Möbelkörper für Rundmöbel (Schränke, Büffets, Kredenzen oder dergleichen). Die Erfindung bezieht sich auf einen Möbelkörper für Rundmöbel (Schränke, Büf fets, Kredenzen oder dergleichen) unter Ver wendung von Sperrholzplatten und bezweckt, die in neuen Techniken gegebenen Möglich keiten auszunutzen, um die Herstellung des Möbelkörpers unter ausserordentlicher Er sparnis an Material, Gewicht und Arbeits kosten zu ermöglichen, verglichen mit den heute hergestellten Möbelkörpern, welche selbst bei maschineller Herstellung noch ganz in der alten handwerklichen Überliefe rung hergestellt werden.
Die Herstellung von Möbeln erfolgt seit Urzeiten aus geschnittenen Brettern, die mas siv oder furniert verwendet werden. Beim Schneiden von Brettern entsteht .schon ein Schnittverlust von etwa<B>30%</B> durch .die Stärke der Sägeblätter. Weiter fallen Säum linge beim Eckigschneiden der Bretter weg, so dass aus dem Stamm etwa 50/'o im Durch schnitt fertige Bretter erreicht werden. Bei der Bearbeitung der Bretter geht natürlich wieder eine Menge Material verloren durch Hobeln und Beschneiden und Bestossen.
Es sind Möbelkörper bekannt, bei denen Sperrholzplatten verwendet wurden. Man hat zum Beispiel ebene Sperrholzplatten auf die vier Seiten eines obern und eines untern rechteckigen, aus vier geraden Leisten zu sammengefügten Rahmens aufgeschraubt.
Man hat auch schon für Rundmöbel Sperrholzplatten verwendet. Es wurde hier bei zunächst ein vollkommenes@Gerüst aus ge raden, senkrechten Stäben und quer zu diesen liegenden, ebenen Formplatten mit gekrümm tem Aussenrand gebildet, und es wurden die Sperrholzplatten an die gekrümmten Aussen ränder .der Formplatten herangedrückt und" an ihnen durch Verleimung oder mit Hilfe sonstiger Befestigungsmittel befestigt.
Dicke Sperrholzplatten, etwa in der Stärke, wie sie beim massiven Holz üblich sind, sind nicht nur kostspielig, sondern er fordern auch ausserordentlich grosse Kräfte zum Herandrücken an die gekrümmten Aussenränder der Formplatten und zum Fest halten in dieser ihnen aufgezwungenen Lage. Sie behalten dauernd das Bestreben, sich los zureissen, insbesondere wenn die Befestigung nur durch. Anleimen erfolgt ist. Werden dünne Sperrholzplatten verwendet, so wölben sie sich nachträglich zwischen den Formplat ten nach innen durch, so dass das Gerüst auch an der Aussenfläche des; Möbelkörpers er kennbar wird.
Die Herstellung derartiger Rundmöbel war auch verhältnismässig teuer.
= Es sind daher derartig hergestellte Rund möbel verhältnismässig wenig hergestellt wor den. Es werden noch heute die hyöbelkörper fast ausschliesslich nach der alten, oben ge schilderten Technik hergestellt.
Gemäss' der Erfindung werden für die Rundmöbel vor ihrer Befestigung gekrümmte Sperrholzplatten verwendet, die zum Bei spiel aus: den Furnieren in ebener Fläche zn- s.ammengeleimt wurden, sich dann von selbst. aus der ebenen Fläche in die für den betref fenden Möbelkörper erforderliche gekrümmte Fläche gebogen haben, daher bestrebt sind. diese gekrümmte Form beizubehalten, und .die in dieser gekrümmten Form zum Bei spiel vermittelst Möbelrahmen an den Böden befestigt werden.
Für die gemäss der Erfindung hergestell ten Möbel sind nur etwa ein Drittel des f ür bisherige Möbel ähnlicher Art erforderlichen Materials und etwa nur die Hälfte .der Arbeitslöhne erforderlich. Das Gewicht der neuen Möbel beträgt nur einen Bruchteil des Gewichtes bisheriger Möbel. Sie können so gebaut werden, .dass sie leicht auseinander genommen werden können. Sie erfordern dann zur Verpackung nur wenig Raum. In folge des geringen Gewichtes sind auch die Frachtkosten und Zollkosten entsprechend gering, da die meisten Zölle nach Gewicht berechnet werden.
Die Erfindung ermöglicht, trotz der Ver ringerung der Herstellungskosten dem Möbel körper durch die abgerundeten Formen und die gewölbten Aussenflächen ein sehr gefäl liges Aussehen zu geben, während bei der alten Herstellungsweise die Abrundung der Formen immer mit einer beträchtlichen Er höhung der Herstellungskosten verbunden war.
Die Erfindung ist in der Zeichnung bei spielsweise dargestellt.
In Fig. 1 ist ein Schrank mit dreiflüge- liger Tür im Aufriss gezeichnet; Fig. 2 ist ein Grundriss des Schrankes bei geöffneten Türen; Fig. 3 ist ein Schnitt nach 3-3, der Fig. 1;
Fig. 4 ist ein in grösserem Ma.ssstabe ge zeichneter Querschnitt .des Schrankes nach 4-4 der Fig. 2; in Fig. 5 zeigt eine Tür im Grundriss in noch grösserem Massstabe gezeichnet; Fig. 6 ist ein Schnitt nach 6-6 der Fig. > in noch grösserem Massstabe gezeichnet; in Fig. 7 und in Fig. 8 ist eine nach der gleichen Bauart gebaute Kredenz in kleine rem Massstabe dargestellt.
