CH127539A - Verfahren zur Herstellung von Kautschukgegenständen durch Niederschlagen von Kautschuk aus wässerigen Kautschukdispersionen mittelst wasserdurchlässiger Niederschlagungsform unter Anwendung von die Agglomerierung fördernden Stoffen, die dem Stoffe der Form fremd sind. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Kautschukgegenständen durch Niederschlagen von Kautschuk aus wässerigen Kautschukdispersionen mittelst wasserdurchlässiger Niederschlagungsform unter Anwendung von die Agglomerierung fördernden Stoffen, die dem Stoffe der Form fremd sind.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Kautsehukgegenständen durch Niederschlagen von Kautschuk aus wässerigen Kautsehukdispersionen mittelst wasserdurchlässiger Nieder- schlagungsform unter Anwendung von die Agglomerierung fördernden Stoffen, die dem Stoffe der Form fremd sind. Bisher konnte man mit Tauchformen durch einfaches Tauchen derselben in Kaut schukmilch nur ganz dünnwandige Kaut schukwaren erzeugen.
Zur Erzielung grö sserer Wandstärken schlug man bereits die Verwendung poröser Tauchformen, zum Beispiel aus unglasiertem gebranntem Ton, vor, die infolge ihrer Auf saugef ähigkeit die Agglomerierung des Kautschuks an ihrer Oberfläche fördern. Auch wurde bereits vorgeschlagen (siehe Dätmar, Chemiker- zeitung, 2.
August 1923), der Kautschuk milch solche Stoffe zuzusetzen, die infolge ihres kolloidalen Zustandes Wasser absor bieren, um die Stärke der während des Tau- chens auf die poröse Form sich ablagernden Kautschukschicht zu steigern. Dieses letz tere Verfahren ist aber schon aus dem Grunde unzweckmässig, weil die gautsch uk- milcU den zugesetzten Stoffen gegenüber äusserst empfindlich ist und weil durch die Zusätze unerwünschte Bestandteile in den . Kautschukgegenstand gelangen.
Es ist ferner erkannt worden, dass bei Ver wendung von Niederschlagungsformen aus Gips Calcium und Sulfationen in den Kaut schuk gelangen, die die Koagulation fördern.
Unter Umständen wäre es jedoch vorteil hafter, statt Gipsformen unlösliche poröse Tauchformen, zum Beispiel aus unglasiertem Ton, zu verwenden; diesen geht jedoch die koagulierende Nebenwirkung der Gipsfor men ab.
Das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Verfahren gestattet, bei der Niederschlagung dem Kautschuk beson dere, von dem Material der Tauchform ver schiedene Stoffe, welche die Agglomeration des Kautschuks fördern, zuzuführen, ohne dass diese Stoffe der Kautschukmilch zu gegeben werden müssten.
Das neue Verfahren beruht auf der Erkenntnis, dass die an der Oberfläche der Tauchform agglomerierte Kautschukschicht flüssigkeitsdurchlässig ist, und zwar so lange, als sie nicht austrocknet. Die die Niederschlagung des Kautschuks fördernden Stoffe werden nicht unmittel bar der Kautschukmilch zugesetzt, sondern gemäss dem Verfahren der vorliegenden Er findung der porösen Tauchform zugeführt, aus welcher sie in den Kautschuk gelangen, so dass sie nur von der Berührungsschicht der porösen, zum Beispiel halbdurchlässigen Tauchform und des Kautschuks her auf den bereits entstandenen Kautschuknieder schlag, bezw: durch diesen letzteren hin durch auf die Kautschukmilch einwirken können.
Der Ausdruck "halbdurchlässig" (semi- permeabel) soll im Sinne der Erfindung derart verstanden werden, dass der Stoff nur Wasser, bezw. dieses samt den in diesem gelöstem Stoffe durchtreten lässt, hingegen den Durchgang der dispergierten Kautschuk teilchen verhindert.
Die Niederschlagung des Kautschuks kann zum Beispiel dadurch gefördert wer den, dass man koagulierend wirkende Stoffe, zum Beispiel Essigsäure oder andere Säuren, durch die halbdurchlässige Wandung der Form, bezw. durch die bereits niedergeschla gene Kautschukschicht zu der mit dieser letzteren in Berührung stehenden Kaut schukmilchschicht gelangen lässt. Zur Nie derschlagung des Kautschuks an der Tauch form können auch Stoffe verwendet werden, welche diese Wirkung auch mittelbar, durch Wasseraufnahme aus der porösen Form, zu stande bringen.
