CH141794A - Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse in Pulverform. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse in Pulverform.

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CH141794A
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      Verfahren    zur Herstellung einer     pressfähigen        blasse    in Pulverform.    Gegenstand des     Hauptpatentes    Nr.     13.8,32;8     ist ein Verfahren zur Herstellung einer  gleichmässig und sehr rasch trocknenden  und mit den einfachsten technischen     Hilfs-          initteln    in beliebigen     Feinheitsgraden    her  stellbaren     pressfähigen    Masse in Pulverform,  welches dadurch gekennzeichnet ist, dass       Dicyandiamid    mit Formaldehyd solange er  hitzt wird, bis ein sich beim Abkühlen der       P,

  eaktionsmischung    ausscheidendes     hydro-          hhobes    Harz entstanden ist, .das durch Be  rührung mit wässerigen Flüssigkeiten in ein  Pulver übergeführt wird.  



  Es wurde nun gefunden, dass man aus  einem Gemisch von     Dicyandiamid    und Harn  stoff durch Kondensation mit     Formaldehyd     ein Mischkolloid herstellen kann, das sich  ganz ähnlich verhält wie das einheitliche       Dicyandiamid-Formaldehyd-Kondensations-          produkt.     



  Das Verfahren gemäss der Erfindung ist  dadurch gekennzeichnet, dass ein Gemisch  von     Dicyandiamid    und Harnstoff mit Form-         aldehyd        solange    erhitzt wird, bis ein sich  beim Abkühlen der Reaktionsmischung aus  scheidendes     hydrophobes    Harz entstanden  ist, das durch Berührung. mit wässerigen  Flüssigkeiten in ein Pulver übergeführt  wird.  



  So erhält man zum Beispiel, wenn man,  gleichzeitig mit der     Dicyandiamid-Formal-          dehydkondensation,    Harnstoff ohne jeden       Kontaktmittelzusatz    mit so kleinen Mengen  Formaldehyd, wie sie für die     Harnstoff-          Formaldehydkondensation    bisher     überhaupt,     nicht verwendet worden sind, in Reaktion tre  ten lässt, nicht nur vollkommen wasserklare       Mischkondensationsprodukte,    sondern nach  hinreichend langer Erhitzung auch das stark       hydrophobe    Harz eines Mischkolloides, das  sich durch Behandlung mit Wasser oder  wässerigen Lösungen von Elektrolyten,

   (bei  spielsweise     Natriumchlorid,        Kaliumrhodanid     <B>USW.),</B> in ein Pulver überführen lässt, das  nach dem Trocknen ein ausgezeichnetes       Pressmaterial    darstellt. Zweckmässig wählt      man das Verhältnis von     Dicyandiamid    und  Harnstoff so, dass nicht mehr -als 1     Mol.     Harnstoff auf 1     Mol.        Dicyandiamid    entfällt.  Nach einer bevorzugten Ausführungsform  kommen gemeinsam mit 1     Mol.        Dicyandi-          amid,    1     Mol.    Harnstoff und 2     Mol.    Formal  dehyd zur Reaktion.  



  Daus gemäss dem vorliegenden Verfahren  erhaltene Pulver ist mit den einfachsten  technischen Hilfsmitteln in sozusagen be  liebigem     Feinheitsgrade        herstellbar,    trock  net vollkommen gleichmässig und sehr rasch  und lässt sich nach dem Trocknen in der  Heisspresse durch     die'    gleichzeitige oder ge  trennte     Einwirkung    von Hitze und Druck  dank seiner hervorragenden guten     Flussfähig-          keiten    zu fertigen Gegenständen aller Art       verpressen.    Hierbei kann man entweder un  mittelbar die gebrauchsfertigen     Stücke    oder  ein Ausgangsprodukt für die weitere mecha  nische Bearbeitung in Form von Platten,

    Stäben und dergleichen herstellen. Die  durch Heisspressung erzeugten Massen lassen  sich mit grösster Leichtigkeit mechanisch       bearbeiten    (wie bohren, schneiden, sägen,  feilen, fräsen, drehen, polieren usw.).  



       Ausf        iihr        ungsbeispiel:     100 Gewichtsteile     Dicyandiamid    werden  gemeinsam mit 71 Gewichtsteilen Harnstoff  in 200     Gewichtsteilen        40vol.    %     iger    wässeriger       Formaldehydlösung    gelöst (was einem.

