Verfahren und Maschine zur Herstellung von gewölbten Stereotypplatten. Den Gegenstand der vorliegenden Erfin- dunb bildet ein Verfahren zur Herstellung von gewölbten Stereotypplatten mittelst Giessform mit zum Entnehmen der gegosse nen Platte drehbarem Kern.
Nach dem Ver fahren gemäss der Erfindung werden die zum Giessen der Stereotypplatten nötigen Verrichtungen selbsttätig durchgeführt mit Hilfe von automatisch wirkenden Steuer mechanismen, durch welche nacheinander das .Schliessen der Giessform, das Einführen von Metall in die letztere, nach Verlauf einer zum Kühlen des Gussstückes bestimm ten Zeit das Öffnen der Giessform, dann das Drehen des Kernes und zugleich das Zu richten des Guss'stückes für den Gebrauch veranlasst wird.
Auf den beiliegenden Zeichnungen ist: Fig. 1 eine Aufsicht auf ein Ausfüh rungsbeispiel einer zur Durchführung des Verfahrens geeigneten Maschine nach der vorliegenden Erfindung; Fig. 2 zeigt im einzelnen den Mechanis mus zum Drehen des Kernes; Fig. 3 ist eine Vorderansicht der Ma schine; Fig. 4 zeigt im einzelnen eine gleitende Hülse; Fig. 5 veranschaulicht die Verbindung von Sägewellen; Fig. 6 ist ein Schnitt nach der Linie 6-6 der Fig. 5; Fig. 7 ist eine Seitenansicht 'der Ma schine;
Fig. 8- zeigt in Aufsicht Einzelheiten des Mechanismus zum Drehen des Form kastens; Fig. 9 ist ein Schnitt nach der Linie 9-9 der Fig. 8;_ Fig. 10 zeigt einen- Schnitt durch die Form nach der Linie 10-10 der Fig. 1; Fig. 11 veranschaulicht in grösserem Mass stäbe im Schnitt die Kühlwasserzuführung zur Giessform; Fig. 12 ist ein Schnitt nach der Linie 12-12 der Fig. 11; Fig. 18 ist ein Schnitt nach der Linie 13-13 der Fig. 1;
Die Fig. 14 und 15 zeigen in Aufsicht zwei Mechanismen zur Betätigung von Kupp lungen; Fig. 16 ist ein Schnitt nach der Linie 16-16 der Fig. 7; Fig. 17 ist ein Schnitt nach der Linie 17-17 der Fig. 16; Fig. 18 zeigt im Schnitt ein Füllstück, das eingesetzt wird, wenn nur eine Matrize von halber Höhe des Formkastens benutzt wird; Fig. 19 zeigt im Schnitt ein Füllstück, wenn nur eine Matrize für beide Form kastenhälften zur Herstellung einer grossen Platte verwendet wird; Fig. 20 zeigt in Aufsicht den Steuer mechanismus mit mehreren Hubscheiben;
Fig. 21 ist ein Schnitt nach der Linie 2l-21 der Fig. 3, und veranschaulicht, in welcher Weise die Kurbelwelle und die senk recht stehende Welle zur Betätigung des Kernes mit der Hauptantriebswelle verbun den werden; Fig. 22 zeigt in Seitenansicht den von der Sägenhubscheibe gesteuerten Mechanis mus; Fig. 23 ist eine Aufsicht hierzu nach der Richtung des Pfeils 23 der Fig. 22; Fig. 24 ist eine teilweise Aufsicht des Pumpenmechanismus und des Wagens, der ausser dem Formkasten gleichzeitig eine Hilfsvorrichtung zum Ausrücken der Pumpe trägt;
Fig. 25 ist ein Schnitt nach der Linie 25-25 der Fig. 24; Fig. 26 ist eine Seitenansicht der zur Be tätigung der Pumpe dienenden Hubscheibe; Fig. 27 ist eine Seitenansicht des Kernes mit seiner Antriebsvorrichtung und der Kupplung; Fig. 28 ist eine Seitenansicht der Hub scheibe für den Wagen und der diese ver bindenden Teile zur Bewegung des Wagens; Fig. 29 ist eine Rückansicht der Welle und der Vorrichtung zum Bewegen des Wagens;
Die Fig. 30, 31 und 32 zeigen Einzel heiten der Teile zur Bewegung der Kupp lung in ihre neutrale oder normale Arbeits stellung, und Die Fig. 33, 34, 35 und 36 schematisch die Arbeitsweise der -,Nfaschine.
