Zugbeeinflussungseinrichtung. Bei Zugbeeinflussungseinrichtungen, wel che das Überfahren von Signalen in Halte stellung durch Zwangsbremsung verhindern, werden auch Massnahmen getroffen, um in gewissen Fällen, zum Beispiel bei Fahrten auf Strecken .ohne Beeinflussungspunkte, bei Rangierbewegungen, bei Beendigung einer Fahrt oder dergleichen, die Zugbeeinflus- sungseinrichtung auszuschalten.
Dies kann durch Anordnung eines Absperrhahnes in der vom Bremsventil gesteuerten Brems leitung geschehen, der in der Abschluss- stellung die Druckluft der Bremsleitung des Zuges absperrt und dadurch das Ein treten einer Zwangsbremsung verhindert, Dabei kann es erwünscht sein, gleichzeitig die elektrischen Stromkreise der Zugbeein- flussungseinrichtung abzuschalten, was da durch erreicht werden kann, dass .der Ab sperrhahn mit Kontakten versehen wind, wel che die Stromzuführung zu den Zugbeein- flussungsapparaten steuern.
Derartige Ausführungen sind so durch gebildet worden, dass mit der Inbetriebnahme der Zugbeeinflussungseinrichtung eine Prü fung der Bremsvorrichtung verbunden ist. und zwar in der Weise, Üass beim Umlegen des Absperrhahnes aus der Abschluss- in die Betriebsstellung eine Probebremsung und ihre Registrierung stattfindet. Hieraus ist zu erkennen, ob das Bremsventil im Ernst falle ansprechen wird. Die mit dem Ab sperrhahn verbundenen Kontakte sind zur weiteren Vervollkommnung dieser Prüfung derart angeordnet worden, dass nicht nur das Ansprechen des Bremsventils mit seinem Ventilmagneten, sondern auch die Arbeits fähigkeit des Impulsrelais überprüft werden kann.
Die bisher bekannten Ausführungen ha ben aber den Nachteil, dass die Überprüfung der Arbeitsfähigkeit des Impulsrelais der willkürlichen Beachtung des bedienenden :Personals anheimgestellt ist. Hierbei erfolgt die Zwangsprobebremsung dadurch, da13 beim Öffnendes Absperrhahnes ein Kontakt im Stromkreis des Ventilmagnetes unter bro-chen wird, wodurch der Ventilmagnet zum Abfallen kommt und damit die Brem sen in Tätigkeit setzt. Hierbei ist aber keine Sicherheit dafür gegeben, dass im Ernstfalle auch das Impulsrelais wirken würde.
Das Abfallen des Impulsrelaisankers kann zwar an dem Aufleuchten oder Nichterscheinen der meist vorhandenen Führerstandsmelde- lampen und an der Registriervorrichtung er kannt werden. Die Erfahrung zeigt aber, dass bei dieser Bremsprobe die Anzeige der Lam pen und der Registriervorrichtung meist nicht beachtet wird, zumal da die Bedienung des Absperrhahnes an einer Stelle der Loko motive erfolgt, von der diese Anzeigevorrich tungen nicht zu erkennen sind. Überdies sind solche Meldelampen bei manchen Ein richtungen überhaupt nicht vorhanden.
Es ist daher erwünscht, das rechtzeitige An sprechen des Impulsrelais bei der Brems probe nach Möglichkeit so sinnfällig zu machen, dass sein Versagen beachtet wird.\ Eine solche Möglichkeit ist in der vor liegenden Erfindung .dadurch gegeben, dass im Stromkreis des Abzugsmagnetes ein Kon- trollrelais vorgesehen ist, das einen Kon takt steuert, der sich im Stromkreis des Ventilmagnetes befindet.
Eine Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung ist in der Abbildung dar gestellt.
Hierin ist J der Anker des Impulsrelais. .der .durch den Impulsmagneten J' und den Abzugsmagneten Ja gesteuert wird und durch seinen Kontakt i'IJ den Stromkreis des Ventilmagnetes V steuert. C ist ein Kontrollrelais, welches in dem Stromkreis des Abzugsmagnetes Ja liegt und durch die Kontakte e' und c2 seinen eigenen Stromkreis und den des Ventilmagnetes steuert. Der Ventilmagnet schliesst in erregtem Zustande das Bremsventil B ab und öffnet in ab geschaltetem Zustande die Bremsleitung zum Austritt der Druckluft ins Freie F.
Die Lösetaste T mit dem in der Grundstellung geschlossenen Kontakt h und dem offenen Kontakt l2 .dient zur Aufhebung einer auf irgendeine Weise bewirkten Zwangsbrem sung. Der Hebel TI des Absperrhahnes, des sen pneumatischer Teil A in die Brems leitung L des Zuges eingeschaltet ist, besitzt einen Kontaktsatz K mit drei Kontakt segmenten<I>h',</I> h2, h3, über welche unter an dern mittelst des Kontakthebels h4 die ge nannten Stromkreise gesteuert werden.
