Speisewalzenantrieb für Walzenstühle. Die Erfindung betrifft einen Speisewal zenantrieb für Walzenstühle und sie be zweckt die Umdrehungszahl der Speisewalze, beziehungsweise der Speisewalzen, in Abhän gigkeit von der Menge des zufliessenden Mahlgutes bis auf Null zu verändern.
Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung in zwei Ausführungsbeispielen dargestellt.
Gemäss Fig.. 1 ist ein Reibscheibenpaar 5 und 6 mit parallelen, aber versetzten Ach sen 2 bis 3 vorgesehen. Zwischen diesen Reibscheiben läuft die Reibrolle 7, die durch die Zylinder 8 und 9 senkrecht zu den Reib scheibenachsen geführt wird. Die Reibrolle 7 kann sich somit zwischen den Achsen 2 und 3 auf und ab bewegen und sich gleich zeitig drehen, entsprechend der Geschwindig keit, die sie durch die antreibende Reib scheibe 5 erhält. Die Scheibe 5 erhält ihren Antrieb durch die Riemenscheibe 1 von der :Mahlwalze aus, sie dreht sich mit gleichblei bender Tourenzahl.
Steht die Reibrolle 7 oben, näher an der Achse 2, dann dreht sich die Reibscheibe 6 und mithin das mit ihr ver bundene Zahnrad 4, welches die Speisewal zen antreibt, langsam; steht die Reibrolle 7 unten, näher an der Achse 3, dann dreht sich die Reibscheibe 6 und somit auch die Speisewalze schnell.
Die Stellung der Rolle 7 wird nun nicht auf mechanischem Wege durch einen starren Antriebsmechanismus von dem zufliessenden Mahlgut aus reguliert, sondern nach dem Servomotor-Prinzip durch Zuhilfenahme von Drucköh Dadurch wird die Empfindlichkeit der Bewegung der Reibrolle 7 bedeutend grö sser. Die Verbindung zwischen Nahlgut- menge und Reibrollenstellung kann dann etwa so geschehen, wie in der Patentschrift Nr. 130141 vom 24. Dezember 1927 beschrie ben ist, wenn man sich an Stelle des dort erwähnten regulierten Speiseschiebers die Stellung der Reibrolle denkt. Das Verbin dungsgestänge hätte dann an den Steuerstift 18 (Fig. 1 und 2) anzugreifen.
Das Drucköl wird von einer kleinen durch die Zahnräder 11 und 12 angetriebenen Pumpe 10 (es ist eine Zahnradpumpe ge zeichnet) erzeugt, welche das Öl durch das Saugrohr 18 aus dem Behälter 28 ansaugt und es durch die Rohrleitung 20 über den Zylinder 9 nach der Reibrolle 7 drückt. Der Zylinder 9 ist in seinem Durchmesser kleiner als- der Zylinder 8 und steht mit ihm durch die Bohrung 16 in Verbindung. Diese Boh rung kann durch den Steuerstift 18 geöff net oder geschlossen werden. Verschliesst der Stift 18 die Bohrung, dann drückt das Öl den Zylinder 9 und somit die Rolle 7 nach unten.
Dadurch wird aber, wenn der Steuer stift 18 stehen bleibt, die Öffnung 16 wieder frei, und das Drucköl kann durch die Boh rung 16 unter den Zylinder 8 gelangen, so dass sich, weil die Bohrung 16 weit ist, in dem Raum über 9 und unter 8 der gleiche Öldruck einstellt. Weil aber der Zylinder 8 im Durchmesser grösser ist als 9, so bewegt sich der Zylinder 8 und mithin die Rolle 7 wieder aufwärts, indem hierdurch die Öff nung der Bohrung 16 wieder gegen den Steuerstift 18 gedrückt wird und die Boh rung somit wieder schliesst. In diesem Falle kann das Öl aus dem Zylinderraum 8 durch die enge Bohrung 17 in den Behälter 28 zurücklaufen. Man erkennt, dass hierdurch die Rolle 7 der Bewegung des Steuerstiftes 18 genau folgen muss und nur die Stellung einnehmen kann, die derjenigen des Steuer stiftes 18 entspricht.
An Stelle der einfachen Steuerung nach dem hier geschilderten "Dif- ferentialprinzip" kann man auch andere Steuerungen anwenden, bei denen zum Bei spiel die beiden Zylinder 8 und 9 den glei chen Durchmesser haben. Die Art der Steue rung soll für die Erfindung nicht wesent lich sein.
Der zwischen den Reibscheiben 5 und 6 gegen die Rolle 7 benötigte achsiale Anpres- sungsdruck wird ebenfalls durch Drucköl er zeugt. Auf den Achsen 2 und d der Reib scheiben sitzen fest verbunden die Kolben 14 bezw. 15, die mit der Reibscheibe ro tieren und sich mit ihr verschieben. Die Ver schiebung erfolgt in entsprechenden Zylin dern. Das gleiche Drucköl, welches die Pumpe 10 erzeugt, und zu den Kolben 8 und 9 fliesst, geht auch mittelst der Rohrleitung 20 hinter die Kolben 14 und 15 und presst diese samt Achsen und Reibscheiben gegen die Reibrolle 7.
