Verfahren zur Herstellung einer neuen Zellnloseverbinduug. Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer neuen Zelluloseverbindung, dadurch gekennzeich net, dass man auf das Produkt, das erhalten wurde durch Aufeinandereinwirkenlassen eines a-Monohalohydrins des Glyzerins, Alkali und Zellulose, Ätznatron und Schwefelkohlen stoff einwirken lässt.
Die Reaktion, welche zur Bildung der Zelluloseverbindung führt, kann durch fol gende Gleichung veranschaulicht werden.
EMI0001.0007
Das erfindungsgemäss dargestellte Pro dukt wird hier als Xanthat des a-Mono- glyzerinäthers der Zellulose bezeichnet. Ob wohl es sehr wahrscheinlich ist, dass das er findungsgemäss dargestellte Produkt eine Verbindung des angegebenen Types ist, ist zu bemerken, dass die Zusammensetzung und chemische Struktur des Produktes nicht voll kommen sicher feststeht.
Unter den Ausdruck Zellulose fallen hier auch die nahen Umwandlungsprodukte der Zellulose, die soweit die vorliegenden analytischen Methoden gehen, die gleichen Endprodukte wie Zellulose geben, also auch Zellülosehydr ate.
Das Verfahren kann in verschiedener Weise ausgeführt werden; im folgenden werden die wichtigeren Arbeitsweisen ge schildert: .Arbeitsweise Man lässt auf Alkalizellulose ein a-Mono- halohydrin des Glyzerins einwirken, wäscht das rohe Reaktionsprodukt und behandelt es sodann mit einer Atznatronlösung und Schwefelkohlenstoff.
Arbeitsweise <I>2:</I> Man lässt ein a-Mo:nohalohydrin des Gly zerins auf Alkalizellulose einwirken, bringt das Reaktionsprodukt, ohne es zu waschen, mit einer weiteren Menge Ätznatronlösung zusammen und behandelt es schliesslich mit Schwefelkohlenstoff. <I>Arbeitsweise 3:</I> Alkalizellulose wird der Wirkung eines Halohydrins ausgesetzt und das rohe, unge waschene Reaktionsprodukt, ohne mit einer frischen Menge Ätzalkalilösung versehen zu werden, mit Schwefelkohlenstoff behandelt.
Selbstverständlich muss bei dieser Arbeits weise das rohe Reaktionsprodukt eine für die Xanthatbildung ausreichende unverbrauchte Ätzalkalimenge enthalten.
Arbeitszoeise <I>4:</I> Ein a-Monohalohydrin des Glyzerins und Schwefelkohlenstoff werden Alkalizellulose gleichzeitig oder nacheinander in (beliebiger Reihenfolge) zugefügt; im Falle man den Schwefelkohlenstoff vor dem Halohydrin zu setzt, darf nur ein so kurzes Intervall zwi schen den Zusätzen liegen, dass eine Um wandlung der Alkalizellulose in Xa.nthat in grösserem Umfange nicht stattfindet.
<I>Arbeitsweise 5:</I> Auf Alkalizellulose wird ein a-Monohalo- hydrin des Glyzerins einwirken gelassen und das Reaktionsprodukt, das ist der a-Hono- glyzerinäther der Zellulose aus dem Beak- tionsgemisch isoliert.
Dies kann zum Bei spiel in der Weise geschehen, dass man die Reaktionsmasse, gegebenenfalls nach Aus waschung in einer verdünnten Atznatron- lösung auflöst, die so erhaltene Lösung, wenn nötig, durch Filtration, Zentrifugieren, Ab sitzenlassen und Dekantieren oder dergleichen von ungelösten Anteilen befreit und die ge löste Oxyalkylzellulose mittelst eines sauer reagierenden Stoffes oder eines Wasser ent ziehenden Mittels beispielsweise Alkohol, ausfällt. Die ausgefällte Oxyalkylzellulose wird (gegebenenfalls nach erfolgtem Wa schen und Trocknen) wieder in Natronlauge gelöst und die Lösung mit Schwefelkohlen stoff zusammengebracht.
