CH132708A - Verfahren zur Änderung der elektrischen Eigenschaften von Fernsprechkabeln, vorzugsweise zum Ausgleich der Kapazitätsdifferenzen. - Google Patents
Verfahren zur Änderung der elektrischen Eigenschaften von Fernsprechkabeln, vorzugsweise zum Ausgleich der Kapazitätsdifferenzen.Info
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Description
Verfahren zur Änderung der elektrischen Eigenschaften von Fernsprechkabeln, vorzugsweise zum Ausgleich der Kapazitätsdifferenzen. Beim Bau von Fernsprechkabeln, speziell für grössere Entfernungen (Fernkabel), ist es zur Vermeidung von Störungen eines Sprechkreises durch andere -Sprechkreise oder durch benachbarte Starkstromleitungen er forderlich, den Sprechkreisen gegenüber andern ,Sprechkreisen und der Umgebung eine symmetrische Lage zu geben. Ungleich mässigkeiten im Aufbau der ,Sprechkreise er geben Unterschiede in den Kapazitäten (Differenzkapazitäten) der Hin- und Rück leitung eines Sprechkreises gegen andere Sprechkreise und die Umgebung und damit elektrische Kopplungen der Kreise -unterein ander.
Es ist im allgemeinen nicht möglich, die Kabel in der Fabrik von vornherein so herzu stellen, dass sie, zur Strecke zusammen--(, schaltet, bereits den Anforderungen an kapa- zitive Gleichmässigkeit genügen. Man ist vielmehr gezwungen, die Differenzkapazi täten nach der Verlegung des Kabels durch Einschalten sogenannter Ausgleichskonden- satoren oder durch andere Mittel auszuglei chen.
Man hat auch versucht, jede einzelne Kabellänge für sich in der Fabrik dadurch auszugleichen, dass man an einem Ende der Längen durch Veränderung der Lage der Leiter zueinander, durch Einschalten von Kapazitäten oder durch Einfügung zusätz licher Dielektrika etc. künstliche, den in der Länge verteilten Differenzkapazitäten ent gegengesetzt gleiche Kapazitätsdifferenzen erzielte. Solche Verfahren haben unter an derem den Fehler, dass sie nur wirksam sind, wenn die Kabellänge als Ganzes auch auf der Strecke bestehen bleibt.
Wird jedoch die Länge auf der (Strecke geschnitten, bei spielsweise um einen Pupinkasten einzuschal ten, so wird der ,Ausgleich hinfällig. Über- dies dürfte :der Ausgleich der Einzellängen an einem Ende kaum ohne eine Durchmesser vergrösserung dieses Endes durchzufüren sein.
Die Erfindung besteht darin, die kapa- zitiven und ma;gnetisohen Verhältnisse von Adergruppen (Betriebskapazitäten, Kopp- lungen, Erdkapazitäten ete.) auf der ganzen Länge eines Kabelstückes, das heisst etwa einer Fabrikationslänge oder mehrerer aus gelegter und zusammenges.chalteteT Längen ohne Anwendung dielektrischer Zusätze mit- telst eines elektrischen,Stromes zu verändern.
Solche Änderungen können vorzugsweise durch elektrischen iStromdurchgang oder durch Anlegen einer elektrischen Spannung bewirkt werden, gegebenenfalls unter Ver wendung eines Hilfsleiters, der zwischen den Adern oder in der Aderisolation, bei spielsweise im Innern einer etwa dreiteiligen Papierkordel, untergebracht ist.
Die Grösse der Änderung kann man durch geeignete Wahl der Belastungsdauer und -:Stärke von Strom oder Spannung ein stellen, wobei die Änderung selbst durch alle möglichen Wirkungen von Strom oder Span nung (zum Beispiel thermomechanische, chemische, magnetische, elektrostatische, elektrodynamische, elektrolytische etc.) be wirkt werden kann.
Benutzt man die Wärmewirkung des elektrischen Stromes, so. wird man vorzugs weise Temperaturen wählen, die oberhalb der normalen Trockentemperatur für das Kabel, das heisst oberhalb von etwa 120 und unterhalb einer Temperatur liegen, die auch bei sehr kurzzeitigen Beanspruchungen dem Papier schädlich werden können, das heisst unterhalb von etwa 350 .
Diese dem vorliegenden; Verfahren ge setzten ungewöhnlichen hohen Temperatur grenzen verbieten die Verwendung zusätz licher dielektrischer Massen, da der Erwei- chungspunkt der in Frage kommenden Stoffe unter 110 bis 130 liegt. Die Wärme wirkung des elektrischen Stromes wird daher lediglich zur Änderung der kapazitiven und magnetischen Verhältnisse in" normalen Na beln oder zur Lageänderung eingebrachter zusätzlicher metallischer Massen benutzt.
