CH154547A - Kompass. - Google Patents

Kompass.

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CH154547A
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Elektricitaets-Gese Allgemeine
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Aeg
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      Kompass.       Die vorliegende Erfindung betrifft einen       Kompass,    der sieh unter anderem insbeson  dere für     Luftfahrzeuge    eignet.  



  Für die Zwecke der Luftfahrt haben die  bisher verwendeten Magnetkompasse meh  rere Nachteile. Der zur Aufhängung der  Nadel dienende Stein wird bei den hohen       Beschleunigungsidrucken    in unangenehmer  Weise beansprucht, die zur Dämpfung     ver-          %vendete    Flüssigkeit bringt die Gefahr des       Einfrierens    mit sich; die wie bei allen me  chanischen     Messinstrumenten    relativ grosse  Trägheit     lässt    die kurzzeitigen Abweichungen  von der Kursrichtung, etwa infolge von  Böen, nicht erkennen.  



  Demgegenüber wird entsprechend der  vorliegenden, Erfindung von der magne  tischen     Ablenkbarkeit    von Kathodenstrahlen  zur     Kursrichtungsanzeige    Gebrauch gemacht.  Ein     Kathodenstrahlkompass    vermeidet alle       obengenannten    Nachteile, er besitzt natur  gemäss keine Reibung, keine     Dämpfungs-          flüssigkeit    und keinerlei Trägheit.

   Ausser-    dem kann er in bequemer Weise als     Fern-          kompass    gebaut werden, so     dass    er vom Füh  rersitz entfernt an einem Punkte des Flug  zeuges aufgestellt werden kann, an dem die  vom Motor herrührenden magnetischen Stö  rungen verschwindend klein sind.  



  Die im folgenden beschriebene, beispiels  weise     Ausführungsform,    bei welcher der     Ka-          tUodenstrahl    in der Richtung der Lotrechten  liegt, ist besonders vorteilhaft, da die Kurs  anzeige dann auf einer normalen Windrose  erfolgen kann. Sie ist jedoch keineswegs un  umgänglich notwendig, da die oben ausein  andergesetzten Vorteile des Strahlenkom  passes offenbar von der Orientierung des  Strahls zum Erdfeld unabhängig sind.  



  Für die Ablenkung a eines Kathoden  strahls in einem homogenen magnetischen  Feld gilt die genäherte Beziehung  
EMI0001.0022     
    wo<B>A</B> die Länge des Elektronenstrahls in      cm, H die magnetische Feldstärke in Gauss  und V die die Elektronen beschleunigende  Spannung in Volt bedeutet.  



  Aus dieser Beziehung ergibt sich,     dass     das magnetische Erdfeld, dessen horizontale       Komponente-etwa   <B>0,187</B> Gauss beträgt, einen  Kathodenstrahl bei einer entsprechend ge  ringen Voltgeschwindigkeit von beispiels  weise<B>150</B> Volt und einer noch praktisch in  Frage kommenden     Strahllänge    von beispiels  weise<B>30</B> cm um etwa 2 cm ablenkt.         Abb.   <B>1</B> diene zur Erläuterung der Wir  kungsweise des     Kathodenstra111-Kompasses.     <B>W</B> und<B>Ö</B> sind die Nord- und     Ostriehtung,     auf der Erdoberfläche gemessen.

   H ist die  Richtung des magnetischen     Erdieldes,    seine  Vertikal- und Horizontalkomponente ist     I-1,     und     Hh.    Die Röhre, die in     Abb.    2 nochmals  besonders     herausgezeichnet    ist<B>-</B> sie ist       jedoch        ebenso        ohne        aufgebaut        Ablenkplatten        wie        eine        Braun'sche   <B>-</B>     wird        mit        Röhre'        ihrer     Achse 

      B-B    in die Richtung der Vertikalen  eingestellt. Um die     Ablenkungsrielitung    zu  ermitteln, hat man bekanntlich durch die  Strahlrichtung und die dazu senkrechte  Komponente des Erdfeldes eine Ebene<B>zu</B>  legen; diese ist in der     Abb.   <B>- 1</B> schraffiert.  Die Ablenkung erfolgt dann senkrecht zu  dieser Ebene, also in der mit<B>_A</B> bezeichneten  Richtung.

