HOIzimprägnier-1'erfahren durch Osmose, sowohl an lebenden Bäumen, wie auch an saftfrischen gefällten Hölzern. Den Gegenstand der vorliegenden Erfin dung bildet ein neues Imprägnierverfahren von hölzern, die noch den Baumsaft besit zen, ganz gleich, ob die Hölzer noch als Bäume auf den Wurzeln stehen oder ob sie gefällt sind.
Der Fortschritt gegenüber den bisher be kannten Imprägnierverfahren, die beispiels weise in Imprägnierkesseln mit Druck und Vakuum, oder in Bassins durch Einlagerung, die Hölzer gegen Fäulnis imprägnieren, be steht darin, dass keinerlei maschinelle oder bauliche Einrichtungen, oder wie zum Bei spiel heim Boucherieverfahren, Hochbehälter lind Rohrleitungen oder dergleichen mehr erforderlich sind, sondern dass nur eine ein fache Manipulation genügt, um die Bäume, Baumstämme oder die Hölzer gegen Fäulnis zu imprägnieren.
Das den Erfindungsgegenstand bildende Verfahren, bei dem die Imprägnierung durch Osmose an lebenden Bäumen, sowie an saft frischen, gefällten Hölzern erfolgt, ist da- durch gekennzeichnet, dass den Baumstäm men nach mindestens teilweiser- Entfernung der Rinde wasserlösliche Imprägniermittel zugeführt werden.
Der physikalische Vorgang erklärt sich folgendermassen: Befindet sich die Lösung irgendeines Stoffes mit einer solchen von anderer Kon zentration in Berührung, so äussert sich ein Bestreben des gelösten Stoffes, seine Kon zentration über das ganze System auszuglei chen. Dieses physikalische Gesetz wird zum Imprägnieren von .Bäumen, Baumstäm men und saftfrischen Hölzern beispielsweise folgendermassen nutzbar gemacht:
Am lebenden Baum wird zum Beispiel in der Nähe des Bodens in erreichbarer Höhe die Rinde entfernt und an Stelle derselben ein Imprägniersalzgemisch aufgeschmiert. Die Folge davon ist, dass diese Impräg niermittel infolge des Bestrebens des Kon zentrationsausgleiches radial in das Stamm innere einwandern, um alsdann wiederum teils .durch Osmose und teils durch den auf steigenden Baumsaft bis zum Wipfel getra gen werden,
wobei sich die Imprägniermit- tel von den natürlichen Saftaufstiegbahnen wiederum durch Osmose und Diffusion ra dial verbreiten und mithin den ganzen Quer- schnittdes Stammes so weit mit Imprägnier mittel beschicken, als im lebenden Stamm Feuchtigkeit vorhanden ist. Der lebende Stamm wird nach einiger Zeit absterben und kann alsdann zu jeder gewünschten Zeit geschlagen werden.
Die praktischen Versuche haben ergeben, dass es zweckmässig ist, wenn etwa 1 m über dem Boden, und zwar auf eine Länge von 0.4 bis 1,20 m, die Rinde entfernt wird und sofort nach Entfernen derselben und eventuell auch des Bastes, dieser blossgelegte Teil des Baumes mit einer breiartigen Masse wasser löslicher Imprägniersalze belegt bezw. ein gehüllt wird. Diese Hülle aus mykociden Salzen, je nach der Grösse des Baumes und der erforderlichen Imprägniermenge, kann beliebig .stark gewählt werden, das heisst, man kann mehr oder weniger Imprägnier mittel auflegen, gerade so viel, als zur Im prägnierung, bezw. zur Sicherung des Hol zes erforderlich ist.
Die Stärke der auf gebrachten Hülle schwankt etwa zwischen 1 und 7 mm.
Soll die Imprägnierung forciert werden, dann wird man tunlichst eine weitere Stelle oberhalb des Baumes entrinden und eine zweite oder eine dritte Imprägnierhülle her umlegen. Zweckmässig werden die Impräg- izierhüllen, da es sich immerhin um giftige Salze handelt, zum Schutze mit einer was serundurchlässigen, festen Bandage gama- schenartig umwickelt, so dass von den Salz gemischen nichts mehr zu sehen ist.
Die Umhüllung hat noch den Zweck, zum Bei spiel bei Regenwetter das frühzeitige Ab laufen der Salze zu verhindern und ferner noch .die Bestimmung, dass zum Beispiel .das Wild nicht die Imprägnierhülle abfressen, oder ablecken kann.