Der Ständer 10 hat einen hohlen Guss teil 11 als Träger für eine Säule 12. Um diese Säule ist der zylindrische Kern 13 drehbar angeordnet. Dieser Kern wird ge kühlt durch Einführung von Wasser durch den Kanal 14 unten in das untere Ende eines die Säule 12 konzentrisch umgebenden, feststehenden Rohres 15, das über die Hälfte seines Umfanges und in seiner ganzen Höhe Düsenöffnungen 16 aufweist. Diese Düsen öffnungen dienen dazu, um von unten unter Druck in das Rohr 15 eingeführtes Wasser auf die Innenfläche des Kernes zu spritzen, und zwar auf der Seite, auf welcher das Giessen vor sich geht. Das in den Hohlraum des Kernes ausgespritzte Wasser läuft durch die hohle Grundplatte 17 ab, an die ein Ab laufrohr 17a angeschlossen ist.
Diese Teile befinden sich, wie die Figuren zeigen, in möglichster Nähe des üblichen Schmelz- oder Gusstiegels 19. Der Kern 13 bildet zu sammen mit einer Hälfte eines doppelten Formkastens 48 die Giessform.
Der Ständer 10 besitzt eine Grundplatte 61, die zwei ebene, ein Geleise bildende Bahnen 62 aufweist. Auf diesen Bahnen ruht mittelst Rollen 63 ein Wagen 64, der seinerseits den doppelten Formkasten 48 trägt. Der Ständer 10 ist mit seitwärts einstellbaren Führungsleisten 65 versehen (Fig. 13), die gegen die Seitenflächen des Wagens 64 diiieken und eine seitliche Be wegung desselben verhindern,
so da.ss der Formkasten in der Arbeitsstellung genau mit dem Kern 13 zusa.mmenpasst. Der dop pelte Formkasten 48 wird von einer wag rechten Welle 51 aus gegen den und von dem Kern in Zeitabständen abwechselnd hin- und herbewegt. Auf der Welle 51 sitzen zwei Kurbeln 52, die durch zwei Lenker 53 mit dem Wagen 64 verbunden sind, auf welchem der Formkasten 48 angeordnet ist.
Die Drehung der Kurbeln 52 um einen kur zen Kreisbogen ergibt eine Verschiebung des Wagens 64 und des Formkastens 48 von dem Kern 6 weg in die in vollen Linien ausgezogene Stellung der Fig. 34. Das ist alles, was bei der ordnungsmässigen Betäti gung der Vorrichtung notwendig ist, um die Formteile vor dem Abheben des Gussstückes voneinander zu trennen. Der Formkasten 48 weist zwei halb zylindrische Gussflächen auf zwei zuein ander entgegengesetzten Seiten auf und ist auf halber Höhe in zwei Hälften getrennt. Jede Hälfte kann sich unabhängig von der andern um eine gemeinsame, feststehende, auf (lern Wagen 64 angeordnete Säule 90 drehen.
In der letzteren ist ein Kühlwassersteigkanal 89 angeordnet, von welchem auf der Seite des Kernes 13 zwei Austrittsöffnungen 89a über den Einlass 91a je in das untere Ende jeder Formkastenhälfte führen, die in den beiden gegenüberliegenden Seiten zwei Kühl- ivasserräume 91 besitzt. -Jn jedem dieser Kühlräume 91 ist ein Auslass 92 (Fig. 11, 12 und 17) an dem obern Ende und ein Einlass 91a an dem untern Ende vorgesehen.
Die Säule 90 ist ferner mit einem absteigen den Kanal 93 zum Ablaufen des warmen Wassers ausgerüstet, das aus den Austritts öffnungen 92 der dem Kern 13 zugekehrten Formkastenseite ausströmt. Aus Vorstehen dem ist in bezug auf die Kühlung des Form kastens ersichtlich, dass nur die dem Kern 13 jeweils zugekehrte Seite gekühlt ist.