Arbeitsweise <I>6:</I> Das Verfahren wird gemäss Arbeitsweise 5 gehandhabt, jedoch mit dem Unterschiede, dass die sich aus der Behandlung der Alka,li zellulose mit dem a-blonohalohydrin des Crly- zerins ergebende Reaktionsmasse gewaschen und hierauf, gegebenenfalls nach Trocknung, mit einer Ätznatronlösung von solcher Stärke zusammengebracht wird, dass die der Oxy- alkylzellulose zugesetzte Menge zusammen mit dem darin allenfalls enthaltenen Wasser ein solches Verhältnis von Wasser zu Ätz natron und Zellulose ergibt, wie man es in der Lösung oder Paste haben will,
welche für technische Zwecke oder für die Isolie rung des Oxyalkylzellulosexanthates be stimmt ist, worauf man die Lösung, Paste oder Suspension (der Charakter und das Aus sehen des Reaktionsgemisches in dieser Stufe hängt von der darin vorhandenen Menge des alkalilösliehen Oxyalkylderivates der Zellu lose ab) der Einwirkung von Schwefelkoh lenstoff aussetzt.
<I>Arbeitsweise</I> ?: Man lässt ein a-Monohalohydrin des Gly zerins auf Alkalizellulose einwirken, bringt das Reaktionsprodukt, ohne es zu waschen; mit einer solchen Menge Wasser und, oder Ätznatron zusammen, die gemeinsam mit dem in der Alkalizellulose enthaltenen Ätz natron und Wasser eine solche Stärke der Ätznatronlösung und ein solches Verhältnis der letzteren zum Oxyalkylzelliilosexanthat ergeben, wie es für die Lösung oder Paste erwünscht ist,
die für technische Zwecke oder für die Isolierung des Oxyalkylzellulose- xanthates bestimmt ist; hierauf setzt man die Lösung, Paste oder Suspension (der Charakter und das Aussehen der Reaktions masse in dieser Stufe hängt von der vorhan denen Menge des alkalilöslichen Oxyalkyl- derivates der Zellulose ab) der Einwirkung von Schwefelkohlenstoff aus.
Es wird ausdrücklich festgestellt, dass es nicht beabsichtigt ist, die Erfindung auf die vorstehend beschriebenen Ausführungs formen, des Verfahrens zu beschränken.
Nach der Behandlung mit Schwefelkoh lenstoff kann das Endprodukt gereinigt oder aus den Reaktionsgemischen bezw. ihren, ge gebenenfalls filtrierten Lösungen isoliert werden, welche gegebenenfalls mit einer schwachen Säure, zum Beispiel Essigsäure, neutralisiert sein können. Die Isolierung ge schieht zweckmässig durch Ausfällen mit einem Alkohol, zum Beispiel Methyl- oder Äthylalkohol oder mit einer Salzlösung, zum Beispiel Kochsalzlösung oder der -Lösung eines Aluminiumsalzes oder dergleichen oder mit Kohlensäure, schwefliger Säure, Na- triumbisulfit oder dergleichen.
Die Lösungen können auch mittelst Dialyse gereinigt wer den.- In vielen Fällen ist eine Reinigung oder Isolierung überflüssig, da das rohe Reak tionsprodukt in Ätzalkalilösungen leicht lös lich ist und hierbei Lösungen ergibt, die wenig oder gar keine ungelösten Bestandteile enthalten.
Das neue Produkt, das zur Herstellung von Kunststoffen, wie künstliche Fäden, ins besondere künstliche Seide, Filme, Über züge und Schichten jeder Art, Appreturen von Geweben, Papier, Leder und dergleichen, Schlichten von Gespinsten, Buchbinderlein- wand, Kunstleder, Klebemittel und Kitte, Platten und plastische Massen im allgemei nen, Verdickungsmittel, bezw. Fixiermittel für Pigmente im Textildruck und derglei chen verwendet werden kann, stellt je nach dem Wasser und Alkaligehalt eine Lösung oder Paste dar, die in rohem Zustand unge fähr die Farbe von gewöhnlicher Viskose hat.
Die Lösung oder Paste ist fällbar durch Säuren, Salze, Gemische von Säuren und Salzen, sowie durch wasserentziehende Mittel wie Alkohol. Bei Fällung mit Säuren tritt Spaltung unter Rückbildung des Oxyalkyl- derivates der Zellulose ein, bei Fällung mit Alkohol fällt unmittelbar das unzersetzte Xanthat des Oxyalkylderivates der Zellulose, welches von beschränkter Haltbarkeit ist, sich in Ätzalkalilösungen löst und aus sol chen Lösungen mit verdünnter Schwefelsäure im obigen Sinne wieder ausgefällt werden kann.
