CH162083A - Verfahren zur Herstellung weiss getrübter gebrannter Überzüge. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung weiss getrübter gebrannter Überzüge.

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CH162083A
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  Verfahren zur Herstellung weiss getrübter gebrannter Überzüge.    Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver  fahren zur Herstellung weissgetrübter ge  brannter     tiberzüge,    insbesondere Emails.  durch Gastrübung.  



  Die Erfindung beruht auf der Fest  stellung, dass zur Erzielung des Optimums  der     Trübung    und um Auskochen, Mattwerden  und Verfärbungen des Emails, letzteres durch  unvollständige Verbrennung des     Gastrübungs-          mittels,    zu verhindern, eine bestimmte, aber  für jeden Emailsatz verschiedene Menge Gas  in Gasblasen einer     bestimmten    Grössenord  nung vorhanden sein muss.  



  Die Erfindung besteht darin, dass man  für ein gegebenes Trübungsmittel die ge  wünschte Anzahl und Grösse der Gasblasen  durch Abänderung der Zahl und Grösse der  im     Emailschlicker    vorhandenen Primärteil  chen des     Adsorptionsmittels    und der von  einem Primärteilchen     adsorbierten    Menge  des Trübungsmittels herbeiführt.  



  Für ein gegebenes Trübungsmittel ist von  den     Adsorptionsmitteln    jenes zu     wählen,    das    das     Trübungsmittel    am festesten bindet. So  ermöglichen zum Beispiel schon die verschie  denen Tone je nach ihrer     Adsorptionsfähig-          keit    für ein bestimmtes     Trübungsmittel    eine  Auswahl für die Beeinflussung der Trübung.  



  Je grösser die     Adsorptionsfähigkeit    eines  gasabspaltenden Stoffes ist, um so geringer  ist die Menge, die zur     Hervorrufung    einer  Emailtrübung erforderlich ist, da im     wesent-          lieheri    nur die     adsorbierte    Menge in Wirk  samkeit tritt und so mit geringeren Mengen  eines     Trübungsmittels    das Auslangen gefun  den     wird.     



  Solche stark     adsorptionsfähige,    gasabspal  tende Stoffe, die schon in ganz     geringen     Mengen wirksam sind und daher auch am  billigsten sein können, haben daher auch den  Vorteil, dass ein     Randkochen    verhindert wird.  Denn die Ursache des     Kochens    an den Rän  dern scheint dadurch hervorgerufen zu wer  den, dass infolge dort eintretender Anreiche  rung, beziehungsweise der dort eintretenden  verstärkten     Adsorption    ein Auskochen statt-      findet, und zwar durch einen durch verstärkte  Gasentwicklung eintretenden Durchbruch  durch die Oberfläche des Emails.

   Wenn ein  schlecht oder weniger gut     adsorptionsfähiger     Stoff als Trübungsmittel benutzt wird, so  muss von diesem Stoff so viel verwendet wer  den, dass ein     Randkochen    unvermeidlich ist.  Ein solches     Randkochen    kann durch Verrin  gerung \der     Trübungsmittelmenge    verhindert  *erden, was aber zur Voraussetzung hat, dass  das Trübungsmittel bereits in so     geringen     Mengen trübt, dass das     Randkochen    nicht ein  tritt. Es sind daher jene Stoffe als Trü  bungsmittel am geeignetsten, in welchen die  Trübung schon mit so geringen Mengen her  vorgerufen wird, dass keinerlei     Randkochen     feststellbar ist.  



  Als     Trübungsmittel    sind sowohl orga  nische, als auch anorganische, als auch ge  mischt     organisch-anorganische    Stoffe ge  eignet.  



  Als     Adsorptionsmittel    können wirksam  sein, zum Beispiel Ton, Kaolin, an sich nicht  trübende, insbesondere kolloidale Stoffe, fer  ner auch solche wohl trübende Stoffe, die  aber in Mengen verwendet werden, in wel  chen sie für     Trübungen    nicht ausreichend  sind, wobei die     Adsorptionsfähigkeit    für das  Trübungsmittel auch noch durch Zusätze be  günstigt werden kann, die die     Adsorptions-          fähigkeit    steigern. Das günstigste     Adsorp-          tionsmittel    zu finden, ermöglicht ein einfacher  Versuch.  



  Die Zahl der als Trübungsmittel verwen  deten     Stoffe,    für welche das Email     bezw.     der     Emailschlicker    oder ein Bestandteil des  Emails     bezw.    des     Schlickers,    wie zum Bei  spiel der Ton,     Adsorptionsfähigkeit    besitzt,  ist sehr gross. Um festzustellen, welcher gas  abspaltende Körper bei einem gegebenen Ad  sorptionsmittel die grösste     Adsorption    besitzt,  bedarf es nur eines dahingehenden Versuches.

