Verfahren zurr Entsehalen von Kokosnüssen. Die Erfindung richtet sich auf ein Ver fahren zum Entschalen von Kokosnüssen, das heisst zur Entfernung der harten Schalen von den Kernen, ohne die lerne zu beschädigen. Das Verfahren besteht darin, dass man die Schale zwecks Ablösung vom lern dämpft und sie dann entferi)t, indem man sie an vorher bestimmten Stellen aufbricht. Ge wöhnlich wird die Schale zuerst an bestimm ten Stellen geschwächt, dann gedämpft und schliesslich an den geschwächten Stellen von dem Kern abgebrochen. Ferner benutzt man gewöhnlich Dampf unter Überdruck, um die Schale rascher vom Kern zu lösen.
Auf der Zeichnung sind verschiedene Ar ten des Schwächens der Schale dargestellt, je nach der Weltgegend, wo die Kokosnüsse gewachsen sind; Kokosnüsse aus verschiedenen Weltteilen haben nämlich verschiedeneEigen- schaften, es lassen sich nicht alle auf. dieselbe Weise behandeln.
Es sind Fig. 1 und 2 End- und Seitenansichten einer Kokosnuss in Stellung zur Schwächung oder Furchenbildung; bei diesem Beispiel werden eine durchlaufende und zwei Quer furchen geschnitten.
Fig. 3 und 4 End- und Seitenansichten einer lokosnuss, die mittelst der Sägen ge mäss Fig. 1 und 2 gefurcht ist, Fig. 5 Querschnitt, in grösserem lUIassstabe, zur Darstellung der Schneidarbeit mit den Werkzeugen gemäss Fig. 1 und 2.
Fig. 6 und 7 End- und Seitenansichten einer Kokosnuss, an der die Sägen zwei durch laufende. und sechs Querfurchen herstellen.
Fig. 8 und 9 End- und Seitenansichten einer Kokosnuss, die gemäss Fig. 6 und 7 gefurcht ist, Fig. 10 vergrösserter Querschnitt zur Dar stellung der mittelst der Sägen gemäss Fig. 7 hergestellten Furchen, Fig. 11 vergrösserter Querschnitt entspre chend Fig. 6;
Fig. 12 Schnitt durch eine Dampfkammer, in der die Schalen von den Kernen gelöst werden, man sieht die gefurch ten Schalen dem frischen Dampf ausgesetzt, Fig. 13 Darstellung des Auseinander brechens der Schalenteile. längs der ge schwächten Linien entsprechend Fig. 3 und 4, Fig. 14 Darstellung der Entfernung der Schalenendabschnitte einer gemäss Fig. 8 und 9 gefurchten Kokosnuss, Fig. 15 Darstellung des Auseinander brechens der mittleren Schalenabschnitte der Kokosnuss gemäss Fig. 14.
Gemäss den Fig. 1, 2 und 7 wird die Kokosnuss 16 bei dem ersten, das Schwächen umfassenden Teil des Verfahrens, zunächst um ihre Längsachse gedreht und dabei gegen eine oder mehrere Sägen 17 gedrückt, die zur Nusslängsachse senkrecht stehen. Die Sägen 17 weisen Schutzscheiben 18 auf, da mit sie die Schale nicht völlig durchdringen können. Auf diese Weise bleibt die Innen seite der Schale 19 unverletzt, zu dem Zwecke, den innen befindlichen Nusstei120, Fig. 5 und 10, zu schützen.
Nach einer vollständigen Um drehung um die Längsachse, wobei die end lose Furche 21 entsteht, wird die Kokosnuss gemäss Zeichnung gegen eine oder mehrere Sägen 22 gehalten, die entweder der Längs achse entlang, das heisst in einer Achsialebene der Nuss verlaufen, oder parallel dazu liegen, und dann wird die Nuss entsprechend ihrer Längswölbung um eine zur Längsachse senk rechte Achse gedreht.
Fig. 1 zeigt ein Paar einander gegenüber liegender paralleler Sägen 22, die in jede Seite der Schale eine einzelne Längsfurche schneiden, und Fig. 6 zeigt drei Paare ge neigter Sägen 22, die in jede Seite der Schale drei parallele Längsfurchen 24 einarbeiten. Die Längsfurchen 24 laufen nicht um den ganzen Umfang der Kokosnuss herum, sondern hören in einiger Entfernung vor den Spitzen auf, damit ein Spreizen des mittleren Schalen abschnittes hervorgerufen und so die Ab lösung der Schale von den Enden erleichtert wird.