Diese . wasserentziehenden Stoffe können bei Verwendung hohler For men in den Hohlraum der Form eingebracht werden, wobei derartige wasserentziehende Stoffe gewählt werden können, zum Beispiel Calciumchlorid, welche in dem entzogenen Wasser in Lösung gehen und hierbei Ionen liefern, die den Kautschuk koagulieren, in dem sie durch die Wandung der porösen Form hindurch zur Kautschukschicht, sogar in diese letztere, bezw. durch dieselbe hin durch gegen die Kautschukmilch diffundie ren und die Agglomerierung oder Koagulie- rung des Kautschuks fördern. Stoffe dieser Art sind zum Beispiel Calciumchlorid oder Zinkchlorid.
Diese löslichen Wasserent- ziehungs- bezw. Koagulierungsmittel können auch in Form konzentrierter Lösung benutzt werden, die man in die Wandung der po rösen Form einführen kann, zum Beispiel indem man die Lösung in den Hohlraum der Form einfüllt oder durch diesen Hohl raum hindurchströmen lässt.
Bei Verwendung von koagulierend wir kenden Stoffen, die aus der Wandung der Form in die Kautschukmilch treten, kann man von der Wasseraufnahmefähigkeit des Stoffes der Form gänzlich absehen und die Formen bereits in mit der Flüssigkeit ge sättigtem Zustande in die Kautschukmilcb tauchen. Der Vorteil dieser Ausführungs form des Verfahrens besteht darin, dass man die Formen nicht trocknen muss und auch die Möglichkeit der Verstopfung ihrer Poren eine geringere ist.
Selbstverständlich kann statt reiner Kautschukmilch auch mit den üblichen Zu sätzen, wie Vulkanisationsmitteln, Accelera- toren, Farb- oder Füllstoffe versetzte Kaut schukmilch nach dem vorliegenden Verfah ren verarbeitet werden.
Wird eine derartige gefüllte Kautschuk milch zum Tauchen verwendet, so erzielt man während der gleichen Zeitdauer grössere Schichtstärken als mit ungefüllter Kaut schukmilch. Diese Wirkung ist umso über raschender, als die Zunahme der Schicht stärke auch bei Verwendung von Füllstof fen, die nicht wasserentziehend wirken, eine bedeutend grössere ist, als der durch die Fül lung bewirkten Zunahme der Konzentration entsprechen würde.
Statt normaler Kautschulzmilch ist es zweckmässiger, eine Kautschukmilch zu ver wenden, welche durch Wasserentziehung, zum Beispiel durch Zentrifugieren, über den üblichen Gehalt von 30 'o Kautschuk kon zentriert worden ist, insbesondere, wenn Zu satzstoffe enthaltende Kautschukmilch ver wendet werden soll.
Diese Konzentrierung ist deshalb empfehlenswert, weil man zwecks Erzielung einer bestimmten Schicht stärke an den Tauchformen aus konzentrier- ter Kautschukmilch weniger Wasser als aus nicht konzentrierter entziehen muss, und anderseits, weil während der eine län gere Zeit beanspruchenden Verarbeitung die in einer dickeren Kautschukmilch disper- gierten Zusatzstoffe längere Zeit in gleich mässiger Verteilung verbleiben als in der dünneren Kautschukmilch.
Unter dem Ausdruck Kautschukmilch im Sinne des vorliegenden Patentes ist nicht nur Kautschukmilch im engeren Sinne, son dern auch vulkanisierte natürliche Kaut schukmilch, unvulkanisierte oder vulkani- sierte natürliche Dispersionen kautschuk artiger Stoffe, wie zum Beispiel Gutta- percha oder Balata, oder aber unvulkanisierte oder vulkanisierte künstliche wässerige Dis persionen dieser Stoffe, beide Arten mit und ohne Zusatzstoffe zu,verstehen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Kaut schukgegenständen durch Niederschlagen von Kautschuk aus wässerigen Kautschuk dispersionen mittelst wasserdurchlässiger Niederschlagungsform unter Anwendung von die Agglomerierung fördernden Stoffen, die dem Stoffe der Form fremd sind, da durch gekennzeichnet, dass die die Agglome- rierung fördernden Stoffe der flüssigkeits durchlässigen Niederschlagungsform einver leibt werden und aus dieser in den zu agglo- merierenden Stoff gelangen. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Tauchform ein wasseranziehender Stoff, der mit Wasser eine die Niederschlagung des Kautschuks fördernde Lösung bildet, einverleibt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der die Niederschla gung des Kautschuks fördernde Stoff in Form einer Lösung in die Wandung der porösen, flüssigkeitsaufnahmefähigen Tauchform eingeführt wird. Verfahren nach Patentanspruch, wobei eine hohle Tauchform verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass der die Nie derschlagung des Kautschuks fördernde Stoff in den Hohlraum der Tauchform gegeben wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zwecks Einver leibung von Zusatzstoffen in die Kaut schukgegenstände eine solche Zusatz stoffe enthaltende Kautschukmilch ver wendet. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Kautschuk milch von mehr als 30 % Kautschukgehalt verwendet.
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