Abblendvorriehtung für Scheinwerfer. Abblendvorrichtungen, bei welchen durch Scheiben gebildete küvettenartige Glasgefässe zum Abblenden mit geeigneten gefärbten oder getrübten Flüssigkeiten gefüllt werden, sind bekannt. Die bekannten Einrichtungen, bei denen das Füllen durch Hochheben eines Vorratsgefässes, durch Einpumpen oder Ein pressen mittelst Luftdruckes oder in ähn licher Art erfolgt, erfordern eine umständ liche Einrichtung oder wirken auch sehr langsam, so dass sie sich nicht bewähren.
Die Erfindung betrifft nun eine Abblend- vorrichtung mit einem oder mehreren im Strahlengang angeordneten, von Glaswänden begrenzten und mit Abblendflüssigkeit zu füllenden Hohlräumen, und deren wesent liches Kennzeichen besteht darin, dass je die Füllung des Hohlraumes durch Drehen eines mit ihm in Verbindung stehenden Flüssig keitsvorratsbehälters erfolgt.
In der Zeichnung sind verschiedene Aus führungsformen des Erfindungsgegenstandes veranschaulicht, und zwar ist in den Fig. 1 und '2 eine Abblendvorrichtung im Längsschnitt und in Vorderansicht und teil weisem Querschnitt veranschaulicht; die Fig.3 und 4 zeigen eine mit mehreren Flüssigkeitsvorratsbehältern versehene Ab- blendvorrichtung im Längsschnitt und im teilweisen Querschnitt;
in Fig. 5 ist ein Längsschnitt einer ähnlich nach den Fig.3 und 4 ausgebildeten Ab- blendvorrichtung dargestellt; die Fig. 6 und 7 zeigen eine Abblendvorrich- tung im Längsschnitt im leeren und gefüll ten Zustand gleichzeitig als Strahlablenker wirkend;
die Fig. 8, 9 und 11 zeigen Abblendvorrich- tungen mit hintereinander angeordneten Flüssigkeitsvorratsbehältern; in Fig. 8 ist die Vorderscheibe des ersten Flüssigkeits- vorratsbehälters gestuft, während die eine Scheibe der beiden andern Flüssigkeitsvor- ratsbehälter gewölbt ist; in Fig. 9 ist eine Scheibe jedes Flüssigkeitsvorratsbehälters ge- stuft;
in Fig. 11 sind beide Scheiben jedes Flüssigkeitsvorratsbehälters gestuft; Fig.10 zeigt einen Flüssigkeitsvorrats behälter mit gestufter Vorderscheibe und eine hinter diesem Behälter angeordnete Stufenscheibe; in der Fig. 12 ist ein Ausführungsbeispiel einer. nach Art eines Schirmes in den Reflektor eingebauten Abblendvorrichtung veranschau licht.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 sind zwei, je nach Bedarf in bekannter Weise zur geeigneten Verteilung der Helligkeit auf der Aussenseite mit pas senden Rillen usw. versehene ebene Glas scheiben 1, 2 durch einen kreisrunden Rah men 3 zu einem wasserdichten Gefäss ver einigt, das mittelst des Lagerflansches 4 in dem mit dem Beleuchtungsapparat 5 fest verbundenen Lagerring 6 drehbar ist. Der die Glasscheiben zusammenfassende Rahmen 3 bildet gleichzeitig einen zur Aufnahme der Flüssigkeit dienenden Vorratsbehälter 7.
In der Zeichnung ist beispielsweise angenom men, dass der Rahmen 3 als kreisförmig ge bogenes, in sich geschlossenes Rohr aus gebildet und mit entsprechenden Nuten ver sehen ist, in denen die Glasplatten ein gedichtet sind, während der Behälter 7 durch die zwei entsprechend eingefügten Wan dungen S begrenzt wird. Durch passende, tunlichst lange und weite Schlitze 9 steht der Behälter 7 dauernd mit dem von den Glasplatten 1, 2 gebildeten Raum 1(1 in Ver bindung.
