CH144633A - Verfahren zur Herstellung von Berylliumlegierungen mittelst Schmelzflusselektrolyse. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Berylliumlegierungen mittelst Schmelzflusselektrolyse.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Berylliumlegierungen mittelst Sehmelzflusselelztrolyse. Die Herstellung von Berylliumlegierun- gen mit einem hohen Berylliumgehalt berei tet in der Praxis erheblich Schwierigkeiten. Ein Zusammenschmelzen des Berylliums mit den Legierungsmetallen empfiehlt sich aus dem Grunde nicht, weil das Beryllium leicht abbrennt und ausserdem bei einem derartigen Prozess fast alle handelsüblichen Tiegelmate- rialien unzulässig stark angegriffen werden.
Ausserdem würde ein solcher Prozess lan;e Zeit in Anspruch nehmen, da sich reines Be ryllium in andern Metallschmelzen nur ausserordentlich langsam auflöst.
Man hat bereits versucht, Berylliumlegie- rungen mittelst Schmelzflusselektrolyse her zustellen. Man hat dabei meist die mit Be ryllium zu legierenden fremden Metalle in geschmolzenem Zustand als Kathode verwen det. Hierbei entstehen indessen meist sehr inhomogene Legierungen, weil die Diffusion des Berylliums in das geschmolzene Fremd metall hinein meist nicht ausreicht, um die mit Beryllium gesättigten äussern Schichten. die kein Ber-@#llium mehr aufnehmen, zu durchdringen.
Es ist ausserdem bereits vor geschlagen worden, Berylliumlegierungen da durch herzustellen, dass man zu einer zur elektrolytischen Abscbeidung von Beryllium geeigneten Schmelze ein Salz des zu legie renden Fremdmetalles hinzusetzt. Dieses Verfahren ist indessen technisch ans d,-#m Grund schwierig durchführbar, weil die da für am besten geeigneten Salze meist schwer beschaffbar sind.
Diese Nachteile der bekannten Verfahren werden gemäss der Erfindung dadurch ver mieden, da.ss das mit Beryllium zu legierende Metall durch anodische Auflösung in die Schmelze eingeführt wird. Dabei wird vor zugsweise die Temperatur der Schmelze un ter dem Schmelzpunkt des zu legierenden Metallee gehalten.
Besonders zweckmässig ist es, solche Le gierungsmetalle anzuwenden, die ein grösseres spezifisches Gewicht haben als die zur An wendung gelangende Schmelze, die am be sten aus einem Gemisch von Fluoriden des Berylliums und eines oder mehrerer Erd- alkalimetallen gebildet wird oder für ein leichteres Legierungsmetall das spezifische Gewicht der Schmelze, zum Beispiel durch Zusatz von Alkalihalogeniden, hinreichend zu erniedrigen.
Zur Durchfübrung des neuen Verfahrens verfährt man zweckmässig in der Weise, dass man in einem Tiegel zunächst eine beryl- liumhaltige Schmelze herstellt und den Tie gel oder mindestens den Tiegelboden anodisch schaltet, während eine oder mehrere, ge- hebenenfalls gekühlte Kathoden von oben her in die Schmelze eingetaucht werden.
Darauf wird das zu legierende Metall, vor zugsweise in der Form von Pulver, Spänen oder dergleichen in bestimmten Zeitabstän den und in einer in der Hauptsache nach dem gewünschten Berylliumgehalt der Le gierung zu bemessenden Menge in die Schmelze eingetragen. Die zulässige Höchst grenze für die Menge des in die Schmelze einzubringenden Legierungsmetalles richtet sich nach dem spezifischen Gewicht der ent stehenden Legierung.
Sobald dieses grösser werden würde als dasjenige des Elektrolyten, würde die Abscheidung praktisch sehr er schwert werden, da der sich kathodisch bil dende Regulus sich von der Kathode ablösen würde. Für Kupfer liegen die Verhältnisse beispielsweise so, dass man eine bis zu 50 %ige Ber@Iliumlegierung ohne besondere Schwierigkeiten herstellen kann.
Wenn man zum Beispiel den Tiegel, in welchem die berylliumhaltige Schmelze sieh befindet, anodisch schaltet und das mit Be ryllium zu legierende Metall am Boden des Tiegels anordnet, zum Beispiel durch An wendung eines Legierungsmetalles mit einem höheren spezifischen Gewicht als die Schmelze, so wird das auf dem Boden des Tiegels liegende Legierungsmetall anodisch polarisiert und unter der Einwirkung des elektrischen Stromes aufgelöst.
