CH146871A - Verfahren zur Herstellung wertvoller Massen aus Zellulosederivaten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung wertvoller Massen aus Zellulosederivaten.

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CH146871A
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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  Verfahren zur Herstellung     wertvoller        Nassen    aus     Zellulosederivaten.            Die    Herstellung     feiest    zerkleinerter Mas  sen aus     Zellulosederivaten    von Faserstruktur,  zum Beispiel Pasten, begegnet häufig Schwie  rigkeiten.

   Es ist zwar möglich, derartige  Materialien     unter        Zumischung    von harten,  zerreibend wirkenden Stoffen, zum Beispiel  von     Eisenoxydpigmenten        etc.,    in geeigneten  Mühlen, zum Beispiel in Tellermühlen, zu  vermahlen, doch stört     vielfach    der zuge  mischte Stoff bei der     Weiterverarbeitung.     Ausserdem ist oft eine sehr lange Mahldauer  erforderlich, wobei die     Zerstörung    der Fasern  doch leicht noch unvollständig bleibt.

   Durch  Auflösen der     Zellulosederivate    in     geeigneten     Lösungsmitteln und anschliessendes Fällen,  zum Beispiel mit Wasser,     können    zwar  strukturlose Produkte erhalten werden, die  eventuell durch Mahlen -     ete.    weiter zerklei  nert werden können, doch geht hierbei das  verwendete Lösungsmittel meist verloren.  



  Es wurde nun gefunden, dass man     Zellu-          losederivate,    insbesondere solche von Faser-         struktur,    in einfacher und wirtschaftlicher  Weise zerkleinern und technisch wertvolle  und gleichmässige Produkte erhalten kann,  wenn man die     Zellulosederivate    zunächst ein  mal oder zweckmässig mehrere Male in An  oder Abwesenheit nichtlösender Flüssig  keiten, die keine oder nur geringe, zur     Gela-          tinierung    oder Lösung der     Zellulosederivate          unzureichende    Mengen von     Lösungs-    oder       Weichmachungsmitteln    enthalten,

   zerreibt  und darnach vermahlt. Es gelingt so in ein  facher Weise, die Struktur der Zellulose  derivate zum Beispiel durch Passieren eines       enggestellten    rotierenden     Friktionswalzen-          paares,    praktisch vollständig zu beseitigen,  so dass die weitere Zerkleinerung durch Mah  len keinerlei Schwierigkeiten mehr begegnet.  



  Der     Walzprozess    kann mit den trockenen       Zellulosederivaten,    zum Beispiel mit     Zellu-          loseacetaten,    wie     Zellulosetriacetat,        aceton-          lösliche        Acetylzellulose        etc.,        Zelluloseacetat-          butyraten,    oder     Zelluloseäthern,    zum Bei-      spiel     Äthylbenzylzellulosen,        Äthylzellulosen,          Äthylbuthylzellulosen        etc.,    durchgeführt  werden,

   wobei gegebenenfalls eine     mehr-oder     weniger starke     Plastifizierung    eintreten  kann, die jedoch bei der späteren weiteren  Zerkleinerung durch Mahlen nicht stört. Es  ist jedoch auch möglich und bei Verwendung  von Nitrozellulosen wegen der gefahrlosen  Handhabung sogar erforderlich, flüchtige An  feuchtungsmittel zuzusetzen, die kein oder  nur ein äusserst geringes Löse- oder Quell  vermögen für die betreffenden Zellulose  derivate haben. Als solche kommen zum Bei  spiel in Betracht: Wasser, Alkohole,     Koh-          lenwasserstoffe        etc.    diese Mittel können auch  Schutzkolloide,     Emulgiermittel,    gelöste Farb  stoffe     etc.    enthalten.  



  Der     Walzprozess    kann in der Wärme oder  Kälte vorgenommen werden: im     allgemeinen     ist die Anwendung von Wärme jedoch nicht  erforderlich. Von Wichtigkeit ist aber ge  wöhnlich, dass die     gegeneinander    rotierenden  Walzenpaare     etc.    möglichst eng gestellt sind,  so dass die zu zerkleinernden Materialien sie  in möglichst dünner Schicht passieren müs  sen.  