Das mit Alkohol gefällte Xanthat stellt im trockenen Zustande eine fast farb lose, flockige oder bröckelige Substanz dar. Die Lösung oder Paste liefert, wenn sie auf einer Glasplatte ausgebreitet und mit einem geeigneten Fällungsmittel, wie verdünnte H@S04 behandelt wird, eine zusammenhän gende Haut.
Dass die Oxyalkyläther der Zellulose der Xanthatreaktion zugänglich sind, ist über raschend, wenn man bedenkt, dass wenig stens eine (und wenn nur eine, wahrscheinlich die reaktionsfähigste) Hydroxylgruppe des Zellulosemoleküls durch die Oxyalkylgruppe verlegt ist. Es ist ferner bemerkenswert, dass im Gegensatz zu Zellulose selbst, die Xan- thatreaktion schon in Gegenwart verdünnter Alkalilösungen leicht stattfindet. (Siehe Arbeitsweisen 5 bis 7 und Beispiele 7 bis 10).
Die sich verdünnter Alkalilösung bedie nende Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens ermöglicht die Vereinigung des Sulfidierungs- und Lösungsvorganges zu einer Operation.
Es ist unmöglich, jede Bedienung anzu geben, welche in jedem einzelnen Fall den gewünschten Erfolg herbeiführt. Man muss sich klar darüber sein, das Vorversuche un erlässlich sind, um in jedem besonderen Falle diejenigen Arbeitsbedingungen zu ermitteln, welche für eine besondere Zellulosesorte und eine besondere Art der Xanthogenierung ge eignet sind.
Die folgenden Beispiele dienen der prak tischen Erläuterung der Erfindung, die je doch auf diese Beispiele keineswegs be schränkt ist. Die angegebenen Teile bedeuten Gewichtsteile.
<I>Beispiel 1:</I> 1000 Teile Holzzellstoff (Feuchtigkeit 9 bis<B>10%)</B> oder 1000 Teile Baumwollinters (Feuchtigkeit 7 bis<B>8%)</B> werden mit 20000 Teilen 18%iger Natronlauge bei 15 C ge tränkt und das Reaktionsgemisch durch drei Stunden bei Zimmertemperatur stehen gelas sen.
Nach dieser Zeit wird die Alkalizellu- lose auf 3400 Teile abgepresst und in einem Zerfaserer drei Stunden lang bei 12 bis 13 C zerkleinert, worauf 100 Teile a-Monochlor- hydrin allmählich zugesetzt werden und die Reaktionsmasse in einem Zerfaserer während etwa drei Stunden bei 20 C geknetet wird. Nach dieser Zeit führt man die Reaktions masse in ein verschliessbares Gefäss über und hält sie darin 21 Stunden bei 20' C.
Eine dann entnommene Probe zeigt, dass die Masse zum Teil in verdünnter Natronlauge (von beispielsweise 10 % ) löslich geworden ist und, dass die filtrierte Lösung beim Ansäuern mit verdünnter Schwefelsäure einen volumi nösen Niederschlag gibt.
Die Reaktionsmasse wird nun in einer Filterpresse oder auf einem Koliertuch mit Wasser alkalifrei gewaschen und hierauf auf etwa das drei- oder vierfache Gewicht der Ausgangszellulose abgepresst. Der Wasser gehalt des abgepressten Produktes wird be stimmt, indem man eine Probe bei 105 C trocknet.
Hierauf wird die Masse (bei 15 C) mit einer solchen Menge Wasser und Itznatron gut durchgerührt, dass sie unter Berücksich tigung des in ihr enthaltenen Wassers 20000 Teile 18%iger Natronlauge enthält. Das Reaktionsgemisch wird nun drei Stunden lang bei Zimmertemperatur gehal ten, hierauf auf 3400 bis 4000 Teile abge- presst und in einem Zerfaserer drei Stunden lang bei 12 bis 13 C zerkleinert. Unmittel bar nach der Zerkleinerung werden 600 Teile Schwefelkohlenstoff zugesetzt, die Masse in ein verschliessbares Gefäss gebracht und darin 10 Stunden bei 19 bis 20 C belassen.
