CH149100A - Möbelstück. - Google Patents
Möbelstück.Info
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Classifications
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Description
möbelstück. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Möbelstücke und insbesondere auf Teile von Bettgestellen, wie zum Beispiel Kopfende und Fussende.
Die Erfindung beruht auf der Wahl eines Materials, wodurch den daraus hergestellten Möbeln neue und nutzbringende Eigenschaf ten verliehen werden. Holz ist das beliebteste Material für die Herstellung von Möbeln und trotz vieler offensichtlicher Nachteile hat es diese Beliebtheit behalten infolge seines gefälligen Aussehens, seiner geringen Wärme leitfähigkeit beziehungsweise mangels an Kältegefühl bei der Berührung, seiner Weich heit im Vergleich zu Metall usw. Man hat Metall als Ersatz für Holz empfohlen und es im grossen Umfange wegen seiner hygie nischen Eigenschaften als Ersatz für Holz angewandt, wobei zugleich oft eine gute Nachahmung des Aussehens von Holzgegen ständen erwünscht war.
Eine solche Nach ahmung bedeutet aber einerseits eine Mate rialverschwendung und ergibt anderseits einen schweren plumpen Gegenstand, der ausserdem die sehr wünschenswerten Eigenschaften der geringen Wärmeleitfähigkeit usw., die dazu beigetragen haben, dem Holz die Vorherr schaft zu sichern, nicht besitzt.
Gemäss der vorliegenden Erfindung kann man Möbelstücke, zum Beispiel Bettgestell- teile oder ähnliche Teile, herstellen, die in bezug auf ihre antiseptischen Eigenschaften und chemische Widerstandsfähigkeit dem Holz überlegen sind, ausserdem ebenso leicht an Gewicht sind und eine ebenso geringe Wärmeleitfähigkeit wie Holz haben. Sie können im Gegensatz zu Holz, ebenso wie Metall in Formen hergestellt werden. Zum Unterschied von Metall können sie aber mit einem Oberflächenglanz und unter genauer Ausführung der Einzelheiten geformt werden, die sie ohne Anwendung eines Überzuges und ohne irgendwelche Bearbeitung nach der Formung gefällig und zufriedenstellend machen.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich also auf Möbelstücke, wie zum Beispiel Bett gestellteile, die aus einer Masse hergestellt werden, die ein Phenolharzbindemittel ent hält und einen Füllstoff, der aus langen Naturfasern der Hanffamilie, wie zum Beispiel Sisalhanf, Manilahanf, Hanf, Jute, besteht, die von genügender Länge sind; um der Masse Festigkeit und Elastizität zu verleihen. Die Anwendung dieser Füllstoffe ist wesent lich, da formbare Massen, die Phenolharz bindemittel und andere Arten von Füllstoffen enthalten, soweit bekannt, nicht mit Erfolg bei der Herstellung von Gegenständen dieser Art verwendet werden können.
Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass solche Mas sen nicht diejenige Festigkeit und Wider standsfähigkeit gegen Stoss besitzen, die in folge- der grossen Flächen und sonstigen konstruktiven Eigentümlichkeiten der frag lichen Cxegenstände erforderlich sind. Ebenso können geschichtete Stoffe, die durch Phenol harzbindemittel verbundene Papier- oder andere Stoffschichten enthalten, für die Her stellung von Möbeln umsoweniger verwendet werden, als sie auch die erforderliche dreidimensionale Festigkeit nicht besitzen.
Lange Sisalfasern oder andere äquivalente Faserstoffe der Hanffamilie liefern jedoch eine Masse von überraschender -Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Stoss, die normalen Bedingungen entsprechenden Bruch- und Verzerrungsversuchen standhalten.
Wie bereits gesagt, sind die Fasern lang genug, um sich in der Masse. zu überdecken (overlap), das heisst sie sind 1/4 Zoll bis 1 Zoll lang oder länger und ihre Festigkeit wird so verwertet. Sie werden im -nachfol genden als- lang bezeichnet, um sie von den jenigen Fasern zu unterscheiden, die so kurz sind, dass sie die Festigkeit der Masse nicht wesentlich erhöhen. Die für die Zwecke der vorliegenden Erfindung geeignetsten Fasern, wie Sisalhanf, Manilahanf, Hanf usw. -zeich nen sich ferner durch Steifheit, Federn oder Elastizität aus und diesen Eigenschaften schreiben wir zum grossen Teil die Festigkeit und Stosswiderstandsfähigkeit der geformten Gegenstände zu, da die Fasern anscheinend den Stoss auffangen und Bruch verhindern.
Das mit dem Füllstoff verwendete harz artige Bindemittel ist vorzugsweise ein Phenol formaldehyd-Resinoid, das heisst ein Material, das in seinem A-Zustande löslich und schmelz bar ist, aber durch Anwendung von Hitze in den C-Zustand, das heisst in einen im we sentlichen unlöslichen und unschmelzbaren Zustand übergeführt werden kann. Das Bindemittel kann dem Füllstoff in Pulverform zugesetzt werden. Da aber die Masse als solche auf den Markt gebracht werden soll, um durch die Abnehmer zu Möbeln oder dergleichen verpresst zu werden, ist es vor zuziehen, das Bindemittel in einer solchen Form hinzuzufügen, dass es sich bei dem Verladen und Hantieren nicht wesentlich von dem Füllstoff trennt.