  Die Walzen können vielfach auch derart  angeordnet sein, dass sie gegeneinander rotie  ren und gleichzeitig seitlich gegeneinander  verschoben werden; hierdurch kann die zer  kleinernde Wirkung erhöht werden. Auch  andere rotierende Mahlsysteme, bei denen das  Material der     Friktionswirkung    von gegenein  ander rotierenden Körpern ausgesetzt wird,  sind verwendbar.  



  Bei dem oben beschriebenen     Walzprozess     können organische oder anorganische Pig  mentfarbstoffe, insbesondere unlösliche Teer  farbstoffe, den zu zerkleinernden Zellulose  derivaten zugesetzt werden; sie erfahren da  durch oft eine ausserordentlich weitgehende  Zerkleinerung und lassen sich äusserst innig  in die     Zellulosederivate        hineinverarbeiten.     Die Teerfarbstoffe können in Pulver- oder       Teigform    angewendet werden; letztere Form  hat den Vorteil, dass der Farbstoff oft bereits  in einer wesentlich feineren Verteilung. zur       Verwendung    kommt als bei der Pulverform.

      Auch Füllstoffe, Harze usw. können noch  zugefügt werden, wodurch eine besondere  innige Mischung mit den     Zellulosederivaten     unter weitgehender Zerkleinerung einzutre  ten vermag.  



  Das oder die     Anfeuchtungsmittel    können  auch vielfach kleine, zur     Gelatinierung    oder       Quellung    bei Zimmertemperatur an sich nicht  ausreichende Mengen von     Lösungs-    und       Weichmachungsmitteln    enthalten, die von  Fall zu Fall auszuwählen sind und .die in  dem oder den     Anfeuchtungsmitteln    löslich  oder unlöslich sein können; im letzteren  Falle ist es im allgemeinen zweckmässig, diese  Produkte in     emulgierter    Form zuzusetzen.

    Als     Emulgiermittel    können Schutzkolloide,  wie Gelatine,     Methylzellulose    oder andere  wasserlösliche     Kohlehydratderivate,        Poly-          vinylalkohol,    ferner Harzseifen, Salze     alky-          lierter        Naphtalinsulfosäuren        etc.    oder deren  Gemische dienen.

      Die so erhaltenen,     verwalzten    Produkte  werden in An- oder Abwesenheit von An  feuchtungsmitteln, die den oben gestellten  Anforderungen entsprechen, weiterhin in ge  eigneten     Zerkleinerungsvorrichtungen,    zum  Beispiel Kugelmühlen,     Trichtermühlen    usw.       vermahlen.     



  Bei diesem     Mahlprozess    können Farb  stoffe, Füllstoffe, Schutzkolloide, Harze und  dergleichen, falls sie nicht schon zugegen  sind, zugegeben werden. Es ist auch möglich,       Lösungs-    oder     Weichmachungsmittel    oder,  was mitunter besonders     empfehlenswert    ist,  deren Gemische in     emulgierter    Form in  kleineren oder grösseren     =Mengen        zuzusetzen,     wobei jedoch zu beachten ist.

   dass solche Pro  dukte, die ein gutes Löse- oder     Gelatinierver-          mögen    für das     Zelliilosederivu,t    besitzen, nur  in geringen, zur     Gelatinierung    und Klumpen  bildung unzureichenden Mengen     zugegcn    sein  dürfen. Von Lösungsmitteln sind oft solche  von geringerer Flüchtigkeit als das     Anfeuch-          tungsmittel    besonders zweckmässig.

   Bei  gleichzeitiger Anwesenheit von Pigmentfarb  stoffen, Füllstoffen     etc.    kann oft     Jie    Menge  der gelatinierenden oder lösenden Mittel grö-           sser    sein als ohne diese, da die genannten  Stoffe stabilisierend wirken können.  



