CH121031A - Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung.

Info

Publication number
CH121031A
CH121031A CH121031DA CH121031A CH 121031 A CH121031 A CH 121031A CH 121031D A CH121031D A CH 121031DA CH 121031 A CH121031 A CH 121031A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
cellulose
toluidine
acid
sep
fatty acid
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Leon Dr Lilienfeld
Original Assignee
Leon Dr Lilienfeld
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Leon Dr Lilienfeld filed Critical Leon Dr Lilienfeld
Publication of CH121031A publication Critical patent/CH121031A/de

Links

Landscapes

  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

Description


  Verfahren zur     Iferstellung    einer neuen     zelluloseverbindnng.       Es wurde gefunden, dass ein neues       Zellulosederivat    entsteht, wenn man     m-To-          luidin    auf eine     Zellulosexanthogenfettsäure     oder ein Salz derselben einwirken lässt.  



  Die den Gegenstand der vorliegenden  Erfindung bildende neue     Zelluloseverbindung     ist in Wasser unlöslich oder wenig löslich,  in wässerigen Alkalien löslich. Ihre Lösungen  in Alkalien scheiden bei Zusatz     alkaliab-          stumpfender    (wie anorganische oder orga  nische Säuren, saure Salze,     Ammoniumsalze     oder dergleichen) oder wasserentziehender  Mittel (wie Salze, Alkohole oder dergleichen)  Niederschläge beziehungsweise     Koagulate    ab,  welche, wenn man die Lösungen in die  geeignete Form bringt, in Gestalt von durch  sichtigen, festen, biegsamen Gebilden, wie  Fäden, Filme, Platten oder dergleichen ge  winnbar sind.  



  Die     Zellulosexanthogenfettsäure    wird zum  Beispiel nach dem Verfahren des britischen  Patentes Nr. 231800 vorteilhaft so dar  gestellt, dass man eine     Monohalogenfettsäure     oder ein Salz oder ein Derivat einer solchen         entweder    auf eine     Zellulosexanthogensäure,     das heisst eine     Alkaliverbindung    des     Thion-          thiolkohlensäureesters    der Zellulose ohne       Alkaliüberschuss    (zum Beispiel eine mittelst  einer schwachen     Säure    neutralisierte oder  selbst sauer gemachte rohe oder gereinigte  Viskose)

   oder auf eine     Alkaliverbindung     eines     Thionthiolkohlensäureesters    der Zellu  lose mit     Alkaliüberschuss    (zum Beispiel eine  rohe oder gereinigte Viskose von alkalischer  Reaktion) oder auf eine Verbindung der       Zellulosexanthogensäure    mit einem andern  Metall (zum Beispiel Zink oder dergleichen)  einwirken lässt.  



  Die     Zellulosexanthogensäure    beziehungs  weise das     Zellulosexanthogenat    kann der  Einwirkung der Halogenfettsäure in ver  dünnter oder konzentrierter Lösung oder  sogar     Pastenform    oder in Gestalt des Ein  wirkungsproduktes von     Schwefelkohlenstoff     auf die     Alkalizellulose    vor dessen Auflösung  dargeboten werden.

   Die     Zellulosexanthogen-          säure    beziehungsweise das     Zellulosexantho-          genat    (Viskose) kann im rohen Zustand  oder nach irgend einem bekannten Verfahren      gereinigt in die     Zellulosexanthogenfettsäui-e     übergeführt werden.  



  Die     Monohalogenfettsäure    oder ihre Salze  oder ihre Derivate können in auf     Zellulose-          xanthogenfettsäure    berechneten Mengen oder  in geringeren Mengen als die berech  neten oder in einem beliebig grossen Über  schuss verwendet werden.  



  Die Umsetzung der     Zellulosexanthogen-          säure    beziehungsweise des     Zellulosexaritho-          genates    mit der Halogenfettsäure einerseits  und der     Zellulosexanthogenfettsäure    mit dem       m-Toluidin    anderseits kann in zwei getrennten  Vorgängen erfolgen oder zu einer Operation  vereinigt werden.

