CH123165A - Verfahren zum Bleichen von zellulosehaltigen Rohstoffen mit Hypochloriten. - Google Patents

Verfahren zum Bleichen von zellulosehaltigen Rohstoffen mit Hypochloriten.

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CH123165A
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Ig Farbenindustrie Ag
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  Verfahren zum Bleichen von     zellulosehaltigen    Rohstoffen mit     Hypochloriten.       Die vorliegende Erfindung     betrifft    ein Ver  fahren zum Bleichen von     zellulosehaltigen          Rohstoffen    mit wässerigen Lösungen der     Hy-          pochlorite,    wobei man die Bleiche katalytisch  beschleunigt, indem man sie in Anwesenheit  von Nickeloxyd vornimmt.  



  Es ist bekannt, dass die Mehrzahl der       11Zetalle,    Metalloxyde und Metallsalze auf die  Spaltung der     Hypochlorite    in Sauerstoff und  Chlorid einen fördernden Einfluss     ausüben.     Besonders die Metalle Eisen, Kupfer, Nickel  und Mangan sind hinsichtlich dieser Eigen  schaft als Katalysatoren öfter untersucht und  geprüft worden.  



  Bei allen     Bleicherei-Einrichtungen    zum  Bleichen von     zellulosehaltigen    Rohstoffen,'  suchte man bisher mit Vorsatz jede Berüh  rung mit Metall auszuscheiden, oder man  verwendete doch nur solche Metalle, deren  katalytische Einwirkung auf die     Selbstzer-          setzlichkeit    der     Hypochlorite    erfahrungsgemäss  als geringfügig festgestellt worden ist. So  werden zum Beispiel in den Zellstoff- und    Papierfabriken die Bleichholländer, die zum  Bleichen von Zellulose und     Papierrohstoff     dienen, vorsätzlich mit Armaturen aus säure  fester Phosphorbronze ausgestattet, um me  tallkatalytische     Effekte    soweit als irgend  möglich auszuschalten.  



  Als völlig neu und fortschrittlich muss  daher die Erkenntnis gewertet werden, dass  es mit dem vorliegenden Verfahren gelingt,  den     Bleichprozess    mit     Hypochloriten    in bisher  nicht beobachtetem Masse zu beschleunigen    und wirksamer zu gestalten. Es wird mit der  bisherigen     Auffassung,    dass die Gegenwart  katalytisch wirkender Metalle beim Bleichen  mit     Hypochloriten    unter allen Umständen  von schädigendem Einfluss sein muss, gebro  chen und gerade umgekehrt die technische  Ausnützung einer katalytischen Wirkung zu  Nutze gemacht.  



  Für den oben beschriebenen Zweck be  sonders geeignet hat sich das Nickeloxyd  erwiesen, das man aber nicht als solches von  vornherein der Flotte zuzusetzen braucht, son-      denn im Verlauf der Bleiche auf Nickelmetall  (zum Beispiel Blechen) entstehen lassen, oder  aus Nickelsalzen durch Umsetzung erzeugen  kann. Es kommt aber für die Durchführung  des Verfahrens nicht wesentlich darauf an,  dass das anzuwendende Nickeloxyd von be  sonderer Reinheit ist; es können daher für  die Erzeugung desselben beispielsweise auch       Nickelsalzlüsungen    angewendet werden, die  statt aus reinem Metall aus Legierungen  oder unmittelbar aus Erzen hergestellt sind.

    In etwas geringerem     Masse    sind aber auch       Kobaltoxyd,    Kupferoxyd und andere Metall  oxyde zusammen mit Nickel brauchbar, so  weit diese Metalloxyde analog wie Nickel  oxyde die     Hypochloritzersetzung    katalytisch  zu beschleunigen vermögen, das heisst bei  Gegenwart von     Hypochloriten    mehrere Oxy  dationsstufen bilden, die durch Wechselwir  kung eine intensive Übertragung des     Hypo-          chloritsauerstoffes    gewährleisten.  



  Das Verfahren gestaltet sich technisch  überraschend einfach. Der Bleichflotte wird  Gelegenheit gegeben, mit Nickel in Berührung  zu treten, wobei sich dunkel gefärbte Nickel  oxydverbindungen bilden. Man kann diese       Kontaktwirkung    derart herbeiführen, dass ein  mal, beispielsweise beim Bleichen von Zell  stoff, der Stoffbrei über den Nickelkontakt  fortbewegt wird, oder man kann die Fortbe  wegung genau in derselben Weise, wie dies  in den üblichen Bleichholländern geschieht,  durch Nickelpropeller bewerkstelligen.