Die Sägen für die Längsfurchen besitzen gleich denen für die Querfurchen Schutzplat ter. 25, welche die Sägen daran hindern; zu tief einzuschneiden. In Fig. 11 ist im Quer schnitt eine Furche dargestellt, die von einer der geneigten Sägen 22 eingearbeitet ist. Die mit Furchen versehene Kokosnuss bietet nach dem ersten Arbeitsgang ein Aussehen gemäss Fig. 3, 4, 8 und 9, je nach der An zahl der Furchen.
Es sei bemerkt, dass die Vorrichtung zum Festhalten und Furchen der Kokosnuss ent weder ortsfest gelagerte Sägen, bei Drehung der Kokosnuss, aufweisen kann, oder aber die Kokosnuss wird festgehalten, und die Sägen laufen um diese herum. Für die Längsfur chen kann man eine einzige Säge anwenden und entweder die Säge oder aber die Kokos- nuss nacheinander unter denen für die ver schiedenen Furche:i erforderlichen Winkeln ansetzen; oder es lassen sich zwei oder mehr Sägen behufs Verkürzung der Bearbeitungszeit gleichzeitig verwenden.
Nach dem Furchen oder anderweitigen Schwächen werden die Kokosnüsse für den zweiten Arbeitsgang in eine Dampfkammer 26 gebracht; die Kammer, Fig. 12, besitzt einen Dampfeinlass 27, einen Auslass 28 und einen Deckel 29, der um $anschartige Vor sprünge 31 der Kammer greifende Haken 30 besitzt, so dass die Kammer durch Drehen des Deckels um einen kleinen Winkel rasch geöffnet und geschlossen werden kann.
Inner halb der Kammer befindet sieh (ine durch bohrte Platte 32, auf der die Kokosnüsse oder ein Teil davon während des Dämpfens ruhen; die Platte 32 verhindert, dass Kondensations wasser während des Dämpfvorganges mit den Kokosnüssen in Berührung bleibt und so der ausdehnenden Wirkung des überhitzten Frischdampfes entgegenarbeitet.
Der Dampf von ungefähr 5 Atm. Druck treibt, während die Kokosnüsse trocken gehalten werden, die Furchen in der Schale auseinander und lockert dadurch die Schale, wenigstens teilweise; da bei hängt die Stärke dieser Wirkung von der Art der behandelten Kokosnuss ab, da sich die Nüsse, entsprechend ihrer Herkunft aus verschiedenen Weltteilen, hinsichtlich des Gewebes und der Haftkraft der Schale be trächtlich voneinander unterscheiden. Der Dampf löst zugleich unmittelbar die Schale von den darin befindlichen Kernen.
Die gedämpften Kokosnüsse werden nun dem dritten Arbeitsgang des Verfahrens un- terworfen, das heisst dem eigentlichen Ent- schalen. Hat die Kokosnuss eine Grösse und Beschaffenheit, die nur eine einzige Quer furche und ein einziges Paar Längsfurchen erforderlich macht, Fig. 3 und 4, so besteht der Brechvorgang vorteilhaft einfach darin, dass man ein flaches Werkzeug, zum Bei spiel einen breiten Schraubenzieher, in die Furche steckt und dreht; dies so oft wie nötig wiederholt.
Sonst können die gelocker ten Teile der Schale durch Haken 3.3 ent fernt werden, die man in die aufgeweiteten Furchen steckt und auseinanderzieht, Fig. 13.
Handelt es sich um zwei endlose Quer furchen, Fig. 8 und 9, so besteht der Ent- schalungsvorgang zweckmässig darin, dass man zunächst den mittleren Teil der Kokosnuss durch Klammern 34, Fig. 14, festhält und die Endteile der Schale in entgegengesetzten Richtungen verdreht, und zwar -durch Greifer 35, die man gegen die Enden der Kokosnuss drückt. Um dann die mittleren Teile der Schale zu- entfernen, legt man die abgelösten Endteile wieder auf die Kokosnuss auf und klammert die Nuss zwischen<B>-</B>den Greifern 35 fest, Fig. 15.
Darauf führt man feststehende Platten 36, deren Winkelstellung derjenigen der Sägen 22, Fig. 6 entspricht, in die schrä gen, achsialen Furchen ein und dreht dann die beiden Greifer 35 übereinstimmend, so dass man die mittleren Teile der Schale gegen die Halteplatten 36 zwängt. Oder man hält die Greifer 35, indem man sie gegen die Enden der wiederhergestellten Kokosnuss presst, fest und dreht die Platten 36, die in diesem Falle in einem drehbaren Rahmen oder Käfig sitzen müssen, in der Richtung ' entgegen den Pfeilen an den Greiferstielen, Fig. 15.
Auf diese Weise lassen sich die Schalen entfernen, ohne dass die Kerne im geringsten verletzt werden, ausserdem weit schneller als es mittelst der bisher üblichen Handarbeit möglich ist.