Die Änderung normaler Kabel kann dabei entweder dadurch bewirkt werden, dass durch die Erwärmung das Papier in seinen dielektrischen Eigenschaften oder in seiner Form und Lage verändert wird, oder dass durch Temperaturdifferenzen in Adergrup- peü und die dadurch entstehenden vorüber gehenden oder dauernden Lageänderungen der Leiter eine dauernde Verschiebung der elektrischen Eigenschaften der Gruppen her vorgerufen wird. Derartiger dauernde Än derungen treten jedoch in der Regel erst auf, wenn man die Temperaturdifferenzen unge wöhnlich hoch (über 100 bis 150 ) wählt.
Zur Vermeidung von Papierschäden sind daher sehr kurzzeitige Belastungen mit ungewöhn lich hohen ,Stromstärken (bis zirka 150 Amp. pro mm') zu empfehlen.
Verwendet man zusätzliche metallische Stoffe zur Änderung der kapazitiven Ver hältnisse, dann kann man so vorgehen, dass man den Leiter ganz oder abschnittweise an einem oder einzelnen Punkten mit einem dünnen Überzug eines in dem genannten Temperaturintervall schmelzenden Metalls versieht und diesen Überzug nach Fertig stellung des Kabels oder der betreffenden Gruppe allein durch Stromdurchgang mehr oder weniger zum Erweichen oder Schmel zen bringt und dadurch die kapazitiv wirk same Oberfläche des Leiters verändert.
Man kann eine ähnliche Wirkung auch dadurch erzielen, d.ass man den Leiter vor der Isolie rung mit einem Belag eines bei der Aus gleichstemperatur sublimierenden Metalls belegt, welches sich bei der Erhitzung teil weise auf .die Isolation niederschlägt. Man kann fernerhin auf den Leiter eine mit metallischen Zusätzen versehene Isolation anbringen, und das Metall durch die Wir kung von Strom oder Spannung in seiner Lage verändern. An Stelle des Metalls kann man auch ein Salz verwenden, das sich in Ausgleichsprozess unter Metallbildung zer setzt.
Sinngemäss kann man an. Stelle der zu sätzlichen metallischen Stoffe auch den Hilfsleiter selbst benutzen oder eine elek trische Wirkung zwischen dem Hilfsleiter und dem Hauptleiter ausnützen, etwa, durch zerstäuben oder Verbrennen von Metall oder cli,rch Veränderung von Lage und Eigen schaften des Isolationsmaterials.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Änderung der elektrischen Eigenschaften von Fernsprechkabeln, vor zugsweise zum; Ausgleich von Kapazitäts differenzen, dadurch gekennzeichnet, dass die kapazitiven und magnetischen Verhält nisse von Adergruppen ohne Anwendung dielektrischer Zusätze auf der ganzen Länge eines Kabelstückes mittelst eines elektri schen Stromes verändert werden. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Änderung der Eigenschaften durch elektrischen Stromdurchgang bewirkt beziehungs weise ausgelöst wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Änderung der Eigenschaften durch Anlegen einer Spannung bewirkt beziehungsweise aus gelöst wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch 'und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass :die Grösse der Änderung durch den Grad der Erhitzung der stromdurch- flossenen Adern gegenüber den andern Adern bestimmt wird, wobei die normale Kabeltrockentemperatur von 120' als Mindesttemperatur und die bei sehr kurzzeitigen Belastungen gerade noch nicht schädlichen Temperaturen in der Grössenordnung von zirka<B>350'</B> als Höchsttemperaturen zu gelten haben. 4.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Eigen schaften normaler Adergruppen geän dert werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man in den zu ändernden Adergruppen zur beab sichtigten Änderung ausser den eigent lichen Leitern noch Hilfsleiter vorsieht, sei es in der Isolation der Adern oder zwischen verschiedenen Adern. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 5, dadurch gekennzeich net, dass der Hilfsleiter als Kern einer mehrteiligen, den Hauptleiter umgeben den Kordel aus Papier eingebaut wird.7. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass eine oder mehrere Adern einer Gruppe durch Stromdurchgang so stark erhitzt weiden, dass ihre Dimensions änderungen gegenüber den nicht direkt erhitzten Adern dauernde Änderungen in den Eigenschaften der Gruppe her= vorrufen. R. Verfahren nach Patentanspruch und Unteransprüchen 1 und 7, dadurch ge kennzeichnet, da.ss zur Erzielung der dauernden Änderungen Temperatur differenzen zwischen den Adern einer Gruppe von etwa <B>150'</B> bis<B>350'</B> ange wendet werden.9. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeich net, dass die Änderung der Eigenschaf ten durch eine Lageänderung einer auf dem Leiter aufgebrachten Metallschicht erfolgt. 10. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeich net, dass auf den Leiter vor der Isolie rung ein Überzug eines sublimieren den Metalles aufgebracht wird, der sich bei der Erhitzung des Leiters wenig stens teilweise auf der Isolation nieder schlägt. 11. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeich net. dass auf dem Leiter oder in der Iso lation ein Salz verteilt wird, das sich im Erwärmungsverfahren unter Bildung eines Metalles zersetzt. 12.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass elektrosta tische, elektrodynamische. elektromag netische oder elektrolvtische Wirkungen zur Änderung der Kabeleigenschaften benutzt werden.
Applications Claiming Priority (2)
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Also Published As
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