CH130866A - Verfahren zur Herstellung von Brennstoff aus einer Mischung von Holzabfall und Sulfitablauge, sowie durch dieses Verfahren hergestellter Brennstoff. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Brennstoff aus einer Mischung von Holzabfall und Sulfitablauge, sowie durch dieses Verfahren hergestellter Brennstoff.

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CH130866A
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    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
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    • C10L5/00Solid fuels
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    • C10L5/44Solid fuels essentially based on materials of non-mineral origin on vegetable substances
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Description


  Verfahren zur Herstellung von     Brennstoff    aus einer Mischung von Holzabfall und       Sulsstablauge,    sowie durch dieses Verfahren hergestellter     Brennstoff.       Die vorliegende     Erfindung    betrifft ein  Verfahren, welches zum Zweck hat, auf eine  wirtschaftlich lohnende Weise aus zwei ver  schiedenen Abfallprodukten, welche bei zwei  verschiedenen Industriezweigen entstehen und  beide in diesen recht lästig empfunden wer  den, einen Brennstoff zu gewinnen.

   Die hier  in Frage kommenden Abfallprodukte sind  einerseits diejenigen, welche in Sägewerken  und andern     Holzveredlungsfabriken    ent  stehen, die das     Flolz    auf mechanischem oder  chemischem Wege bearbeiten, und zwar  hauptsächlich in Form von Spänen und ähn  lichem, in Nachstehendem kurz Sägespäne  oder Späne ,genannt, und anderseits die  jenigen, die bei der Gewinnung von     Sulfit.-          zellstoff    in Form von Ablaugen     entstehen.     Von den vielen bisher gemachten Vor  schlägen, diese Abfallprodukte nutzbringend  zu verwerten, hat sich bislang noch keiner  als besonders brauchbar erwiesen.  



  In Sägewerken und ähnlichen indu  striellen Anlagen werden die Späne meist    mit wirtschaftlich sehr     geringem    Effekt ver  brannt, und zwar mehr um dieselben zu be  seitigen oder zu vernichten, als zur Nutzbar  machung der bei ihrer Verbrennung ent  wickelten geringen Wärmeenergie, und zwar  hauptsächlich bei Verbrennung der bei der  artigen Werken abfallenden Rohspäne. Auch  hat man versucht, die Sägespäne zu briket  tieren, doch ist es bislang noch nicht ge  lungen, ein ausreichend haltbares Brikett  herzustellen.  



  In bezug auf die     Sulfitlauge    ist es be  kannt, diese in sogenannte     Sulfitkohle    zu       zersetzen,    wobei jedoch nach den zur Zeit  bekannten     Methoden    nur     ungefähr    70 % Aus  beute erhalten werden, oder dieselbe als .  flüssigen Brennstoff zu     verwenden.    Im Ver  gleich zu den derzeitigen Steinkohlenpreisen  stellt sich die     .Sulfitkohle    zu teuer, und die  Verwendung der Lauge als flüssiger Brenn  stoff ist zu     unwirtschaftlich,    um in aus  gedehnterem Masse in Frage kommen zu  können.

        Gleichfalls bekannt ist die Benutzung  der     Sulfitlauge    als Bindemittel bei. der     Bri-          kettierung    von Stein-     bezw.        Braunkohlestaub     und bei der Herstellung von Baumaterial  körpern für verschiedene Zwecke und können  als -Beispiel hierfür die Verfahren angeführt  werden, die in den schwedischen Patenten  Nr.     1.1364    und 45359 beschrieben werden.  



  Die vorliegende     Erfindung    bezweckt nun,  diese beiden Abfallprodukte zu einem ein  heitlichen Material zu verbinden nach einem       Verfahren,    das einen in wärmewirtschaft  licher Beziehung zufriedenstellenden Brenn  stoff ergibt und bei welchem die     Gesa.mt-          trockensubstanz    der Lauge ausgebeutet wird.

    Das Verfahren gemäss der Erfindung ist da  durch gekennzeichnet,     da.ss    die Mischung     voll     Holzabfall und     Sulfitlauue    so zusammen  gesetzt wird,     da.ss    sie auf trockene Mischung  berechnet 25 bis 60 % von der Lauge stam  mende     Troekensubstanz    enthält und der Rest  Holzabfall ist.

