CH134924A - Verfahren zur Herstellung von Gummischuhen und Vulkanisierform zur Ausführung des Verfahrens. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Gummischuhen und Vulkanisierform zur Ausführung des Verfahrens.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Gummischuhen und Vulkanisierform zur Ausführung des Verfahrens. Man hat bereits vorgeschlagen, ein mit einer gleichmässigen Gummiauflage versehenes Gewebestück derart in einer Form zu ver- pressen, dass die Gummiauflage unter der Einwirkung von Hitze und Druck zum Fliessen gebracht wird und der erweichte Gummi den ungleichmässig breiten Hohlraum zwischen den Formteilen ganz ausfüllt, um so in einer einzigen Formvulkanisierung einen fertigen (xummiscliuh herzustellen.
Bei dieser notwendig sehr starken Pressung wird aber das Gewebe leicht beschädigt, beziehungs weise es wird dasselbe mit dem überschüs sigen Gummi aus der Fuge zwischen den Formteilen herausgetrieben. Ausserdem kann ein auf diese Weise hergestellter Schuh niemals die übliche Passform haben, ohne dass sich der in Folge dei# Stossfuge zwischen der) Formteilen unvermeidliche Grat auf dem Oberteile bildet und der Schuh unansehnlich wird.
Wollte man diese Stossfuge mit der Grenzlinie zwischen der Sohle und dem Ober teile zusammenfallen lassen um den Grat an einer Stelle entstehen zu lassen, wo er nicht störend wirkt, so wäre es unmöglich, dem in die Form zu setzenden Leisten die für die Fertigware erforderlichen Wölbungen zu geben, ohne die Gefahr zu laufen, beim Schliessen und Lösen der Form den Gummi des Schuhes zu beschädigen.
Die Erfindung bezweckt, unter Vermei dung der genannten Nachteile einen guten Gummischuh tadelloser Passform und mit scharfen Formlinien herzustellen. Das Ver fahren gemäss der Erfindung besteht darin, dass der auf einem Vorleisten zusammenge setzte Schuh in einer Pressform vorvulkani- siert und dann auf einem Fertigleisten frei nachvulkanisiert wird. Vorzugsweise wird ein dehnbarer Vorleisten verwendet.
Bei der Vulkanisierform zur Ausführung des Verfahrens gemäss der Erfindung, mit einem Ober- und einem Unterteil, sowie einem mit; Spielraum in diese passenden Vor leisten, entspricht die Stossfuge zwischen Ober und Unterteil der Form der Grenzlinie zwi- scheu Sohle und Oberteil des Schuhes, so dass der unvermeidliche Grat nicht störend wirkt.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel der Vulkanisierform zur Ausführung des Verfahrens gemäss der Erfindung dar gestellt.
Fig. 1 ist ein senkrechter Längsschnitt der Vulkanisierform, Fig. 2 ein Querschnitt nach der Linie II-II in Fig. 1; Fig. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie III--III in Fig. 1, und Fig. 4 eine Längsansicht eines Fertig-. leistens.
Der mit einem Ventil 5 zum Einlassen von Pressluft versehene, dehnbare, aus einem Gummibeutel bestehende Vorleisten 6 nimmt beim Vorvulkanisieren, das heisst beim Vul kanisieren unter Pressung in einer geschlos senen Form, als erster Formteil die gezeich nete Lage ein, worin er mit der Sohle nach oben gerichtet ist. Das Ventil 5 ragt durch ein Loch in dem der Formgebung des Schuh oberteils dienenden zweiten Formteil 7 nach aussen, dessen Matrize nicht nur den vordern Teil (Spann und Spitze) des Schuhes, son dern auch die Seiten und die Ferse desselben bis zu der Fläche 8 aufnimmt, wo der Schuh oberteil sich mit der Sohle vereinigt. Der dritte Formteil ist der Sohlenteil 9, in dessen Matrize die Sohle 11 und der Absatz 12 vulkanisiert werden.
Der Formteil 7 ist so ausgebildet, dass die Wände seiner Matrize sich von der Fläche 8 ab überall mehr oder weniger nach innen neigen. Dies ist aus den Fig. 1 bis 3 klar zu erkennen und würde aus jedem beliebigen Längs- oder Querschnitt hervorgehen.
Die obere Fläche des Formteils 7 und die untere Fläche des Formteils 9 sind am Umfange ihrer Matrize mit Schneiden a be. ziehungsweise b versehen, die bei geschlos sener 'Form derart zusammenarbeiten, dass sie das aus der Stossfuge gepresste überflüssige Material abschneiden. Eine derartige Schneide c befindet sich am untern Rande der Matrize im Formteile 7, und zwar zur Abtrennung des in den Kanal 13 tretenden Materials.