   Das     m-Toluidin    kann daher  mit der isolierten     Zellulosexanthogenfett-          säure    oder mit der in dem rohen, sich aus  ihrer Bereitung ergebenden Reaktionsgemisch  oder mit     Zellulosexanthogenfettsäure    in statu  nascendi zur Wechselwirkung gebracht wer  den.

   Mit andern Worten: Man kann das       m-Toluidin    entweder mit der isolierten     Zellu-          losexanthogenfettsäure    beziehungsweise ihrem  Salz oder mit dem Reaktionsgemisch, das  sie enthält, oder mit der     Zellulosexanthogen-          säure    beziehungsweise dem     Zellulosexantho-          genat    (Viskose) vor, während oder nach Zusatz  der Halogenfettsäure oder ihres Salzes oder  Derivates zusammenbringen.     Ir.    allen Fällen,  wo Viskose;

   Halogenfettsäure und     m-Tolui-          din    gleichzeitig zusammengebracht werden,  bildet sich zuerst die     Zellulosexanthogen-          fettsäure,    die ihrerseits dann mit dem     m-To-          luidin    reagiert.  



  Die Behandlung der     Zellulosexanthogeri-          fettsäure    mit dem     in-Toluidin    kann in neu  traler, alkalischer oder saurer Lösung vor  genommen werden. Man kann aber die       Zellulosexanthogenfettsäure    auch in fester  Form oder in Suspension (zum Beispiel in  Alkohol) der Einwirkung des     in-Toluidins     aussetzen.  



  Die Reaktion findet in den allermeisten  Fällen schon bei gewöhnlicher Temperatur  statt. Gelindere oder stärkere Erwärmung  pflegt sie zu beschleunigen.  



  Das     m-Toluidin    kann im Überschuss,  oder in der berechneten Menge, oder in    Mengen verwendet werden, die geringer sind  als die berechnete.  



  Die Entstehung der neuen     Zellulosever-          bindung    gibt sich, sofern in     Lösung    gear  beitet wird und das Reaktionsgemisch keine  Substanz (zum Beispiel eine genügende       Alkalimenge)    enthält, welche das Endprodukt  aufzulösen oder seine Bildung zu verhindern  vermag, dadurch kund, dass das Endprodukt  der Reaktion ausfällt.

   Diese Ausscheidung  pflegt, wenn die Lösung der     Zellulosexari-          thogensäure    oder des     Zellulosexanthogenats     beziehungsweise der     Zellulosexanthogenfett-          säure    konzentriert ist, und wenn zu wenig  oder gar nicht gerührt wird, in Gestalt von  steifen oder weichen Gallerten oder, wenn  die Lösung entsprechend verdünnt ist und  gerührt wird, in Form feiner oder derber  Niederschläge zu     erfolgen.     



  Die Isolierung des Endproduktes der  Reaktion geschieht zum Beispiel in der  Weise, dass man die Niederschläge oder die  Gallerten (letztere zeigen bei längerem Stehen  in der Regel     Kontraktion.    und     sy        naoretische     Flüssigkeitsabsonderung) durch Filtrieren,       Kolieren,    Zentrifugieren oder dergleichen  von der Mutterlauge trennt und mit Wasser  gründlichst auswäscht.

   Die     Mutterlauge    und  das Waschwasser enthalten als     vornehm-          liches    Nebenprodukt der Reaktion die erst  sprechende organische     Thiohydroxyparaffin-          monokarbonsäure.    Liegt eine Gallerte oder  eine klumpige Ausscheidung vor, dann emp  fiehlt es sich, sie vor dem     Waschprozess    zu  zerkleinern. Dein Waschen mit Wasser kann,  um etwa gebildete     wasserunlöeliche    oder in  Wasser schwer lösliche Nebenprodukte der  Reaktion zu entfernen, eine Waschung mit  Alkohol oder mit Alkohol und dann Äther  oder Benzol oder dergleichen folgen.

   Der  ausgewaschene Körper wird dann entweder  im nassen Zustande (gegebenenfalls nach  vorheriger Befreiung von der Hauptmenge der  anhaftenden Waschflüssigkeit durch Abpressen  oder Absaugen oder     Abschleudern)    gelöst  oder getrocknet.  



