CH139013A - Verfahren zur Darstellung eines Hormons aus weiblichen, innersekretorischen Organen in chemisch reiner Form. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung eines Hormons aus weiblichen, innersekretorischen Organen in chemisch reiner Form.

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CH139013A
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  Verfahren zur Darstellung eines Hormons aus weiblichen,     innersekretorischen     Organen in chemisch reiner Form.    Es sind bereits eine Anzahl von Ver  fahren bekannt, um aus weiblichen.,     inner-          sekretorischen    Organen physiologisch wirk  same Stoffe in mehr oder weniger hoch  gereinigter Form     zu    gewinnen. Aber auch  die reinsten bisher erhaltenen Produkte  konnten, ungeachtet ihrer ziemlich konstan  ten Zusammensetzung und ihrer wohldefi  nierten, chemischen, physikalischen Eigen  schaften, nicht mit Sicherheit als chemische  Individuen angesprochen werden.  



  Gegenstand vorliegender Erfindung ist  nun     ein    Verfahren, welches die Isolierung  Eines neuen Hormons aus weiblichen,     inner-          sekretorischen    Organen in chemisch reiner  Form als wohldefinierte Verbindung ge  stattet.  



  Das neue Verfahren geht von einem aus  diesen Organen gewonnenen und von     Phos-          phatiden,        Cholesterin,        Cholesterinester    und  Fetten befreiten, sowie zur     Entfernung    von       Fettsäuren    durch Behandlung mit Metall-    salzen     vorgereinigten        Extrakt    aus und ist  dadurch gekennzeichnet, dass man eine     Lö=          sung    dieses     Extrakts    in     Petroläther    zur rest  losen Entfernung darin löslicher Metallseifen  mit einem     Elektrolyten    behandelt,

   dessen       Kationen    mit den     ungesättigten    Fettsäuren  und dessen Anionen mit dem in     Petroläther          gelösten    Kation, zum Beispiel Blei, in     Petrol-          Aher    unlösliche Salze geben,     'und    das     tso     in     hochkonzentrierter    Form erhaltene Hormon  reinigt.  



  Die Reinigung erfolgt zweckmässig auf  folgende zwei Arten:  1. Man     konzentriert    die Lösung des Hor  mons in einem passenden,, absoluten Lösungs  mittel, zum Beispiel trockenem Äther, und  friert die Lösung bei sehr niedriger Tempe  ratur     (zweckmässig    unterhalb - 5-0  ) aus,  wobei die wirksame Substanz sich     kristal-          linisch    abscheidet.     Gewünschtenf        alls    kann  man dieselbe aus Äther und dergleichen in  der     gälte        umkristallisieren.         2.

   Man führt das Hormon in einem orga  nischen Lösungsmittel, vorzugsweise Äther  öder Eisessig,     mittelst    Brom in sein     Dibro-          mid    über, woraus durch     Entbromung,    vor  zugsweise mit     verkupfertem    oder     amalgiertem     Zinkstaub das Hormon in reiner Form ge  wonnen werden kann.  



  Die neue Substanz ist schwach hellgelb  gefärbt und unter 0   kristallinisch. Die       Elementaranalyse    und     Molekula-rgewiclits-          bestimmung    verweisen auf die Formel       C1fiH2302#    Sie ist das Lokton einer     Oxysäure     mit einer Doppelbindung zwischen dem 12.  und 13.     Kohlenstoffatom,    was sowohl die       Oxydation,.    als auch die     Ozonüsierun,,g    be  weisen. Die durch Aufspaltung des Loktons  erhaltene     Oxysäure    erweicht bei 35   und  schmilzt bei zirka. 40'.  



  Das neue Hormon ist in Methyl  alkohol,     Äthylalkohol,    Äther,     Petroläther     und Benzol leicht löslich. Es zeigt in  Methylalkohol die optische Drehung  
EMI0002.0018     
    Es gibt folgende Reaktionen:  
EMI0002.0019     
  
    Reaktion <SEP> von <SEP> Carr <SEP> und <SEP> Price <SEP> . <SEP> . <SEP> negativ
<tb>  Reaktion <SEP> von <SEP> Raspa.il <SEP> und <SEP> Petten  kofer <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> positiv
<tb>  Reaktion <SEP> von <SEP> Fearon <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> negativ.

         Die     Chloroformlösung    gibt mit Schwefel  säure und     Essigsäureanhydrid    eine Rotfär  bung, welche     schnell    in eine     bleibende    Braun  färbung übergeht.  



  Durch Behandlung der Substanz mit       Thionylchlorid    und     Hydrazinhydrat    erhält  man einen in feinen Nadeln     kristallisierten          g'örper    vom Schmelzpunkt 104,5  , welcher  als     dimolekulares        Hydrazid    mit     einer    Äther  brücke aufgefasst wird. Ihm kommt die For  mel     C32H6643N@    zu.  