Der Formteil 7 besitzt Zapfen 14, welche in entsprechende Bohrungen 15 des Sohlen teils 9 eintreten können, um die richtige ge genseitige Lage dieser Teile zu gewährleisten.
Die Einrichtung, wodurch die Formteile gegeneinander gepresst werden, nachdem der Schuh auf dem Vorleisterr 6 zusammengesetzt worden ist, ist auf der Zeichnung nicht dar gestellt, weil sie für die Erfindung nicht in Betracht kommt. Aus demselben Grunde ist auch nicht näher angegeben, wie die für die Vorvulkanisierung erforderliche hohe Tempe ratur erzeugt wird.
Nach der Vorvulkanisierung werden die Formteile 7 und 9 voneinander wegbewegt und wird der Schuh von dem dehnbaren Vor leisten 6 entfernt. Der so erhaltene Schuh ist noch nicht gebrauchsfertig, weil seine Wände nicht die erforderliche Wölbung haben. Diesem Übelstande wird dadurch ab geholfen, dass man den Schuh auf einen Fertigleisten nach Fig. 4 setzt und ihn dann frei, das heisst ohne Anwendung von Druck nachvulkanisiert. Durch diese freie IVachvul- kanisierung wird der Schuh in die verlangte Endform gebracht, welche er unverändert beibehält.
Die Fig. 1 und 2 zeigen noch eine in der Sohle zwischen dem Absatz 12 und dem Ballenteile eingebettete Metallversteifung 16. Diese Versteifung ist für mit Absatz ver sehene Schuhe von Vorteil.
Das beschriebene Verfahren hat gegen über der bekannten freien Vulkanisierung, welche an einem von Hand auf einem Fertig leisten aus einzelnen Stücken zusammenge setzten Schuh vorgenommen wird und wobei das Zusammensetzen verhältnismässig viel Geschicklichkeit des Arbeiters und besondere Maschinen zur Verarbeitung des Materials erfordert, grosse Vorteile.
Bei dem beschriebenen Verfahren wird bei der Form- oder Vorvulkanisierung ein Vorleisten mit ziemlich einfacher Form be nutzt, so dass das Zusammensetzen der ein zelnen Stücke auf diesem Leisten eine einfache Arbeit ist, die ausserdem nicht sehr sorgfältig ausgeführt zu werden braucht, weil die Pres sung in der Vulkanisierform das Entstehen von scharfen Linien (zum Beispiel einer scharfen Randlinie für die Sohle) und Ver zierungen verbürgt.
Mit der bekannten freien Vulkanisierung eines konfektionierten Schuhes lassen sich auch bei Verwendung von beson ders gebauten Vorbearbeitungsmaschinen (zum Beispiel um den Gummi des Oberteils fal tenlos zu spannen) nicht die guten Ergebnisse des beschriebenen Verfahrens erzielen.
Ausserdem ist die übliche freie Vulkani- sierung grundverschieden von der allerdings auch freien Nachvulkanisierung des beschrie benen Verfahrens. Die bekannte freie Vul- kanisierung eines auf einem Leisten herge stellten Gummischuhes ist die alleinige Vul- kanisierung eines von vornherein in der rich tigen Form konfektionierten Schuhes, welche viel Zeit beansprucht und in besonderen, in direkt geheizten Räumen ausgeführt werden muss.
Die freie Nachvulkanisierung des be schriebenen Verfahrens dagegen bezweckt lediglich, die Formlinien des im wesentlichen schon in der richtigen Form vulkanisierten Schuhes zu verbessern, so dass sie nur sehr kurze Zeit dauert, in gewöhnlichen Vulkani- sierkesseln vorgenommen werden kann, und keine besondere Massnahmen erfordert, um die sonst bei freier Vulkanisierung eines noch nicht vulkanisierten Schuhes auftretende Bla senbildung zu beseitigen.
Statt Pressluft könnte auch ein anderes Fluidum zum Aufblasen des Vorleistens ver wendet werden, und für letzteren könnte an Stelle eines Gummibeutels ein sonstiger dehn barer Vorleisten in Anwendung kommen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜUCRE: .I. Verfahren zur Herstellung von Gummi schuhen, dadurch gekennzeichnet, dass der auf einem Vorleisten zusammengesetzte Schuh in einer Pressform vorvulkanisiert und dann auf einem Fertigleisten frei nachvulkanisiert wird.Il.. Vulkanisierform zur Ausführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, bestehend aus einem Ober- und einem Unterteil, sowie aus einem mit Spielraum in diese passenden Vorleisten, dadurch gekenn zeichnet, dass die Stossfuge zwischen Ober- und Unterteil der Form der Grenzlinie zwischen Sohle und Oberteil des Schuhes entspricht. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorleisten dehnbar ist.
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