  Tritt keine oder keine vollständige frei  willige     Abscheidung    des Endproduktes ein,      dann kann man die Isolierung zum Beispiel  so bewerkstelligen, dass man das Reaktions  gemisch vor oder nach Vollzug der Reaktion       rnit    einer Säure oder einem sauren Salze  bis zur Entstehung eines Niederschlages  versetzt und dann in der vorstehend ange  gebenen Weise vorgeht.    Ihrer Bildungsweise und ihrem chemischen  Verhalten     gemässistdie    den Gegenstand der Er  findung bildende neue     Zelluloseverbindung    ein       Tolyl    -     Thiourethan        (Thiocarbamidsäureester     beziehungsweise     Xanthogenamid)    der Zellulose.  



  Das neue     Zellulosederivat    lässt sich durch  folgende Formel ausdrücken         CHs.        C6H4    .     NH    .     CS    . 0 .     (C6nHlon-1        Osn-i)    beziehungsweise  <B>CM.</B>     CrH4.    N : C (SH) . 0 .     (O6nHion-lob.-i)       Die zu der Bildung der neuen Zellulose  verbindung führende Reaktion kann durch  folgende Gleichungen veranschaulicht wer  Bildung der     Zellulosexanthogenessigsäure:       den: Als Beispiel wird     zellulosexanthogen-          saures    Natrium und chloressigsaures Natrium  gewählt.

           (C6.Hion-105n-1)    . 0.     CS.        S.    Na     -E-    Cl.     CH2.        COONa=          zellulosexanthogensanres    Natrium  _     (CsnHion-IOsn-i)    . 0 .     CS    .

   S .     CH2    .     COONa-@NaCI          zellulosexanthogenessigsaures    Natrium       (zellulosethionthiolkarbonglykolsaures    Natrium)  Bildung des     Zellulosexanthogentoluids          (C6nHlo._i05.-i).O.CS.S.CH2.COONa        +CHs.Ce,H4.NH2=          zellulosexanthogenessigsaures    Natrium       =CHs.        C6H4.NH.        CS.    0.

       (C6nHio._105n_1)        -f    -     CH2(SH).        COONa     -     Zellulosexanthogentoluid        thioglykolsaures    Natrium       (Tolylthiourethan    der Zellulose)    Die hier gegebenen Gleichungen sollen  die Erfindung bloss veranschaulichen; die  erschöpfend genaue Aufklärung des     Chemis-          mus    der Reaktion ist schon in Hinblick auf  unsere mangelhafte Kenntnis der Konstitu  tion der Zellulose keine einfache und rasch  zu lösende Aufgabe.  



       Beispiel   <I>1:</I>       a)    1000 Gewichtsteile Rohviskose (dar  gestellt zum Beispiel durch Tränken von  100 Gewichtsteilen     Sulfitzellulose    in     $lättern     oder     Vliessen    mit 1000 bis 2000     Gewichts-          teilen        18%iger        Natronlauge        von        15        bis     <B>18'</B> C, 3- bis     24stündiges    Stehenlassen bei  Zimmertemperatur, Abpressen auf 300 bis  <B>350</B> Gewichtsteile, Zerfasern, gegebenenfalls  6- bis 72stündiges Reifen bei Zimmertempe  ratur,

   mehrstündige Behandlung mit 50 bis  60 Gewichtsteilen Schwefelkohlenstoff und  Lösen in so viel Wasser, dass das Gesamt  gewicht der Lösung 1000 Gewichtsteile be-    trägt), entsprechend 100 Gewichtsteilen Aus  gangszellulose, werden im frischen Zustande  oder nach kürzerem oder längerem Stehen  (zum Beispiel sechsstündigem bis dreitägigem  Stehen) mit<B>5000</B> Gewichtsteilen Wasser  verdünnt und dann mit verdünnter (zum  Beispiel 5- bis 10 %     iger)    Essigsäure unter  Rühren bis zur schwach alkalischen oder  neutralen Reaktion versetzt.

   Sobald der  während der Neutralisation freiwerdende       Schwefelwasserstoff    ganz oder zum grossen  Teil entwichen ist, wird die in der Farbe  hell gewordene Viskose mit folgender Lösung  von     monochloressigsaurem    Natrium versetzt:  60 bis 100 Gewichtsteile     Monochloressig-          säur    e werden in 480 bis 800 Gewichtsteilen  Wasser gelöst und mit     Natriumbikarbonat     in Pulverform neutralisiert. Sobald die Lösung  des     monochloressigsauren    Natriums der Vis  kose einverleibt ist, wird noch kurz gerührt  und dann das Reaktionsgemisch bei Zimmer  temperatur sich selbst überlassen.

