CH165782A - Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde.

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Bekleidungs-Industrie Deutsche
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Bekleidungs Ind G M B H Deutsc
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  Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur  Herstellung von     künstlichen    Gebilden wie  Fasern, Fäden, Bändchen und Filmen, aus  kolloidalen Lösungen fester organischer  Stoffe, wie     Zellulosederivaten        Eiweisskörpern          (Fibroin)    usw.  



  Es ist bereits bekannt,     feinst    verteilte  amorphe Stoffe, wie Pigmente, in Lösungen  der     obengenannten    Rohmaterialien zu ver  teilen, bevor man sie durch Düsen oder Spal  ten     auspresst,    um den Glanz der Gebilde     zii     vermindern. Auf diese Weise lässt sich bei  spielsweise eine Kunstseide erhalten, welche  in     bezug    auf     matten    Glanz der     N        aturseitle     nahe kommt.  



  Es ist weiter auch schon bekannt gewor  den,     Kiznstseidefäden,    welche nach dem       Trockenspinnverfahren    gewonnen werden,  in klebrigem Zustand mit fein verteilten  amorphen Stoffen in     Bex-ührung    zu bringen,       welche    an den Oberflächen der Fäden haften  bleiben. Durch Anwendung von Metallpul-         vern    oder     Luminiszenzstoffen    oder fein ver  teilten Faserstoffen lassen sich hierbei be  sondere, das Aussehen     beeinflussende        Effekte     erzielen.

   Wie ebenfalls bekannt ist, werden  beim     Nassspinnverfahren    unter Verwendung  besonderer mechanischer Hilfsmittel die fein  verteilten .Stoffe an den Gebilden befestigt,  zum Beispiel durch Walzen, nachdem die  Fäden .das Spinnbad verlassen haben und  noch klebrig sind oder     nachdem    die fertigen  Fäden nachträglich durch     Erweichungsmittel          wieder    klebrig gemacht worden sind.  



  Diese Verfahren sind nicht immer mit  Vorteil anwendbar.  



  Es wurde nun gefunden, dass man auf  anderem Wege ein Eindringen von fein ver  teilten Materialien in die Gebilde erzielen  kann.  



  Das Verfahren gemäss .der Erfindung zur  Herstellung künstlicher Gebilde aus einer  kolloidalen Lösung organischer Stoffe, bei  welchem die Gebilde durch Einwirkung eines      flüssigen     Fällungsmittels    auf die kolloidale  Lösung des festen organischen Stoffes ge  bildet werden, ist dadurch gekennzeichnet,  dass das flüssige     Fällungsmittel    unlösliche  Stoffe in feiner Verteilung enthält.  



  Überraschenderweise hat sich gezeigt..  dass der Spinnvorgang     bezw.    die Koagulation  und Fällung durch die     Zumischung        unlös-          licherStoffe    in feiner Verteilung zur Fäll  flüssigkeit in keiner Weise gestört wird.  



  Da zum Beispiel die Einzelfädchen im       Fällbade    ohne     besondere    Hilfsmittel zunächst  jedes für sich     insoliert    schwimmen, solange  sie in ein und derselben Richtung frei durch  die     Fällflüssigkeit    gezogen werden, ist es ge  mäss dem Verfahren der Erfindung möglich,  die fein verteilten Stoffe auf die gesamte  Oberfläche der Einzelfädchen aufzubringen.  Es gelingt .deshalb, grosse Mengen von     fein     verteilten Stoffen auf oder in die Fädchen  zu bringen und darin festzuhalten. Von be  sonderer Wichtigkeit ist dies für die Her  stellung von Stapelfaser, die bekanntlich  durch Zerschneiden und Zerteilen von Faser  bündeln     o-ewonnen    wird.  



  Als fein verteilte unlösliche Stoffe -des       Fällungsmitte'ls    kann man zum Beispiel     Kie-          selgur        (Infusorienerde),    feinstes Glaspulver,       Karborundumpulver,    gefällte Kieselsäure       und    Stoffe mit grosser     Oberflächenentwick-          lung,    (wie Bleicherden), .durch     Ansätzen    von  metallischem Aluminium gewonnene Ton  erde, Asbest,     feinverteilte    Metalle, unlösliche  Oxyde und Salze usw. verwenden.