Eine durch den Schraubdeckel 10a verschliessbare Öffnung dient zum Füllen und Entleeren; durch Drehung .des Rahmens um 180 kommt der Behälter aus der vorher tiefsten in die höchste Stellung, so dass die Flüssigkeit, die schon während der Drehung in den Raum 10 überzuströmen begonnen hatte, in kürzester Zeit vollständig in diesen abgeflossen ist. Die Füllung erfolgt daher in einem Bruchteil der Zeit, die bei den bisher bekannt gewordenen derartigen Vorrichtun gen erforderlich war, was einen wesentlichen Fortschritt bedeutet.
Da der Raum 10 und der Behälter, einmal gefüllt, ständig ge schlossen bleiben, ist ein Verlust an Flüssig keit durch Verdunsten, Verspritzen oder Un- dichtheiten von Pumpenkolben oder Ver schraubungen oder dergleichen vollkommen ausgeschlossen; der konstruktive Aufbau und infolgedessen auch die Montage ist un gleich einfacher als bei bekannten Vorrich tungen.
Gegenüber den zahlreichen Störungs möglichkeiten, wie sie bei den eingangs be schriebenen, bekannt gewordenen Vorrich tungen wegen der Vielzahl der erforderlichen Einzelheiten, wie Kolbenabdichtungen, Ven tile, Hähne, Rohrverschraubungen, Schlauch leitungen oder dergleichen nur zu leicht ein treten können, sind hier auf ein Minimum beschränkt, verschiedene Vorteile, die einen erheblichen technischen Fortschritt bedeuten. Die Art :der Flüssigkeit richtet sich nach dem beabsichtigten Zwecke; so kann bei spielsweise eine ein diffuses oder gedämpftes Licht erzeugende oder wie bei Nebel, eine klare, aber beispielsweise gelb gefärbte Flüs sigkeit jeweils angewendet werden. Dies setzt bei der eben beschriebenen Ausführungsform voraus, dass die Flüssigkeit nach Bedarf ent leert und durch die andere, gerade zu ver wendende ersetzt wird.
Im Rahmen 3 köu- nen noch weitere Behälter 7', 7" (Fig. 3 und 4) angeordnet sein, und die Verbindungs öffnungen zwischen allen diesen Behältern können gegen den Raum 10 absperrbar ein gerichtet werden. Eine solche Ausführung ist in Fig. 3 angedeutet. Hier stellen wieder 1, 2 die Glasplatten vor, 3 den Rahmen, 7, 7' und 7" die einzelnen Behälter, 9 die Ver bindungsöffnungen, 11 die zum Absperren dienenden Hähne. Die Verbindungsöffnungen sind, da sie durch Hähne abgesperrt werden, nur als Bohrungen, nicht wie vorher als langgestreckte Schlitze ausführbar. Die Um füllung wird also hier, auch wenn mehrere Hähne angeordnet sind, etwas mehr Zeit be anspruchen.
Um der beim Abströmen der Flüssigkeit in den Raum 10 verdrängten Luft ein Überströmen nach dem Behälter 7, 7', 7" zu ermöglichen, sind für jeden solchen mindestens je zwei Hähne erforderlich. Bei der eben beschriebenen Vorrichtung kann der Raum 10 nacheinander mit ver schiedenen Flüssigkeiten gefüllt werden. Da. jedesmal ein kleiner Rest der vorher be nützten Flüssigkeit bei der nachfolgenden zurückbleibt, wird bei sehr häufigem Wech sel schliesslich eine vollkommene Mischung der verwendeten Flüssigkeiten eintreten. Dies kann vermieden werden, wenn statt zwei Scheiben, mehrere, beispielsweise drei oder vier, verwendet werden. Dadurch wer den zwei bezw. drei Räume 10, 10', 10", wie Fig. 5 zeigt, gebildet.