   Denkt man sich die     Flugzeug-          rumpfachse    in der Richtung der Horizontal  komponente     Hh    liegend, fliegt das Flugzeug  also nach Norden, so zeigt der Kathoden  strahl auf den mit<B>N</B> bezeichneten Punkt des       Fluoreszensschirmes.    Entsprechend würde  bei Abweichung nach rechts vom reinen  Nordkurs eine Wanderung des     Fluoreszens-          fleckes    in der mit r bezeichneten Richtung  erfolgen, bei reinem Ostkurs gelangt der  Fleck auf den Punkt<B>0.</B>    In     Abb.   <B>3</B> ist eine     Kardanaufhängung     gezeichnet, die dazu dient,

   die Röhre auch  bei schrägen Lagen des Flugzeuges in der  Richtung der Lotrechten zu halten. F ist  die Rumpflängsachse des Flugzeuges. Die  Gelenke<B>G,</B> erlauben die Verdrehung um  diese Längsachse, die Gelenke<B>G,</B> um eine    dazu senkrechte Achse. Das Gewicht P sorgt  in Verbindung mit diesen Gelenken dafür,       dass    die Röhrenachse stets in die Lage der  Lotrechten eingestellt wird. Es wird also  beispielsweise bei einem     unbesehleunigten     Gleitflug der     sogenannte        Inklinationsfehler     vermieden. Der Leuchtschirm L der Röhre  trägt wieder die Windrose.  



  Der     Strahlenkompass    erlaubt in einfacher  Weise die     Anbringung    einer     Fernanzeige-          vorrielltung.    Im Innern der Röhre kann ein  Kontaktkranz angebracht werden, dessen  einzelne, voneinander isolierte Kontakt  stücke zu getrennten Stromkreisen gehören,  in denen jeweils ein Relais liegt, das eine  kleine     Signallampe    betätigt. Je nach der  Lage des     Fluoreszensfleckes    wird ein an  deres     Kontaktstück    getroffen und dement  sprechend ein anderes Relais erregt. Die  Signallampen können wiederum auf einem  Kreis angeordnet werden, so     dass    die Wind  rose nachgebildet erscheint.  



  Der     Elektronenstrahlkompass    kann auch  so ausgebildet werden,     dass    er als Richtungs  anzeiger Verwendung finden kann. Dabei  soll unter     Eichtungsanzeiger    ein Instrument  verstanden werden, das die Angabe ermög  licht, welche Lage ein irgendwie orientierter  Körper gegenüber der Erde einnimmt. Für  Luftfahrzeuge bedeutet das: Angabe der       Kursrielltung,    Angabe der Längsneigung  und Angabe der Querneigung. Ein solches  Instrument gibt es bisher nicht, vielmehr ist  es üblich, die drei Angaben über Kursrich  tung,     Längs-    und Querneigung des Flug  zeuges an drei verschiedenen Instrumenten  abzulesen, die zum Teil unter Benutzung  verschiedener Prinzipien arbeiten.

   Die or  ganische Vereinigung dieser drei Instru  mente, also des Kompasses, des     Längsnei-          gunolsmessers    und des     Querneigungsmessers     ist naturgemäss sehr erwünscht. Sie gibt  dem Flieger die Möglichkeit, seine räum  liche Lage     bezw.    die Änderung dieser Lage  mit einem Blick zu überschauen.  



  Im besonderen erlaubt die getroffene Ein  richtung, wie im einzelnen noch gezeigt wer-      den wird, den Kurs als die wichtigste An  gabe mit erhöhter Genauigkeit abzulesen.  Die Möglichkeit, gegenüber dem vorher be  schriebenen, [nur aus einer einzigen Elek  tronenstrahlröhre bestehenden     Elektronen-          strahlkompass    mehr Aussagen machen zu  können, ist in der kombinierten Verwendung  von zwei Elektronenstrahlröhren zu sehen,  von denen jede zwei Anzeigen liefert, wobei  der Kurs doppelt angezeigt und daher be  sonders genau angegeben wird.  



  Im folgenden sei zunächst auf die Über  legungen eingegangen, die die als Richtungs  anzeiger bezeichnete Anordnung zur Voraus  setzung hat. Dabei sollen jedoch von vorn  herein die Betrachtungen auf den Spezialfall  eines vertikal gerichteten Elektronenstrahls  beschränkt werden, wie er auch der vorher  beschriebenen Ausführungsform des     Elek-          tronenstrahlkompasses    zugrunde gelegt  wurde. Es ist dies der für die Überlegung  und praktische Verwendung einfachste     F-all.     



  Würde auf einen vertikal aus einer ent  sprechenden Erzeugungseinrichtung heraus  tretenden Elektronenstrahl kein Magnetfeld  wirken, so würde der Strahl genau in der  Vertikalen bleiben und sein     Auftreffpunkt     sich auf einem senkrecht gestellten Leucht  schirm     (Abb.    4) bei A markieren. Wirkt  das Erdfeld, so wird der Strahl abgelenkt.

