Einrichtung zur Nochfrequenztelephonie mit Gegensprechbetrieb. Auf gewissen Gebieten, wie zum Bei spiel der Nachrichtenübertragung in Elek trizitätswerken, hat sich die Hochfrequenz- telephonie als Betriebstelephonie wegen ihrer wirtschaftlichen und betrieblichen Überlegenheit gegenüber gewöhnlichenDraht- verbindungen bereits weitgehend in der Praxis eingebürgert.
Es ist anzunehmen, dass sieh die Hoch frequenztelephonie auch auf anderen Gebie ten, auf denen, wie zum Beispiel im See- und Luftverkehr, Nachrichtenübermittlun- gen über Drähte nicht möglich sind, eben falls mehr und mehr einführen wird. Einer allgemeineren Einführung der Hochfre- quenztelephonie stellt sich aber die Schwie rigkeit entgegen, dass nur eine beschränkte zahl von Frequenzen oder Wellen verfügbar sind. Um dieser Schwierigkeit Herr zu wer den, muss die Technik mit grösster .Sparsam keit in der Wellenbenutzung vorgehen.
Bei den verschiedenen, von der Praxis gestellten Aufgaben wird man danach trachten müs sen, den Aufwand an Wellen beziehungs- weise Frequenzen auf ein Minimum zu be schränken.
Im allgemeinen benutzte man bisher zum Gegensprechverkehr zweier Sprechzellen mit einander zwei verschiedene Trägerfrequen zen, die eine für das Sprechen in der einen Richtung, die andere für das Sprechen in der entgegengesetzten Richtung.
Für das Gegensprechen zwischen zwei Sprechstellen mit nur einer einzigen Fre quenz ist .es bekannt geworden, den Träger ferustrom nur in einer Sprechstelle zu erzeugen, bei der anderen .Sprechstelle je doch die für den Modulator erforderliche Trägerfrequenz dem Empfänger zu entneh men.
Um diese Anordnung für einen Ruf- und Gegensprechverkehr zwischen einer be liebigen Anzahl von ,Sprechstellen praktisch brauchbar zu gestalten, wird gemäss der vor liegenden Erfindung jede Sprechstelle mit einem Schwingungsgenerator ausgerüstet, wobei von allen diesen Schwingungsgenera toren immer nur einer, nämlich der Genera tor der jeweils anrufenden .Station benutzt wird, und zwar sowohl für den Anruf als auch zur Erzeugung der Trägerfrequenz für die Modulatoren beider miteinander verkeh renden Sprechstellen.
Auf der beigefügten Zeichnung sind ver schiedene beispielsweise Ausführungsformen der Erfindung in den Figuren 1-4 darge stellt.
Figuren 1 und 2 zeigen die Schaltungen zweier Sprechstellen gemäss der Erfindung, wie sie beispielsweise nicht nur zur Telepho- nie über Starkstromleitungen, sondern auch zur Speisung von Antennen, für drahtlose Telegraphie verwendet werden können, wäh rend Figuren 3 und 4 die Anwendung der Erfindung speziell zur Telephonie über Starkstromleitungen veranschaulichen.
In Fig. 1 bezeichnet D den Demodulator, das heisst die Einrichtung, die dazu dient, die über die Zuleitungen 1 und 2 ankommen den modulierten Fernsprechströme in hör bare .Sprechströme umzuwandeln. N bezeich net eine künstliche Leitung, die zur Aus- balanzierung der an die Zuleitungen 1 und 2 angeschlossenen Antenne beziehungsweise der Hochspannungsleitung dient.
Dieser greis ist über einen Differential- oder Brük- kentransformator B mit dem Modulator M gekoppelt, dem die erforderliche Trägerfre quenz von dem Schwingungskreis Z zuge führt wird, wenn der Schalter U betätigt wird. Die modulierten Trägerströmp. werden durch den Transformator B über die Klem men, 1 und 2 der Antenne beziehungsweise der Starkstromleitung zugeführt und gelan gen so zur .empfangenden Sprechstelle,
die entsprechend der in Fig. 1 dargestellten ge schaltet ist. Die vom Schwingungsgenerator Z erzeugte Trägerfrequenz gelangt also, wie ohne weiteres ersichtlich, somit direkt zu dem Modulator der empfangenden Sprech stelle, so dass diese Trägerfrequenz auch hier bei dem nicht betätigten Umschalter U mo duliert und zur Übertragung der Sprech ströme zum anrufenden Teilnehmer benutzt wird.
