CH147170A - Verfahren zur Herstellung von geschichteten Erzeugnissen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von geschichteten Erzeugnissen.

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CH147170A
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  Verfahren zur Herstellung von geschichteten Erzeugnissen.    Die vorliegende Erfindung bezieht sich  auf ein Verfahren zur Herstellung von ge  schichteten Erzeugnissen. Die geschichteten  Erzeugnisse enthalten in der Regel     aufeiu-          ander    gelegte Bahnen von Papier oder Gewe  ben, die miteinander durch synthetische harz  artige Produkte verbunden sind.

   Als solche  verwendet man zum Beispiel die Konden  sationsprodukte von     Phenolen    und     FormaIde-          hyd,    .die in dem schmelzbaren Zustand     härt-          bar    sind, das heisst durch     Einwirkung    von       flitze    in einen unlöslichen Zustand über  geführt werden können, und zwar gewöhnlich  derart,     .dass    man die aufeinander gelegten  Bahnen in einer Presse unter Druck erhitzt.

    Die erwähnten geschichteten Erzeugnisse  h     önnen    für zahlreiche Zwecke benutzt wer  den, insbesondere für .die     Herstellung    von  Gegenständen, die als, elektrische Isolatoren       ;lienen,    wobei es in .der Regel notwendig ist,       dass    die geschichteten Erzeugnisse in ge  eignete Formen geschnitten und in Überein  stimmung mit den dazugehörigen übrigen    Apparateteilen mit Bohrungen oder derglei  chen versehen werden.

   Der zweckmässigste  und wirtschaftlichste Weg für das Zuschnei  den der geschichteten Erzeugnisse und .für  die Herstellung von     C>ffnungen    in denselben  ist     das        Stanzen.    Bei den bisher     bekannten,     mit     härtbaren    synthetischen Harzen her  gestellten geschichteten Erzeugnissen ist     eine          Vorwärmung    des Materials nötig, damit es  genügend biegsam ist, da bei dem Weglassen  der     Vorwärmung    erfahrungsgemäss rohe     und     ungenaue Kanten entstehen und die Kanten  oft absplittern oder abbrechen.

   Aber auch  bei Anwendung der     Vorwärmung    stösst das  Stanzen auf     Schwierigkeiten,    wenn die Dicke  des Materials zirka 3 mm übersteigt. Auch  ist das Vorwärmen schädlich, da es die Här  tung des synthetischen Harzes fördert und  die Brüchigkeit der gestanzten Artikel er  höht.  



  Ein weiterer wesentlicher Nachteil der       Vorwärmung    ist die Änderung der Abmes  sungen, die infolge der Ausdehnung bei     dem         Erwärmen eintritt und eine     entsprechende     Anpassung der Stanzen erfordert, um dem  bei dem Abkühlen eintretenden     Schwinden     Rechnung zu tragen.  



  Es sind bereits verschiedene Vorschläge  gemacht worden, um die     Vorwärmung    der  geschichteten Erzeugnisse zu vermeiden, wie  zum Beispiel die Verminderung des Gehaltes  an     härtbarem    synthetischem Harz, -die Ver  wendung spezieller     Stanzen    mit Abstreifern  usw., .damit die schädliche Wirkung auf das  geschichtete Erzeugnis auf ein Minimum be  schränkt wird. Die Anwendungsmöglichkei  ten für diese Vorschläge sind aber be  schränkt, und deshalb haben sie keine aus  gedehnte Anwendung gefunden.  



  Man kann nun gemäss dem Verfahren der       vorliegenden    Erfindung geschichtete Erzeug  nisse herstellen, welche die äusserst wertvolle  und nützliche Eigenschaft des     Kaltstanzens     zeigen. Man kann also aus diesen     Stoffen     ohne jede     Vorwärmung    Gegenstände stanzen  mit glatten, genau ausgebildeten Kanten und  Löchern, ohne     @dass        während,des        Stanzens    ein  Absplittern oder Abbrechen erfolgt.

   Es be  steht hierbei keinerlei Beschränkung hin  sichtlich des Gehaltes an     härtbarem    synthe  tischem Harz und der verwendeten Stanzen,  und die Dicke des bearbeiteten Stoffes kann  zirka 6 mm oder mehr .erreichen, wobei     noeli     immer zufriedenstellende Ergebnisse erzielt  werden. Hierzu kommt noch, dass die erfin  dungsgemäss hergestellten geschichteten Er  zeugnisse im Gegensatz zu den bisher be  kannten Stoffen dieser Art nicht die be  kannte Brüchigkeit zeigen, sondern viel ge  schmeidiger und biegsamer sind. Sie eignen  sich infolgedessen zur Herstellung zahl  reicher Gegenstände, für die man bisher die  bekannten, mit     PhenolhaTzen    gebundenen,  geschichteten Stoffe nicht benutzen konnte.  



