Fig. 7). Während im Verlaufe dieses Tot ganges der Hubnocken der Scheibe 30 vom Hebel 32 abläuft, beginnt der benachbarte Nocken der Hubcheibe 31 auf den Hebel 33 zu wirken, wie dies oben mit Bezug auf Fig. 1-4 beschrieben wurde. Es wird daher bei der Umkehr der Bewegung des Messers 12 der Hebel 16 durch die Stossschiene 35 und die Stossnadel 21 in der ausgerückten Stellung (Fig. 7) gehalten.
Der Platinenhaken bleibt daher am Messer 12 angehängt und wird von diesem bei seiner Bewegung vor wärts . mitgenommen.
Die eben beschriebene Betätigung der Hebel 32, 33, der Stossschienen 34 und 35, der Stossnadeln 21a und 21 und des Hebels 16 wiederholt sich nach einer halben Um drehung der Welle 4 unter der Wirkung der zweiten Nocken der Hubscheiben 30, 31, ohne aber hier Bedeutung zu haben, da sich das Messer 12 nun in seiner vorderer End stellung befindet. Degegen ist inzwischen das obere Messer 13 in seine hintere Stellung gelangt.
Da aber die Nadeln 22b, 2211 nicht in Löcher der Musterkarte eintreten konnten, behalten die Teile 21r', 21d, 20 und 19 ihre in Fig. 7 angegebene Stellung bei, so dass die Platine 15 in ihrer gehobenen Lage bleibt und nicht am Messer 13 anhängen kann. Hätten dagegen die Nadeln 22b, 22d in Löcher der Musterkarte einfallen können, so spielen sieh unter der Wirkung der zweiten Nocken der Hubscheiben 30 und 31 am hintern Ende der Bahn des Messers 13 ähnliche Vorgänge ab, wie sie oben für das untere Messer 12 beschrieben wurden.
Die Stossnadeln 21u und 2111 befänden sich in der nämlichen Tieflage, wie sie in Fig. 7 für die Nadeln 2111 und 21c angegeben ist. Sie würden daher bei der Schwingung der Hebel 32, 33 von den Stoss schienen 34, 35 getroffen und würden dadurch den Hebel 20 ausrücken, so dass die Stange 19 und damit der obere Platinenhaken 15 sicli senken könnten. Letzterer würfle damit am Messer 13 anhängen und von ihm bei seiner Verwärtsbewegung mitgenommen.
Beim folgenden Kreuzen der Hubmesser in der durch Fig. 8 angegebenen Richtung wird der Zylinder 1 um zwei Schüsse, das heisst um soviel weiter geschaltet, dass das vorhin unter der Nadel 22e gelegene Loch der Muster karte 2 unter die Nadel 22a zu liegen ge kommen ist. Wurden also beim vorhergehen den Gange der Messer von den Nadelre 2211 und 220 der erste und dritte Schuss, von den Nadeln 22v und 22d der zweite und vierte Schuss abgelesen, so werden es jetzt der dritte und fünfte, der vierte und sechste.
Es wird also auch hier, wie bei der Einhub maschine, jeder Schuss zweimal abgelesen, und zwar sind es immer beim einen Messer die geraden, beim andern Messer die ungeraden Schüsse. Der eine der Stützhebel 16, 20 kommt für die geraden, der andere für die ungeraden Schüsse zur Wirkung. Je nach der Richtung, in der der Webstuhl oder die Fachbildungsmaschine geschaltet wird, kommt der eine oder andere der für dasselbe Messer bereitstehenden Schüsse zur Arbeit. Also kann mit dieser Maschine von jedem beliebigen Punkte aus vorwärts oder rückwärts geschaltet werden, immer wird der richtige Schuss ar beiten. Da die Schaltung des Musterzylinders nur nach jedem zweiten Schasse, dafür aber jeweils um zwei -Schüsse geschieht, arbeitet die Maschine ruhig.