   Man  kann auch Metallplatten in den     Stoffbrei    ein  hängen, oder endlich, was am wirksamsten  zu sein scheint, der Bleichflotte Nickelsalze,  jedoch in äusserst geringen Mengen,     jeden-          falls        unter        0,5        %        Ni        auf        das        Gewicht        des        zu     bleichenden Gutes berechnet, zusetzen.  



  Es ist auch möglich, die Berührung der       Hypochloritflotte    mit dem     Nickelkontakt    in  vorübergehender Abwesenheit des     Bleichgutes     vorzunehmen, etwa derart, dass die     durch     Saug- oder Druckwirkung aus der Bleich  apparatur entfernte Bleichflotte für sich allein  dem Nickelkontakt ausgesetzt wird, um nach  Berührung mit demselben dem Bleichgut und  der Bleichapparatur alsbald wieder     zugeführt       zu werden. Diese Berührung reit dem Nickel  kontakt kann fortlaufend gestaltet werden.  



  Das     Verfahren    gestattet in der Durch  führungsweise, zum Beispiel bezüglich der       Bleichgeschwindigkeit,    Abänderungen da  durch, dass in den Grenzen von     0-t)0'-'    C  das Bleichbad auf irgend eine     gewünschte     Temperatur eingestellt wird.  



  Die Wirksamkeit des     Nickelkatalysatores     kann ferner durch Zusatz von     Hydroxyljonen     günstig     beeinflul>t    werden. Die Vermehrung  der     Hydroxyljonenkonzentration    der Bleich  flotte geschieht durch Zusatz von     Hydroxy-          den    oder Karbonaten vornehmlich der     Alka-          lien,    zum Beispiel durch entsprechende Ver  stärkung der     Alkalität    der Bleichlauge.  



  Die im     vorliegenden    Verfahren entstehen  den schwarzen     Nickeloxydverbindungen    be  dingen     naturgemäss    zunächst eine gewisse  Verfärbung des zu bleichenden Gutes, die  sich aber mit den Resten des     Beichmittels     durch Waschen eventuell unter Zusatz von  verdünnten Säuren oder sauren Salzen dieser  Säuren, beispielsweise     Bisulfiten,    leicht     ent-          fernen        lässt,        wobei        man        mit        0,5-1%iger     Säure     auskorrmren    kann.

   Indessen verschwin  det diese Verfärbung von selbst, wenn man  die Flotte bis zum     vollständigen    Verbrauch  des     Hypochlorits    sich selbst überlässt.  



  Das vorliegende Verfahren gestattet somit,  <B>unter</B>     Ausnützung    einer bisher als     zweck-          mässig    nicht erachteten, im Gegenteil als  schädlich vermuteten Wirkung, das Bleichen  mit     Hypochloriten    in wesentlich kürzeren  Zeiträumen und mit wesentlich verbessertem  Erfolg     durchzuführen.    Zum Bleichen nach  dem neuen Verfahren ist nur die Hälfte bis  ein Viertel derjenigen Zeit erforderlich, die  zum Bleichen nach der bisher üblichen Ar  beitsweise benötigt wurde Das Verfahren ist  an sich denkbar einfach und benötigt keine  neuen Vorrichtungen oder Abänderungen der  Arbeitsweise : es     bedeutet    daher in jeder  Hinsicht einen wesentlichen technischen Fort  schritt.

    



  Für das angegebene Verfahren wird der  Schutz nur soweit beansprucht, als es sich      nicht     um    eine für die Textilindustrie in Be  tracht     kommende    Behandlung von Textil  fasern handelt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Bleichen von zellulosehal- tigen Rohstoffen mit Hypochloriten, dadurch gekennzeichnet, dass man die Bleiche kata lytisch beschleunigt, -indem man sie in An wesenheit von Nickeloxyd vornimmt. UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man dein Bleichbad alkalische Reaktion gibt. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Bleichflotte auf Temperaturen bis zu<B>60 0</B> erwärmt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man als Katalysator Nickeloxyd verwen det, das im Verlauf des Verfahrens aus Nickel durch Berührung mit der Bleich flotte entstanden ist. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeich net, dass man als Katalysator Nickeloxyd verwendet, das aus einer Nickelverbindung durch Berührung mit der Bleichflotte ent standen ist. ä. Verfahren nach Patentanspruch und Unter ansprüchen 1, 2 und 4, dadurch gekenn zeichnet, dass man als Katalysator neben Nickeloxyd andere, die Hypochloritzer- setzung fördernde Metalloxyde verwendet.
CH123165D 1925-07-27 1926-07-06 Verfahren zum Bleichen von zellulosehaltigen Rohstoffen mit Hypochloriten. CH123165A (de)

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