   Die beiden Stoffe werden  zweckmässig in einem gewöhnlichen Misch  apparat gemischt, welche Arbeit nur einen  sehr geringen Kraftaufwand     beansprucht.     Es kann auch die     Sulfitlauge        successive    den       Spänen    zugeführt und in der Lauge befind  liches Wasser     während    der Vermischung mit       Gien        Spänen        abgedampft    werden.  



  Die Mischung wird am besten ausgeführt,  wenn die Masse ungefähr 36 % Wasser     ent-          h < i.lt.    Bei Verwendung von     Sulfitlauge     höherer oder niedrigerer Konzentration er  hält man die bete Mischung, wenn man  deren Wassergehalt auf     unbefähr    36 % ein  stellen kann. Das Gemisch ist dann in keiner  Hinsicht von klebriger Konsistenz, wie sich  herausgestellt hat, da die Lauge von den  Spänen gut     absorbiert    wird, und kann das  selbe vorteilhaft in zum Beispiel Trocken  trommeln auf die gewünschte Trockenheit  getrocknet werden.  



  Wie sich bei     Ausarbeitung    des Verfah  rens gezeigt hat, ist es bei der Herstellung  von Briketten gemäss dem vorliegenden Ver  fahren vorteilhaft, wenn die Bindung bei der       Brikettierung    nahezu momentan erfolgt. Im  vorliegenden Fall kann eine solche Bindung    erzielt werden, wenn das Gemisch     na.hczu     vollständig getrocknet ist     und    die Masse kurz  vor dem Pressen mit Dampf     zii    ihrer Erwei  chung     behandelt    wird.  



  Das Dämpfen geschieht zweckmässig auf  folgende Weise:  Das bis auf einige Prozent Feuchtigkeit  getrocknete Gemisch     a.us    Lauge und Spänen  wird auf dem Wege zur     Briketpresse    in ver  teiltem Zustand durch einen Raum, zum Bei  spiel eine Trommel, Rohrleitung oder ähn  lichem gestürzt, in den von     unten    her ge  sättigter     Wasserdampf    eingeblasen wird.

   Die  kurze Zeitspanne, die die Masse auf     ihrem     Wege zur Brikettpresse zum Passieren     -u-          nannten    Raumes bedarf, ist meist ausreichend  für eine     Kondensation    von Wasserdampf  auf den Teilen des Gemisches und gleichfalls  meist ausreichend für die günstige beringe       Anwärmung    auf 20   bis<B>30'</B> C.

   Die  Masse nimmt hierbei nur im Maximum       ungefähr    '      /a    Wasser in sich auf, genug, um  die     Lauge    soweit zu erweichen, dass die Masse  bei ihrer     Ankunft    in der Brikettpresse zu  sammengepresst und zu     einem    homogenen  Brikett ausgepresst werden kann, welches  später weder     expandiert    noch springt.     Das     Pressen der Brikette erfolgt vorteilhaft in  angewärmten Matrizen.  



  Die     Trockensubsta.ilz    der Laue erhöht in  erster Linie den     Brennwert    der     Brikette,     weiterhin deren     Volumengewicht,    ferner dient  sie als     Bindemittel    zwischen den     Späneteil-          chen    und     macht,        diese,    wie Versuche ergaben,  völlig luftbeständig, wenn sie nach Verlassen  der     Brikettpresse    einem     Trockenprozess    bei  ungefähr 200          C unterworfen werden, da sie  in bekannter Weise zu einer unlöslichen  Masse zersetzt wird,

   unter     Beibehaltung    des       Bindevermögens.     



  Nach     vorbeschriebenem    Verfahren und  unter einem     Pressdruck        voll    zirka 600 kg per       cm'    hergestellte     Brikette    haben zum Beispiel  ein     Volumengewicht    von 1,1 bis     1!,5,    das  heisst, ungefähr dasjenige der Steinkohle. Die       friscliggepressten    Brikette können unmittelbar  zum Heizen von Dampfkessel- und andern      Feuerungen verwendet werden, wo ein hoher  Wärmeeffekt erwünscht ist.  



  Bei einer eventuellen     Verkohlung    der       Brikette,    die zweckmässig unter     Luftabschluss          stattfinden    soll,     trägt    die     Sulfitlaugetrocken-          substanz    der Brikette zur     Minderung    der       liirwärmungskosten    dadurch bei, wie Ver  suche zeigten,     da.ss    ihre Zersetzung     exo-          thermisch    vor sich geht.  