Am untern Ende der untern Formkasten hälfte ist ein Kegelrad 95 befestigt, das dureh ein Kegelrad 96 einer liegenden Welle 97 betätigt wird. Die Welle 97 erhält ihren Antrieb von der Welle 100_ durch ein Schneckengetriebe 99. Die Schnecke 99 ist auf der Welle 100 verschiebbar, so dass sie sieh mit dem Formkasten 48 resp. Wagen 64 verschieben lässt. Das Schneckengetriebe 99 ist dauernd in Umdrehung; das Schnecken rad 99 ist jedoch auf der Welle. 97 lose drehbar und kann mit dieser durch die Kupplung 101 gekuppelt werden, die durch einen Hebel 109 verschiebbar ist.
Letzterer ist durch einen Lenker 102 mit einem Arm des dreiarmigen Hebels 103_ verbunden (Fig. 15), der um einen von der Deckplatte des Wagens 64 nach oben ragenden Zapfen 104 drehbar ist. Der Hebel 103 trägt eine Rolle 106, die gewöhnlich in die eine von zwei entgegengesetzt zueinander angeordneten Kerben<B>107</B> einer Scheibe 10 an dem untern Ende der untern Formkastenhälfte 48 ein greift und diese gegen Drehung sperrt. Wenn die Kupplung eingerückt ist, findet die Drehung des Formkastens statt.
Sobald der Formkasten um einen Halbkreis gedreht ist, fällt die Rolle 106 wieder in eine der Kerben 107 ein, indem eine Feder 108 un ter Vermittlung einer Stange 105 in ent sprechendem Sinne auf den Hebel 103 wirkt. Dadurch wird die Kupplung ausgerückt und die Drehbewegung unterbrochen.
. Eine Welle 20, von welcher aus der Antrieb der Maschine erfolgt, treibt mit Hilfe der Schnecke 21 eine senkrechte Welle 22 an, welche durch Kegelradverbindung 23 mit einer wagrecht liegenden Welle 24 an dem obern Ende des Maschinenständers 10 in Verbindung steht. Diese Welle besteht aus zwei Teilen, die durch einen auf Bruch beanspruchten Bolzen 25 (Fig. 3) mitein ander gekuppelt sind. Die Welle 24 trägt ferner eine Kupplung 26, durch welche sie mit einer mit ihr gleichacbsig liegenden Welle 29 gekuppelt werden kann. Ein Ke-. gelrad 27 der.
Welle 29 ist im Eingriff mit einem Kegelrad 28, das am obern Ende des Kernes 13 befestigt ist, um diesen anzu treiben.
Zur Betätigung der Kupplung 26 ist ein Hebel 30 auf einem Zapfen 31 drehbar befestigt. Der Hebel 30 ist durch einen Len ker 38 mit einer Gabel 32 verbunden, die in eine Tut 33 des verschiebbaren Kupp lungsteils eingreift, um die Kupplung ein-, und auszurücken. Eine Feder 34 hält für gewöhnlich den Hebel 30 in der .Stellung, die der Ausrückung der Kupplung ent spricht. Eine Hubscheibe 35, die am Kegel rad 28 befestigt ist, wirkt auf eine Rolle 36 an dem Hebel 30, um die Kupplung wäg.. rend einer halben Umdrehung des Kernes eingerückt zu halten.
Diese Hubscheibe 35 hat an ihrem Umfang zwei Kerben 37, in welche die Rolle 36 abwechselnd durch die Wirkung der Feder 34 am Ende jeder halben Umdrehung des Kernes 13 fällt. Dadurch wird die Kupplung ausgerückt und der Kern stillgesetzt, ohne im übrigen die Arbeits weise der Maschine zu unterbrechen. Daraus ergibt sich die Drehung des Kernes 13 für je eine halbe Umdrehung.
Zur Regelung der verschiedenen Be wegungen und Arbeitsleistungen sind nach stehend beschriebene, selbsttätig wirkende Steuervorrichtungen vorhanden. Die Trieb welle 20 ist durch ein Schneckengetriebe 21, 1?1 mit einer wagrechten Welle 122 in Be wegungsverbindung (Fig. 21). Die Welle 129 treibt durch eine Schnecke 123 und ein Schneckenrad 7.24 eine Steuerwelle 125 an (Fig. 1 und 20). Auf dieser Steuerwelle sitzen vier Hubscheiben 126,. 149, 151 und 1'"t0. Die Welle 125 dreht sich infolge der gewählten Übersetzung einmal bei jeder halben Umdrehung des Kernes.