  Von der in der schweizerischen     Patent-          wchrift    Nr. 80147 beschriebenen, durch Va  kuumdestillation     gereinigten,,    wirksamen Sub  stanz aus weiblichen,     innersekretorischen     Organen unterscheidet sich das Produkt des  vorliegenden Verfahrens in mehrfacher Hin  sicht, unter anderem durch seinen niedrigeren    Kohlenstoff- und seinen höheren Wasserstoff  und Sauerstoff     beha.lt    und durch seine optische  Aktivität.  



  Das neue Hormon bewirkt in geringen  Dosen starke Vergrösserung der weiblichen  Sexualorgane und     Auslösung    der Brunst bei       kastrierten    Tieren. Es soll zu therapeutischen  Zwecken verwendet werden.    <I>Beispiel 1:</I>    1 Teil     entblutete    und getrocknete     Pla-          centa,    wird,     feinst        gepulvert    und im Extrak  tionsapparat mit Benzol oder einem andern  Lösungsmittel, zum Beispiel Alkohol, bis zur  Erschöpfung     extrahiert.        Das    Lösungsmittel.

    wird hierauf möglichst     abdestilliert    und der  Rückstand mit dem mehrfachen Volumen  Aceton aufgenommen. Der in Aceton unlös  liche Anteil wird     abfiltriert    und mehrmals  mit dem halben Gewichte an Aceton auf  gekocht. Die Filtrate werden hierauf mit  dem Hauptfiltrat vereinigt, worauf man die       acetonige    Lösung in die Kälte stellt und her  nach von den     ausgefällten    und auskristalli  sierten Substanzen durch Filtration befreit.  Das Aceton wird     abdestilliert    und der Rück  stand mit 2     '.teilen    Methylalkohol aufgenom  men.

   Dies wird so lange wiederholt, bis sich  die     Substanz    sowohl in Methylalkohol, als  auch in Aceton und in Äther ohne     Trübung     löst. Hierauf wird sie in     methylalkoholischer     Lösung mit schwach     ammoniakalischem,          methylalkoholischem    Bleiacetat so lange ver  setzt;, als noch     eine    Fällung     auftritt.    Das  Filtrat wird im Vakuum     eingeengt    und her  nach in Wasser gegossen..     Hierauf    wird mehr  mals mit     Petroläther        ausgeschüttelt        und:

      die       Petrolätherlösung        zur        Entfernung        des    über  schüssigen     Bleiacetates    so lange mit     Wasser          rückgesohüttelt,        bis    das     Wasser    keine Blei  reaktion mehr gibt.  



  Zur Entfernung von in     Petroläther    lös  lichen Bleiseifen aus dem so     vorgereinigten     Extrakt     schüttelt    man die     petrolätherische    Lö  sung tüchtig mit einer     gereinigten    wässe  rigen Lösung von Natriumsulfat, bis eine       filtrierte    Probe des     Petroläthers    mit     Scliwe-          felammon    nicht mehr     Bleireaktion        zeigt.    Es      scheiden sich hierbei die gefällten Natrium  seifen sowie Bleisulfat ab.

   Sollte die     petrol-          ätherische    Lösung noch immer Spuren Blei  enthalten so wird das Lösungsmittel im     Va:          kuum        vol        Mändig        verjagt,    der     Rückstand    mit  wenig Methylalkohol aufgenommen und der  bleihaltige Rückstand,     verworfen.     



  Die in dieser Weise von     Fettsäuren    be  freite     Petrolätherlösung    wird hierauf     ein-          (,reengt    und der     Rückstand    in absolutem Äther  aufgenommen. Die ätherische Lösung engt  man bis zur passenden Konzentration ein  und friert sie mit einem Gemisch von     i@o)h-          lensäureschnee    und Äther aus.     Die    wirksame  Substanz scheidet sich in Kristallen ab und  kann durch Dekantieren oder durch geeignete       Absaugevorrichtungen    von der ätherischen       Xutterlauge        getrennt    werden.

   Zwecks wei  terer     Reinigung    kann das so     erhaltene    Hor  mon nochmals in Äther gelöst und hieraus  durch Kälte abgeschieden werden. Aus den       Mutterlaugen    erhält man durch passendes  Konzentrieren und Ausfrieren weitere Men  gen der Substanz, welche man nun analysen  rein     kristallisieren        kann.    Die     Substanz    zeigt  die in der Einleitung     beschriebenen    Eigen  schaften.

