Schaftmasebine. Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaftmaschine für Webstühle, namentlich auf eine Schaftmaschine des sogenannten Crem Head Types, wie eine solche zum Bei spiel in der britischen Patentschrift 380750 der Anmelderin beschrieben und dargestellt ist.
Während aber bei jener bekannten Ma schine der sogenannte Vibratorhebel sich nach jeder Schussablesung, während welcher er zwecks Hebens des zugehörigen Schaftes ge hoben wurde, wieder senkt, ist bei der Ma schine gemäss der vorliegenden Erfindung Vorsorge getroffen, dass der genannte Hebel in seiner gehobenen Lage bleibt, wenn beim folgenden Schuss der zugehörige Schaft wie der gehoben sein soll. Dies erlaubt eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit der Maschine und macht diese daher auch für das Weben schwerer Stücke geeignet.
Auf der Zeichnung ist durch Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegen standes im Aufriss dargestellt; Fig. 2 zeigt eine Detailvariante. In Fig. 1 bezeichnet 1 die endlose Muster karte, welche zweckmässigerweise zum Bei spiel aus Verdolpapier oder ähnlich dünnem Material besteht, 2 ist der Zylinder, welcher die Musterkarte trägt. Auf der Welle 3 die ses Zylinders sitzt das Schaltrad 4, welches von Zeit zu Zeit durch einen Schaltnocken 5, welcher auf einer Achse 6 sitzt, angetrieben wird, indem dieser Nocken bei seiner Umdre hung vorübergehend in eine der am Umfang des Schaltrades 4 befindlichen Vertiefungen eingreift.
Auf einer Welle 7, welche wie die Welle 3 und die Achse 6 im Maschinenschild 12 gelagert ist, sitzen lose aneinandergereiht, zu Winkelhebeln ausgebildete flache Stücke 8., die je mit einem radial gerichteten Draht 9 über den Zylinder 2 reichen und hier eine Ablesenadel 11 tragen. Unter allen dieser < Drähten 9 durch reicht eine Stange 13, ge tragen von zwei Hebeln 14, welche auf der Welle 7 festsitzen. Mittelst dieser Stange 13 werden in bekannter Weise die Ablesenadeln 11 vom Zylinder \' abgehoben, um letzteren schalten zu können.
Durch einen Handhebel oder dergleichen (nicht gezeichnet) kann die Stange 13 jederzeit hochgehoben werden, wenn der Zylinder ? von Hand um eine grö ssere Anzahl Schüsse vor- oder rückwärts ge dreht werden soll. Der andere, aufwärts ge richtete Arm 10 des Winkelhebels 8 bildet einen Ring, in dem das umgebogene Ende eines horizontalen Drahtes 15 ruht, dessen anderes Ende in einer Schiene 16 axial ver schiebbar gelabert ist. Zwischen diesen bei den Lagern bildet die horizontale Nadel zwei ringförmige Ösen 17 und 18 als Führungen für die beiden Stossstifte 19 und 20.
Zwischen dem Arm 10 des Winkelhebels 8 und dei ersten Öse 17 umgibt den Draht 15 eine kleine Druckfeder 21, die so gewählt ist:, dass sie den Druck der Ablesenadel 11 auf die Musterkarte 1 nicht vergrössert. Die Stoss stifte 19 und 20 sind pendelnd aufgehängt an einem dreiarmigen Wipphebel 2?, xvelcber lose drehbar auf einer Welle 23 gelagert ist. Diese Stossstifte 19 und 20 hängen über den beiden Hubschienen ?4 und 25, welche je durch einen kürzeren und einen längeren Schenkel einen leicht einwärts geneigten Ab satz 26 und 27 bilden.
Der gegenseitige Ab stand der Ösen 17, 18 ist so bemessen, dass immer das untere Ende eines der Stossstifte 19, 20 sich ausser dem Bereiche der darunter befindlichen Hubschiene 24 bez-%v. ?5 befin det. Die Hubschienen 24 und 25 sind zusam- men an zwei Steigschiebern 28 befestigt, die sich, je einer auf einer Seite, ausserhalb der beiden Maschinenrahmen 12 befinden und Kulissen 50 besitzen, mittels welcher sie durch auf der Welle 23 befindliche Rollen 51 geführt sind. Die Schieber 28 und damit auch die Hubschienen 24 und ?5 erhalten eine Aufwärts- und Abwärtsbewegung diircl! zwei Hubscheiben ?9, welche auf einer Welle 30 sitzen, je eine auf jeder Maschinenseite.