Dies erreicht man zweckmässig dadurch, dass man die Faser stoffe mit einer Lösung überzieht, in der das Bindemittel im wesentlichen im A-Zustande, in Alkohol, Aceton oder dergleichen aufgelöst enthalten ist. _ Das Lösungsmittel wird dann vorzugsweise im Vakuum und unter Erhitzen bei niedriger Temperatur entfernt, um eine wesentliche Polymerisation des Harzes zu vermeiden. Die so erhaltene Masse ist zum Formen fertig, da sie aber- infolge der Steif heit des Faserstoffes und dessen Neigung, getrennt zu bleiben, voluminös ist, kann man sie durch eine Kugelmühle gehen lassen, um das Volumen zu vermindern, ohne eine we sentliche Scheidung des Bindemittels herbei zuführen.
Das Mengenverhältnis von Resinoid und Füllstoff kann in weiten Grenzen variiert werden. Nach den vorliegenden Erfahrungen liefern gleiche Gewichtsteile von Harz und Füllstoff zufriedenstellende Ergebnisse.
Bei der Herstellung von Gegenständen aus dieser Masse wird zuerst eine polierte Stahlform in der Form des Gegenstandes hergestellt. Man füllt die Masse in diese Form und wendet dann hohen Druck gemeinsam mit Hitze an. Während dieses Vorganges wird das Resinoidbindemittel poly merisiert beziehungsweise in den 0-Zustand, das heisst einen im wesentlichen unlöslichen, unschmelzbaren Zustand übergeführt. Irrach genügender Umwandlung werden Hitze und Druck aufgehoben und der Gegenstand wird aus der Form genommen.
Für die Herstel lung von Bettgestellteilen zum Beispiel wird eine Form von genügender Grösse angewandt, um den ganzen Teil in einem Vorgange her zustellen. Diese Form wird mit einer Masse gefüllt, die vorzugsweise aus etwa 50 0% Si- salhanffasern und etwa 50 % Resinoid als Überzug für den Faserstoff besteht. Ehe man aber die Form füllt, ist es zweckmässig, die Masse gleichmässig auf eine Temperatur von etwa 100 0 C vorzuwärmen.
Dadurch wird die Dauer des Formvorganges verkürzt und die Herstellung eines gut geformten Gegen standes erleichtert. Man wendet einen Druck von etwa 70 Kg. bis 210 Kg. oder mehr je 0m2 an je nach der Form des betreffenden Gegenstandes und erhitzt dabei die Form bis zu einer Temperatur von etwa 150 bis 175 0 C. Ein Kopfende oder Fussende, das in fertiger gepresster Form durchschnittlich 1,25 cm Dicke hat, erfordert bei den genann ten Temperaturen eine Behandlungsdauer von etwa 15 bis 25 Minuten, um die ge wünschte Polymerisation zu sichern. Die Form wird dann etwas abgekühlt, im all gemeinen bis zu etwa 100 0 C, und der Ge genstand aus der Form genommen.
Der aus der Form genommene Gegen stand zeigt hohen Glanz, der von der Glätte der Formoberfläche und dem Resinoidgehalt abhängt. Zeichnungen auf der Oberfläche werden auch scharf und genau wiedergegeben, besonders wenn die Fläche viel Resinoid ent hält. Dies kann dadurch erreicht werden, dass man die Form vor dem Pressen mit pulverisiertem Resinoid ausstreut, dann die brasse einfüllt und wenn nötig weitere Men gen von pulverisiertem Resinoid der Füllung hinzufügt, ehe der Druck angewandt - wird.
Der Gegenstand kann auf Wunsch lackiert oder auf andere Weise überzogen werden. Dies mag zweckmässig sein, wenn die Masse geringen Resinoidgehalt hat oder die Ober fläche an Harz nicht angereichert worden ist.
Andere Füllstoffe können gemeinsam mit Sisalhanf oder äquivalenten Faserstoffen der Hanffamilie verwendet werden, wie zum Bei spiel Holzmehl, Ton, Schwerspate usw. Es empfiehlt sich jedoch, als Hauptmenge des Füllstoffes Faserstoffe zu verwenden, um Festigkeit und Stosswiderstandsfähigkeit zu sichern.
Claims (1)
- <B>PATENTANSPRÜCHE:</B> I. Möbelstück, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einer Masse geformt ist, die ein Phenolharzbindemittel und lange Natur fasern der Hanf familie als Füllstoff enthält. II. Verfahren zurr, Formen von Möbelstücken gemäss Patentanspruch I, dadurch gekenn zeichnet, dass eine lange Naturfasern der Hanffamilie und ein Phenol-Resinoidbinde- mittel enthaltende Masse auf etwa 100 0 C vorgewärmt, dann in eine Form gefüllt wird und dass man das Ganze einem Druck von etwa 70 Kg. bis 210 Kg.je cm2 unterwirft und gleichzeitig zwecks Polymerisation des Bindemittels auf eine Temperatur von etwa 150 bis 175 0 C erwärmt, die Form bis auf etwa 100 0 C abkühlen lässt und den geformten Gegen stand der Form entnimmt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Möbelstück nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einer Masse geformt ist, die ein Phenol-Resinoidbinde- mittel und lange Sisalhanffasern als Füll stoff enthält.z. Bettgestellteil nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass er aus einer blasse hergestellt ist, die ein Phenol-Resi- noidbindemittel und lange Sisalhanffasern als Füllstoff enthält.
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