Dann wird der überschüssige Schwefelkohlenstoff abgeblasen, was etwa 15 Minuten bean sprucht, und die xanthierte Masse in Was ser und Atznatron zum Beispiel so aufgelöst, dass eine Lösung entsteht, die ungefähr 5 bis 7 % des Trockenrückstandes des ge waschenen und gepressten oxyalkylierten Pro duktes und 8 % Ätznatron enthält.
Die von ungelösten Anteilen praktisch freie Lösung ist durch Salzlösungen, zum Beispiel starke Ammoniumchloridlösung oder Natriumchloridlösung oder Ammoniumsul- fatlösung oder durch Alkohol oder Säuren, zum Beispiel Schwefelsäure, Salzsäure oder saure Salze, beispielsweise Natriumbisulfat, fallbar.
Es wurde gefunden, dass der Nieder schlag, den man durch Zusatz von Äthyl- oder Methylalkohol unter Rühren erhält, wenn er auf einem Filter gesammelt, einige- male mit Alkohol gewaschen, mit Äther er schöpft und bei Zimmertemperatur unter ver mindertem Druck getrocknet wird, eine fast farblose, flockige oder bröcklige Substanz ist, die sich in Ätzalkalilösung löst. Ihre Lö sungen werden durch Ansäuern beispiels weise mit Schwefelsäure gefällt.
Nach Zeisel analysiert, gab sowohl der mit Alkohol, wie auch mit Schwefelsäure abgeschiedene, ge waschene und getrocknete Körper 1,79 C@H, 0.
Wenn die mit Alkohol oder die mit Schwefelsäure gefällte und dann gewaschene und getrocknete Substanz am Rückflussküh- ler mit 20%iger alkoholischer Kalilauge und mit 20 % iger wässeriger Kalilauge durch 24 Stunden gekocht wird und die vier Proben alkalifrei gewaschen, mit Alkohol und Äther extrahiert und getrocknet werden und die darin enthaltene Menge C311;0 nach Zeisel bestimmt wird, ergeben die Analysen fol gende Werte an C31170: 1.. Der mit Alkohol gefällte und mit alko holischer Kalilauge gekochte Körper: 1,93 % . 2.
Der mit Alkohol gefällte und mit wäs seriger Kalilauge gekochte Körper: 1,89%. 3. Der mit Schwefelsäure gefällte und mit alkoholischer Kalilauge gekochte Körper 7,78%.
4. Der mit Schwefelsäure gefällte und mit wässeriger Kalilauge gekochte Körper: 1,91%. <I>Beispiel 2:</I> Arbeitsweise wie in Beispiel 1, mit dem Unterschiede, dass nicht 100, sondern 200 Teile a-Monochlorhydrin verwendet werden. Die Aufarbeitung des Xanthates erfolgt wie in Beispiel 1.
Die Eigenschaften des Endproduktes und seiner Lösungen sind denen der gemäss Bei spiel 1 erhaltenen ähnlich.
C31170 Werte: 1. Der mit Schwefelsäure gefällte Kör per: 2,78 %.
2. Der mit Schwefelsäure gefällte und mit alkoholischer Kalilauge gekochte Körper- 2,62%.
3. Der mit Schwefelsäure gefällte und mit wässeriger Kalilauge gekochte Körper 2,81%.
<I>Beispiel 3:</I> Arbeitsweise wie im Beispiel 1, mit dem Unterschiede, dass nicht 100, sondern 300 Teile a-Monochlorhydrin verwendet werden. Das Abpressen der Masse, die aus dem 0 oxyalkalierten Produkt und Natronlauge be steht, gestaltet sich ein wenig schwieriger als in den Beispielen 1 und 2 und muss lang: sam und schrittweise geschehen.
Die Eigenschaften des-Endproduktes und seiner Lösungen sind ähnlich denen des nach Beispiel 1 erhaltenen Produktes. <I>Beispiel 4:</I> Arbeitsweise wie in irgend einem der vorangehenden Beispiele, mit dem Unter schied, dass die Reaktionsmasse unmittelbar nach der dreistündigen Verknetung mit dem a-Monochlorhydrin gewaschen und hierauf nach einem der vorangehenden Beispiele wei terbehandelt wird.
Die Eigenschaften des Endproduktes sind ähnlich denen der nach den vorangehenden Beispielen hergestellten Produkte.