   Ver  hältnis von 1     Mol.        Dicyandiamid,    1     Mol.     Harnstoff und 2     Mol.        10e0    %     igen        Formalde-          hydes    entspricht) und etwa 2 Stunden im       Rückflusskessel    erhitzt, bis eine heraus  genommene Probe beim Abkühlen ein äusserst       hydrophobes    Harz ausscheidet, welches sich  durch Erwärmen wasserklar aufschmelzen  lässt. Nach Erreichung dieses Zustandes wird  die Reaktionsmischung in kaltes Wasser ge  gossen, worauf der Übergang in ein Pulver  nach kurzer Zeit beendet ist.

   Nach dem Ab  nutschen,, Waschen und Trocknen wird ein       Presspulver    erhalten, welches unter Hitze  und Druck in der Heisspresse wasserklare       Pressstücke    liefert.  



  Nach dem Verfahren gemäss der Erfin-         dung    gelingt es, ein Pulver herzustellen,  das eine ganz besonders hohe     Flussfähigkeit     unter Hitze und Druck besitzt, so dass es  mit einem hohen Prozentsatz an Füllmitteln,       bezw.    Streckmitteln aller Art, sowohl orga  nischer wie anorganischer Natur, versetzt  werden kann. Ausserdem können zur Errei  chung einer noch grösseren     Flussfähigkeit     sogenannte     Flussmittel    zugesetzt werden.  Als Füllstoffe kommen insbesondere alle  faserigen Füllstoffe in Betracht, welche die  mechanische Festigkeit der     Presskörper    we  sentlich erhöhen.

   Derartige faserige Füll  stoffe sind alle faserigen Materialien mine  ralischen Ursprunges (wie beispielsweise  Asbest), vegetabilischer Herkunft (wie Zel  lulose in jeder Form, Baumwolle, Holz  zellulose, Flachs     ete.,        Zellulosederivate    öder       Zelluloseumwandlungsprodukte),    schliesslich  Faserstoffe animalischer Art     (wie    Wolle.  Seide usw.), welche allein oder in geeigneten  Mischungen verwendet werden können. Statt.  dem fertigen Pulver die Zusatzstoffe einzu  verleiben, kann man gemäss einer besonderen  Ausführungsform der Erfindung der Masse  im Zuge des Herstellungsverfahrens vor oder  während des Überganges in die Pulverform  faserige Füllstoffe einverleiben. Auch in  diesem Falle erhält man ein Pulver.  



  Die     Pressmassen,        bezw.    die daraus her  gestellten     Presskörper    lassen sich in der  mannigfaltigsten Weise     färben    und mustern.  



  Die aus den gefüllten oder     ungefüllten          Pressmassen    hergestellten     Presskörper    können  dank ihrer wertvollen Eigenschaften für die  mannigfaltigsten gewerblichen Zwecke Ver  wendung finden: Ersatz von Glas, Milchglas,  Porzellan, Herstellung von Galanterie- und  Schmuckwaren, elektrotechnischen     Isolier-          körpern,    mechanischen Werkstücken aller  Art usw. Die Anführung dieser besonderen  Verwendungsgebiete erschöpft aber keines  wegs die vielseitige Verwendbarkeit dieser  neuen     Pressmassen.     



  Das     Dicyandiamid    kann in Form seiner  rohen, wässerigen Lösungen, wie sie vor der  Reinigung entstehen, Verwendung finden.  Der Formaldehyd kann in Form seiner Poly-           meren        verwendet    werden. Selbstverständlich  kann die Reaktion in An- oder Abwesen  heit von Kontaktmitteln vor sich gehen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer gleich mässig und sehr rasch trocknenden und mit den einfachsten technischen Hilfsmitteln in beliebigen Feinheitsgraden herstellbaren pressfähigen Masse in Pulverform, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gemisch von Di- cyandiamid und Harnstoff mit Formaldehyd solange erhitzt wird, bis ein sich beim Ab kühlen der Reaktionsmischung ausscheiden des hydrophobes Harz entstanden ist, das durch Berührung. mit wässerigen Flüssig heiten in ein Pulver übergeführt wird. UNTERANSPRüCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nicht mehr als 1 Mol. Harnstoff auf 1 Mol. Dicyandiamid ver wendet wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass gemeinsam mit 1 Mol. Dicyandiamid 1, Mol. Harnstoff und 2 Mol. Formaldehyd zur Reaktion ge langen. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Konden sation in Gegenwart von Kontaktmitteln ausgeführt wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktionsmi schung in Wasser gegossen und der Übergang des ausgeschiedenen hydro- phoben Harzes in die Pulverform durch mechanische Massnahmen beschleunigt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Masse im Zuge des Herstellungsprozesses faserige Füll stoffe einverleibt werden.
CH141794D 1927-03-18 1928-03-16 Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse in Pulverform. CH141794A (de)

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