Die Zusammenwirkung ist nun die fol gende: Die Anordnung ist so getroffen, dass, falls wenig Mahlgut zuströmt oder das Mahl gut ganz ausbleibt, der Steuerstift 18 in seine höchste Lage geht, so dass die Rolle 7 nicht weiter folgen kann, weil der Kolben 9 an den Anschlag 19 stösst. Dadurch bleibt die Öffnung 16 frei, und das ganze von der Pumpe 10 geförderte Drucköl kann durch die Rohrleitung 20, die Bohrung 16 und die Öffnung 17 in den Saugbehälter 28 zurück fliessen, ohne dass ein erheblicher Öldruck vorhanden ist. Dadurch hört die Pressung der Reibscheiben 5 und 6 gegen die Rolle 7 auf und das Zahnrad 4 und die Speise walze bleiben stehen, trotzdem die Scheibe 1 weiterläuft.
Strömt nun aber Mahlgut zu, dann senkt sich der Steuerstift 18, verschliesst die Öff nung von 16, so dass über dem Kolben 9 und hinter den Kolben 14 und 15 Druck entsteht, wodurch sofort die Bewegung des Zahnrades 4 und der Speisewalze eintritt. Kommt noch mehr DZahlgut, dann senkt sich der Steuer stift 18 noch weiter, wodurch die Geschwin digkeit des Zahnrades 4 und der Speisewalze noch grösser wird, bis sie genau der zuflie ssenden Mahlgutmenge entspricht.
Dabei stellt sich im Zylinderraum 8 ein Differenz druck ein, so dass der Gesamtdruck auf 8 dem Druck auf 9 das Gleichgewicht hält; denn die Öffnung 17 ist so klein gehalten, dass immer ein geringer Druck nötig ist, um das<B>01</B> hindurchzutreiben. Man kann- aber auch eine Steuerung wählen, durch die der Öldruck im ganzen System vollständig auf gehoben wird, sobald der Steuerstift 18 in die höchste Lage geht; bei der gezeichneten Anordnung wird der Druck nur soweit re duziert, dass er nicht mehr genügt, um eine nennenswerte Drehung auf die Rolle 7 und Scheibe 6 zu übertragen.
Will man auch die Mahlwalzen selbst- tätig ausrücken, sobald die Speisewalze still gesetzt werden, und will man die Mahlwalzen wieder einander nähern, sobald die Speise walzen zu arbeiten anfangen, so kann das in folgender Weise geschehen. In. dem Zylinder 2'1, der im Gehäuse 28 festsitzt, bewegt sich der Kolben 22, und seine Kolbenstange 23 drückt die Mahlwalzen mittelst eines nicht gezeichneten Verbindungsgestänges zusam men, wenn er sich nach unten bewegt. Be wegt er sich nach oben, so werden die Mahl walzen voneinander entfernt. Diese Bewe gung des Kolbens 22 geschieht nun auch au tomatisch in Abhängigkeit von der Stellung des Mahlgutes und des Steuerstiftes 18.
Die Feder 24 drückt den Kolben immer nach oben, während der Öldruck der Pumpe durch die Rohrleitung 20 auch zu dem Kolben 22 gelangen kann. Die Feder 24 und der Quer schnitt des Kolbens 22 sind so bemessen, dass der durch die Feder 24 bestimmte Öldruck geringer ist als der, welcher erforderlich ist, den Kolben 9 abwärts zu bewegen, wohl aber genügt, um die Reibscheiben so gegen die Reibrolle 7 zu pressen, dass eine geringe Drebung des Rades 4 stattfindet. Hat sich aber der Kolben 22 bis gegen seinen Anschlag 3-1 bewegt und dadurch die Mahlwalzen gegen einander gerückt, dann tritt in dem ganzen System derjenige höhere Öldruck ein, welcher durch das Sicherheitsventil 25 und die Feder spannung 26 bestimmt ist und durch das Manometer 27 angezeigt wird.
Lässt aber die Menge des Mahlgutes nach, dann muss erst der Steuerstift 18 so weit steigen, dass der Kolben 9 der Reibrolle 7 gegen den Anschlag 19 stösst, und somit der Öldruck so weit durch die Öffnungen 16 und 17 ge senkt wird, dass die Feder 24 den Kolben 22 nach oben bewegt und die Mahlwalzen voneinander entfernt.
Das ganze Getriebe ist in dem Gehäuse <B><U>'</U></B>8 untergebracht und mit dessen Flansch 29 an dem Walzenstuhl befestigt.