<I>Beispiel 5:</I> Arbeitsweise wie in irgend einem der vorhergehenden Beispiele, mit dem Unter schiede, dass. die aus dem Oxyalkylierungs- vorgange hervorgehende Reaktionsmasse. ohne gewaschen zu werden, mit<B>16600</B> Teilen 18%iger Natronlauge von 15 C getränkt wird, worauf dann die Abpressung, Zerklei nerung und Sulfidierung, kurzum die weitere Verarbeitung wie in den vorhergehenden Bei spielen erfolgt.
Die Eigenschaften des Endproduktes und seiner Lösungen sind denen der sich in den vorangehenden Beispielen ergebenden Pro dukte ähnlich.
<I>Beispiel 6:</I> 1000 Teile Holzzellstoff (Feuchtigkeit 9 bis 10 %) oder 1000 Teile Baumwollintern (Feuchtigkeit 7 bis 8%) werden mit 20(l0(1 Teilen 18 % iger Ätznatronlösung von 15 C getränkt und das Reaktionsgemisch 3 Stun den bei Zimmertemperatur stehen gelassen. Nach dieser Zeit wird die Alkalizellulose auf 3400 Teile abgepresst, 3 Stunden lang in einem Zerfaserer bei 12 bis<B>13'</B> C zerklei nert und hierauf mit 100 Teilen a-llono- chlorhydrin allmählich versetzt.
Dann wird die Reaktionsmasse im Zerfaserer etwa 3 Stunden lang bei 20' C weiter geknetet, sodann in ein verschliessbares Gefäss überge führt und dort 21 Stunden bei 20 C sich selbst überlassen.
Nach Ablauf dieser Zeit werden der unverbrauchtes Ätznatron enthaltenden Re aktionsmasse<B>600</B> Teile Schw=efelkohlenstoff zugesetzt, den man durch 8 Stunden bei 19 bis --3'0' C einwirken lässt. Man bläst sodann während 15 bis 20 Minuten den überschiis- sigen Schwefelkohlenstoff ab und löst das entstandene Xanthat beispielsweise in einer solchen Menge Ätznatron und Wasser, dass die Lösung des Xanthates bis 6 % der Aus gangszellulose und 8 % NaOH enthält.
Die Lösung ist praktisch frei von unge lösten Anteilen und ist durch starke Salz lösungen, zum Beispiel Ammoniumchlorid-, Natriumchlorid-, Ammoniumsulfatlösung oder durch Alkohol, Säuren, zum Beispiel Schwefelsäure oder Salzsäure oder saure Salze, zum Beispiel Natriumbisulfat fällbar. Wenn der Niederschlag, den man durch Zu satz von Äthyl- oder Methylalkohol unter Rühren erhält, auf einem Filter gesammelt, einigemale mit Alkohol gewaschen, mit Äther erschöpft und bei Zimmertemperatur unter vermindertem Druck getrocknet wird, ist das Produkt eine fast farblose,
flockige oder bröcklige Substanz, die sich in Ätz- alkalilösung und Wasser leicht löst. Beide Lösungen geben beim Ansäuern, zum Bei spiel mit Schwefelsäure Niederschläge. Die analytischen Resultate sind ähnlich denen, die man nach Beispiel 1 erhält.
<I>Beispiel 7:</I> 1000 Teile Holzzellstoff oder Baumwoll- linters werden mit 20000 Teilen 18 % ig er Na tronlauge bei 15 C getränkt, das Reaktions gemisch 3 Stunden lang bei Zimmertempera tur stehen gelassen, worauf die Alkalizellu- lose auf 3400 Teile abgepresst und in einem Zerfaserer 3 Stunden lang bei 12 bis 13 C zerkleinert wird. Nun setzt man 200 Teile a-Monochlorhydrin in einigen Portionen zu und knetet die Reaktionsmasse im Zerfa.serer 3 Stunden lang bei 20 C.
Die Reaktions masse wird in ein verschliessbares Gefäss ge bracht und dort 21 Stunden bei 20 C ge halten.
Entnimmt man nach dieser Zeit eine Probe, so zeigt sich, dass die Masse in verdünnter, zum Beispiel 10 % iger Natronlauge zum gro ssen Teil löslich geworden ist und dass die filtrierte Lösung beim Ansäuern mit ver dünnter Schwefelsäure eine voluminöse Fäl lung gibt.
