CH126252A - Verfahren zum Härten von Schnelldrehstahl. - Google Patents
Verfahren zum Härten von Schnelldrehstahl.Info
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Description
Verfahren zum Härten von Schnelldrehstahl. Es ist bekannt, dass beim offenen Er wärmen von Schnelldrekstahl im gewöhn lichen Schmiedfeuer oder in irgend einem Ofen nach dem Härten eine durch Entkoh- lung entstandene, mehr oder weniger dicke, weiche Zone auftritt, die durch Abschleifen entfernt werden muss.
Diese Erscheinung, die die Ursache eines starken Verbrauches der teuren Schnelldrehstähle ist, macht sich besonders unangenehm bemerkbar bei Fasson stücken, komplizierten Teilen, sowie bei sol chen Gegenständen, die nach dem Härten durch Schleifen auf genaues Mass gebracht und zudem an der Oberfläche höchste Härte aufweisen müssen.
Man half sich bis anhin in solchen Fällen in der Weise, dass man die Stücke in einer KListe aus Eisenblech, bezw. einer hitze beständigen Legierung in Holzkohle, Koks- grus oder Lösche einpackte - auch ein Ein wickeln in Papier und Erhitzen der Werk stücke in einer gut verschlossenen Kiste ist an einigen Orten üblich -, das Ganze auf Härtetemperatur brachte, dann die Gegen stände aus der Kiste herausnahm und ab schreckte. Dieses Verfahren lieferte annehmbare Resultate, sofern die Temperatur nicht über 1200 gesteigert wurde.
Ausserdem musste man mit peinlicher Sorgfalt darauf achten, dass die Stücke, sobald sie auf Härtetempe ratur waren, herausgenommen und abge schreckt wurden. Beachtete man diese Punkte nicht und ging mit der Temperatur höher oder verlängerte man die Erhitzungsdauer, so kohlten sich die Randzonen schnell auf und schmolzen ab, da dadurch der @Schmelz- punkt weit unter die günstige hohe Härte temperatur herabgesetzt wurde. In erster Linie wurden Ecken und Kanten in Mit leidenschaft gezogen. Ein solcher Stahl wurde in der Härterei als "verbraten" be zeichnet; man glaubte in der Regel, man sei mit der Härtetemperatur zu hoch gegan gen.
Auch durch Erhitzen der Werkstücke in Lösche können die Übelstände nicht ver mieden werden. Denn enthält die Lösche noch unverbrannte Kohle, so ergibt sich wie derum zum mindesten eine örtliche Aufkoh- lung. Ist die Lösche jedoch praktisch frei von brennbaren Bestandteilen, so werden die Stücke entkohlt, und ausserdem sintert die- selbe bei höheren Temperaturen zusammen und verbackt mit den zu härtenden Gegen ständen.
Häufig kommt es vor, dass nennenswerte Abschmelzungen nicht beobachtet werden, trotzdem die Oberfläche mehr oder weniger stark aufgekohlt ist. In einem solchen Stahl entstehen beim Härten infolge der unhomo- genen Zusammensetzung starke Spannungen, die beim späteren Betriebe oder auch schon beim Härten, zur Bildung von Rissen und 9rbblätterungen Veranlassung geben können. Ausserdem widersteht die Schneide nicht, sondern bricht leicht aus.
Um diese Übelstände tunlichst zu um gehen, war man also genötigt, das Härten von Schnelldrehstahl mit peinlicher Sorgfalt auszuführen und die oben erwähnten Punkte genau zu beachten.
Auch nachdem in neuerer Zeit die mo dernen Kobalt-Hochleistungsschnelldrehstähle Eingang in die Praxis gefunden haben, die eine Härtetemperatur bis 1380 C erfordern, arbeitete man bei Stücken, die eingeackt wer den mussten, nach der alten Methode weiter. Da jedoch diese Stähle ihre maximale Lei stungsfähigkeit nur nach dem Härten bei höchster Temperatur wenig unterhalb ihres ,Schmelzpunktes erreichen, so bedeutet ihre Anwendung in solchen Fällen lediglich eine nutzlose Geldverschwendung.
Das Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren vermeidet alle diese Übelstände und macht :das Härten von Schnelldrehstahl von der Zuverlässigkeit des Härters weit un abhängiger. Dieses neue Verfahren besteht darin dass die zu härtenden Stücke vor dem Erhitzen in mindestens ein Karbid feinver teilter Form eingepackt werden und während des Erhitzens darin eingepackt bleiben. Da bei ist unter Karbid feinverteilter Form ein körniges und pulverförmiges Karbid zu ver stehen.
Beispielsweise kann für die Härtung von Schnelldrehstahl ein Siliziumkarbid in körni ger Form verwendet werden, wobei die Tem- peratur, ohne dass das Stahlstück Schaden nimmt oder anbrennt, auf 1380'C gebracht werden kann.
Beim Arbeiten nach dem neuen Verfahren ist es möglich, einen guten Schutz vor Ver- zunderung zu erreichen, ohne dass eine we sentliche Auf kohlung eintritt, da sich eine schwach reduzierende Atmosphäre bildet. Ein Anbacken des Packungsmaterials findet nicht statt, und letzteres kann beliebig oft wieder verwendet werden, so .dass der Ver brauch an solchem Material klein ist.
Nimmt die reduzierende Wirkung von oft gebrauch ten Siliziumkarbiden zu stark ab, so kann denselben in geringer Menge ein leichter oxy- dierbarer Stoff, z. B. Graphitpulver, zugesetzt werden. Während Holzkohle und Lösche schlechte Wärmeleiter sind, leiten die Karbide insbesondere Siliziumkarbide, die Wärme sehr gut.
Es ergibt sich demnach bei .der Durchführung des neuen Verfahrens infolge der gleichmässigen, schnellen Durch- glühung der Gefässe eine. wesentliche Brenn stoffersparnis, sowie eine erhebliche Steige rung der Produktion. Ausserdem zeigen die nach dem neuen Verfahren gehärteten Stähle sehr günstige Eigenschaften, da eine Ein formung der kleinen Karbidpunkte zu grö sseren Komplexen infolge der kurzen Erhit- zungsdauer kaum stattfindet.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Härten von Schnelldreh- stahl, dadurch gekennzeichnet, dass die zu härtenden Stücke vor dem Erhitzen in min destens ein Karbid feinverteilter Form ein gepackt werden und während des Erhitzens ,darin eingepackt bleiben. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Siliziumkarbid zum Einpacken verwendet wird.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH126252T | 1927-04-23 |
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| CH126252D CH126252A (de) | 1927-04-23 | 1927-04-23 | Verfahren zum Härten von Schnelldrehstahl. |
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- 1927-04-23 CH CH126252D patent/CH126252A/de unknown
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