   Nach      6- bis 48stündigem Stehen werden (wenn  das Reaktionsgemisch schwach alkalisch  reagiert, kann man es neutralisieren) unter  Rühren 69 bis 138 Gewichtsteile     m-Toluidin     zugesetzt. Nach einigen Stunden beginnt  das Reaktionsprodukt bei gutem Rühren in  fein verteilter Form auszufallen, um sich  schliesslich zu Boden zu setzen.

   Sobald die       Abscheidung    beendet ist, oder nachdem man  das Reaktionsgemisch nach erfolgter     Abschei-          dung    noch mehrere Stunden bis drei Tage  stehen gelassen hat, wird der     Niederscbla     durch Dekantieren, Filtrieren, Absaugen,  Kolieren oder Zentrifugieren von der Mutter  lauge getrennt, in der sich durch     Ansäuern.     mit verdünnter Schwefelsäure,     Ausäthern     und Verjagen des Äthers reichliche     Mengen          Thioglykolsäure    (zum Beispiel durch die  Reaktion mit Eisenchlorid und Ammoniak  oder durch     Reindarstellung)    nachweisen  lassen.

   Der von der Mutterlauge getrennte  Niederschlag wird mit Wasser     gründlieh     gewaschen und gegebenenfalls nach ein  oder mehrmaliger Behandlung mit     Alkohol     oder Alkohol und dann Äther im Vakuum  oder an der Luft getrocknet.  



  Der     fertige    Körper stellt, insbesondere  nach dem Zerkleinern, eine pulverförmige    Substanz vor, welche in Wasser, Alkohol  und Äther     unlöslich    oder     kaum    löslich ist,  sich hingegen in verdünnter     Alkalilauge     (zum Beispiel 1- bis 10%     ige    Natronlauge)  glatt löst.  



  Erhitzt man die Substanz 4 bis 6     Stunden          mit        2%iger        Schwefelsäure        bei        200        C.        unter    .  Druck, dann spaltet sie Schwefelwasserstoff  und     ni-Toluidin    ab, welches sich im Äther  auszug der alkalisch gemachten     Aufschliessungs-          flüssigkeit    nachweisen lässt.

   Bei     mehrstün-          digem        Erhitzen        mit        25        %        igem        Ammoniak     unter Druck auf 150 bis 1800 C zerfällt  der Körper unter Freiwerden von Schwefel  wasserstoff und     m-Toluidin.    Erhitzt man die       Substanz        mit    1     bis        2%iger        Salzsäure        acht     Stunden auf<B>150</B> bis 1700     C,    dann lassen  sich in der     Aufschliel')

  ungsmasse    Schwefel  wasserstoff und     m-Toluidin,    aber (durch  Oxydation mit Salpetersäure) keine     Glykol-          säure    nachweisen. Gleichzeitig unter den  selben Bedingungen erhitzte Proben einer       Zellulosexanthogenessigsäure    und einer     Zellu-          loseglykolsiiiii-e    spalten reichliche Mengen       (Tlykolsiiure    ab.  



  Die Elementaranalyse ergab folgende  Resultate  
EMI0004.0053     
  
    Berechnet <SEP> für <SEP> Gefunden:
<tb>  CHs <SEP> . <SEP> C6H;; <SEP> . <SEP> NH <SEP> . <SEP> C8. <SEP> 0 <SEP> . <SEP> (Ci2Hio0a)=C2oH27NS0io
<tb>  C <SEP> 50.74 <SEP> 49.91
<tb>  H <SEP> 5.70 <SEP> 5.81
<tb>  8 <SEP> 6.76 <SEP> 6.89
<tb>  N <SEP> 2.96 <SEP> 2.72
<tb>  Asche <SEP> 0,280;4,       Obwohl die analysierte Substanz nicht  besonders gereinigt war, stimmen die vor  stehenden Zahlen ziemlich gut auf ein       Tolylthiourethan    der Zellulose oder eines  Körpers aus der     Zellulosegruppe        (Zellulose-          xanthogentoluid,        Tolylthiokarbainidsäureester     der Zellulose).  