Auf den Hubscheiben 29 liegen Rollen 31. welche am Steigschieber 28 mittels einer Achse 52 gelagert sind. Die Stellung der Hubscheiben 29 zum Schaltnocken 5 ist. so, dass die Hubschienen 24 und 2 5 jeweilen erst gehoben werden, nachdem der Schaltnocken 5 den Zylinder 2 um einen Zahn des Schalt rades 4 vorwärts gedreht hat und die Ab lesenadeln 11 auf dem dann wieder stillste henden Zylinder den folgenden Schuss abge lesen haben. Dies gilt sowohl für Vorwärts- als auch für Rückwärtsgang des Ablese nieebanismus.
Jeder Wippliebel \?? ist. unter einem Vi- bratorhebel 33 angeordnet und trägt an dem diesem zugekehrten dritten Arm eine Rolle 32, die unter einem am Vibratorhebel 33 an gebrachten Kurvenstücke 34 liegt. Die Vibra- torhebel 33 sind lose auf einer Welle 35 ge lagert.
Jeder Vibratorhebel 33 trägt auf einem nach der Seite vorstehenden Achs zapfen 53 lose ein Zahnrad 36. welches einen Kurbelzapfen 37 aufweist und, wie beispiels weise in der britischen Patentschrift 38075() beschrieben, abwechselnd in der einen und in der andern Richtung gedreht wird durch die eine oder die andere von zwei auf halbem Umfang gezahnten, umlaufenden Zahnwalzen 38 und 39. Auf dem Kurbelzapfen 37 sitzt das eine Ende eines -\%erbindungsstiickes 40.
dessen anderes Ende, wie aus der genannten früheren Patentschrift ersichtlich, an dem Schafthebel 41 angelenkt ist.
Die Zeichnung zeigt die Teile in der Stel lung, die sie einnehmen, unmittelbar nach dem die dargestellte Ablesenadel 11 in ein Loch der Musterkarte 1 eingefallen ist. Das Winkelstück 8, an welchem die Ablesenadel 11 hängt, hält mittelst des horizontalen Drahtes 15 den Stossstift 7 9 an den Tiber den Absatz 26 nach oben vorstehenden Teil der Hubschiene 24 anliegend, direkt über dem Absatz 26. Der Stossstift 20 befindet sieh in seiner vordersten Stellung und damit ausser halb des Bereiches der hintern Hubschiene 25.
Der 'V#'ipphebel 22 liegt mit seinem vor- dern Arm auf einer Auflagewelle 43.
Von dieser Stellung ausgehend. beginnen die Hubscheiben 29 die Steigschieber 28 und damit auch die Hubschienen 24 und 25 zu heben. Der Tiber dem Absatz 26 der Hub schiene 24 befindliche Stossstift 19 wird nach oben gestossen und dreht somit, den Wipp- hebel 22 auf dessen Achse 23, bis er mit dem hintern Arm auf der Anschlagwelle 44 auf liegt. Während dieser Bewegung gelangt die Rolle 32 unter das Kurvenstück 34 am Vi- bratorhebel 33 und dreht diesen aufwärts, so dass das Zahnrad 36 in den Bereich der obern Zahnwalze 38 kommt, gedreht wird und auf bekannte Weise durch das Verbindungsstück 40 den Schafthebel 41 nachzieht und somit auch den an letzterem hängenden Webschaft hochzieht.
Kurz nach Beginn der Aufwärtsbewe gung der Hubschienen 24 und 25, d. h. nach dem der Stossstift 19 von der Stossschiene 24 erfasst ist und von dem leicht einwärts ge neigten Absatz 26 nicht mehr abgleiten kann, erhält die Welle 7 von einer auf der Welle 30 festsitzenden Hubscheibe 47 aus unter Vermittlung eines auf der Welle 7 festsitzen den Hebels 48 eine Winkeldrehung. Somit macht auch die Stange 13, welche mittelst Hebeln 14 mit der Welle 7 verbunden ist, eine Aufwärtsbewegung und hebt alle Ab- lesnadeln 11 vom Musterkartenzylinder 2 ab.
Die Winkelhebel 8 schwingen also aufwärts und drücken die Federehen 21 zusammen, ohne Anderung der Stellung der Drähte 15 und der Stossstifte 19, 20. Denn die zu ein gefallenen Nadeln gehörenden Stossstifte 19 sind, wie vorstehend erwähnt, am Absatz 26 festgehalten, während die zu nicht eingefalle nen Nadeln gehörenden Stossstifte 20 schon am stehenden Schenkel der Schiene 25 anlie gen. Sobald die Ablesenadeln von der Muster karte abgehoben sind, greift der Schaltnocken 5 in das Schaltrad 4 ein und dreht es um einen Zahn.