  Die nach dem beschriebenen Verfahren  erhaltenen Produkte können ohne Entfernung  der etwa vorhandenen     Anfeuchtungsmittel     direkt zur Herstellung von Überzügen, plasti  schen Massen, Kunststoffen usw. vielseitige  Verwendung finden.    <I>Beispiel 1:</I>  Man lässt 50 Teile Nitrozellulose, ange  feuchtet mit etwa 50 bis 100 Teilen Wasser,  etwa fünf- bis zehnmal bei Zimmertempera  tur eine     enggestellte        Friktionswalze    pas  sieren.

   Eine Verminderung der Viskosität  der Lösung in organischen     Lösungsmitteln     tritt dabei nicht     ein.    Die erhaltene     blättrige     Masse wird unter Zusatz von etwa 100 Tei  len Wasser oder 100 Teilen einer 10%igen  Lösung von     Methylzellulose    in Wasser in der  Kugelmühle fein     vermahlen.    Die erhaltene  Paste kann zur Herstellung von Überzügen  dienen. An Stelle der Nitrozellulose kann  auch zum Beispiel die     acetonlösliche        Acetyl-          zellulose    Verwendung finden.  



       Beispiel   <I>2:</I>  Man mischt 50 Teile Nitrozellulose mit  <B>100</B> Teilen Wasser und 20 Teilen     Litholecht-          scharlach        RN    Teig 20%ig     (vergl.    G.     Schultz,          Farbstofftabellen    1923, Nr. 73), und lässt die  Mischung mehrfach bei Zimmertemperatur  eine     enggestellte        Friktionswalze    passieren.

    Das so erhaltene Produkt     wird    in der Kugel  mühle mit 100 Teilen einer Lösung von 1  Teil der     Natriumsalze    einer     butylierten          Naphthalinsulfosäure,    9 Teilen     Methylzellu-          loso    und 90 Teilen Wasser vermahlen, die  zum Beispiel noch 10 Teile     Butylstearat    und  2,5 Teile     Dibutylphtalat        emulgiert        enthalten     kann.    An Stelle von     Litholechtscharlach    kön  nen auch andere     Farbstoffpigmente    in Pul  ver- oder     Teigform    Verwendung finden.

   An  Stelle des Wassers können zum Beispiel wäs  serige Lösungen von     Emulgiermitteln    oder  Schutzkolloiden, zum Beispiel von     Methyl-          zellulose        etc.    oder auch Mischungen von Al  kohol und Wasser     etc.    Verwendung finden.

    Statt     Butylstearat    und     Dibutylphtalat    kön  nen andere     Weichmachungsmittel    oder Lö  sungsmittel Verwendung finden, zum Bei  spiel Mischungen von Rizinusöl und     Tri-          kresylphosphat    und dergleichen; auch können  in den     Weichmachungsmitteln    vor dem Emul  gieren geeignete Harze, zum Beispiel Kon  densationsprodukte aus zyklischen     Ketonen,     in der Kälte oder Wärme aufgelöst werden.

    <I>Beispiel 3:</I>  Man lässt 100 Teile     acetonlösliche        Acetyl-          zellulose    oder eine andere     Acetylzellulose    mit  oder ohne Zusatz von Pigmentfarbstoffen,  zum Beispiel 10 Teilen     Litholrot    R     (vergl.     G.     Schultz,        Farbstofftabellen,    1993, Nr.<B>173)</B>  mehrfach bei Zimmertemperatur eine     engge-          stellte        Friktionswalze    passieren. Die erhal  tene spröde Masse kann für sich oder in Mi  schung mit Wasser zu einer feinen Masse  leicht vermahlen werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstelung wertvoller Massen aus Zellulosederivaten, dadurch ge kennzeichnet, dass Zellulosederivate zuerst zerrieben und hierauf vermahlen werden. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Zellulosederivate von Faserstruktur verwendet.
CH146871D 1929-01-02 1929-10-29 Verfahren zur Herstellung wertvoller Massen aus Zellulosederivaten. CH146871A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1297851B (de) * 1962-06-04 1969-06-19 Fmc Corp Verfahren zum Herstellen modifizierter Cellulosekristallit-Aggregate

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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