Das neue Verfahren eignet sich insbeson dere auch zur Gewinnung von Vorlegierun- gen mit hohem Berylliumgehalt, die auf nie derprozentige Berylliumlegierungeu dadurch weiter verarbeitet werden können, dass man eine geringe Menge von ihnen zu einer Schmelze des zu legierenden Metalles hinzu setzt.
Diese Anwendung des neuen Verfahren hat gegenüber der zur Herstellung von De- rylliumlegierungen sonst üblichen Verwen dung von reinem, durch Schmelzflusselektro- lyse gewonnenem Beryllium als Ausgangs material praktisch erhebliche Vorteile.
Ins besondere tritt durch die Bildung der Legie rung des Berylliums nach dem neuen Ver fahren eine meist recht erhebliche Erniedri gung des Schmelzpunktes des abgeschiedenen Stoffes ein und damit die Erzielung schöner glatter Reguli. Infolge der Schmelzpunkt erniedrigung kann man auch bei tieferen Temperaturen als bei der Abscheidung von Beryllium allein arbeiten, so dass eine we sentliche Energieersparnis eintritt und ausser dem die Verluste infolge Verdampfung des Berylliums herabgesetzt werden.
<I>A</I> us f ührungsbeis piele: 1. Zu einer Schmelze, die aus Beryllium und Erdalkalifluoriden gebildet und zur stündlichen Abscheidung von 200 gr reinem Beryllium durch Elektrolyse geeignet war, wurden alle 15 Minuten 10 gr Kupfer in Form von Spänen oder Pulver hinzugesetzt.
Wird dieses Kupfer mit der Anode in Be rührung gebracht, so wird es unter der Wir kung des zur Elektrolyse der Schmelze die nenden Stromes aufgelöst, und das so gelöste Kupfer bildet mit dem durch die Wirkung des gleichen Stromes kathodisch sich abschei denden Beryllium eine Kupferberyllium legierung. Dadurch wurde eine etwa 15 %ige Kupfer-Berylliumlegierung erhalten.
2. Zu einer Schmelze, die durch Elektro lyse stündlich 150 gr reines Beryllium lie ferte und die gleichen Bestandteile wie zuvor enthielt, wurden alle 15 Minuten 20 gr Nik- kel hinzuggesetzt und mit der Anode in Be rührung gebracht, derart, dass sich beim Hin- durchleiten eines elektrischen Stromes durch die Schmelze das Nickel auflöst und zusam men mit dem sich gleichzeitig kathodisch ab scheidenden Beryllium eine Nickelberyllium legierung bildet. In dieser Weise wurde eine etwa 35ö ige Nickelberylliumlegierung ge wonnen.
3. Zu einer Schmelze von der gleichen Zusammensetzung wie zuvor, die eine Erzeu gung von<B>500</B> gr Beryllium in der Stunde gestattete, wurden alle 15 Minuten 5 ,gr Eisenpulver zugesetzt und so eine etwa 3 ö ige Eisenberyllinmlegierung gewonnen.
Man kann das neue Verfahren natürlich auch dazu mit mehreren andern Metalle=i, insbesondere Schwermetallen, anwenden, um Legierungen des Berylliums zu gewinnen. Als Beispiel hierfür sei die Herstellung vou Kupfer-Nickel-Berylliumlegierungen angege ben, die durch gleichzeitige Anwendung der Ausführungsbeispiele 1 und 2 erfolgen kann.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Beryl- liunilegierungen durch Elektrolyse einer be- rylliumhaltigen Schmelze bei Gegenwart des mit Beryllium zu legierenden Metalles, da durch gekennzeichnet, dass das mit Beryl lium zu legierende Metall durch anodische Auflösung in die Schmelze eingeführt wird. UNTERAN SPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Schmelze unter dem Schmelzpunkt des mit Beryllium zu legierenden Metalles ge halten wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tiegel, in welchem die berylliu1n- haltige Schmelze sich befindet, anodisch geschaltet und das mit Beryllium zu le gierende Metall am Boden des Tiegels an geordnet wird.
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| CH144633D CH144633A (de) | 1928-11-13 | 1929-05-21 | Verfahren zur Herstellung von Berylliumlegierungen mittelst Schmelzflusselektrolyse. |
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