CH153468A - Verfahren zum Entkoffeinieren von Rohkaffee. - Google Patents
Verfahren zum Entkoffeinieren von Rohkaffee.Info
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Description
Verfahren zum Entkoffeinieren von Rohkaffee. Die Entziehung des Koffeins aus dem Rohkaffee wird nach den bekannten Ver fahren in der Weise vorgenommen, dass, man die Rohkaffeebohnen durch Behandlung mit Dämpfen von Wasser, Alkohol, Säure, Am moniak usw.
unter Druck und Unterdruck behandelt und darauf die aufgeschlossenen Rohkaffeebohnen mit einem Extraktions mittel organischer Art, wie Benzol, Äther, Tetrachlorkohlenstoff, nachbehandelt. Durch die voraufgegangene Aufschliessung sind die Zellgewebe der Kaffeebohne für die Extrak- tionsmittel durchlässig geworden, und diese sind. daher imstande, das Koffein auszu laugen.
Diese Extraktionsverfahren weisen den Nachteil auf, dass das organische Extraktions- mitbel, wie zum Beispiel Benzol, das im Kaffee enthaltene Wachs und ein Teil des Kaffeefettes entzogen wird, so, dass der wäs- serige Extraktivstoffgehalt eines unbehandel ten Kaffees von 25 bis 27 % durch das Ex- fraktionsverfahren meist auf etwa 20 % redu ziert wird.
Neben dieser den Wert des Kaffees erheblich mindernden Wirkung des Extraktionsverfahrens wird auch der Ge schmack des extrahierten Kaffees dadurch bedeutend verschlechtert, dass' es nicht ge lingt, nach der Extraktion des Kaffees das in die Zellen der Kaffeebohne eingedrungene Extraktionsmittel, wie Benzol, restlos wieder aus der Bohne auszutreiben, wodurch der Kaffee naturgemäss einen gewissen Bei geschmack von dem Extraktionsmittel be hält.
Es wurde nun gefunden, dass man auch ohne die Anwendung eines organischen Ex traktionsmittels das Koffein aus der auf- geschlossenen Kaffeebohne entfernen kann. Anstatt die, zum Beispiel durch Dämpfen.
aufgeschlossenen Kaffeebohnen mit einem Lösungsmittel zu 'extrahieren, werden gemäss der vorliegenden Erfindung die aufgeschlos- senen Rohkaffeebohnen in quellfeuchtem Zu- stande mit einem festen Adsorptionsmittel, wie hoohaktive Kohle oder auch hochaktive Kieselsäure,
in der Wärme und unter Dampfdruck behandelt und nach dem Ab kühlen der nicht in das Innere der Bohne eingedrungene Teil des Adsorptionsmittels von dem behandelten Kaffee getrennt. Beispiel <I>1:</I> 1 kg.
Rohkaffee wird in einem email- lierten Autoklaven mit Olbadleitung ein gebracht und dieser luftdicht verschlossen. Darauf wird der Autoklav unter ständigem, langsamem Durchrühren so geheizt,
bis der Kaffee auf eine konstante Temperatur von zirka 115 C gebracht ist und dann Wasser- dampf in den Autoklaven eingeleitet. Die Rohkaffeebohnen quellen stark auf und haben nach achtstündiger Behandlung zirka 950 gr Wasser. in sich aufgenommen. Man unterbricht nach dieser Zeit das Dämpfen und gibt 50 gr hochaktives Kieselsäuregel, welches beispielsweise gemäss, D. R. P.
Nr. 442519 hergestellt sein kann, und auf der Kugelmühle zu feinstem Pulver vermah- len ist, in den Autoklaven. Darauf wird dieser wieder geschlossen und unter lang samem Durchrühren noch sechs Stunden auf einer konstanten Temperatur von zirka 115 bis 120' C gehalten, wobei zirka 1 Atm. Druck in dem Autoklavenapparat herrscht.
Nach der sechsstündigen Druckbehandlung wird der Wasserdampf abgelassen und un ter Einhaltung einer Temperatur von nicht über 95 C der Wasserdampf mit der Nass- luftpumpe so weit aus dem Apparat ent zogen,
bis die behandelten Bohnen noch zirka 20 % Wasser enthalten. Nach dem Abkühlen werden die behandelten Kaffee bohnen dem Autoklaven entnommen und das den Bohnen mechanisch anhaftende Kiesel- säuregel durch Waschen mit lauwarmem W as- ser entfernt.
Die Bohnen werden dann durch Trocknen auf einen Wassergehalt von 10 bis 12% gebracht und können jetzt, wie üblich, geröstet werden. .
<I>Beispiel 2:</I> 1 kg Rohkaffee wird in einem email- liierten Autoklaven, wie bei Beispiel 1, ein gebracht und der Kaffee auf eine konstante Temperatur von 100 bis<B>105'</B> C vorgewärmt. Darauf bringt man ein Gemisch von 7 Tei len ithylalkohol, 2 Teilen Ameisensäure,
1 Teil Wasser in einem andern Apparat zum Sieden und leitet dieses Dampfgemisch mit einer Spannung von zirka 1 Atm. in den Autoklavenapparat ein.
Nach drei Stunden haben die Bohnen zirka 65 % ihres Eigen gewichtes an Alkoholameisensäuredampf auf genommen, worauf man den Apparat schliesst und zwei Stunden auf zirka. 120 C heizt, wobei der Druck 2m Autoklaven auf zirka 3- Atm. steigt.
