CH165906A - Holzimprägnier-Verfahren durch Osmose, sowohl an lebenden Bäumen, wie auch an saftfrischen gefällten Hölzern. - Google Patents

Holzimprägnier-Verfahren durch Osmose, sowohl an lebenden Bäumen, wie auch an saftfrischen gefällten Hölzern.

Info

Publication number
CH165906A
CH165906A CH165906DA CH165906A CH 165906 A CH165906 A CH 165906A CH 165906D A CH165906D A CH 165906DA CH 165906 A CH165906 A CH 165906A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
wood
impregnation
tree
impregnation process
osmosis
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Schmittutz Karl
Gieseking Ernst Ing Dr
Original Assignee
Schmittutz Karl
Gieseking Ernst Ing Dr
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Schmittutz Karl, Gieseking Ernst Ing Dr filed Critical Schmittutz Karl
Publication of CH165906A publication Critical patent/CH165906A/de

Links

Landscapes

  • Chemical And Physical Treatments For Wood And The Like (AREA)

Description


      HOIzimprägnier-1'erfahren    durch Osmose, sowohl an lebenden Bäumen,  wie auch an saftfrischen gefällten Hölzern.    Den Gegenstand der vorliegenden Erfin  dung bildet ein neues Imprägnierverfahren  von     hölzern,    die noch den Baumsaft besit  zen, ganz gleich, ob die Hölzer noch als  Bäume auf den Wurzeln stehen oder ob sie  gefällt sind.  



  Der Fortschritt gegenüber den bisher be  kannten Imprägnierverfahren, die beispiels  weise in     Imprägnierkesseln    mit Druck und  Vakuum, oder in Bassins durch Einlagerung,  die Hölzer gegen Fäulnis imprägnieren, be  steht darin, dass keinerlei maschinelle oder       bauliche    Einrichtungen, oder wie zum Bei  spiel     heim        Boucherieverfahren,    Hochbehälter       lind        Rohrleitungen    oder dergleichen mehr  erforderlich sind, sondern dass nur eine ein  fache Manipulation genügt, um die Bäume,  Baumstämme oder die Hölzer gegen Fäulnis  zu imprägnieren.  



  Das den Erfindungsgegenstand bildende  Verfahren, bei dem die Imprägnierung durch  Osmose an lebenden Bäumen, sowie an saft  frischen, gefällten Hölzern erfolgt, ist da-    durch gekennzeichnet, dass den Baumstäm  men nach mindestens     teilweiser-    Entfernung  der Rinde wasserlösliche Imprägniermittel  zugeführt werden.  



  Der physikalische Vorgang erklärt sich  folgendermassen:  Befindet sich die Lösung irgendeines  Stoffes mit einer solchen von anderer Kon  zentration in Berührung, so äussert sich ein  Bestreben des gelösten Stoffes, seine Kon  zentration über das ganze System auszuglei  chen. Dieses physikalische Gesetz wird  zum Imprägnieren von     .Bäumen,    Baumstäm  men und saftfrischen Hölzern beispielsweise  folgendermassen nutzbar gemacht:

    Am lebenden Baum wird zum Beispiel  in der Nähe des Bodens in erreichbarer Höhe  die Rinde entfernt und an Stelle derselben  ein     Imprägniersalzgemisch        aufgeschmiert.     Die Folge davon ist, dass diese Impräg  niermittel infolge des Bestrebens des Kon  zentrationsausgleiches radial in das Stamm  innere einwandern, um alsdann wiederum      teils .durch Osmose und teils durch den auf  steigenden Baumsaft bis zum Wipfel getra  gen werden,

   wobei sich die     Imprägniermit-          tel    von den     natürlichen        Saftaufstiegbahnen     wiederum durch Osmose und Diffusion ra  dial verbreiten und mithin den ganzen     Quer-          schnittdes    Stammes so weit mit Imprägnier  mittel beschicken, als im lebenden Stamm  Feuchtigkeit vorhanden ist. Der lebende  Stamm wird nach einiger Zeit absterben  und kann alsdann zu jeder gewünschten Zeit  geschlagen werden.  



  Die praktischen Versuche haben ergeben,       dass    es zweckmässig ist, wenn etwa 1 m über  dem Boden, und zwar auf eine Länge von  0.4 bis 1,20 m, die Rinde entfernt wird und  sofort nach Entfernen derselben und eventuell  auch des Bastes, dieser blossgelegte Teil des  Baumes mit einer     breiartigen    Masse wasser  löslicher Imprägniersalze belegt     bezw.    ein  gehüllt wird. Diese Hülle aus     mykociden     Salzen, je nach der Grösse des Baumes und  der erforderlichen Imprägniermenge, kann  beliebig .stark gewählt werden, das heisst,  man kann mehr oder weniger Imprägnier  mittel auflegen, gerade so viel, als zur Im  prägnierung,     bezw.    zur Sicherung des Hol  zes erforderlich ist.

   Die Stärke der auf  gebrachten Hülle schwankt etwa zwischen 1  und 7 mm.  