    Sein     Auftreffpunkt    liegt jetzt ausserhalb  der Achse, zum Beispiel in<B>B.</B> Dreht man  die Elektronenstrahlröhre um ihre vertikale  Achse, so bleibt der Strahl zum Erdfeld in  gleicher Lage, das heisst der     Auftreffpunkt     beschreibt auf dem Leuchtschirm einen Kreis  um den Punkt A mit dem Radius     _AB.    Fliegt  das Flugzeug einen horizontalen Kreis, so  ist also jeder Richtung des Flugzeuges ein  Punkt auf dem     Leuchtschirmkreis    eindeutig  zugeordnet.

   Wir haben den bekannten     Elek-          tronenstrahlkompass    mit der in     Fig.   <B>5</B> inner  halb des Kreises dargestellten Rose, vor uns,  wenn die ausserhalb des Kreises angeschrie  benen Buchstaben die     Flugrichtungen,    be  deuten. Begnügt man sich damit, den Elek  tronenstrahl zur Kursanzeige zu benutzen,    so hätte man störende, beim wirklichen  Flug auftretende     Schiefstellungen    durch ent  sprechende Einrichtungen auszugleichen, das  heisst dafür zu sorgen,     dass    die Röhre ver  tikal bleibt. Eine solche Einrichtung ist  zum Beispiel ein Kardangelenk, das mit  einem Gewicht beschwert ist.  



  Während beim     Elektronenstrahlkompass     allein die Bewegung um die vertikale Achse  interessiert, die eventuellen Bewegungen des  Flugzeuges um die beiden übrigen Achsen  unschädlich gemacht werden müssen, gilt für  den Längsneigungsmesser entsprechendes für  die in der Flugrichtung liegende Horizontal  achse. Hier     müssten    die Bewegungen um die  vertikale und Rumpflängsachse ausgeschal  tet werden. Der     Auftreffpunkt    des Strahls  wird in diesem Falle eine andere Kurve auf  dem Leuchtschirm beschrieben, und zwar  eine so gelegene Gerade, wie es     Abb.   <B>6b</B> an  gibt.

   Entsprechend erhält man bei der Be  nutzung des Strahls als     Querneigungsmesser     eine zur oben genannten Geraden senkrecht  gelegene Gerade, wie es in     Abb.    6e darge  stellt ist.     Abb.    6a zeigt zur Hervorhebung  der prinzipiellen Unterschiede noch einmal  den Fall der     Abb.   <B>5.</B>  



  Indem wir die physikalischen und geo  metrischen Verhältnisse betrachtet haben,  die bei der Ablenkung eines in der Vertikal  achse verlaufenden Elektronenstrahls durch  das magnetische     Erdfeld    bedingt sind, haben  wir gefunden, wie der Elektronenstrahl zu       Richtungs-,        Längs-    und     Querneigungsanzei-          gen    zu benutzen ist. Es bleibt noch zu über  legen, in welcher Weise man die drei An  zeigen von einem kombinierten Instrument  am zweckmässigsten vornehmen lassen kann.  Dazu wollen wir nicht wie bisher die Be  wegung um zwei Achsen ausgleichen und  so die Bewegung um eine Achse zur     Anzeigp     bringen, sondern die Bewegung um nur eine  Achse ausgleichen.

   In dieser Weise wird die  Flugzeugbewegung um die zwei übrigen  Achsen zur Anzeige gebracht. Wir erhalten,  wie es     Abb.   <B>7</B> zeigt, die aus den     Diagrain-          men    der     Abb.   <B>6</B> abgeleiteten Diagramme, bei  denen die zwei Koordinaten<B>je</B> zwei ver-           schiedene    Angaben machen, nämlich a Kurs  richtung und Querneigung bei einem Flug  ohne     Längsneigung,   <B>b</B> Kursrichtung und  Längsneigung bei einem Flug ohne Quer  neigung,     c        Iä-ngssneigung    und     QueTnei-          gung    bei einem Flug ohne Kursänderung.

    Jedes Instrument macht jetzt eindeutig zwei  Angaben. Der Versuch, von einem Instru  ment durch Festhaltung aller drei Achsen'  das heisst starre Verbindung mit dem Flug  zeug, die gewünschten drei Angaben zu er  halten,     muss    fehlschlagen, denn es liegt in  der Natur der Sache,     dass    sich die drei     La-          genangaben    über das Flugzeug nicht eindeu  tig den Punkten einer nur zweifach ausge  dehnten Fläche zuordnen lassen.     Man        muss     vielmehr bei den Strahlen auf zwei Frei  heitsgraden stehen bleiben. Die Lösung der  Aufgabe ist in der kombinierten Benutzung  der Diagramme nach     Abb.    7a     und   <B>b</B> zu  sehen.