   Auch or  ganische Stoffe, wie Paraffin,     01e,        Uisper-          gierte    Harze und Kunstharze usw. sind ver  wendbar. Besonders vorteilhaft ist die Ver  wendung von scharfkantigen Stoffen, wie       Infusorienerde,    sowie solcher, die     adsorbie-          rend    wirken oder durch die Gebilde     adsor-          bierbar    .sind.  



  Soweit die     Partikel    der oben genannten  Stoffe nicht an den Gebilden dauernd oder  vorübergehend haften     bleiben    oder in sie ein  dringen, beeinflussen sie dennoch deren       Oberfläche    und Gefüge, indem sie zum Bei  spiel .eine     schabende    und     rauhende    Wirkung       ausüben.       Welche von den im     vorigen    Absatz ge  nannten Wirkungen hauptsächlich     eintritt,     hängt unter anderem ab von .der Art, Grösse  und Form der Partikel,

   von der Art des zu  verformenden festen organischen Ausgangs  stoffes und dem Charakter seiner Lösung  (zum Beispiel bei Viskose unter anderem von  der     Konzentration    der Zellulose und des  Alkalis und dem Grad der Reife) und  schliesslich von der Art, Zusammensetzung  und Temperatur des     Fällungsmittels.    In  manchen Fällen ist es vorteilhaft, solche Be  dingungen zu wählen, bei denen die Gebilde,  zum Beispiel die Fasern, in schleimiger oder  teigiger Form ausgefällt werden,

   zum Bei  spiel durch Verwendung von     ungereifter    Vis  kose mit geringem Zellstoff und verhält  nismässig hohem     NTatrongehalt.    Durch Varia  tion der Zusammensetzung der Spinnlösung  oder des     Fällbades    und der     Fällbedingungen     lassen sich erhebliche Veränderungen der  Beschaffenheit der Endprodukte, zum Bei  spiel eine hochprozentige Aufnahme von       Rauhstoff    durch die Faser und (oder) erheb  liche Veränderungen .der Oberfläche (insbe  sondere     Rauhung)    erzielen.  



  Man kann die Wirkung der fein verteilten  Stoffe im     Fällungsmittel    verstärken, wenn  man in dem     Fällmittel        ,Stoffe    löst, die be  wirken, dass die im     Fällmittel    verteilten  Stoffe besser in Suspension gehalten werden  (zum Beispiel durch     Zumischung    sulfonierter  Öle). In der Spinnlösung kann man schon  vor dem     ,Spinnen    Stoffe auflösen, die das An  haften der     dispergzerten    Stoffe fördern (wie  zum Beispiel     3=Oxytrimethylen-1,2-sulfid).     Auch andere Kleb- oder Bindemittel sind ver  wendbar.  



       Erfindungsgemäss    hergestellte künstliche  Gebilde weisen in vielen Fällen ein Aussehen       bezw.    einen Griff auf, der sie und die daraus  hergestellten Produkte, wie Gewebe oder  Wirkwaren besonders gefällig macht. Ferner  zeichnen sich zum Beispiel erfindungsgemäss  hergestellte     Kunstfäden    und daraus herge  stellte Stapelfaser durch eine     leichte        Ver-          arbeitbarkeit    aus, zum Beispiel durch eine  hohe Spinnfähigkeit oder     .durch    ein sehr gün-           i        t   <B>1</B>     ges        Verh,

          alten        in        Web.        bezw.        Strickwaren.     



  <B>Ob</B> der erst- oder der zweitgenannte Effekt  oder     i,eide    zugleich zutage treten, oder noch       andere    zu diesen hinzukommen, hängt, wie oben       rwähnt.    zum Teil von der Natur und Zusam  mensetzung .der als Ausgangsprodukt     ver-          wendeten    kolloidalen Lösung eines     organi-          .,cheii    Stoffe, sowie von Natur und     Zusam-          mensetzun-    des     Fällbades,

      zum Teil von der       tVahl    des Spinnverfahrens     (stagnierendes     oder     strömendes        Fällbad)    und nicht zum ge  ringsten Teil von der Menge und der Natur  der     verwendeten,    fein verteilten     Substa,n-          ,en    ab.  



  Die unlöslichen, fein     verteilten    Stoffe  werden zweckmässig nicht nur in dem Fäll  bad,     sondern    auch in der kolloidalen Lösung       dcss    organischen Stoffes suspendiert.  



