CH154526A - Verfahren zur Herstellung reinen Papierstoffes aus bedrucktem Altpapier. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung reinen Papierstoffes aus bedrucktem Altpapier.

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  Verfahren zur Herstellung reinen     Papierstoffes    aus bedrucktem Altpapier.    Bekannt sind bereits 'Verfahren, nach  denen     bedruckt-es    Altpapier in- der Wärme  oder in der Kälte mit Alkalien allein oder  mit Alkalien unter Zusatz von Silikaten aus  dem Gebiete der     Erd-    oder     Erdalkalimetalle     eventuell auch zusammen mit     organisehen          Schutzkolloiden    behandelt wird. Auch die  Benutzung von alkalischen und     erdalkali-          sehen    Peroxyden zusammen mit Kieselsäure  oder     Kieselsäureverbindungen    ist bekannt.  



  Bekannt ist des weiteren, Altpapier mit       Kalziumhydroxyd    aufzubereiten. Dieses  Verfahren ist jedoch nur für ein solches Pa  pier anwendbar, dessen Druckerschwärze mit  Mineralöl aufgebracht worden ist. Praktisch  ist es aber nicht möglich, Altpapier, zum  Beispiel Zeitungspapier und dergleichen vor  der Aufbereitung daraufhin zu untersuchen       bezw.    zu sortieren, was für ein Bindemittel  zur Aufbringung der Druckerschwärze ver  wendet worden ist. Dieses Verfahren ist  daher, wenn überhaupt, praktisch nur in be  schränktem Masse anwendbar.    Schliesslich ist auch schon vorgeschlagen  worden, die Behandlung von Altpapier bei  höherer Temperatur und unter Druck mit       Kalziumkarbonat    vorzunehmen.  



  Soweit die bekannten Verfahren eine Be  handlung unter Wärme oder gar in geschlos  senen Behältern mit Dampf unter Druck  vorsehen, bringen sie grosse     Extra-kosten.    teil  weise auch grosse Faserverluste mit sich, die  wirtschaftlich in den meisten Fällen nicht  tragbar sind. Es ist hier zu beachten,     dass     zum Beispiel bedrucktes Zeitungspapier das  Hauptkontingent unter den bedruckten Pa  pieren stellt und     dass    dieses gewöhnliche Pa  pier auch nur ein gewöhnliches, billiges       Wiedergewinnungsprodukt    liefern kann.

    Soweit jedenfalls eine Befreiung des Alt  papiers von der Druckerschwärze und nicht  eine Überführung des in demselben enthal  tenen     Holzschliffes    in Zellstoff bezweckt  wird, gilt der Grundsatz,     dass    nur billigste  Lösungsmittel, billigste Verfahren und scho  nendste Behandlung der Faser zwecks Ver-           meidung    von Faserverlusten wirtschaftlich  in Frage kommen.  



  Soweit teuere Lösungsmittel wiederge  wonnen werden sollen, bleibt zu berücksich  tigen,     dass    die     Wiedergewinnungsverfahren     verhältnismässig kompliziert sind,     dass    prak  tisch eine restlose Wiedergewinnung der Lö  sungsmittel unmöglich ist und     dass    sieh  Druckerschwärze, also Schmutz, in dem teil  weise     wiedero-ewonnenen    Lösungsmittel an  reichert.  



  Es ist bekannt,     dass    die Verwendung von  Alkalien zu einer     Vergilbung    der Holzfaser  führt; diese Verfahren bedingen also mit  Rücksicht auf den Preis der Alkalien einen  hohen Aufwand, dem ein geringes wirtschaft  liches Produkt gegenübersteht. An dieser       Vergilbung    der Faser ändert sich auch  nichts, wenn den Alkalien anorganische oder  organische Kolloide zugefügt werden. Zweck  dieser Zusätze soll ja auch sein, die durch  die Alkalien in Lösung gebrachte Drucker  schwärze aufzunehmen. Es bleibt also unter  allen Umständen die bekannte     Vergilbung     der Faser bestehen. Durch ihre Anwendung  sind daher die erwähnten Nachteile nicht zu  vermeiden.

   Empfehlenswert ist daher ein  Verfahren, bei dem solche Lösungsmittel ver  wendet werden, die keine     Vergilbung    des  Papiers hervorrufen und die nur milde auf  das Altpapier einwirken und die ferner so  billig sind,     dass    auf die Wiedergewinnung  keinen Wert gelegt zu werden braucht und  die die Druckerschwärze in einem Arbeits  gange und auf kaltem Wege entfernen.  



  Ein entsprechendes Verfahren ist durch  die vorliegende Erfindung gegeben. Es  wurde gefunden,     dass    die     obenerwähnten     Nachteile vermieden werden, wenn man zur  Herstellung eines reinen Papierstoffes aus  bedrucktem Altpapier, das unabhängig von  der Art des zur Aufbringung der Drucker  schwärze verwendeten Bindemittels durch  führbar ist, das bedruckte Altpapier in einem  Arbeitsgange ohne Zusatz von organischen       Sellutzkolloiden    bei gewöhnlicher Tempera-         tur    mit einem praktisch lediglich     erdalkali-          haltigen    Lösungsmittel behandelt, das nur  milde auf die Papiermasse einwirkt, ohne  darin enthaltenen Holzschliff in Zellstoff  überzuführen,

   wobei infolge ihrer Billigkeit  auf die Wiedergewinnung der verwendeten  Chemikalien verzichtet wird.  