    



  Betrachten wir nun eine zweckmässige       Ausführungsforni    des nach obigen Über  legungen ausgeführten Apparates.  



  In einem Kasten, der gegebenenfalls mit       Dämpfungsflüssigkeit    gefüllt ist, sind zwei  Elektronenstrahlrohre so gelagert, wie es       Abb.   <B>8</B> zeigt. Der Kasten ist derart fest in  das Flugzeug eingebaut,     dass    die     Fluores-          zensschirmebene    in der Horizontalebene liegt.

    Durch eine optische Vorrichtung werden die  auf den     Fluoreszensschirmen    befestigten       Eichdiagramme    (entsprechend     Abb.    7a und  <B>b)</B> auf den Schirm<B>8</B> in verschiedener Grösse       projeziert,    so     dass    sich das Diagramm       (Abb.   <B>9)</B> ergibt.

   Die Benutzung dieses     Dia-          grammes    hat folgendermassen zu erfolgen:    <I>a)</I>     Kursrichtungsanzeige.    Projektion der  beiden     Leuelitpunkte    entsprechend den füh  renden Geraden auf den Kurskreis, der nun  die Fahrtrichtung an seiner Teilung ablesen       lässt.    Da beide Röhren die gleichen     Auzei-          gen    machen, wird die -wichtige Kursangabe  besonders genau und sicher. Bei subjektiver       Ablesung    könnte ein     beweglicher'Einstel-          lungsstrich    die gegenseitige Kontrolle beider  Röhren erleichtern.

      <B><I>b)</I></B>     Leingsiieigungsanzeige.    Sie ergibt sich  aus der Abweichung des im äussern Gesichts  feld gelegenen Leuchtpunktes vom Kurs  kreis zunächst der Richtung nach (Steigen  oder Fallen), als auch quantitativ in Bogen  grad.  



  <B><I>c)</I></B>     Querneigungsanzeige.    Sie ergibt sich  aus der Abweichung des im innern Gesichts  feld gelegenen     Leuchtpunktes    vom Kurskreis  zunächst der Richtung nach (Neigung nach  rechts oder links), als auch quantitativ in  Bogengrad.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Kompass, insbesondere für Luftfahrzeugf-, gekennzeichnet durch mindestens eine Na- n thodenröhre, in der langsame Kathoden strahlen von einer Geschwindigkeit in der Grössenordnung<B>100</B> Volt erzeugt werden, deren Ablenkung im erdmagnetischen Felde zur Riclitungsanzeige dient.
    UNTERANSPRüCHE: <B>1.</B> Kompass nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablenkung des Kathodenstrahls auf einem Fluoreszens- schirm sichtbar ist. 2. Kompass nach Unteranspruch<B>1,</B> dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Fluoreszens- schirm eine Windrose angebracht ist.
    <B>3.</B> Kompass nach Patentanspruch, dadurch ,gekennzeichnet, dass der Kathodenstrahl D bei verschiedenen Ablenkungen verschie dene Stromkreise schliesst, worauf in die sen Stromkreisen liegende Relais anspre chen, die optische Anzeigemittel betä tigen. <B>C,</B> 4. Kompass nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kathodenstrahl- achse mittelst eines mit Gewicht be schwerten, die Entladungsröhre tragenden Kardangelenkes selbsttätig immer in die Richtung der Lotrechten gestellt wird.
    <B>5.</B> Kompass nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei um gegeneinander geneigte Achsen drehbare Kathodenstrahlröhren vorgesehen sind, um ausser der Kursanzeige auch eine An zeige der Längs- und Querneigung des Flugzeuges zu ermöglichen. <B>6.</B> Kompass nael-1 Unteransprueli <B>5,</B> dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachsen der beiden Kathodenstrahlröhren mit der Längs- und der Querachse des Flugzeuges zusammenfallen.
    <B>7.</B> Kompass nach Unteranspruch<B>6,</B> dadurch gekennzeichnet, dass die Angaben der bei- den Kathodenstrahlröhren auf einem ge meinsamen Anzeigefeld erscheinen. <B>8.</B> Kompass nach Unteranspruch<B>7,</B> dadurch gekennzeichnet, dass die Angaben der bei den Kathodenstrahlröhren durch optische Einrichtungen auf einer Diagrammfläche sichtbar gemacht werden.
CH154547D 1929-08-16 1930-08-15 Kompass. CH154547A (de)

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