       Lösungen    der Substanz in verdünnter       (zum        Beispiel        1-        bis        10%%ger)        Natronlauge     geben, auf einer Glasplatte ausgebreitet und  mit einem geeigneten     Fällbad    (zum Beispiel       einer        20        %        igen        Lösung        von    Ammonium-         chlorid    oder verdünnter Schwefelsäure oder  i     -iger        Essigsäure)    behandelt,

   Häute, die  w     'issei        2,          ini    nassen Zustand fest, im trockenen durch  sichtig und glänzend sind.  



  Lösungen des     Zellulosexanthogentoluids          in        einer        70-        bis        80%igen        Lösung        von        Pyri-          din    in Wasser trocknen zu durchsichtigen,  biegsamen Filmen ein, die eine bemerkens  werte Widerstandsfähigkeit gegen     )Vasser     zeigen. Ihre guten Eigenschaften gehen  auch nach mehrtägiger Erhitzung auf 600 C  nicht verloren.      b) Arbeitsweise wie bei a, jedoch mit  dem Unterschied, dass 173 bis 288 Gewichts  teile     m-Toluidin    verwendet werden.

   Der       grobe        Toluidlnüberschuss    ändert die Eigen  schaften und     Löslichkeiten    des Reaktions  produktes nicht, bedingt aber eine sorg  fältigere Reinigung, weil in Gegenwart  grosser     Toluidinmengen    sich als Nebenpro  dukte greifbare Mengen     Ditolylthioharnstoff     und eventuell auch     Ditolylharnstoff    bilden.

    Durch gründliches Waschen und Extraktion  des     Zellulosexanthogentoluids    mit Lösungs  mitteln     für    diese aromatischen     Harnstoffe     (wie Alkohol, Äther und dergleichen) kann  man das     Zellulosexanthogentoluid    gründlich  von ihnen befreien.  



  e) Arbeitsweise wie bei a, jedoch mit der  Modifikation, dass bloss 34,5 bis 46 Gewichts  teile     m-Toluidin    verwendet werden.  



  <I>d)</I> Arbeitsweise wie bei a oder<I>b</I> oder c,  jedoch mit der Abänderung, dass bloss 30 bis  40 Gewichtsteile     Monochloressigsäure,    in 320  bis 400     Gewichtsteilen    Wasser gelöst, ver  wendet werden.  



  e) Arbeitsweise wie bei a oder b oder e  oder d, jedoch mit dem Unterschiede, dass  der Zusatz des     m-Toluidins    sofort oder bald  (zum Beispiel 10     Minuten    bis 1 Stunde)  nachdem das     monochloressigsaure        Natrium     der Viskose einverleibt wurde, geschieht,  und wobei sich das     m-Toluidin    mit der ent  stehenden     Zellulosexanthogenfettsäure    um  setzt.  



  <I>f)</I> Arbeitsweise wie bei<I>a</I> oder b oder c  oder d oder e, jedoch mit der Abänderung,  dass die Viskose mit verdünnter Essigsäure  schwach oder deutlich sauer gemacht wird.  



  g) Arbeitsweise wie bei a oder b oder c  oder<I>d</I> oder e oder<I>f,</I> jedoch mit dem Unter  schiede, dass die     Natronzellulose    auf 200  Gewichtsteile gepresst und mit 20 bis 25  Gewichtsteilen Schwefelkohlenstoff     sulfidiert     wird.  



       1a)    Arbeitsweise wie bei a bis     g,    jedoch  mit dem Unterschiede, dass 300 bis 500  Gewichtsteile     Monochloressigsäure    verwendet  werden, die in Wasser gelöst und neutrali  siert sind.         Beispiel   <I>2:</I>  Die Arbeitsweise unterscheidet sich von  derjenigen in dem vorangegangenen Beispiele  dadurch, dass die Viskose vor dem Zusatz  der     Monochloressigsäure    nicht neutralisiert  wird. Dahingegen wird das Reaktionsgemisch  vor dem Zusatz des     m-Toluidins    mit ver  dünnter Essigsäure neutralisiert oder schwach  oder deutlich sauer gemacht.  