  Diese Verbesserungen der geschichteten  Stoffe erreicht man durch .die Einverleibung  eines     Erweichungsmittels        bezw.        Plastizie-          rungsmittels,    das mit dem     härtbaren    synthe  tischen Harz aus Phenol vereinigt werden  kann und in dem-     härtebaren    synthetischen    Harz gelöst oder     kolloidal,dispergiert    werden  kann, nachdem :die     Endpolymerisation    durch  Einwirkung von Hitze zu Ende geführt wor  den ist.

   Als derartige     Plastizierungsmittel     kann man zahlreiche organische Stoffe ver  wenden, wie zum Beispiel     Trikresylphosphat,          Triphenylphosphat,        Dialkylester,der        Phthal-          säure    oder der     Bernsteinsäure,        Ester    der       Abietinsäure,    wie zum Beispiel der     Athyl-          ester    oder     Butylester,    und im allgemeinen  alle Lösungsmittel vom     Estertyp,    die über  150   C sieden, insbesondere     dieJenigen,

      die  über 300   sieden und deren Verdampfung so  langsam vor sich geht, dass sie unbeschränkt  in dem Material verbleiben.    Man kann das     Pla.stizierungsmittel    dem  Firnis oder der Lösung des     härtbaren    syn  thetischen Harzes zusetzen, mit der das Pa  pier oder das Gewebe überzogen oder im  prägniert wird, oder man kann es den bei der  Herstellung des     härtbaren    synthetischen  Harzes benutzten Rohstoffen     (phenol-    und       methylenha.ltige    Körper oder deren Äqui  valente) .einverleiben.

   Es ist jedoch nicht  wesentlich,     dass    man das     Plactizierungsmittel     dem     härtbaren    synthetischen Harz zusetzt;  man kann es auch auf das Papier oder auf  das Gewebe aufbringen, nachdem diese mit  dem üblichen,     Plastizierungsmittel    nicht ent  haltenden,     härtbaren    synthetischen Harz im  prägniert     bezw.    behandelt worden sind.  



  Nachstehend folgen einige Beispiele zur  Ausführung der Erfindung. Es sei jedoch be  merkt, dass die Erfindung weder auf die an  geführten Stoffe, noch auf die     Mengenver-          iältnisse        heschräukt    ist.

           Beispiel   <I>1:</I>    Zur Herstellung eines Firnisses löst     mal)     60 Teile eines     härtbaren    Phenolharzes in     .10     Teilen     denaturiertem    Spiritus und 30 Teilen       Dibutylphthalat.    Das Papier oder das Ge  webe imprägniert man mit diesem Firnis in  dem gewünschten Mengenverhältnis, wobei  gewöhnlich 25 bis 50     Gewichtsteile    des  Bindemittels (einschliesslich     härtbares        syn-          thetisches    Harz und     Plastizierungsmittel)         und 75 bis 50 Teile Papier oder Gewebe ver  wendet werden.

   Dann wird der Alkohol  durch Erhitzen     entfernt.    Das     getrocknete     Material schneidet man in Bahnen, die man  in aufeinander .liegenden Schichten anbringt  und der Einwirkung von Druck und Hitze  unterwirft.    <I>Beispiel 2:</I>  Aus 100 Teilen     Kresol,    90 Teilen     han-          delsüblicher        Formaldehydlösung,    30 Teilen       Trikresylphosphat    und 3 Teilen Ammoniak  wasser wird durch Erhitzen ein     härtbares     synthetisches Harz hergestellt. Das harz  artige Kondensationsprodukt wird durch Er  hitzen unter vermindertem Druck entwässert  und dann in denaturiertem Spiritus gelöst.

    Die erhaltene Lösung benutzt man zum Im  prägnieren von Papier oder Gewebe, das dann  wie in Beispiel 1 behandelt wird.  



  <I>Beispiel 3:</I>  Man erhitzt 100 Teile eines     härtbaren          Plienolaldehydharzes    und 40 Teile     Athyl-          abietat    auf 100 bis 125   C, bis die ge  wünschte Konsistenz entsteht, worauf man  10 0 Teile denaturierten Spiritus zusetzt. Die  erhaltene Lösung benutzt man zum Impräg  nieren von Papier oder Gewebe, das :dann  wie in Beispiel 1 behandelt wird.  



  <I>Beispiel 4:</I>  Durch Lösen eines     Plastizierungsmittel    nicht  enthaltenden     härtbaren    .synthetischen     Phenöl-          harzes    in einem geeigneten Lösungsmittel  wird ein Firnis hergestellt,     mit,dem    man das  Papier oder Gewebe überzieht oder     iMpTäg-          ni.ert.    Nach dem Trocknen wird das Papier  auf Walzen oder durch Eintauchen in ein  Bad mit     Dibuthylphthalat    behandelt, .dessen  prozentuale Menge durch ,die Einstellung der  Walzen oder     durch,die        Eintauchdauer    in dem  Bad geregelt werden kann.

   Darnach wird  das Papier oder das Gewebe zu Bündeln ver  einigt und durch Anwendung von Druck und  Hitze zu einem geschichteten     Stoff    ver  arbeitet. Bei dieser Arbeitsweise kann die  gewünschte Biegsamkeit unter Aufwand    einer minimalen Menge des     Plastizierungs-          mittels    erreicht werden.  