  Ein solches Mittel ist zum Beispiel der       Kaustizierschlamm,    der bei der     Kaustizie-          rung    der Soda oder der     sogenannten    Schmel  zen aus dem Natron-     bezw.        Sulfatzellstoff-          verfahren    anfällt.

   Derselbe ist der fast ganz       alkalifreie    Rückstand aus der     Kaustizierung     der aus den Ablaugen, ausgebrannten,     Soda-          schmelzen,    der trotz des in praktischen Be  trieben üblichen und durch die Grundsätze  rationeller Betriebsführung gebotenen     Aus-          süssens    noch     Natriumhydroxyd,        Kalzium-          hydroxyd    und     Natriumsalze,    vorwiegend  aber Kalksalze enthält.

   Die Menge an vor  handenen Alkalien ist jedoch so gering,     dass     eine     Vergilbung    der Faser auf keinen Fall  eintritt.  



  Die Schmelzen der     Stroli-Zellstoff-Fabri-          ken    sind     silikathaltig    wegen des Kiesel  säuregehaltes des Strohs. Infolgedessen ent  hält auch der     KaustizierscUlamm    in     Stroh-          Zellstoff-Fabriken    Silikate, vorwiegend     Kal-          ziumsilikate.    Die kolloidale Beschaffenheit  dieser Silikate kommt der Lösung der     Druk-          kerseli-#värze    sehr zustatten.

   Aber auch durch  die Anwesenheit von Suspensionen von an  dern     *Kalksalzen    wird die Beseitigung der  Druckerschwärze unterstützt, und zwar in  folge der     Adhäsionsfähigkeit    und der weissen       el          Farbkraft    dieser Salze.  



  Für die     Befreiuno#    des bedruckten     Alt-          papiers    von der Druckerschwärze     eio-net    sich  ferner hervorragend     Magnesiumhydroxyd.     Dieses ist ebenfalls sehr     billio,    herzustellen,  indem zum Beispiel aus     Carnallitablaugen,     die nach der Ausscheidung von     Kalium-          chlorid    vorzugsweise     Magnesium.chlorid    ent  halten, durch Zugabe von alkalischen Lau  gen oder auch durch Zugabe von     Kausti-          zierschlamni        ivlagnesiumhydroxyd    gebildet  wird.

   Dieses besitzt, wie festgestellt wurde,  ein besonders gutes     Ausselleidungsvermögen.         Bei der Bildung aus     Carnallitlauge    und       Kaustizierschlamm    tritt zu dem an sieh  <B>z n</B>       ,olitten        Ausseheidungsvermögen    noch eine Er  scheinung hinzu, die auf die Anwesenheit  von Magnesium-     und    Kalksalzen, insbeson  dere aber auf die Anwesenheit von Gemen  gen von     Magnesiumkarbonat    und     Magne-          siumhydroxyd    zurückzuführen ist. Dies Ge  menge besitzt eine ganz aussergewöhnliche  weisse Farbkraft.  



  Die Wirkung von     Kaustizierschlamin     oder     Magnesiumhydroxyd    wird dadurch noch  wesentlich gesteigert,     dass    diesen Lösungs  mitteln Suspensionen solcher erdalkalischer  Salze zugesetzt werden, die kolloidale.     Be-          #;ehaffenheit        und/oder    -weisse Farbkraft be  sitzen.

   Als Salze von kolloidaler Beschaffen  heit kommen insbesondere Kalzium- und       Magnesiumsilikate    in Betracht, als weisse  Farbträger insbesondere     Bariumsuliat,        Ba-          riumkarbonat,    einfaches und basisches     Mag-          nesiumliarbonat.    Praktische Versuche haben  ergeben,     dass    derartige Suspensionen auch für  sieh allein (ohne     Kaustizierschlamm    oder       Magnesiumhydroxyd)    oder     zweckentspre-          ehend    untereinander gemischt in der Lage  sind, die Druckerschwärze zu lösen und zu  beseitigen.  



  Selbstverständlich können im Rahmen  der Erfindung die Lösungsmittel der nach  stehenden Patentansprüche auch aus ihren  Bestandteilen durch Mischungen oder     cheini-          sche    Umsetzungen dargestellt werden.         Ausf        iihrungsbeispiel:     In einem Auflösungsholländer bekannter  Bauart wird ein Quantum bedruckten Alt  papiers eingeweicht und zerfasert.     Sel-ion     während der     Zerfaserung    oder nach Been  digung der     Zerfaserung    wird das Lösungs  mittel zugesetzt, das durch den Umtrieb des  Stoffes in dem Holländer innig mit dem  Stoff vermischt wird.  