  Das für die     Brikettierung    fertigbereitete       Laugen-Spänegemisch    kann auch zur Her  stellung eines pulverförmigen Brennstoffes  verwendet werden, falls das Gemisch zuerst  hochgetrocknet wird.  



  Es können aber auch Brikette nachträg  lich zu einem Brennstoffpulver zermahlen  werden, welches Produkt den seinem jewei  ligen F einheitsgrad entsprechenden techni  schen Effekt hergibt, aber dieser Prozess ist  stets mit recht hohen losten verknüpft.  



  Aus dem, wie oben     beschrieben    her  gestellten, für die Brikettherstellung verwen  deten Material, kann ein pulverförmiger  Brennstoff hergestellt werden, indem das       Lauge-Spänegemisch    getrocknet wird und  ;tann ohne     Dampfbehandlung    auf 200  C er  hitzt wird, wobei das in der Masse enthal  tene     Laugenprodukt    in die unlösliche Form  übergeht.  



  Wie vorher erwähnt, tritt bei diesem Er  hitzungsvorgang eine     exothermische    Reaktion  ein. Diese Reaktion hat ihren Grund in  einem     Umsetzungsprozess,    durch welchen die  in der     Laugensillstanz        befindlielie    freie  schweflige Säure und löslichen     lignolsulfon-          sauren    Salze, in freie Schwefelsäure und un  lösliche Salze     übergeführt    werden,     wobei    die  Schwefelsäure auf die in der kombinierten  Masse befindliche Holzsubstanz gleichzeitig  so einwirkt, dass die Struktur derselben zer  stört wird,

   und die     3Iasse    in ein amorphes  Pulver zerfällt     bezw.    so ihre Natur verändert,  dass sie schon bei geringer mechanischer Be  handlung sich in ein amorphes Pulver um  wandeln lässt.  



  Eine auf diese Weise gewonnene amorphe  Masse brennt beim Einblasen in die Feue-    rang, besonders bei     Verwendung    vorgewärm  ter     Einblaseluft,    wie ein brennbares Gas oder  01 und besitzt einen thermischen Effekt, der  dem Brennstoffwerte genannter Stoffe voll  ebenbürtig ist.  



  Die Herstellung von 1 t. Rohbriketts oder  1 t. amorphes Pulver erfordert etwa<B>580</B>     kg,     Trockenspäne und 4200 kg gewöhnliche     Sul-          fitablauge    mit einem Gehalt von zirka 10  Trockensubstanz     bezw.    das dem Mehr- oder  Mindergehalt an     Trockensubstanz        entspre-          ehende    kleinere oder grössere     Laugenquantum.     



  Es versteht sich, dass an Stelle von Säge  spä.nen auch auf andere Weise als durch  Sägen gewonnenes feinzerteiltes Holz ver  wendet     werden    kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Brenn stoff aus einer Mischung von Holzabfall und Sulfitablauge, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung so zusammengesetzt wird, dass sie, auf die trockene Mischung berechnet, 25 bis 60 % von der Lauge stammende Trockensubstanz enthält und der Rest Holz abfall ist. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung nahezu vollständig getrocknet wird.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung zwecks Herstellung von Briketten gedämpft wird, indem die Masse in verteiltem Zustand durch einen Raum niedergestürzt wird, in dessen untern Teil Wasserdampf einströmt, um die Masse zu erweichen. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeiehnet, dass die Mischung briket tiert wird und die Brikette einem Trocken prozess unterworfen werden, bei dem sie auf eine Temperatur von nicht wesentlich über 200 C erhitzt werden, um wetten bestä,ndio-e Brikette zu erhalten. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung aus Holzabfall und Sulfitablauge direkt einem Trockenprozess unterworfen wird, bei dem die Masse auf nicht wesentlich über 200 C erhitzt wird, derart, dass die Holzsubstanz ihre Struktur verliert und in ein amorphes Pulver zer. fällt. PATENTANSPRUCH II Brennstoff, hergestellt nach dem im Pa. tentanspruch I angegebenen Verfahren. UNTERANSPRUCH: 5.
    Brennstoff in Form eines amorphen Pro duktes nach Patentansprcrch II, dadurch gekennzeichnet, dass er nach clem Verfah ren des Unteranspruches 4 hergestellt ist.
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