Die Kupplungsscheibe<B>126</B> (vergleiche Fig. 27) hat am innern Umfang einen Vor sprung 127, der einmal für eine kurze Zeit während jeder Umdrehung einen mit einer Rolle 130 versehenen Hebel 129 betätigt, der an einem Arm 128 des einen Lagers 128a der Welle 125 gelagert ist (Fig. 20). Der Hebel 129 ist durch einen Lenker 131 mit der Gabel 32 in Verbindung, Die Kupp lung 26 wird also durch den Ansatz 127 der Hubscheibe 126 an einer bestimmten Stelle der Umdrehung der Welle 125 selbsttätig eingerückt. Nach erfolgter Einrückung bleibt die Kupplung eingerückt, bis sie durch die Feder 34 ausgerückt wird, die für ge wöhnlich das Bestreben hat, die Kupplung stets ausgerückt zu halten, und die in Wir kung treten kann, wenn in eine der Kerben 3 7 die Rolle 36 einfallen kann.
Dann wird die Kupplung ausgerückt und bleibt aus gerückt, bis sie wiederum durch den Vor - Sprung 127 betätigt wird. Dadurch wird der selbsttätige Antrieb des Kernes um je eine halbe Umdrehung, sowie das selbsttätige Stillsetzen nach Ablauf dieser Bewegung und wiederum das selbsttätige Inbetrieb- setzen erzielt, ohne dass der Maschinenführer darauf zu achten hat.
Die Welle 20 ist ferner durch ein Kegel radgetriebe 39, 40 (Fi(". 3) mit einer senk rechten Welle 41 verbunden, die aus zwei Teilen besteht, deren jeder eine Riemen scheibe 42 trägt. Jede der Riemenscheiben 42 treibt durch einen über Führungsrollen 44 laufenden Riemen 43 eine senkrechte Welle 45 an, die in zwei Lagern 46 gelagert ist. Alle vier Lager 46 sind auf einer ge meinsamen feststehenden Welle 47 drehbar, so dass' sie um diese schwingen können. An den Enden der beiden Wellen 45 ist je eine Säge 49 bezw. 49a, 49b, 49e angeordnet.
Zur Steuerung dieser Sägen, die zum Absägen des Angusses und zum Zersägen des Guss- stüekes resp. Zuriehten der Stereotypplatten dienen, hat die Hubseheibe 149 eine gut (Fig. 22, 23), in welcher eine Rolle 140 eines Hebels 141 läuft, der bei 142 auf einem Zapfen gelagert ist. Das obere Ende des Hebels 141 ist durch einen Lenker 143 mit dem untersten Lager 46 verbunden, um die Lager 46 der obern Welle 45 mit denen der untern Welle 45 bewegen zu können, sind die mittleren Lager 46 durch einen Bolzen 746 miteinander gekuppelt.
Die Hub scheibe 149 bewirkt eine Hin- und Her- bewegung der Lager 46, derart, dass die Sägen die beiden in Fig. 36 angedeuteten Stellungen einnehmen. In die mit einer strichpunktierten Linie angedeutete Lage werden die Sägen dann gebracht. wenn die Form offen ist und das Gussstüek heraus genommen werden soll.
Die beiden Teile der Welle 41 sind mit einander gleiehaehsig mit Hilfe einer Hülse 147 verbunden, die auf den Wellenteilen auf- und abwärts gleiten kann. Die Hülse 147 trägt Schrauben 148, welche gewöhnlich auf Abflachungen 145 der beiden Teile der Welle niedergeschraubt sind. In ihrer Nor malstellung (Fig. 4) verbindet die Hülse 14'7 die beiden Wellenteile 41 miteinander, so dass sie sich miteinander drehen. Wenn der untere Riemen 43 eingeführt werden soll, wird die Hülse 147 in die in Fig. 4 punktiert dargestellte Lage angehoben.
Dann kann der Riemen von der Seite zwischen den ein ander gegenüberliegenden Enden der beiden Teile der Welle 41 eingezogen werden.
Die Steuerscheibe 151 (Fig. 28) wirkt mit ihrer unrunden Nut auf eine Rolle 152 eines Hebels 153, der bei 54 drehbar ist und unter Vermittlung eines Lenkers 55 einen Arm 56 auf der Welle 51 hin- und herschwingt. In Fig. 28 sind in punktierten und voll aus gezogenen Linien die beiden Endstellungen ' dieses Armes 56 veranschaulicht. Eine auf der Welle 51 sitzende doppelte Kupplungs muffe 57 (Fig. 29) ermöglicht, die Welle 51 mit dem Arm 56 zu kuppeln, um sie mit diesem hin- und herschwingen zu lassen.