  Das Lösungsmittel wird beispielsweise  so dargestellt,     dass    für<B>1000 kg</B> Altpapier  etwa<B>80</B> Liter     Carnallitablauge    mit etwa  120 Liter     Kaustizierschlamm    vermischt wer-    den. Dieser Mischung werden etwa<B>15</B>     kg          Magnesiumkarbonat    zugesetzt. Die Konzen  tration des Lösungsmittels richtet sich selbst  verständlich nach der Art des Papiers und  des     züi    lösenden Druckstoffes. Nach etwa  einstündiger Wirkung des Lösungsmittels  wird der Papierbrei in an sich bekannter  Weise ausgewaschen.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRUCH:</B> #Terfahren zur Herstellung eines reinen Papierstoffes aus bedrucktem Altpapier, das unabhängig von der Art des zur Aufbrill- gung der Druckerschwarze verwendeten Bin demittels durchführbar ist, dadurch gekenn zeichnet, dass das bedruckte Altpapier in einem Arbeitsgange ohne Zusatz von organi- sehen Schutzkolloiden bei ge#vöhnlicher Tem peratur mit einem praktisch lediglich erd- alkalihaltigen Lösungsmittel behandelt wird, das nur milde auf die Papiermasse einwirkt,
    ohne darin enthaltenen Holzschliff in Zell stoff überzuführen, wobei auf die Wieder gewinnung der verwendeten Chemikalien verzichtet -wird. UNTERANSPRüCHE- 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel Kaustizierschlamm verwendet wird. <B>2.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gelzennzeiehnet, dass als Lösungsmittel Magnesiumhydrioxyd verwendet" wird, das aus Carnallitablaugen durch Zugabe von alkalischen Laugen gebildet wurde.
    <B>3.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel Magnesiumhydroxyd verwendet wird, das aus Carnallitablaugen durch Zugabe von Kaustizierschlamm gebildet wurde. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel eine Suspension mindestens eines Erd- alkalisalzes verwendet wird, das eine kolloidale Beschaffenheit aufweist.
    <B>5.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel eine Suspension mindestens eines Erd- alkalisalzes verwendet wird, das beson dere Adhäsions±ähigkeit und weisse Farb- kraft besitzt.
    <B>6.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel eine Suspension mindestens eines Erd- alkilisalzes verwendet wird, das sowohl kolloidale Beschaffenheit, als auch. beson dere Adhäsionsfähi,-köit und weisse Farbkraft besitzt. <B>7.</B> Verfahren naell Unteranspruch 4, da durch gekennzeichnet, dass als Erdalkali- salz mit kolloidaler Beschaffenheit Kal- ziumsilikat verwendet wird. <B>8.</B> Verfahren nach.
    Unteranspruch 4, da- durcli gekennzeichnet, dass als Erdalkali- salz mit kolloidaler Beschaffenheit Mao-- nesiumsilikat verwendet wird. <B>9.</B> Verfahren nach Untveransprucli <B>5,</B> da durch gekennzeichnet, dass als Erdalkali- salz mit besonderer Adliäsionsfähio-keit und weisser Farbkraft Bariumsulfat ver wendet wird.
    <B>10.</B> Verfahren nach, Unteranspruch<B>5,</B> da durch, gekennzeichnet, dass als Erdalkali- salz mit besonderer Adhäsionsfähigkeit und weisser Farbkraft Bariumkarbonat verwendet wird. <B>11.</B> Verfahren nach Unteranspruch<B>5,</B> da durch gekennzeichnet, dass als Erdalkali- salz mit besonderer Adhäsionsfähigkeit und weisser Farbkraft einfaches Magne- siumkarbonat verwendet wird.
    <B>1-9.</B> Verfahren nach Unteranspruch<B>5,</B> da durch gekennzeichnet, dass als Erdalkali- salz mit besonderer Adhäsionsfähigkeit und weisser Farbkraft basisches Magne- siumkarbonat verwendet wird.
    <B>13.</B> Verfahren nach Pautentanspruch und Uln- teranspruch. <B>1,</B> dadurch gekennzeichnet, dass dem Lösun smittel die Suspension eines Erdalkalisalzes zugegeben wird, das eine besondere Adhäsionsfähigkeit und weisse Farbkraft besitzt. 14.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch -), dadurch gekennzeichnet dass dem Lösungsmittel die Suspension eines Erdalkalisalzes zueeueben wird, das eine besondere Adhäsion-m;fähi,-,;1-,eit und weisse Farbkraft besitzt. <B>15.</B> Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch.<B>3,</B> dadurch gekennzeichnet, dass dem Lösungsmittel die Suspension eines Erdalkalisalzes zugegeben wird, das eine besondere Adhäsionsfähigkeit und weisse Farbkraft besitzt.
CH154526D 1929-11-18 1930-11-14 Verfahren zur Herstellung reinen Papierstoffes aus bedrucktem Altpapier. CH154526A (de)

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