           Beispiel   <I>2:</I>  1 Teil eines nach Beispiel 1     vorgereinig-          ten    Extraktes, aus     Ovarien        wird    in 3 Teilen       Petroläther    aufgenommen. Die Lösung wird  zur Entfernung von in     Petroläther    löslichen  Bleiseifen mit einer konzentrierten Silber  nitratlösung mehrmals ausgeschüttelt bis im       Petroläth,er    keine Bleireaktion mehr nach  gewiesen werden kann.

   Man     engt    den metall  freien     Petrollätherauszug        ein,    nimmt den  Rückstand mit Äther oder Eisessig auf und  setzt die durch einen kleinen     Vorversuch    er  mittelte Menge Brom in ätherischer oder eis  essigsaurer Lösung hinzu.

   Die eventuell von  einer geringen     Abscheidung        abfiltrierte    Lö  sung wird vorerst mit Soda oder einem gleich  wertigen     Mittel    von überschüssigem Brom  befreit, hierauf das Lösungsmittel im Va  kuum entfernt, der Rückstand mit der mehr  fachen Menge verkupfertem oder amalgamier-         tem    Zinkstaub so lang in alkoholischer     L6.          sung        gekocht,    bis das Brom entfernt ist.  Hierauf wird vom     Zink        abfiltriert,    in Was  ser gegossen- und mit einem Lösungsmittel  ausgeholt.

   Letzteres wird' so lange mit Was  ser geschüttelt, bis das Wasser keine     Zink-          oder    Bromreaktion mehr gibt. Hierauf     wird     im Vakuum vom     Lüsungsmi-Uel    befreit, wo  bei das     neue        Hormon.    in reinem     Zustande          hinterbleibt.    Es     ist        identisch    mit dem nach  Beispiel 1 gewonnenen Produkt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung eines neuen Hormons aus weiblichen, innersekretorisehen Organen, ausgehend von einem aus diesen Or ganen gewonnenen und von Phosphatiden, Cholesterin. Cholesterinester und Fetten be freiten, sowie zur Entfernung von Fettsäuren durch Behandlung mit Metallsalzen vor gereinigten Extrakt, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Lösung dieses Extraktes in Petroläther zur restlosen Enfernung darin löslicher Metallseifen mit einem Elektrolyten behandelt,
    dessen Kationen mit den ungesät tigten Fettsäuren und dessen Anionen mit dem in Petroläther gelösten Xation in Petrol- äther unlösliche Salze geben, und das so in hochkonzentrierter Form erhaltene Hormon reinigt. Die neue Substanz ist schwach hellgelb gefärbt und unter 0 kristallinisch. Gegen über Sauerstoff und Luft ist sie etwas emp findlich. Elementaranalyse und Molekulas- gewichtsbestimmung weisen auf die Formel C"H"02 hin.
    Das' Hormon ist das Lakton einer Oxysäure mit einer Doppelbindung zwi schen dem 12. und 13. Kohlenstoffatom, was sowohl die Oxydation, als auch die. Ozoni- sierung beweisen. Die durch Aufspaltung des Laktons erhaltene Oxysäure erweicht bei 35 und schmilzt bei zirka 40'. Das neue Hormon ist in Methyla.Ikohol, Äthylalkohol, Äther, Petroläther und Benzol leicht löslich.
    Es zeigt in Methylalkohol die optische DrehunLr EMI0003.0091 Das neue Hormon bewirkt in geringen Dosen starke Vergrösserung der weiblichen Sexualorgane und Auslösung der Brunst bei kastrierten Tieren. UNTERANSPRÜCHE: ?. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Reinigung das in hochkonzentrierter Form erhaltene Hormon ausfriert und aus einem passen den Lösungsmittel umlöst. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Reinigung das in hochkonzentrierter Form erhaltene Hormon in sein Bromadditionsprodukt überführt und dieses wieder entbromt. 3. Ausführung des Verfahrens nach Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bromierung des Hormons in Eisessig lösung vorgenommen wird.
    4. Ausführung des Verfahrens nach Unter- anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bromierung des Hormons in ätheri scher Lösung vorgenommen wird. 5. Ausführung des Verfahrens nach den Unteranosprüchen 2, 3 und 4., dadurch ge kennzeichnet, dass das Bro.madditionspro- dukt des Hormons mit verkupfertem Zink staub entbromt wird. 6.
    Ausführung des Verfahrens nach den Unteraiis@prüchen 2, 3 und 4, dadurch ge kennzeichnet, dass das Broma.dditionspro- dukt des Hormons mit amalgamiertem Zinkstaub entbromt wird.
CH139013D 1927-06-27 1928-06-21 Verfahren zur Darstellung eines Hormons aus weiblichen, innersekretorischen Organen in chemisch reiner Form. CH139013A (de)

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