Hierdurch wird einerseits das Zurückziehen des Wagens 64 bei jeder halben Umdrehung des Kernes 13 in die in Fig. 34 in vollen Linien dargestellte Stellung bewirkt, um die Form zu öffnen und so die gegossene Platte aus der Form während einer halben Umdre hung des Kernes herauszubringen. Anderseits wird der Formkasten wieder selbsttätig ge gen den Kern zurückbewegt und dadurch die Form wieder geschlossen.
In die Nut der Kupplungsmuffe 57 greift ein Hebel 58,. der durch den Lenker 59 mit einem Handhebel 60 verbunden ist. Der untere Wellenteil 41 treibt durch ein Kegelradgetriebe 98 eine Welle 94, die ihrer seits durch eine Zahnradübersetzung 89' die wagrechte Welle 100 antreibt. Auf der Welle 100 sitzt eine Schnecke 161, die in ein lose auf der Welle 51 laufendes, mit Kupplungs klauen versehenes Schneckenrad 162 ein greift.
Wenn der Kupplungsteil 57 in Fig. 29 nach links bewegt wird, durch Umlegen des Hebels 60 in die linksseitig punktiert dargestellte Stellung, so wird die Welle 51 mit diesem Schneckenrad 162 gekuppelt, so dass nunmehr die Welle 51 von der Welle 100 Kraftantrieb erhält und den Wagen 64 aus der innern Endstellung (Fig. 35) in die äussere Endstellung (Fig. 34, punktiert) und umgekehrt aus dieser in die innere Endstel- lung (C-iess'stellung) verschiebt.
Eine auf der Welle 51 festsitzende Scheibe 163 besitzt zwei diametral entgegengesetzt zueinander angeordnete Zähne 164 und 165, von denen jeder eine schräg verlaufende Rückenfläche und eine gerade verlaufende Vorderfläche aufweist, wobei der eine der Zähne noch einmal so hoch ist wie der andere. Wenn der Hebel 60 derart eingestellt wird, dass die Welle 51 mit der dauernd in gleichbleiben- cler Richtung angetriebenen ,Schnecke 161 gekuppelt wird, kommt ein Ansatz 166 des Hebels 60 in die Bahn eines der beiden Vor sprünge 164 und 165 (Fig. 29).
Die letz teren sind nun so angeordnet, dass nach einer halben Umdrehung der Wellen 51 und 125, während welcher sich der Formkasten aus der Giessstellung in die äussere Endstellung bewegt, der kleinere Vorsprung (164) gegen den Ansatz 166 trifft und den Hebel. 60, in seine in vollen Linien dargestellte unwirk same Mittelstellung bewegt. Dann bleibt der Wagen 64 in der in Fig. 34 punktiert an gedeuteten Stellung stillstehen und wird weder durch die schwingenden, noch durch die sich drehenden Maschinenteile beeinffusst; er wird erst dann wieder gegen den Kern 13 hin in Bewegung gesetzt, wenn der Maschi nenführer den Hebel 60 nach links hinter den kleinen Vorsprung 1691 umlegt.
Dies geschieht erst, wenn die neue Matrize oder die neuen Matrizen ordnungsgemäss in dem Formkasten 48 der Form angebracht sind. Die Welle 51 wird dann durch das Schneckengetriebe 161, 162 um eine weitere halbe Umdrehung gedreht, worauf der grö ssere Vorsprung 165 gegen den Ansatz 166 trifft und den Hebel 6,0 ganz nach rechts über in die punktierte Stellung der Fig. 29 legt, wenn der Formkasten am Kern 13 an liegt. Hierbei wird die Kupplungsmuffe 57 mit dem Schneckenrad 162 ausser Eingriff und mit dem Arm 56 in Eingriff gebracht.
In der Folge wird dann der Formkasten von der Scheibe 151 aus automatisch gesteuert, indem er von ihr aus der Giessstellung (Fig. 35) nur in die in Fig. 34 in vollen Linien ausgezogene Stellung und zurückbewegt wird. Diese Hin- und Herbewegung des Formkastens geht ohne besondere Aufmerk samkeit seitens der Bedienung vor sich.