Nach dieser Druck behandlung lässt man den Alkoliolameisen- säuredampf aus dem Apparat entweichen und reinen Wasserdampf von zirka 1 Atm. Druck durch. den Apparat strömen, welcher die in den behandelten Bohnen eingeschlos- sene Alkohol-Ameisensäure verdrängt.
Dar auf wird der Dampf kurze Zeit abgestellt, unter ständigem Rühren 35 gr aktive Kohle (Carboraffinpulver) in den Autoklaven ein getragen und vier Stunden bei 1 Atm. Druck wie bei Beispiel 1 gedämpft. Darauf wird der Wasserdampf abgelassen und werden die Bohnen, wie bei Beispiel 1, weiter behandelt und getrocknet.
Bei dem Nachdämpfen der aufgeschlos senen Kaffeebohnen in Gegenwart des Ad- sorbens - aktive Kohle, aktive Kiesel- säure - wird der Dampf im Autoklaven wechselweise auf 1 Atm. gespannt und ent spannt, wodurch die Adsorption des Kof feins an das Adsorptionsmittel begünstigt wird.
' Der nach Beispiel 1 und 2 behandelte Kaffee wurde geröstet und die Analyse der wässerigen Aufgüsse dieser behandelten Kaffeeproben im Vergleich zu unbehandeltem Kaffee, gleicher Herkunft ergab folgende Werbe, die gr auf 100 gr gerösteten Kaffee bezogen darstellen.
<I>Unbehandelter Kaffee</I> Koffein 0,98 gr Extraktivstoffe 26,8 " Diese Beispiele zeigen neben der erzielten Wirkung auch die technische Eigenart des neuen Verfahrens. Durch Probeentnahme aus dem Autoklaven nach dem Aufschliessen wurde festgestellt, dass die Rohkaffeebohnen durch ,das Dämpfen zirka 100 % ihres Eigen- gewichtes an Flüssigkeit aufgenommen haben.
Diese von der Rohkaffeebohne durch den Aufschliessprozess aufgenommene Flüssigkeit vermittelt die Adsorption des Koffeins an das in fein pulverisiertem Zustande zu gesetzte Adsorptionsmittel, indem das Kof fein bezw. die in den Zellgeweben der Roh kaffeebohne aufgeschlossenen Koffeinsalze, in Lösung gehen und nach der Oberfläche der Bohne von dem auf die gequollene Bohne aufgetragenen Adsorptionsmittel angezogen werden.
Da der Dämpfprozess - insbesondere infolge der abwechselnden Spannung und Entspannung des Dampfdruckes in dem Autoklavenapparat - ein wechselseitiges Kondensieren des Dampfes innerhalb der Gewebezellen der Bohne und ein Ausstossen des Kondensates darstellt, so wird auf diese Weise der grössere Teil _ des Koffeins der aufgeschlossenen Bohne entzogen und auf das Adsorptionsmittel niedergeschlagen.
Die Zellgewebe sind durch den voraufgegangenen Aufschliessprozess durchlässig gemacht, und es ist daher anzunehmen, dass die Adsorption an das auf die Bohne aufgetragene Adsorp- tionsmittel auch durch Osmose unterstützt wird, insbesondere da hochaktive Kohle und Kieselsäure sehr stark Koffein schon aus 0,.5 % ixen Lösungen absorbieren und daher eine sehr hohe Attraktion von Koffein zu diesen Adsorptionsmitteln vorliegt.
'Ferner dringt auch - wie die mikroskopische Unter suchung zeigt - ein beträchtlicher Anteil des als unfühlbax feinen Pulver zugesetzten Adsorptionsmittels in die aufgeschlossene Behandelter .Kaffee Beispiel <I>1</I> Beispiel <I>2</I> 0,17 gr 0,09 gr 25,9 " 25,3 " Rohkaffeebohne ein und bleibt in dieser zu rück.
Das in der Bohne abgelagerte. Adsor- bens bezw. goffeinadsorbat wird der Bohne auch beim Rösten belassen, da das Adsorbat gegen die Rösttemperaturen beständig ist und sich im wässrigen Kaffeeaufguss als unlös lich abscheidet.
Im Vergleich zu bekannten Entkoffeinie- rungsverfahren unter Zuhilfenahme organi scher Extraktionsmittel werden durch das Verfahren gemäss vorliegender Erfindung, nach welchem. man ohne diese Extraktions mittel arbeitet, wie die Versuche ergaben, sehr beträchtliche Fortschritte erzielt.
Die bei der Anwendung organischer Extraktions- mittel, wie Benzol, Äther, chlorierte Kohlen- wasserstoffe, meistens eintretenden, schäd lichen Nebenwirkungen, wie .die Erniedrigung der Extraktivstoffe um mindestens 20175 und die vom Konsumenten empfundene nach teilige Geschmacksbeeinflussung des behan delten Kaffees, werden bei dem Verfahren gemäss der Erfindung ganz ausgeschaltet.
Aktive Kohle und Kieselsäure (Silikagel) sind geschmacklich absolut indifferent.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Entkoffeinieren von Roh kaffee durch Aufschliessen der Kaffeebohnen, dadurch gekennzeichnet, dass man die auf geschlossene Rohkaffeebohne in quellfeuch- tem Zustande mit festen Adsorbentien zu- sammenbringt,in der Wärme und unter Dampfdruck die Produkte aufeinander ein wirken lässt und nach dem Abkühlen den nicht in das Innere der Bohnen eingedrunge nen Teil des Adsorbtionsmittels von dem be handelten Kaffee trennt. .
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