    Bei organischen Verbindungen scheint die       Adsorptionsfähigkeit        etwa    mit dem     Moleku-          largewicht    zuzunehmen, so     dass    Farb  stoffe und Verbindungen mit hohem Mole  kulargewicht, wie     etwa        Naphtol,    sich als be  sonders geeignet erweisen. So verhält sich die         Adsorption    von     Methylenblau    zu Ameisen  säure wie 100 : 1.  



  Die anzuwendenden Mengen des     Trübungs-.          nittels    und des     Adsorptionsmittels    hängen da  von ab, wie gross die     Adsorptionsfähigkeit     des     Adsorptionsmittels    ist. Je grösser die       Adsorptionsfähigkeit    des     Adsorptionsmittels     ist, um so geringer ist die anzuwendende  Menge des Trübungsmittels.  



  Bei einem gegebenen Trübungsmittel und  einem gegebenen     Adsorptionsmittel'    kann  durch Veränderung des gegenseitigen Ver  hältnisses von     Adsorptionsmittel    und     Adsorp-          tiv    die Trübung beeinflusst werden.

   So kann  durch eine Erhöhung der     Adsorptionsmittel-          menge    einerseits die Konzentration des Trü  bungsmittels im     Adsorbat    herabgesetzt wer  den und anderseits das Trübungsmittel über  eine grössere Masse im     Emailschlicker    und  dadurch gleichmässiger im     Emailschlicker     verteilt werden, was für die Trübung von be  sonderer Bedeutung ist, da durch die feine  und gleichmässige Verteilung des Trübungs  mittels im     Emailschlicker    die Grösse und die  Verteilung der Gasblasen bestimmt wird.

    Es erweisen sich solche     Adsorptionsmittel     und Trübungsmittel als besonders geeignet,  bei welchen die Konzentration des Trübungs  mittels in dem     Adsorptionsmittel    möglichst  herabgesetzt ist. Die     Gasblasengrösse    und so  mit die Trübung ist nämlich auch abhängig  von der Menge Gas, die von einem Primär  teilchen des     Adsorptionskomplexes    entwickelt  wird. Je geringer daher die an ein Primär  teilchen     adsorbierte    Menge des gasabspalten  den Körpers ist, desto kleiner werden die  Gasblasen.

   Je mehr     Adsorptionsmittel    des  gleichen     Zerteilungsgrades    man anwendet,  das heisst je mehr Primärteilchen man mit  dem Trübungsmittel belegt, desto mehr Gas  blasen werden entwickelt. Es ergibt sich dar  aus, dass eine Vermehrung des     Adsorptions-          mittels    im Verhältnis zur Menge des Trü  bungsmittels eine     Gasblasenverkleinerung,     eine Verminderung eine     Gasblasenvergrösse-          rung    ergibt.

   Ferner aber, dass eine absolute  Vermehrung des     Adsorptionsmittels    eine  Vermehrung der     Gasblasenzahl,    eine Ver-           minderung    des     Adsorptionsmittels    eine Ver  minderung der     Gasblasenzahl    zur Folge hat.

    Da nun diese beiden Grössen, die Gasblasen  grösse und die     Gasblasenanzahl    von     entschei-          3enden    Einfluss auf die Trübung sind, er  gibt es sich, dass man durch Variation der  Menge des     Adsorptionsmittels,    des Trübungs  mittels und des Verhältnisses derselben die  Einstellung zur Trübung auf eine gewisse  Intensität     bewirken    kann.  



       Die    zur     Adsorption    bestimmten Körper  (Trübungsmittel) können als solche verwen  det und dem     Emailschlicker    zugesetzt wer  den, oder aber sie können mit dem     Adsorp-          tionsmittel    gemeinsam, also an das     Adsorp-          tionsmittel        adsorbiert,    dem     Emailschlicker    zu  gesetzt werden.  



  Die Bildung der     Adsorptionsverbindung     vor dem Zusatz zur Emaille, das ist die  Verwendung des Trübungsmittels,     adsorbiert     an das     Adsorptionsmittel,    gegebenenfalls un  ter gleichzeitiger     Peptisation,    Koagulation,       Mahlung    oder andern Massnahmen zur Beein  flussung der Beschaffenheit des     Adsorptions-          mittels,    hat den Vorteil, dass die Bildung der       Adsorptionsverbindung    unabhängig von den  Vorgängen bei der Herstellung des Emails  vor sich gehen kann. Dies kann deswegen  von Bedeutung sein, weil zum Beispiel über  aus feines Mahlen des     Adsorptionsmittels    mit.

    dem     Adsorptiv    die     Adsorption    erhöht. Wenn  man den gleichen Effekt durch     Mahlung    auf  der Emailmühle erreichen wollte, so steht  einer solchen Arbeitsweise entgegen, dass zu  feines Mahlen auf der Mühle das Email schä  digt.  