Sollen zwei Druckplatten auf ein und derselben Seite des Kernes übereinander gleichzeitig gegossen werden, so wird der Formkasten mit zwei Matrizen M und M ausgestattet und zwischen denselben mit einem halbkreisförmigen Ring 66 von T- förmigem Querschnitt versehen, der in eine entsprechende Nut 67 in dem Formkasten eingelegt wird und mit seinen Flanschen in den Hohlraum der Form vorragt und dabei über die untere Kante der obern Matrize und über die obere Kante der untern Matrize fa-sst, wodurch er verhindert, dass das ein gegossene Metall hinter die Matrizen gelangt.
Ein Blatt oder eine sogenannte Gussfahne S (Fig. 17) wird oben eingesetzt, wie dies üblich ist. Der untere Rand der untern Ma trize wird in irgend einer der bekannten Arten in seiner Stellung festgehalten.
Der Formkasten trägt an jeder Seiten kante eine senkrechte Schwingwelle 75. In Fig. 16 ist nur eine. dieser Wellen ersichtlich. Eine blatrizenstange 80, die auf der Welle 75 angeordnet ist, trägt eine Halteklammer 88 für die Matrizen. Je eine solche Klam mer ist an jeder Seite des Formkastens für die Matrize vorgesehen. Diese Halteklam mern greifen in der üblichen Weise über die Kanten der Matrizen und klemmen beim Anziehen die Matrize in dieser Stellung ge gen die Stange 80.
Um sowohl zwei Platten, wie auch eine doppelseitige Platte oder eine einzelne Platte gewöhnlicher Grösse giessen zu können, sind die beiden Hälften des Formkastens derart zu betätigen, dass sie zusammenwirken kön nen. Um dies zu erreichen, ist die Welle 100 durch ein Kegelradgetriebe 111 mit einer senkrechten Welle 112- im Zwangslauf.
Diese senkrechte Welle geht aufwärts bis über die Oberkante des Formkastens und treibt mit Hilfe eines Kegelradgetriebes 113 eine wabreclite Welle 114 an, ähnlich der Welle 10l1, die auch in der gleichen Weise wirkt. Diese Welle 114 ist durch ein Schneckengetriebe 115 mit einer wagrecht liegenden Welle 116 durch Vermittlung einer Kupplung 117 in Verbindung, welch letztere in der gleichen Weise wirkt wie die Kupplung 101.
Zur Betätigung der Kupp lung 117 ist ein Hebel 203 (Fig. <B>13</B> und 14) vorgesehen, der mit einem Winkelhebel 119 verbunden ist, von dem ein Stift 118 zur Betätigung der Kupplung 117 in eine Ring nut der letzteren greift. Der Hebel 203 wird genau in der gleichen Weise betätigt wie der Hebel 103 und arbeitet zusammen mit einem an dem obern Ende des Formkastens angeordneten Fing 120, der am Umfang zwei Kerben aufweist wie der Ring<B>110</B> und auch im übrigen die gleiche Wirkungsweise hat wie dieser.
Die Welle<B>116</B> treibt die obere Hälfte des Formkastens durch Ver mittlung eines Getriebes 195 an, das in der gleichen Weise wirkt wie das Getriebe 95 auf die untere Formkastenhälfte. Für ge- wöhnlicli sind die beiden Getriebe 95 und 195 durch die Welle 112 und die Kupplungen 101 und 117 miteinander verbunden, so dass sie gemeinsam arbeiten. Jedes einzelne Ge triebe kann aber durch den Hebel 103 oder den Hebel \?.03 unabhängig von dem andern in Tätigkeit ,gesetzt werden.
In dem Schmelz- und Gusstiegel 19 be findet sich eine Pumpe bekannter Bauart, zur Hauptsache bestehend aus einem ver tikalen Zylinder 171 und einem Kolben<B>172,</B> der durch die Kolbenstange 173 und den Hebel 174 betätigt wird. Der Hebel 174 ist durch eine Zugstange<B>175</B> mit einem Hebel 176 (Fig. 25 und 26) verbunden, der mit einer Rolle 1<B>7</B>7 in die Nut der Hubscheibe <B>170</B> der Welle 125 eingreift.