Die Abbildung zeigt die Abschlussstel- lung des Hebels H, wobei die Bremsleitung L abgesperrt ist. Hierbei ist der Kontakt h3;ih' geschlossen. Die Wirkungsweise der Einrichtung bei Inbetriebnahme der Loko motive ist folgende: Sobald der zur Lieferung der Gleich stromspannung vorgesehene Generator Span nung liefert, fliesst noch in der Abschluss- stellung des Hahnes im Stromkreis über den Abzugsmagneten Ja, das Kontrollrelais C und das Kontaktsegment h3 Strom. Alle übrigen Stromkreise sind infolge der offenen Kontakte h'Ida' und h2!h' stromlos.
Der Abzugsmagnet Ja hält den Anker J des Im pulsrelais in der abgefallenen Lage fest, wo bei Kontakt i'!J offen ist. Wird nun der Hebel II des Absperrhahnes in die Betriebs stellung umgelegt, so werden zunächst die Kontakte h'Ih' und h2/h' geschlossen und dann der Kontakt h3!h' geöffnet. Über den Kontakt h'Ih' werden alle übrigen elek trischen Stromkreise an Spannung gelegt. Der Abzugsmagnet und das Kontrollrelais bleiben aber über die Kontakt dz'lh' und c' erregt.
Der Anker J des Impulsrelais ver bleibt in abgefallener Lage trotz Erregung des Impulsmagnetes. Der Ventilmagnet wird infolge des offenen Kontaktes i'jJ nicht er regt. Gleichzeitig mit ,dem Schalten der Kontakte h'lh' und da@jda@ wird der Absperr hahn<I>A</I> geöffnet. Da das Ventil<I>B</I> noch offen ist, entweicht die Druckluft aus der Brems leitung L und verursacht das Anziehen der Bremsen.
Die Aufhebung dieser Probebremsung geschieht mittelst der Bremslösetaste T, bei deren Betätigung der Abzugsmagnet Ja kurz geschlossen wird, so dass der Impulsmagnet J' den Anker J wieder anzieht. Hierdurch ist die Ansprechfähigkeit des Impulsrelais wieder hergestellt, und sobald die Taste wie der losgelassen ist, wird der Ventilmagnet T% erregt. Hierdurch wird das Bremsventil B geschlossen, und die Bremsleitung L kann mit Druckluft gefüllt werden.
Diese Probebremsung tritt also nur "in folge des abgefallenen Impulsrelaisankers ein. Eine Störung in der Arbeitsweise des Impulsrelais macht sich sofort durch Aus bleiben der Probebremsung oder dadurch bemerkbar, dass die Probebremsung nicht aufgehoben werden kann.
Würde zum Beispiel der Anker des Im pulsrelais in der Ruhestellung verbleiben (zum Beispiel durch Festklemmen), so würde der Ventilmagnet über die geschlossenen Kontakte ii!J, c2, <I>l'</I> sofort Strom erhalten und das Bremsventil B schliessen, ohne dass die Bremsung zustande kommt. Da die Bremsung jedoch erwartet wird, so muss ihr Ausbleiben beachtet werden.
Würde ferner der Stromkreis des Ab zugsmagnetes aus irgendeinem Grunde (zum Beispiel Drahtbruch) unterbrochen sein, so würde auch das Kontrollrelais keinen Strom erhalten, die Probebremsung würde infolge des offenen Kontaktes c2 zwar eintreten, sie kann aber nicht aufgehoben werden.
Eine weitere Verbesserung der Kontakt einrichtung des Absperrhahnes kann dadurch erzielt werden, dass der Kontakt hg,1h4 in der Endlage der Abschlussstellung des Hahnes offen ist. Hierdurch wird ein unnötiger Stromverbrauch bei abgeschalteter Zugbeein- flussungseinrichtung vermieden, wenn der Generator Spannung gibt.
Der Kontakt h'/h' wird dann so ausgebildet, dass er beim Um legen des Absperrhahnes aus der Abschluss- stellung, in der er offen ist, während der ersten Drehbewegung geschlossen wird und nach Schliessen der Kontakte h'/h4 und h\lh4 in der Betriebsstellung wieder geöffnet ist.
Bei der üblichen Verwendung eines Kontroll relais C, welches bei Erregung seinen Kon- takt c' schnell schliesst, besteht praktisch keine Gefahr, dass der Kontakt hslh' beim Umlegen des Absperrhahnes früher geöffnet wird, bevor Kontakt c' des Kontrollrelais ge schlossen ist; denn der Absperrhahn lässt sich bei den üblichen Bauformen nur ver hältnismässig schwer und daher langsam um legen.