Hierbei werden durch die Verwendung der Brückenschaltung für die Anschaltung der Modulatoren M an den Sprechstromkreis Störungen im Sprechverkehr, wie sie durch Rückwirkung des Demodulators auf den Mo- dulator und umgekehrt hervorgerufen wer den, vermieden.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Schaltung sind für die beiden Sprechrichtungen beson dere Stromkreise beziehungsweise besondere Antennen vorgesehen, die an die Klemmen 1, 2. beziehungsweise 3, 4 angeschlossen wer den. Der Modulator M sowie der Demodula tor D sind über besondere Kopplungsspulen Ki, K2 mit den getrennten Stromkreisen verbunden. Die Speisung des Modulators durch den Schwingungsgenerator Z erfolgt über einen Umschalter U, der im Ruhezu stand, das ist in der Empfangsstellung, den Modulator IN unmittelbar mit dem Strom kreis des Demodulators D verbindet.
Ent sprechend der Fig. 2 ist auch die Empfangs- Teilnehmerstation geschaltet. Beabsichtigt der Teilnehmer, einen andern Teilnehmer an zurufen, so schaltet er den Empfangsgenera tor Z an den Modulator M an und bewirkt damit in bekannter Weise den Anruf der ge wünschten .Station, gleichzeitig aber auch die Zuführung der Trägerfrequenz zu dem Modulator M sowohl der rufenden als auch der angerufenen Sprechstelle.
Um hierbei ein Übersprechen, wie es durch induktive oder kapazitive Beeinflussung des Kreises 1, 2 auf den Kreis 3, 4 hervorgerufen werden kann, zu vermeiden, ist es vorteilhaft, die beiden Sprechkreise durch eine Entkopp- lungseinrichtung E zu verbinden, die so ein gestellt ist, dass sie die störenden Übersprech- ströme kompensiert.
Mit dem Demodulator kann in an sich bekannter Weise die Rufempfangsschaltung verbunden werden.
Der Umschalter U arbeitet zweckmässig in Abhängigkeit von der Rufeinrichtung. Die Anordnung kann so getroffen werden, dass die rufende :Station automatisch den Umschalter betätigt und damit den Schwin gungserzeuger anschaltet, während hier durch gleichzeitig bei der gerufenen Station der Umschalter in seine Ruhelage gesperrt wird.
In den Figuren $ und 4 bezeichnen L1 und LZ die Roch.spannungsleitung eines Starkstromnetzes, die von dem Elektrizitäts werk W aus gespeist wird. Das Werk W ist über die Schalter T1, T, und über übliche, für den niederfrequenten Betriebsstrom durchlässige, für die Hochfrequenz als Sper ren dienende Drosseln Spi und Sp, an die Leitungen angeschlossen.
Parallel zu den Leitungen sind in Reihe die Hochspannungs- Kondensatoren C1 und C. und die Transfor- matorspule g geschaltet. An die Sekundär spule dieses Transformators ist das Hochfre- quenzgerät angeschlossen.
Bei der in Fig. 3 dargestellten Schaltung wird der Sprech kreis, auf dem sich das Sprechen in beiden Richtungen vollzieht, durch die Leitungen L1 und L2 beziehungsweise durch nur eine Hochspannungsleitung und Erde gebildet. Im Gegensatz ztt dieser Schaltung veran schaulicht Fig. 4 eine Schaltung, bei der, ähnlich wie in Fig. 2 dargestellt, der Fern sprechverkehr auf zwei .Sprechkreisen statt findet, nämlich über die Hochspannungslei tung L2 und Erde, beziehungsweise L1 und Erde.
Für die Wirksamkeit der mit Bezug auf Fig. 3 und 4 beschriebenen Schaltungen ist von besonderer Wichtigkeit, dass die Sprechkreise unabhängig gemacht werden. von .Schwankungen im Betriebe des Elektri zitätswerkes, wie sie beispielsweise durch Abschaltung des Werkes W oder von Ab- zweigleitungen oder dergleichen hervorge rufen werden. Zu diesem Zwecke sind die erwähnten Hochfrequenzsperrdrosseln Spi und Spe vorgesehen, die so bemessen sind, dass bei Schaltungsänderungen im Werk stö rende Rückwirkungen auf das Hochfre- quenzsystem ausgeschlossen sind.
Bei allen dargestellten Ausführungsbei spielen erfolgt der Anruf mittelst des Hoch frequenzstromes desjenigen Schwingungser zeugers z, der den Trägerstrom für das Ge spräch liefert.