Da die Kurbel welle 125 dauernd umläuft, wird der Kol ben 17\? jedesmal aufwärts gehen, wenn der Kern 13 stillgesetzt wird, um dann eine ent sprechende Metallmenge durch das Trichter- rohr 178 in die Form zu bringen. Um zu verhindern, dass das Metall in die Form ge gossen wird, wenn die Form noch nicht ge schlossen ist, ungeachtet der Tatsache, dass der Kolben 172 seine Bewegung vollendete, ist ein Auslass 179 oben an dem Zylinder 171 angebracht, der durch einen Ventilkörper 180 geschlossen werden kann.
Dieses Ventil ist für gewöhnlich geschlossen und die Pumpe arbeitet in der beschriebenen Weise, wenn es geschlossen ist; ist dagegen das Ventil 180 offen, so kann die Hin- und Herbewe- gung des Kolbens 172 stattfinden, ohne dass Metall herausgedrückt wird, da in diesem Falle das Metall durch die Öffnung 179 ausfliesst, anstatt durch die Leitung und das Trichterrohr 178 in die Form entleert zu werden. Zur Betätigung des Ventils 180 be sitzt der Wagen 64 auf der einen Seite einen Rahmen 181 mit einem Daumen 182 (Fig. 24).
Der Rahmen 181 ist mit einer auf der Welle 100 gleitenden Hubnabe versehen, und wenn der Wagen 64 in die in Fig. 34 mit vollen Linien dargestellte Stellung zurückgeht, wie das bei dein Giessvorgange die Regel ist, so bewegt sich der Daumen 182 ebenfalls zurück, ohne eine Wirkung auszulösen.
Wenn aber der Wagen sich über diese Stellung hinausbewegt, um in die punktierte Lage der Fig. 34 überzugehen, trifft der Daumen 182 auf eine Rolle 1.83 eines Ar mes 184 einer senkrechten Welle 185, die am obern Ende einen Arm 186 hat, der durch einen Lenker 187 mit einem Winkel hebel 188 verbunden ist. Eine an letzterem angreifende Feder 189 hält für gewöhnlich den Winkelhebel 188 in seiner unwirksamen Stellung; wenn der Daumen 184 gegen die Rolle 183 stösst, so wird der Winkelhebel 188 abwärts gedrückt, derart, dass' er gegen einen Bund 190 der Ventilstange 191 drückt und da durch das Ventil 180 abwärts öffnet, so dass dann das Ausstossen von Metall in den Trich ter 178 verhindert wird.
Dieser Vorgang fin det statt, wenn der Formkasten von der Welle 100 aus in die äussere Endstellung (Fig. 34, punktiert) bewegt ist. Die Handhabung und Wirkungsweise der beschriebenen Maschine zur Durchführung des Verfahrens bei der Herstellung von gewölbten Stereotypplatten ist, kurz zusam- mengefasst, wie folgt: Das Eingiessen von Metall in die Giess form erfolgt, wenn der Formkasten 48 die in Fig. 35 dargestellte Stellung einnimmt.
Von der Hubscheibe 17(l aus wird unter Vermittlung des Hebelgestänges<B>176,</B> 175, 174, 173 und des Kolbens 1'l2 flüssiges Metall aus dem Tiegel 19 durch das Trichter rohr 178 hindurch in die Giessform befördert. Infolge der Kühlung von Formkasten und Kern ist das eingegossene Metall rasch er starrt. Nachher erfolgt der Rückzug des Formkastens und die Sägen 49, 49a, 49b und 49c werden selbsttätig einwärts gegen den Kern geschwenkt und in die richtige Stellung in bezug auf die betreffende Hoch kante des Gussstückes eingestellt. Der Kern wird dann in die Stellung der Fig. 34, ent gegengesetzt zu derjenigen der Fig. 35, ge dreht.
Während dieser Drehung schneiden die beiden untern Sägen die obere und un tere Kante der untern Platte P1 und richten sie zu, während die beiden obern die gleiche Arbeit bei der obern Platte P leisten. Zwi schen den Sägen 49a und 49b bleibt ein Stück übrig, das von dem Gussstück abgeschnitten wird und herabfällt, wenn die gegossenen Platten herausgenommen werden. Die Säge 49 schneidet den Anguss R von der obern Platte P ab. Dieser Anguss zeigt,. wie üblich, ein nach oben sich verstärkendes Ende in folge des konischen obern Endes des Kernes 13.