Nun wird die Welle 13 infolge Ablaufens der Hubscheibe 47 von der Rolle 55 des Hebels 48 wieder gesenkt und die Ab lesenadeln 11 lesen den nächsten Schuss auf der Musterkarte 1 ab, die Hubschienen 24, 25 senken sich wieder und die vorher zur Wir kung gelangten Stossstifte 19 werden vom Absatz 26 frei.
Findet nun eine beim vorhergehenden Schuss eingefallene Ablesenadel 11 kein Loch, so drückt die zugehörige Feder 21 die Stossstifte 19, 20 nach rechts, so dass also 19 mit seinem untern Ende ausserhalb der Bahn des Absatzes 26, der Stossstift 20 an den auf stehenden Schenkel der Schiene 25 anzulie gen kommt. Der hintere Arm des Wipp hebels 22 liegt noch auf der Anschlagachse 44.
Wenn nun die Hubschienen wieder nach oben gehen, wird der Stossstift 20 von der Hubschiene 25 gehoben und der Wipphebel 22 in die gezeichnete Ausgangsstellung zu rück gedreht, d. h. die Rolle 32 dreht sich vorn unter dem Kurvenstück 34 am Vibrator- hebel 33 hervor, wodurch letzterer sich senkt, das Zahnrad 36 in den Bereich der Zahn walze 39 kommt, von dieser zurückgedreht wird und durch das Verbindungsstück 40 den Schafthebel 41 wieder senkt.
Findet die Ablesenadel 11 beim nächsten Ablesen wieder kein Loch, so bleibt die Lage des Winkelhebels 8 und damit der Stossstifte 19, 20 dieselbe, d. h. 19 ist nach hinten ab gelenkt, 20 hängt senkrecht über dem Absatz 27 der Hubschiene 25, aber, weil der Wipp hebel nun die gezeichnete Lage einnimmt, so hoch, dass er beim nachfolgenden Hochgehen der Hubschiene 25 von dieser nicht erreicht wird. Der Vibratorhebel 33 bleibt also un bewegt.
Findet dagegen eine beim ersten Schuss eingefallene Ablesenadel 11 beim zweiten Schusse wieder ein Loch in der Musterkarte 1, so geht der horizontale Draht 15 wiederum nach vorn und bringt den in der Öse 17 ge führten Stossstift 19 wieder zum Anliegen an die Hubschiene 24. Der Stossstift 20 wird ebenfalls nach vorn gezogen und kommt so mit ausser Bereich der Hubschiene 25. Da aber vom vorhergehenden Schuss her der Wipphebel 22 mit seinem vordern Arm im mer noch hoch steht, so kann die Hub schiene 24 in ihrer obersten Stellung den Stossstiften 1.9 nur gerade noch berühren.
Das Hochgehen der Hubschienen 24 und 25 be wirkt also keine Lagenänderung des Wipp hebels 22. Somit bleibt auch der Vibrator- hebel 33 in seiner obern Stellung. Diese Stel lung bleibt so lange bestehen, als die Ablese nadel 11 in der Musterkarte 1 ein Schussloch findet.
Findet sie keines mehr, so dreht dei hintere Stossstift 2(1 den Nipphebel \22 in die gezeichnete Grundstellung zurück, wodurch der Vibratorhebel 33 gesenkt, das Zahnrad 36 durch Eingriff in die untere Zahnwalze 39 zurückgedreht, der Schafthebel 41 zurück geschwungen und damit der Schaft gesenkt wird.
Es ist möglich. den Musterkartenzylinder 2 vor- oder rückwärts zu schalten, indem man auf der Achse 6 mittels eines Knopfes einen Keil axial verschiebt, welcher den Schalt nocken 5 entweder mit einem Kettenrad, das von der Welle 30 aus angetrieben ist, verbin det (gleiche Drehrichtung wie Welle 30), oder aber mit einem von der Welle 30 ans angetriebenen Zahnrad (umgekehrte Dreh richtung).
Der beschriebene Mechanismus lässt sich mit gewissen Änderungen auch verwenden in dem Falle, wo das Hochziehen der Schäfte geschehen ,soll, wenn die Ablesenadeln beim Ablesen der Schüsse nicht in Löcher fallen, sondern auf feste Teile der Musterkarte sto ssen. Für diesen Fall werden die Absätze 26 bezw. 27 der Hubschienen 24, ?5 auswärts gerichtet, wie in Fig. ?dargestellt.
Der ge genseitige Abstand der die Stossstifte 19, 20 führenden Ösen 17, 18 des Drahtes 15 wird in diesem Falle grösser gewählt als der Ab- stand der Aufhängestellen der Stossstifte von einander, so dass sich diese letzteren jeweilen von der äussern Seite her an die längeren Schenkel der Hubschienen 24, 2.5 legen.