Die Masse wird nun in 75000 Teilen <I>8 9ö</I> iger Natronlauge gelöst, wo sie sich nicht vollständig auflöst, sondern einen Rückstand hinterlässt. Nach 12stündigem Stehen bei Zimmertemperatur wird die Suspension ab filtriert und das Filtrat durch Ansäuern reit 15%iger Schwefelsäure gefällt. Der flockige Niederschlag wird in einer Filterpresse oder auf einem Koliertuch von der Mutterlauge befreit, mit Wasser säurefrei gewaschen, ge presst und nach Bestimmung des Wasser gehaltes in einer solchen Menge Ätznatron und Wasser gelöst, dass die Lösung 7 % des Zelluloseglyzerinäthers und 8 % NaOH ent hält.
Zu dieser Lösung gibt man 1000 Teile Schwefelkohlenstoff (berechnet auf das Ge wicht des Zelluloseglyzerinäthers) und hält die Reaktionsmasse 20 Stunden lang bei 20' C (unter dauerndem Schütteln oder Rühren).
Die Eigenschaften des Endproduktes und . seiner Lösungen sind denen des Produktes nach Beispiel 1 ähnlich. Die C,.H;0 Werte sind: 1. Der mit Schwefelsäure gefällte Kör per: 2,58 %.
2. Der mit Schwefelsäure gefällte und mit 20%iger alkoholischer Kalilauge ge kochte Körper: 2,05%.
<I>Beispiel 8:</I> Arbeitsweise wie in Beispiel 7, mit dem Unterschiede, dass die ursprüngliche Zerklei- rung und die Behandlung der Alka.lizellulose mit dem a-Monochlorhydrin bei 15 C aus geführt werden. Aufarbeitung des Xanthates wie in Beispiel 7.
Die Eigenschaften des Endproduktes und seiner Lösungen sind denen des Endproduk tes gemäss Beispiel 7 ähnlich.
<I>Beispiel 9:</I> Arbeitsweise wie in Beispiel 7 oder 8, mit dem Unterschiede, dass nicht 200, sondern 300 Teile a-Monochlorhydrin verwendet wer den. Aufarbeitung des Xanthates wie in Bei spiel 7.
Die Eigenschaften des Endproduktes und seiner Lösungen sind denen des Endproduk tes gemäss Beispiel 7 ähnlich.
<I>Beispiel 10:</I> Arbeitsweise wie in Beispiel 7, mit dem Unterschiede, dass der Alkalizellulose nach der Zerkleinerung und vor dem Zusatz des Monochlorhydrins 20 Teile Kupferacetat in 30 Teilen Wasser gelöst zugesetzt werden.
<I>Beispiel 11:</I> Arbeitsweise wie in Beispiel 1 und 10, mit dem Unterschiede, dass die ursprüngliche Alkalizellulose 48 bis 72 Stunden bei 15 bis 20' C reifen gelassen wird.
In den vorangehenden Beispielen kann man bei Herstellung des Oxyalkyläthers der Zellulose eine geringe Menge eines Kataly sators, zum Beispiel ein Metallsalz, wie Kupfersalz, Nickel-, Silber-, Zink-Eisensalz oder dergleichen der Alkalizellulose oder dem Reaktionsgemisch einverleiben.
In den vorangehenden Beispielen können an Stelle des verwendeten a-Monochlor- hydrins äquivalente Mengen der entsprechen den Brom- oder Jodhydrine verwendet wer den.
An Stelle von Zellulose kann das ihr nahestehende Umwandlungsprodukt, das Zellulosehydrat in den vorangehenden Bei spielen verwendet werden.
In den vorangehenden Beispielen kann die Reaktion oder Auflösung der Reaktions produkte bei niedriger Temperatur, zum Bei spiel bei 0 oder minus 5 bis minus 10 statt finden.
Der Ausdruck Alkalizellulose bedeutet überall, wo es der Sinn zulässt, in üblicher Weise, das ist durch Tränken von Zellulose mit Alkalilauge und Entfernung des Über schusses der Lauge durch Abpresser_ oder dergleichen hergestellte Alkalizellulose oder Alkalizellulose, die durch Zusammenbringen der Zellulose mit der in der dem Halohydrin des Glyzerins darzubietenden Alkalizellulose gewünschten Mengen Ätzalkalilösung berei tet wird.