  Die Bildung der     Adsorptionsverbindung     vor dem Zusatz zur Mühle ist unerlässlich,  wenn im Läufe des     Emaillierungsverfahrens     keine Gelegenheit zur     Adsorption    gegeben  ist, wie zum Beispiel bei Puderemails.  



  Wasserunlösliche Trübungsmittel,     bezw.     solche, die sich in     Wasesr    schwer     adsorbie-          ren    lassen, können für das Verfahren gemäss  der Erfindung dadurch geeignet gemacht wer  den, dass sie in einem     Lösungsmittel    gelöst  und so     adsorptionsfähig    gemacht werden.

    Dies bietet auch ein Mittel, um die Adsorp-         tion    sowohl wasserlöslicher, als auch wasser  unlöslicher     adsorptionsfähiger    Trübungsmit  tel zu begünstigen und für wasserunlösliche       Trübungsmittel    den weiteren Vorteil der  gleichmässigen Verteilung des Trübungsmit  tels in dem     Adsorptionsmittel.     



  Bei Auswahl stark     adsorptionsfähiger     Trübungsmittel, gegebenenfalls im Verein  mit     Peptisationsmittel,    kann schon mit zirka  <B>0,0170</B> des     Trübungsmittels    das Auslangen  gefunden werden.  



  Im     vornhinein    lassen sich keine bestimm  ten Werte festlegen; die .günstigsten Werte  lassen sich jedoch leicht auf empirischem  Wege ermitteln.  



  Die für die optimale Trübung erforder  liche Gasmenge kann sonach für jeden     zer-          setzlichen,    das heisst im     adsorbierten    Zu  stande bei der     Einbrenntemperatur        zersetz-          lichen    oder flüchtigen Stoff für jeden Email  satz empirisch bestimmt werden, und zwar  1. durch Variation des     Trübungsmittels,     je nach seiner     Adsorptionsfähigkeit,     2. durch Variation des     Adsorptionsmittels     je nach seiner     Adsorptionsfähigkeit,     3.

   durch Variation der Mengen des Trü  bungsmittels und des     Adsorptionsmittels    und  ihres gegenseitigen Verhältnisses.  



  Die Erfindung ermöglicht sonach einer  seits durch Auswahl des     Adsorptionsmittels     und Trübungsmittels in qualitativer Bezie  hung, anderseits durch Veränderung der  Mengenverhältnisse von     Adsorptionsmittel     und     Trübungsmittel,    ferner durch Verände  rung der absoluten Menge von     Adsorptions-          mittel    und Trübungsmittel die Trübung in  jeder gewünschten Weise zu beeinflussen.    <I>Beispiele:</I>  1. 1000     gr    Fritte,  500     gr    Wasser,  <B>0,15</B>     gr        Methylenblau,     60     gr    Ton.  



  2. 1000     gr        Fritte,     500     gr    Wasser,  1     gr    Salpeter,  60     gr    Ton.      3. 1000     gr    \ritte,  500     gr    Wasser,  10     gr    Ameisensäure,  60     gr    Ton.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung weiss getrübter gebrannter Überzüge, bei welchen die Trü bung durch Gasblasen hervorgerufen wird, dadurch gekennzeichnet, dass man für ein gegebenes Trübungsmittel die gewünschte Anzahl und Grösse der Gasblasen durch Ab änderung der Zahl und Grösse der im Email scUlicker vorhandenen Primärteilchen des Adsorptionsmittels und der von einem Pri märteilchen adsorbierten Menge des Trü bungsmittels herbeiführt. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des Ad sorptionsmittels klein gewählt wird, zum Zwecke eine kleine Anzahl von Gasblasen zu erzeugen. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des Ad sorptionsmittels gross gewählt wird, zum Zwecke, eine grosse Anzahl von Gasblasen zu erzeugen. $. 'Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass stark adsorbierende Adsorptionsmittel verwendet werden, zum Zwecke, die Trübungsmittelmenge klein zu halten. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass solche möglichst be ständige Adsorptionsverbindungen der gas trübenden Stoffe angewandt werden, deren Adsorption so fest und gross ist, dass mit möglichst kleinen Mengen der gastrüben den Stoffe die Trübung erzielt wird und Verfärbungen, Mattwerden und Rand kochen vermieden sind. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Trübungsmittel an das Adsorptionsmittel adsorbiert dem Email zugesetzt wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass wasserunlösliche Stoffe durch Lösung in einem andern Lö sungsmittel -adsorptionsfähig gemacht wer den.
    7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Trübungsmittel organische Farbstoffe verwendet werden.
CH162083D 1929-08-08 1930-06-02 Verfahren zur Herstellung weiss getrübter gebrannter Überzüge. CH162083A (de)

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