  Die in dieser Weise hergestellten Stoffe  sind biegsamer und weniger brüchig, und sie       können    infolgedessen leichter gestanzt und  bearbeitet werden, als ähnliche Stoffe, .die  man bisher ohne Zusatz von     Plastizierungs-          oder        Erweichungsmitteln    hergestellt hat. Sie  sind ferner bessere elektrische Isolatoren, als  die letzteren.

   Dies- ist in der Hauptsache  darauf zurückzuführen, dass die Anwesenheit  des     Plastizierungsmittels    die Härtung     bezw.          Polymerisation    des     härtbaren        synthetischen     Harzes in einem bestimmten Grade verlang  samt, so     dass    man höhere Temperaturen ver  wenden und eine schärfere Trocknung des  imprägnierten Papiers oder dergleichen er  zielen kann. Hierbei werden die letzten Reste  von Wasser oder Alkohol ausgetrieben, die  die Eigenschaften der Fertigprodukte hin  sichtlich der- elektrischen     Isolierfähigkeit     schädlich beeinflussen, wenn sie, wenn auch  nur in geringen Mengen, in den Produkten  verbleiben.

   Sie sind auch sehr widerstands  fähig gegen- Wasser und für die meisten in  Frage kommenden praktischen     Verwendungs-          zwecke    genügend widerstandsfähig gegen or  ganische Lösungsmittel und Chemikalien.  



  Es ist nicht nötig,     ,dass    das gemäss der Er  findung hergestellte Material ein geschichte  tes Aussehen zeigt, und das Bindemittel aus       härtbarem    synthetischem Harz kann in den  Faserstoffen so gleichmässig verteilt sein, dass       keinerlei    Schichten wahrnehmbar sind. Man  kann ferner auch so vorgehen, dass man eine  einzelne Schicht von Papier oder Gewebe  von .der verlangten Dicke überzieht oder im  prägniert und dann unter Anwendung von  Druck und Hitze weiter verarbeitet. Bei der  Herstellung von     Gegenständen    von     beträcht-          licherer    Dicke ist jedoch die Anwendung  dieser Arbeitsweise im allgemeinen weniger  vorteilhaft.

   Die Benutzung der Bezeichnung  ;,geschichtet" bedeutet .also     nicht,    dass die  Erfindung auf Stoffe beschränkt ist, in  denen nach     Beendigung    der Herstellung eine  schichtenweise Struktur wahrnehmbar ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE: I. Verfahren zur Herstellung von geschich teten Erzeugnissen, dadurch gekenn zeichnet, dass man faserige Stoffbahnen mit der Lösung eines härtbaren synthe tischen Harzes und mit einem Plastizie- rungsmittel behandelt und das so behan delte Produkt zwecks Härtung des syn thetischen Harzes der Einwirkung von Druck und Hitze unterwirft. Il. Geschichtetes Erzeugnis, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet,
    dass es bei einer Dicke von zirka 3 mm oder mehr ohne Abbrechen oder Absplittern in der Kälte stanzbar ist. UNTERANSPRtrCHF 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da !durch gekennzeichnet, dass man als Plastizierungsmittel einen über 150 C siedenden Ester verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man als Pla- stizierungsmittel Dibutylphthalat ver wendet. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man eine faserige Stoffbahn mit einer ein härt- bares synthetisches Harz und .ein Plasti- zierungsmittel enthaltenden Lösung be handelt und das so behandelte Material zwecks Härtung des synthetischen Har zes der Einwirkung von Druck und Hitze unterwirft. 4. Geschichtetes Erzeugnis nach Patent anspruch II, enthaltend als Plastizie- rungsmittel einen über 150 C siedenden Ester.
    5. Geschichtetes Erzeugnis nach Patent anspruch II, enthaltend als Plastizie- rungsmittel einen Dialkylester einer or ganischen Säure. G. Geschichtetes Erzeugnis nach Patent anspruch 1I, enthaltend als Plastizie- rungsmittel Dibutylphthalat. 7.
    Geschichtetes Erzeugnis nach Patent anspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, .dass es aufeinander gelegte Bahnen ent hält, die mit einem Plastizierungsmittel enthaltenden gehärteten synthetischen Phenolharz verbunden sind. B. Geschichtetes Erzeugnis nach Patent anspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass es aufeinander gelegte Bahnen ent hält, die mit einem gehärteten synthe- tisehen Phenolharz verbunden sind, das einen über 150 C siedenden Ester ent hält. 9.
    Geschichtetes Erzeugnis nach Patent anspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass es aufeinander gelegte Bahnen ent hält, die mit einem gehärteten synthe tischen Phenolharz verbunden sind, das einen Dialkylester einer organischen Säure enthält. 10. Geschichtetes Erzeugnis nach Patent- anspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass es aufeinander gelegte Bahnen ent hält, die mit einem gehärteten synthe tischen Phenolharz verbunden sind, das Dibuthylphthalat enthält.
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