  Man kann auch so arbeiten, dass man  die Viskose weder vor     dein    Zusatz der       Monochloressigsäure,    noch vor demjenigen  des     m-Toluidins    neutralisiert, in welchem  Falle die Umsetzung mit dem     Toluidin-          träger    erfolgt und das Endprodukt später  ausfällt.  



  <I>Beispiel 3:</I>  a) 1000 Gewichtsteile Viskose wie im  Ausführungsbeispiel I, entsprechend 100 Ge  wichtsteilen Ausgangszellulose, werden mit  2000 Gewichtsteilen Wasser verdünnt und  mit einer mit festen     Natriumbikarbonat    neu  tralisierten Lösung von 65 bis 70 Gewichts  teilen     Monochloressigsäure    in 260 bis 280  Gewichtsteilen Wasser versetzt. Nach 4- bis  48stündigem Stehen wird die flüssige     Reak-          sionsmasse    mit 10%     iger    Essigsäure neutral ge  macht und mit 69 bis 138 Gewichtsteilen       m-Toluidin    versetzt und gerührt.

   Schon nach  wenigen Stunden beginnt die Ausscheidung  des Reaktionsproduktes, das sich zu Boden  setzt und entweder bald nach stattgefundener       Abscheidung    oder nach 1- bis 3tägigem  Stehen von der Mutterlauge getrennt und  wie im Ausführungsbeispiel I fertiggestellt  wird.  



  b) Arbeitsweise wie bei     a,    jedoch mit  dem Unterschied, dass bloss 50 bis 60 Ge  wichtsteile     Monochloressigsäure    in 200 Ge  wichtsteilen Wasser gelöst und mit festem       Natrimbikarbonat    neutralisiert zur Verwen  dung kommen.  



  Die Lösungen des Körpers in Natron  lauge lassen sich durch     Eällen    mit Säuren  oder     Ammoniumsalzen    auf durchsichtige,  glänzende, biegsame Filme verarbeiten.      c) Arbeitsweise wie bei     ca    oder b, jedoch  mit der     Äbänderung,    dass bloss 30 Gewichts  teile     Monochloressigsäure    in 120 Gewichts  teilen Wasser gelöst und neutralisiert mit  der Viskose zusammengebracht werden.  



       Dran    kann auch weniger (zum Beispiel  30 bis 40 Gewichtsteile) oder mehr     m-Tolui-          din    als in a oder b oder c verwenden. Auch  in diesem Beispiel kann der     Toluidinzusatz     sofort oder bald nach der Einverleibung des       monochloressigsauren    Natriums stattfinden.  <I>Beispiel</I>  Arbeitsweise genau wie in     III        ca    oder b  oder e, jedoch mit der     Abänderung,    dass die  Viskose vor dem Zusatz chloressigsauren  Natriums mit verdünnter Essigsäure neutra  lisiert wird.  



  <I>Beispiel 5:</I>  1000 Gewichtsteile Viskose wie im Bei  spiel I werden unverdünnt mit 10  /o     igei-          Essigsäure    neutralisiert, worauf 80 bis 90  Gewichtsteile     Monochloressigsäure    in 240 bis  300 Gewichtsteilen Wasser gelöst und mit  pulverförmigem     Natriumbikarbonat    neutrali  siert unter Rühren zugesetzt werden. Sofort  nachher oder 10 Minuten später werden  unter Rühren 34,5 bis 69 Gewichtsteile       m-Toluidin    zugesetzt, worauf das Reaktions  gemisch entweder bis zur beginnenden, be  ziehungsweise stattgefundenen Ausscheidung  gerührt oder sich selbst überlassen wird.

    Im ersten Falle fällt das Reaktionsprodukt  in Gestalt von Flocken oder Brocken aus,  im zweiten erstarrt es zu einem gelatinösen  Kuchen, der sich allmählich kontrahiert und  die Mutterlauge ausstösst. Der ausgeschiedene  Körper (die Gallerte wird vorher zerkleinert  oder zerschnitten) wird     ausgewaschen    und  wie im Ausführungsbeispiel I fertiggestellt.  