  Soll die Imprägnierung forciert werden,  dann wird man tunlichst eine weitere Stelle  oberhalb des Baumes entrinden und eine       zweite    oder eine dritte Imprägnierhülle her  umlegen. Zweckmässig     werden    die     Impräg-          izierhüllen,    da es sich immerhin um giftige  Salze handelt, zum Schutze mit einer was  serundurchlässigen, festen Bandage     gama-          schenartig    umwickelt, so dass von den Salz  gemischen nichts mehr zu sehen ist.

   Die  Umhüllung hat noch den Zweck, zum Bei  spiel bei     Regenwetter    das frühzeitige Ab  laufen der Salze zu verhindern und ferner  noch .die     Bestimmung,    dass zum Beispiel .das  Wild nicht die Imprägnierhülle abfressen,  oder ablecken kann.  



  Als Imprägniermittel können alle bisher  auf den Markt gebrachten, bekannten myko-         eiden    Salzgemische Verwendung finden. Man  kann diese     mykociden    Gemische, um sie gut  haftend und sämig zu gestalten, noch mit  einem Zusatz von     Kieselgur,    Leimen und  Glyzerin versehen.  



  Ein ganz offensichtlicher Vorteil     besteht.          darin,    dass zum Beispiel -die nach diesem  Verfahren imprägnierten Bäume     bezw.    Höl  zer niemals der sogenannten Lagerfäule aus  gesetzt sind und auch ruhig im Walde län  gere     Zeit    in der Rinde liegen bleiben kön  nen, ohne dass sie von .der Fäulnis befallen  werden.  



  Es ist bekannt,     .dass    das geschlagene  Holz, wenn es in der Rinde trocknet., keine  Trockenrisse bekommt. Da nunmehr das am  lebenden Stamm imprägnierte Holz, ohne  befürchten zu müssen, dass es der Fäulnis  ausgesetzt ist, entweder auf der     Wurzel    -ste  hend, oder am Boden liegend, austrocknen  kann, .so wird man für .die     Folge    stets riss  freies Holz .durch dieses Verfahren erzielen  können, was von     weittragendster    Bedeu  tung ist.  



  Das     vorbeschriebene    Verfahren kann       sinngemäss    auch bei saftfrischen, frisch ge  schlagenen Hölzern angewandt werden.  



  Wenn zum Beispiel diese mastförmigen  Hölzer noch saftfrisch sind, können sie im  entrindeten oder auch fertig im vorschrifts  mässig geschnitzten Zustand     mit    einem mehr  oder weniger dicken Anstrich aus     myko-          ciden,        kristalloiden    Stoffen umgeben werden  und die Lösungsmittel     aufnehmen,    welche  alsdann tief in das Holzinnere eindringen.  



  Unter Ausnutzung der physikalischen  Eigenschaft der Osmose wurden durch vor  liegendes Verfahren     Eindringtiefen    von Im  prägnierstoffen festgestellt und nachgewie  sen, die weder von der früheren     Trogimpräg-          nierung,    als auch von der bisherigen mecha  nischen. oder maschinellen Kesselimprägnie  rung erreicht wurden.  



  Diese Imprägnierung wird praktisch bei  spielsweise folgendermassen ausgeübt:  Die frisch gefällten Baumstämme wer  den direkt nach der Fällung in der erforder  lichen Länge geschnitten und entrindet und      alsdann sofort mit einem     kristalloiden,    mehr  oder weniger breiigen Imprägnierstoff um  hüllt (angestrichen). Diesem breiigen     kri-          stalloiden    Imprägnierstoff sind entspre  chende Mittel zugegeben, die denselben kleb  bar gestalten, damit er recht gut am Baum  stamm haften bleibt.  



  Die so behandelten Baumstämme werden  nunmehr dicht aneinander und übereinander  gelagert und mit Dachpappe,     Strohmatten,     wasserdichtem Papier oder dergleichen ab  gedeckt, damit das Regenwetter den     myko-          ciden    Anstrich nicht frühzeitig, bevor er in  das Holz eingewandert ist, abwaschen kann.  



  Der so nach vorstehender Methode im  prägnierte Leitungsmast kann in der Boden  zone noch dadurch verstärkt werden, dass an       dieser    Stelle der Aufstrich etwas dicker ge  staltet wird, welcher, damit er nicht     abblät-          tert,    mit einer wasserdichten Bandage um  wickelt wird.  



  Die Stämme bleiben zwei bis drei Monate  so liegen. In dieser Zeit sind die aufgetra  genen     mykociden    Stoffe fast restlos von  dem im Holz befindlichen Baumsaft gelöst  und in das Holz eingedrungen. Die Hölzer  werden alsdann aufgedeckt und langsam  t     rocknen    gelassen.  



  Dieses Verfahren hat gegenüber den bis  her     bestehenden    Verfahren noch den Vorteil,  dass hierbei der Imprägniervorgang unab  hängig von jeder maschinellen oder mecha  nischen Einrichtung stattfindet und das  Holz da, wo es gerade lagert oder bearbeitet  wird, imprägniert werden kann.  