Als Imprägniermittel können alle bisher auf den Markt gebrachten, bekannten myko- eiden Salzgemische Verwendung finden. Man kann diese mykociden Gemische, um sie gut haftend und sämig zu gestalten, noch mit einem Zusatz von Kieselgur, Leimen und Glyzerin versehen.
Ein ganz offensichtlicher Vorteil besteht. darin, dass zum Beispiel -die nach diesem Verfahren imprägnierten Bäume bezw. Höl zer niemals der sogenannten Lagerfäule aus gesetzt sind und auch ruhig im Walde län gere Zeit in der Rinde liegen bleiben kön nen, ohne dass sie von .der Fäulnis befallen werden.
Es ist bekannt, .dass das geschlagene Holz, wenn es in der Rinde trocknet., keine Trockenrisse bekommt. Da nunmehr das am lebenden Stamm imprägnierte Holz, ohne befürchten zu müssen, dass es der Fäulnis ausgesetzt ist, entweder auf der Wurzel -ste hend, oder am Boden liegend, austrocknen kann, .so wird man für .die Folge stets riss freies Holz .durch dieses Verfahren erzielen können, was von weittragendster Bedeu tung ist.
Das vorbeschriebene Verfahren kann sinngemäss auch bei saftfrischen, frisch ge schlagenen Hölzern angewandt werden.
Wenn zum Beispiel diese mastförmigen Hölzer noch saftfrisch sind, können sie im entrindeten oder auch fertig im vorschrifts mässig geschnitzten Zustand mit einem mehr oder weniger dicken Anstrich aus myko- ciden, kristalloiden Stoffen umgeben werden und die Lösungsmittel aufnehmen, welche alsdann tief in das Holzinnere eindringen.
Unter Ausnutzung der physikalischen Eigenschaft der Osmose wurden durch vor liegendes Verfahren Eindringtiefen von Im prägnierstoffen festgestellt und nachgewie sen, die weder von der früheren Trogimpräg- nierung, als auch von der bisherigen mecha nischen. oder maschinellen Kesselimprägnie rung erreicht wurden.
Diese Imprägnierung wird praktisch bei spielsweise folgendermassen ausgeübt: Die frisch gefällten Baumstämme wer den direkt nach der Fällung in der erforder lichen Länge geschnitten und entrindet und alsdann sofort mit einem kristalloiden, mehr oder weniger breiigen Imprägnierstoff um hüllt (angestrichen). Diesem breiigen kri- stalloiden Imprägnierstoff sind entspre chende Mittel zugegeben, die denselben kleb bar gestalten, damit er recht gut am Baum stamm haften bleibt.
Die so behandelten Baumstämme werden nunmehr dicht aneinander und übereinander gelagert und mit Dachpappe, Strohmatten, wasserdichtem Papier oder dergleichen ab gedeckt, damit das Regenwetter den myko- ciden Anstrich nicht frühzeitig, bevor er in das Holz eingewandert ist, abwaschen kann.
Der so nach vorstehender Methode im prägnierte Leitungsmast kann in der Boden zone noch dadurch verstärkt werden, dass an dieser Stelle der Aufstrich etwas dicker ge staltet wird, welcher, damit er nicht abblät- tert, mit einer wasserdichten Bandage um wickelt wird.
Die Stämme bleiben zwei bis drei Monate so liegen. In dieser Zeit sind die aufgetra genen mykociden Stoffe fast restlos von dem im Holz befindlichen Baumsaft gelöst und in das Holz eingedrungen. Die Hölzer werden alsdann aufgedeckt und langsam t rocknen gelassen.
Dieses Verfahren hat gegenüber den bis her bestehenden Verfahren noch den Vorteil, dass hierbei der Imprägniervorgang unab hängig von jeder maschinellen oder mecha nischen Einrichtung stattfindet und das Holz da, wo es gerade lagert oder bearbeitet wird, imprägniert werden kann.
Ein weiterer Vorteil des Verfahrens be steht noch darin, dass schon die primitivste Ausübung Erfolge bringt, wobei die Impräg nierarbeit vom osmotischen Druck geleistet wird.
Wie nun eine einfache Überlegung zeigt. ist das Holz in der Zeit des Austrocknen immerhin mehrere Monate (etwa fünf bi neun Monate), je nach der Schlagzeit und Witterung, der Benutzung entzogen. und daher ist es ein weiterer Vorteil, dass gerade in dieser Zeit des Austrocknens die Impräg- nierung besorgt werden kann. Ein weiterer grosser Vorteil besteht; fer ner darin, dass das Holz niemals nach dem Schlagen infiziert werden kann und auch hier, wie bei der Imprägnierung an leben den Bäumen, eine Lagerfäule gar nicht auf kommen kann.