Es ist mitunter zweckmässig, die An triebsscheibe 1 und die Reibscheibe 5, eben- ,#o das Zahnrad 4 und die Reibscheibe 6 nicht durch die gleiche Welle 2 bezw. starr miteinander zu verbinden, wie in Fig. 1, sondern, wie in Fig. 2 dargestellt, zwischen 1 und 5, bezw. zwischen 4 und 6 ein Über setzungsgetriebe 32, 3'3 bezw. 30, 31 einzu schalten, so dass die Reibscheiben 5, 7, 6 mit höherer Umlaufszahl arbeiten als die An triebsriemenscheibe 1 und das Antriebsrad 4.
Man erhält dann kleinere Drucke gegen die Reibscheiben und höhere Umfangsge schwindigkeit, und es lassen sich hierbei grö ssere Leistungen übertragen, ohne dass die Empfindlichkeit der Regulierung leidet. Gleichzeitig erspart man sich die Notwen digkeit, die druckerfüllten Räume hinter den Kolben 14 und 15 für den Durchtritt der Achsen 2 und 3 durch das Gehäuse<B>28</B> offen zu lassen. Die Achsen der Druckkolben brauchen dann nicht durch das Gehäuse ge führt zu werden. Will man die Speisewalzen von Hand ausschalten und die Mahlwalzen öffnen, trotzdem noch Mahlgut zufliesst, oder will man verhüten, dass das Einschalten selbst tätig geschieht, wenn Mahlgut kommt, so kann dies nach Fig. 2 durch eine Feststel lung des Steuerstiftes 18 in seiner höchsten Lage geschehen.
Der Steuerstift ist durch den Winkelhebel 38 und die Zugstange 39 mit der Einrichtung verbunden, welche den Stand des Mahlgutes über den Speisewalzen anzeigt. Wird das Segment 40 mit der Hand im Sinne des Pfeils nach links gedreht, dann wird der Steuerstift angehoben und in seiner höchsten Lage festgehalten.
Will man verhüten, dass bei vorüber gehend sehr starkem Zulauf des Mahlgutes die Speisewalzen eine solche Umlaufzahl an nehmen und mehr Mahlgut- fördern, als die Mahlwalzen verarbeiten können, dann kann man einen verstellbaren Anschlag anbringen, welcher das zu weite Absinken des Steuer stiftes 18 verhütet. Zu diesem. Zwecke ist in Fig. 2 unter dem Winkelhebel 38 ein mit- telst Gewinde in seiner Höhenlage verstell barer Stift 41 angebracht, auf den sich der Winkelhebel 38 stützt. Man hat bei Walzenstühlen häufig nicht eine einzige, sondern zwei oder noch mehr Speisewalzen bezssT. Rührschnecken.
Von diesen arbeitet jedoch immer nur eine mit dem Speiseschieber zusammen, während die andere Speisewalze die Aufgabe hat, die durch die erste Speisewalze und die Weite des Spaltes zwischen dieser und dem Schie ber bestimmte Mahlgutmenge besser zu ver teilen. Ebenso hat die etwa vorhandene Rührschnecke nicht die Aufgabe, die Mahl gutmenge zu bestimmen, sondern nur das Mahlgut über die ganze Breite des Stuhls besser zu verteilen. Der Antrieb der zwei ten Speisewalze und noch mehr der Antrieb der Rührschnecke erfordert besondere Kraft.
Deshalb sieht die Ausführungsform nach Fig. 2 vor, nur diejenige Speisewalze durch das Reibradgetriebe 1, 5, 7, 6, 4 anzutreiben, welche die Menge des Mahlgutes reguliert, damit das Reibradgetriebe geschont wird und seine Empfindlichkeit behält. Die andere Speisewalze beziehungsweise die Rühr- schnecke wird zwar auch durch die Riemen scheibe 1 angetrieben, aber unter Umgehung des Reibradgetriebes durch ein zwischen ihr und der ersten Reibscheibe 5 angebrachtes Stirnräderpaar 42, 43, welches auf die Welle 44 und das Stirnrad 45 arbeitet.
Dieses läuft mit unveränderlicher Drehzahl und treibt die übrigen Verteilwalzen beziehungsweise Rührschnecken an. Statt des gebräuchlichen Reibradgetriebes kann auch ein Kegelreib- radgetriebe verwendet werden.
Die Reibscheiben 5 und 6, sowie die Reib rolle können auswechselbar hergestellt wer den, so wie es in Fig. 3 gezeigt ist. Die eigentliche Scheibe 5 bezw. 6 trägt einen be sonderen Laufbelag 35 bezw. 36, der nur auf gesteckt wird. Ist eine Seite abgelaufen, dann kann man den Belag umdrehen und die Rück seite ebenso benutzen. Auch die Reibrolle 7 braucht nicht fest mit den Zylindern 8 und 9 verbunden zu sein, sondern ist in Fig. 3 ebenfalls in leichter Weise auswech selbar dargestellt, indem nur die Mutter<B>3</B>7 gelöst zu werden braucht, um die Laufrolle 7 zu entfernen.