  Ein     weiterer    Vorteil des Verfahrens be  steht noch darin, dass schon die primitivste       Ausübung    Erfolge bringt, wobei die Impräg  nierarbeit vom     osmotischen    Druck geleistet  wird.  



  Wie nun eine einfache Überlegung zeigt.  ist das Holz in der     Zeit    des Austrocknen  immerhin mehrere Monate (etwa fünf bi  neun Monate), je nach der Schlagzeit und  Witterung, der Benutzung entzogen. und  daher ist es ein weiterer     Vorteil,    dass gerade  in dieser Zeit des     Austrocknens    die     Impräg-          nierung    besorgt werden kann.    Ein weiterer grosser Vorteil     besteht;    fer  ner darin, dass das Holz niemals nach dem  Schlagen infiziert werden kann und auch  hier, wie bei der Imprägnierung an leben  den Bäumen, eine Lagerfäule gar nicht auf  kommen kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Holzimprägnierverfahren durch Osmose, wowahl an lebenden Bäumen, wie auch an saftfrischen gefällten Hölzern, dadurch ge kennzeichnet, dass den Baumstämmen nach mindestens teilweiser Entfernung der Rinde wasserlösliche Imprägniermittel zugefübrt werden.
    UNTERANSPRüCHE 1. Holzimprägnierverfahren nach Patentan spruch, .dadurch gekennzeichnet, da.ss der .etwa 1 m über dem Boden, und zwar auf einer Länge von etwa 0,4 m bis 1,20 m blossgelegte Teil des lebenden Baumes von der breiartigen Imprägniermasse durch den osmotischen Druck unter Zuhilfe nahme des natürlichen Saftauftriebes im prägniert wird, wobei die Imprägniermit tel durch Wickel gegen Abwaschung und gegen mechanische Beschädigung ge schützt werden.
    2. Holzimprägnierverfahren nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass die frisch geschlagenen, noch saftfi4schen, vollständig entrindeten Holzstämme mit einem mykociden Imprägniermittel an gestrichen werden, dass infolge des Kon zentrationsgefälles, nachdem es vorher vom Baumsaft gelöst wird, vermöge des osmotischen Druckes, in das Holzinnere einwandert. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Imprägnierstoff Mittel zugege ben werden, die denselben klebbar gestal ten, damit er recht gut am Baumstamm haften bleibt.
CH165906D 1932-07-25 1932-11-09 Holzimprägnier-Verfahren durch Osmose, sowohl an lebenden Bäumen, wie auch an saftfrischen gefällten Hölzern. CH165906A (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE165906X 1932-07-25

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH165906A true CH165906A (de) 1933-12-15

Family

ID=5685557

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH165906D CH165906A (de) 1932-07-25 1932-11-09 Holzimprägnier-Verfahren durch Osmose, sowohl an lebenden Bäumen, wie auch an saftfrischen gefällten Hölzern.

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH165906A (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
Kumar et al. Bamboo preservation techniques: a review
US2109508A (en) Process for preserving standing poles
Findlay The nature and durability of wood
US2012975A (en) Method of impregnating wood
CH165906A (de) Holzimprägnier-Verfahren durch Osmose, sowohl an lebenden Bäumen, wie auch an saftfrischen gefällten Hölzern.
DE2263029A1 (de) Verfahren zum trocknen und veredeln von nutzholz
DE840149C (de) Verfahren zum Impraegnieren von Holzstaemmen
AT142431B (de) Verfahren zum Tränken von Holz durch Osmose.
DE1492511C3 (de) Verfahren zum Trocknen von mit einer Lösung von konservierenden Stoffen imprägniertem Holz
DE967394C (de) Vorrichtung zum Impraegnieren von Holz
DE803374C (de) Verfahren zum Impraegnieren von Holz
DE654737C (de) Verfahren zum Haltbarmachen von Holz
DE898800C (de) Verfahren zum Impraegnieren von Holz zum Schutz gegen Faeulnis und Insektenzerstoerung
DEP0004724DA (de) Verfahren zum Imprägnieren von Holzstämmen.
DE731740C (de) Verfahren zum Impraegnieren von in der Erde stehenden Hoelzern
AT214702B (de) Verfahren und Mittel zur Behandlung von Baumwunden
DE950966C (de) Verfahren zur Bekaempfung des Verstockens von saftfrischen Laubhoelzern, insbesondere von Rotbuchenstammholz
DEF0015579MA (de)
CH306276A (de) Verfahren zum Imprägnieren von Holz.
DE2419758A1 (de) Verfahren zum impraegnieren von holz
PL21485B1 (pl) Sposób nasycania drzew na pniu lub swiezo scietych.
CH275526A (de) Verfahren zum Imprägnieren von Holz gegen Fäulnis und tierische Schädlinge durch Osmose.
George Protection of log cabins, rustic work, and unseasoned wood from injurious insects
DE589161C (de) Verfahren zum Behandeln eines Baumes
Von Schrenk Recent progress in timber preservation