  In den vorhergehenden Beispielen kann  man statt     Monochloressigsäure    auch äqui  valente Mengen der Halogenderivate der  Homologen der Essigsäure (z. B.     a-Brompro-          pionsäure    oder     a-Brombuttersäure    oder Brom  bernsteinsäure oder dergleichen) verwenden.  Die Endprodukte der Reaktion unterscheiden    sich nicht von den mit Hilfe der Monochlor  essigsäure erzielten. Die Mutterlaugen ent  halten statt     Thioglykolsäure    die entsprechen  den     Thiohydr-oxyparaffinmonokarbonsäuren     (z.

   B.     Thiomilchsäure    oder     Thiooxy-a-butter-          säure    oder     Thioäpfelsäure    oder dergleichen).  



       Statt    der Rohviskose kann man in den  vorhergehenden Beispielen auch eine nach  einer beliebigen Methode, zum Beispiel durch  Fällung mit gesättigter und Auswaschen       mit        10        %        iger        Kochsalzlösung        gereinigte        Vis-          kose    verwenden.  



  In den vorhergehenden Ausführungsbei  spielen kann als     Ausgangsstoff    für die Her  stellung der     Zellulosexarithogensä        ure    bezie  hungsweise des     Zellulosexanthogenates    an  Stelle der gebleichten oder urgebleichten       Sulfitzellulose    jede andere gebleichte oder  urgebleichte Zellulose (z.

   B. gebleichte Baum  wolle oder     Linters),    oder ein     zellulosehaltiges     Material oder ein     Urnwandlungsprodukt    der  Zellulose     (zum    Beispiel durch     Mercerisieren     mit starker Lauge und gegebenenfalls Aus  waschen oder durch Mahlen in Anwesenheit  von Wasser oder durch Einwirkung starker  Mineralsäure oder eines     Zinkhaloids    oder  von     Kupferoxydammoniak    oder nach einer       andern    Methode hydratisierte oder     hydroly-          sierte    Zellulose oder     Oxyzellulose)    verwendet  werden.  



       Beispiel   <I>6:</I>  100 Gewichtsteile lufttrockene     Zellulose-          xanthogenessigsäure,    dargestellt gemäss Aus  führungsbeispiel I des britischen Patentes  Nr. 231800, werden in 4000 bis 5000 Ge  wichtsteilen einer r     "z         /o        igen    Lösung von       m-Toluidin    in Wasser gelöst und die Lösung  mit 57,5 bis 115 Gewichtsteilen     m-Toluidin     versetzt und gerührt.

   Nach kurzer Zeit (etwa  20 Minuten bis 1     Stunde)    wird die Lösung  schleimig und verdickt sich vorübergehend,  um bald nachher wieder     dünnflüssig    zu  werden, wobei sie sich milchig trübt, worauf  dann bald die Ausscheidung und     Absetzung     des     Zellulosexanthogentoluids    beginnt.

   Nach  10 bis 48stündigem Stehen wird der zu  Boden gegangene, weisse Niederschlag von    
EMI0007.0001     
  
    der <SEP> Mutterlauge, <SEP> deren <SEP> Ätherextrakt <SEP> intensive
<tb>  Thioglykolsäurereaktion <SEP> gibt, <SEP> getrennt <SEP> und
<tb>  wie <SEP> in <SEP> den <SEP> vorhergehenden <SEP> Beispielen <SEP> fertig  gestellt.
<tb>  In <SEP> der <SEP> Beschreibung <SEP> und <SEP> den <SEP> Ansprüchen
<tb>  soll <SEP> der <SEP> Ausdruck: <SEP> "Zellulosexantlrogenfett  säurerv' <SEP> bedeuten:

   <SEP> die <SEP> Produkte, <SEP> die <SEP> man
<tb>  erhält. <SEP> wenn <SEP> man <SEP> Zellulosexanthogerrsäuren
<tb>  oder <SEP> Zellulosexanthogenate <SEP> (also <SEP> z. <SEP> B. <SEP> alka  lische <SEP> oder <SEP> neutrale <SEP> oder <SEP> saure <SEP> Viskose <SEP> irr
<tb>  jeder <SEP> Form) <SEP> mit <SEP> Monohalogenfettsäuren <SEP> oder
<tb>  deren <SEP> Salzen <SEP> zusammenbringt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung, dadurch gekennzeichnet, dass man auf eine Zellulosexanthogenfett- säure oder auf ein Salz derselben m-Tolui- din einwirken lässt. Die neue Zelluloseverbindung ist in Wasser, Alkohol und Äther unlöslich oder wenig löslich, in wässerigen Alkalien löslich.
    Ihre Lösungen in Alkalien scheiden bei Zu satz älkaliabstumpfender oder wasserentzie hender Mittel Niederschläge, beziehungsweise Koagulate ab, welche, wenn man die Lö sungen in die geeignete Form bringt, in Gestalt von durchsichtigen, festen, biegsamen Gebilden gewinnbar sind. Bei Erhitzung mit 2 % iger Schwefelsäure 4. bis 6 Stunden lang bei 2000 C unter Druck, spaltet die Zellu- loseverbindung Schwefelwasserstoff und m-To- luidin ab.
    Bei mehrstündigem Erhitzen mit 25 % igem Ammoniak unter Druck auf 150 bis<B>1801'</B> C zerfällt diese Zelluloseverbin- dung unter Freiwerden von Schwefelwasser stoff und m-Toluidin. Bei Erhitzen mit 1- bis 2%iger Salzsäure, 8 Stunden auf 150 bis <B>1700</B> C, lassen sich in der Aufschliessungs- masse Schwefelwasserstoff und m-Toluidin,
    aber keine Glykolsäure nachweisen. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man auf das Reak tionsgemenge, das man erhält, wenn man Viskose mit einer Monohalogenfettsäure behandelt, m-Toluidin einwirken lässt. 2.
    Verfahren nach= Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zellulosexantho- genfettsäure oder ihr Salz, die durch Einwirkung von Viskose auf eine Mono- halogenfettsäure in Gegenwart von m-To- luidin erhalten wurde, mit dem m-Toluidin umgesetzt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Produkt aus dem Reaktionsgemisch isoliert wird.
CH121031D 1924-04-04 1925-03-05 Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung. CH121031A (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT121031X 1924-04-04
CH118235T 1926-12-16

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH121031A true CH121031A (de) 1927-06-16

Family

ID=25606496

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH121031D CH121031A (de) 1924-04-04 1925-03-05 Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung.

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH121031A (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
CH121031A (de) Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung.
DE516461C (de) Verfahren zur Herstellung von Cellulosederivaten
DE1920350A1 (de) Schwefelsaeurehalbester von Tragant und Verfahren zu ihrer Herstellung
AT102306B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Zellulosederivaten.
CH118235A (de) Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung.
CH121032A (de) Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung.
DE519138C (de) Verfahren zur Herstellung neuartiger Cellulosederivate
DE438918C (de) Verfahren zur Herstellung von Celluloseverbindungen
AT102307B (de) Verfahren zur Herstellung neuer Zelluloseverbindungen.
DE524560C (de) Verfahren zur Herstellung von Cellulosederivaten
CH121030A (de) Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung.
DE449432C (de) Verfahren zur Herstellung von Celluloseverbindungen
DE448984C (de) Verfahren zur Herstellung von Celluloseverbindungen
AT102305B (de) Verfahren zur Herstellung neuer Zellulosederivate.
DE851947C (de) Verfahren zur Herstellung von Cyanaethylaethern der Cellulose
US1682292A (en) Leon lilienfeld
DE977117C (de) Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Salzen der Alginsaeure in Trockenform
AT124718B (de) Verfahren zur Herstellung neuer Cellulosederivate.
DE710308C (de) Verfahren zur Herstellung von Natrium-Calcium-Goldkeration-Verbindungen
AT119117B (de) Verfahren zur Herstellung einer alkalifreien Zellulose.
DE554698C (de) Verfahren zur Herstellung von Cellulosederivaten
AT101001B (de) Zelluloselösung und Verfahren zu deren Herstellung.
DE4019116A1 (de) Verfahren zur herstellung von wasserloeslichem cellulosesulfat
DE863338C (de) Verfahren zur Herstellung von Salzen hoehermolekularer AEthercarbonsaeuren
DE861241C (de) Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Staerkederivaten