Jeder der (in gleicher Weise wie vorbeschrieben) im Rahmen 3 an geordneten Behälter 7, 7', 7" ist dann mit dem zugeordneten Raum 10, 10', 10" durch die ebenfalls wieder durch Hähne absperr- l:arenVerbindungsöffnungen verbunden; jede der drei verschiedenen Flüssigkeiten kann nach vorheriger Stellung der Hähne 11 be liebig verwendet werden, keine kommt mit der andern in Berührung.
Um schliesslich auch noch zwei oder eventuell auch drei ver schiedene Flüssigkeiten gleichzeitig verwen den zu können, ist es auch möglich, für jede Flüssigkeit getrennte Gefässe, wie sie in Fig. 1 dargestellt sind, in entsprechender Weise nebeneinander anzuordnen, deren jedes unabhängig vom andern drehbar eingerichtet ist.
Die Drehung der vorbeschriebenen Scheinwerfer kann in beliebiger Weise er folgen, entweder von Hand durch Umstellen des hierfür vorgesehenen Handgriffes 12 (Fig.1), oder durch eine Schnurrolle, die vom Führerstand aus in geeigneter Weise durch ein an einen Doppelhebel angeschlos senes Doppelseil in den zwei Drehrichtungen gedreht werden kann, oder endlich durch irgend einen geeigneten Mechanismus.
Mit der beschriebenen Ausführung kann lediglich eine Färbung bezw. Dämpfung des Lichtes erzielt werden. Der Erfindungs gedanke kann jedoch auch so ausgeführt werden, dass die Glasscheiben gegeneinander geneigt sind, so dass infolge der durch die Flüssigkeitsfüllung geänderten Brechungs verhältnisse der Strahlengang gleichzeitig mit der Lichtfilterwirkung beeinflusst wird. Gemäss dem in den Fig. 6 und 7 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die beiden gegen einander geneigten Scheiben 1, -2 durch den Rahmen 3 zu einem wasserdichten Gefäss vereinigt,
das mittelst seines Flansches 4 mit dem Beleuchtungsapparat .5 fest verbunden ist. Nach der Drehung des letzteren um <B>180'</B> ist das Gefäss gefüllt (Fig,. 7). Der hin durchtretende Lichtstrahl wird daher um den Winkel a abgelenkt. Entleert üben die Schei ben keine merkbar optische Wirkung aus, und der Lichtstrahl tritt auf .der Gegenseite unabgelenkt aus (Fig. 6).
Zwecks Verringerung der einzufüllenden Flüssigkeitsmenge können in weiterer Aus gestaltung der Erfindung, ohne die Wirkung zu ändern, an Stelle ebener geneigter Schei ben solche mit unterteilten, stufenartig an einandergereihten geneigten Teilflächen ver wendet werden, bei welcher Vorrichtung bei spielsweise die eine Scheibe gestuft, hingeben die andere Scheibe eben ist. Im gefüllten Zu stand wirken dann. die einzelnen Absätze wie ebenso viele Einzelprismen, deren Gesamt wirkung nach bekannten Gesetzen die gleiche ist, wie die eines ganzen Prismas, sofern bei beiden die brechenden Winkel gleich sind.
Auch bei dieser Vorrichtung ist die Mög lichkeit gegeben, mehrere solche Gefässe hin tereinander zu schalten, um verschiedene Flüssigkeiten nacheinander oder auch gleich zeitig zu verwenden.
Bei dem in Fig..8 dargestellten Ausfüh rungsbeispiel sind hinter dem mit einer vor- dern Stufenscheibe 18 und einer ebenen hin- tern Scheibe 2 versehenen Flüssigkeitsgefäss zwei weitere Flüssigkeitsgefässe angeordnet. Die vordern Scheiben 1 der letzteren sind eben, während die hintere Scheibe 19 des einen Gefässes nach auswärts, .die hintere Scheibe 20 des andern Gefässes hingegen nach einwärts gekrümmt ist. Ein solches Gefäss wirkt dann, gefüllt, wie eine Vollinse zerstreuend oder sammelnd, je nach der Lage der abschliessenden Scheiben.