  Die Erfindung sei anhand der     folgenden          .@usführungsbeispiele    erläutert:       Beispiel   <I>I:</I>  5 bis 20 % (bezogen auf das     Fällbad)    fein  verteilter     Infusorienerde    oder eines andern       scharfkantigen    Stoffes oder einer Mischung  von Stoffen werden mit einem     Fällbad    für  Viskose gemischt. Die Viskose, welche auf       verschiedene    Arten bereitet sein kann, wird  in     das    die Suspension enthaltende     Fällbad    in  Form eines Fadenbündels eingesponnen. Die  gefällten Fäden können in üblicher Weise  fertiggestellt werden.  



  In ähnlicher Weise lassen sieh auch       Bändchen,    oder flache     (lebilde,    wie Filme er  zengen.    <I>Beispiel 11:</I>    Das Verfahren wird analog wie Beispiel I       -eführt    mit dem Unterschied, dass an  <B>,</B> ausen  Stelle von Viskose eine     Kupferogydammo-          niakzelluloselösung    angewendet wird, und  die     Fällflüssigkeit    entweder aus Wasser oder  aus     Ä.tza.lkalilauge    und darin fein verteilter       Infusorienerde    oder einer andern scharfkan  tigen, feinverteilten Substanz     besteht.     



       Beispiel        III:     Es wird in analoger Weise wie beim Bei  spiel<B>1</B> verfahren, aber mit dem Unterschied,    dass an Stelle von Viskose eine     Löstuig    von  Nitrozellulose oder     Acetylzellulose    in einem  flüchtigen Lösungsmittel angewendet wird.  Als     Fällbad    wird eine Dispersion von     Infu-          soi@ienerde    oder einem andern     scharfkantigen     feinverteilten Stoff in     W@@cer    oder einer  wässerigen Salzlösung verwendet.  



  <I>Beispiel</I>     IV:     In eine     Viskoselösung    oder in     eine    Lösung  von -Zellulose in     Kupferogydammoniak    oder  in eine Lösung von Nitrozellulose oder     Ace-          tylzellulose    in     einem    flüchtigen Lösungs  mittel werden 0,5 bis 10 %     einer    fein ver  teilten     Infusorienerde    eingerührt oder einge  knetet. Die auf diese Weise erhaltene homo  gene Suspension wird in ein     Fällbad    einge  sponnen, welches fein     verteilte    Substanzen  der beschriebenen Art in Dispersion enthält.  



       Die        Fällbäder    nach Beispiel I bis IV kön  nen auch Stoffe (zum Beispiel     sulfonierte          Fette    oder Fettsäuren) enthalten, welche die  Suspension beständiger machen; ferner kann  man solche Stoffe, welche die Klebrigkeit der  Gebilde erhöhen, zum Beispiel Glyzerin  sulfide, wie     ä-Ogytrimethylen-1.2-sulfid,    der  Spinnlösung     zumischen.     



  Zwecks Erzielung von Hohlräumen in  den     Endprodukten    des Erfindungsgemässen  Verfahrens kann zum Beispiel Luft oder ein  anderes Gas oder     eine    gasbildende Substanz       zum    Beispiel Soda. einverleibt werden. Ferner  können der Viskose auch mattierende Sub  stanzen, zum Beispiel Paraffinöle, zugesetzt  werden.  



  Bei -den Arbeitsweisen nach den Beispie  len I bis IV     können    gefärbte oder farbige  fein verteilte Substanzen, zum Beispiel Zellu  lose, zerkleinerte Seide, Kunstseide usw., zum  Beispiel in Mengen bis zu 5 % in feingemah  lenem Zustand in das     Fällbad    eingetragen  werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von künst lichen Gebilden aus einer kolloidalen Lösung eines festen organischen Stoffes, bei welchem die Gebilde durch Einwirkung eines flüssigen Fällungsmittels auf die Lösung des festen organischen Stoffes gebildet werden, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige Fällungs- mittel unlösliche Stoffe in feiner Verteilung enthält. UNTERANSPRüCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Fällungsmittel 'adsorbierende Stoffe in Pulverform suspen diert enthält. 2-. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Fällungsmittel Infusorienerde dispergiert enthält. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Fällungsmittel einen Stabilisator, um die Dispersion der feinverteilten unlöslichen Stoffe zu unter stützen, enthält. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnlösung, um das Haften der dispergiertenSubstanzen an den Gebilden zu unterstützen, klebende Stoffe enthält. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, ,dass im Fällungsmittel und in der Spinn lösung die unlöslichen Stoffe in feiner Verteilung enthalten sind.
CH165782D 1931-02-10 1932-02-08 Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde. CH165782A (de)

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