Wie das in Fig. 33 dargestellte Zeit diagramm erkennen lässt, dauert der ganze Arbeitsprozess zum Giessen und Zurichten einer Stereotypplatte oder eines Satzes von zwei Stereotypplatten 15 Sekunden. Geht man von dem mit Null bezeichneten Punkt dieser Darstellung aus, so erfolgt zunächst in einer Sekunde das Schliessen der Form, darauf wird in anderthalb Sekunden das Metall in die Form gepumpt. Nach zehn Sekunden ist der Guss abgekühlt.
Dann er folgt in einer Sekunde das Öffnen der Form und darauf schwingt in anderthalb Sekunden der Kern herum und bringt die Platte in die Stellung zum Abnehmen, wobei der Anguss abgesägt und die Kanten der Platte zugerichtet bezw. abgeglichen werden.
renn eine einzige Platte von doppelter Grösse, also eine doppelseitige Platte gegos sen werden soll, so wird nur eine einzige Matrize<B>31'</B> mit derselben Gussfahne 1l7 be nutzt. Der Ringraum 67 zwischen den hormkastenhälften wird, wie Fig. 19 zeigt, aussen durch einen halbkreisförmigen Einsatz ring 68 ausgefüllt, der, hinter der Matrize liegend, den Druck des eingegossenen Me tallen auf die Matrize an dieser Stelle auf nimmt, so dass sich die Matrize nicht durch biegen kann. Die Sägen 49a und 49b wer den dann ausser Betrieb gesetzt.
Die so hergestellte doppelseitige Platte P2 wird mit Hilfe der Sägen 49 und 49c abgeglichen und zugerichtet, so dass der An- guss abgetrennt ist und die obern und untern Kanten der Platte abgeschrägt sind. Die untere Kante dieser Platte ist schon infolge der Gestalt der Form abgeschrägt und die Säge 49c hat nur die Aufgabe, die Kante abzugleichen bezw. zuzurichten.
Die beschriebene Maschine lä,sst noch eine dritte Möglichkeit zu, das heisst, es kann äueh eine einzige gewöhnliche Platte von der Höhe der obern Formkastenhälfte ge gossen werden. Diesen Vorgang veranschau licht die Fig. 18; dazu ist es erforderlich, zwischen den Formkastenhälften einen Ab schlussring 69 einzusetzen. Dieser hat<B>T-</B> förmigen Querschnitt, füllt den Hohlraum der Form an dieser Stelle aus und hält zu gleich die Matrize in der üblichen Weise fest. Hier ist allerdings insofern ein Unterschied vorhanden, als der untere Rand der gegos senen Platte P3 nicht durch diesen Fussring abgeschrägt ist, sondern glatt gegossen wird.
Infolgedessen muss die Säge 49a, welche diese Unterkante - zurichtet, benutzt werden, um :sie auch abzuschrägen.
Die Trennung der fertigen Stereotyp platte von dem Kern 13 kann in irgend einer beliebigen Weise vollzogen -werden. Die Platten werden dabei auf eine obere Plattform<B>70</B> und eine untere Plattform 71 ausgestossen, die derart ausgebildet sind, dass sie sich dem Kern 13 genau anpassen und die Platten mit ihren untern Kanten aufzu setzen gestatten. Die obere Plattform ist abnehmbar angeordnet, so dass' sie entfernt werden kann, wenn sie nicht benutzt wer den soll.
Wie sich aus der vorstehenden Beschrei bung ergibt, erfolgt das Öffnen und Schlie ssen der Giessform vollkommen selbsttätig. Der Maschinenführer hat also gar nicht nötig, die Tätigkeit der Maschine zu unterstützen, es sei denn, dass er den Formkasten vom Kern wegbewegt, um die Matrize auszuwech seln, die fertigen Platten abnimmt und die Abfallstücke fortschafft. Wird die Matrize nicht durch eine neue ersetzt, so erfolgt immer wieder die gleiche Folge von Arbeits vorgängen nach der Fig. 33 in vollkommen selbsttätiger Weise. Auch die Pumpe ar beitet vollkommen selbsttätig und die Re gelung ihrer Bewegung ist ebenfalls selbst tätig, und zwar in der Weise, dass das Her ausdrücken von Metall verhindert wird, wenn die Form noch offen ist.
Hierdurch wird eine sehr erhebliche Erhöhung der Lei stung derartiger Giessmaschinen erzielt, die bisher nicht bekannt war, ohne dass zum mindesten der Raumbedarf .wesentlich erhöht wurde und ebenso die Arbeitsleistung zur Überwachung und Betätigung der Maschine erheblich grösser wurde.