Wird aus Gründen einer Vereinfachung der Apparatur die Prismenscheibe fest an- geordnet, so dass sie, einmal gefüllt, ständig ablenkend wirkt, so kann trotzdem ein pa rallel zur Fahrbahn ausstrahlender Licht kegel erzielt werden, wenn noch eine zweite Prismenscheibe verwendet wird, die in der Ruhestellung gefüllt, die Wirkung der ersten Prismenscheibe aufhebt und, um 180 ge dreht und damit entleert, die erste Prismen scheibe allein zur Wirkung kommen lässt. Diese Ausführung zeigt Fig. 9.
Hier erfährt beim Durchtritt durch die gefüllte Prismen doppelscheibe 1, 21 der Lichtstrahl eine Ab lenkung nach oben, beim Durchtritt durch die andere Prismendoppelscheibe '2, 1.8 eine solche um den gleichen Winkel nach unten. Der Lichtstrahl verlässt also den Beleuch tungsapparat unabgelenkt. Wie Fig. 10 zeigt, kann an Stelle der hintern Prismendoppel- scheibe auch eine aus Glas hergestellte Voll prismenscheibe 22 verwendet werden, die gegenüber der vordern Prismendoppelscheibe 2, 18 um 180 verdreht, eine doppelt so starke Ablenkung des Lichtstrahls bewirkt.
Bei dem in Fig. 11 dargestellten Ausfüh rungsbeispiel ist nicht nur die eine Scheibe jedes Flüssigkeitsgefässes gestuft, sondern auch dessen zweite Scheibe 23 ist gestuft und ferner gewölbt. Die Drehung der beschriebenen Beleuch tungsapparate kann in verschiedener Weise erfolgen. Da, wo es sich nicht um ständige Umstellungen handelt, wie zum Beispiel bei Einschaltung des Gelblichtes, kann zur Um stellung ein passender Handgriff 12 vor gesehen werden (Fig.6). Wenn aber die Umstellungen vom Führersitz aus erfolgen müssen, sind geeignete andere Vorrichtungen erforderlich.
Beispielsweise könnte die Dre hung durch Zugseile oder dergleichen be wirkt werden, die an passend angeordneten Doppelbebeln oder an einen von einem Sole noid bewegten Eisenkern bezw. an eine ähn liche andere geeignete elektromagnetische Einrichtung angeschlossen nach beiden Rich tungen hin eine Drehung der Scheiben er möglichen. Oder es können irgendwelche durch Druckluft oder einen Motor bewegte Mechanismen geeigneter Art angewendet werden.
An Stelle einer der vor dem Reflektor eingeschalteten, oben beschriebenen Vorrich tungen kann aber auch eine ebenso wirkende, zwischen Lichtquelle und Reflektor ein geschaltet werden.
In diesem Falle erhält der zur Aufnahme der Flüssigkeit dienende Hohlraum zum Bei spiel die Form einer die Lichtquelle um gebenden Glocke, die beiderseits offen ist, so dass die Lampe ohne Schwierigkeiten her ausgenommen werden kann. Eine solche Ein richtung ist in Fig.12 beispielsweise dar gestellt. Hierbei ist der Vorratsbehälter 15 mit der doppelwandigen Glocke 13 durch das Rohr 1.4 fest verbunden, und ausserdem ist noch das Luftleitungsröhrchen 16 eingefügt. Das Ganze ist in der Lagerbüchse 17 be festigt. Die doppelwandige Glocke umgibt die Lichtquelle nur soweit, dass@ alle zum Reflektor gelangenden Strahlen sie durch dringen und daher, wenn die Flüssigkeit den Hohlraum erfüllt, die Lichtqualität entspre chend geändert wird.
In welcher Weise die Abblendvorrich- tungen mit den Beleuchtungsapparaten ver bunden werden, richtet sich nach den jewei ligen Verhältnissen. In den Zeichnungen ist beispielsweise angenommen, dass beide Appa rate zu einem starren Ganzen vereinigt sind. Es kann aber auch die Abblendvorrichtung als besonderer, in sich geschlossener Apparat ausgeführt und in geeigneter. Weise vor dem Beleuchtungsapparat befestigt werden.