Bei dem in den Fig. 1 bis 6 dargestellten Ausführungsbeispiele wird der Möbelkörper in folgender Weise gebildet: Es werden zwei geschlossene, ringför mige, hölzerne Rahmen verwendet, deren Umriss der Grundfläche des Möbelkörp:@rs entspricht. Jeder der beiden Rahmen ist alis einer bügelförmig gebogenen, hölzernen, zweckmässig buchenen Leiste a und einer zwischen den freien Enden .der Leiste a ein gesetzten und mit ihr fest verbundenen Leiste b hergestellt.
Der eine Rahmen<I>a, b,</I> auf welchen eine Dickte c von zum Beispiel 8 mm geleimt wird, dient als obere Decke des Möbelkörpers, der andere Rahmen a, b, auf welchen eine Dickte d von zum Beispiel 10 bis, 12 mm geleimt wird, dient als unterer Boden des Möbelkörpers.
An die gekrümm- ten, Seiten der beiden Rahmen a, b werden die beiden aus vorher zylindrisch gebogenen Sperrholzplatten bestehenden Seitenwände e, und an die hintere Seite,der beiden Rahmen wird die Rückwand f geleimt, und zwar ehe die Böden c und<I>d</I> auf die Rahmen<I>a, b</I> auf geleimt oder -geschraubt werden, weil auf diese Weise die Verbindung von Rahmen und Furnierplatten am einfachsten durch Leim und Anpressen an den Rahmen mit'Zwingvn hergestellt werden kann.
Die vordern Kan ten der beiden Seitenwände e erhalten 1-et- stä rkungsleis.ten (Lisenen) g. Die Seiten wände e können zu Sperrholzplatten herge- -;
t ellt "verden aus ! bis 8 nim Dickten, quer lind senlrreclit, verleimten Furnieren verschie- dener Stärken, je nachdem, was für Kurven erzielt werden sollen.
Die Sperrholzplatten #,cerden aus den Mirnieren zunächst in ebenen Flächen zu sammengeleimt. Je nach der Zusammenstel- lung der Furniere krümmen sich die Platten nach einer Seite und ziehen sich von selbst zu flachen Kurven bis zu geschlossenen kreisrunden, wie eine Röhre, zusammen.
Es ist derselbe Vorgang, wie wenn, man auf einen Pappdeckel nur einseitig ein Blatt Pa pier aufleimt. Nach dem Trocknen wölbt sich der Pappdeckel in Muldenform. Han kann auch zweimal drei Furniere zu schwa chen Sperrplatten verleimen, und zwar ge- radfläcliig, weil man dann bequem das Putzen. und Schleifen der Flächen vornehmen kann.
Darauf werden die zwei 3 inm schwa- chen: Diekten zu einer Diekte, clie dann aus sechs Furnieren besteht, über einer Form oder durch Zugkraft des Furniers zu einer gebogenen Form zusammengelegt.
Es können auch der obere und -der untere Rahmen fortgelassen und die vorher gebo@@e- nen Seitenwände, sowie die Rüehwa.nd un mittelbar mit dem obern und dem untern Boden mittelst Schraubenbolzen verbunden -erden. Hierbei können die Seitenwände und die Rückwand mittelst der Sehrauben bolzen zwischen den etwas überstehenden Böden festgeklemmt werden. ()der es können die Böden mittelst der Schraubenbolzen zwi schen den nach oben und unten etwas vor stehenden Wänden (Seitenwänden und Rück- wand) festgeklemmt werden.
Die an dem obern und dem entern Boden befestigten gekrümmten Seitenwände geben dem Möbelkörper eine vollkommene Steifig- keit, ohne da.ss ein besondere,. Gerüst verwen det wird. Die zu einem selchen Möbelkörper gehöri gen Türen müssen natürlich der Wölbung des Möbelkörpers entsprechend gewölbt sein. Es können in üblicher Weise um Scharniere drehbare Türen verwendet werden, oder die Türen können rolladenartig oder als - in nere oder äussere - Schiebetüren oder als Schwenktüren ausgebildet sein.
Die Ausbil dung der Türen als Schiebetüren bietet inso fern eine gewisse Schwierigkeit, als der Krümmunggdurchmesser der Wölbung der vordern Wandung des Möbelkörpers an den verschiedenen Stellen, und sogar innerhalb der Türbreite, verschieden ist, und weil da für gesorgt sein muss, dass die Tür in. der Schliesslage gut abdichtet.
Bei,dem in .den Fig. 1 bis: 6 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Tür als äussere Schiebetür ausgebildet und besteht aus drei seitlich verschiebbaren Platten, zwei äussein Türplatten 1z und einer innern Türplatte i. Jede Türplatte (Fig. 2 und 5) besteht aus einem hölzernen Rahmen mit zwei seitlichen Leisten h,, einer untern Leiste <I>1,
</I> einer obern Leiste ni und einem äussern Sperrplatten belag n. Die Höhe der Tür ist etwas grösser als die Höhe des Möbelkörpers. Die untere Leiste 1 und die obere Leiste in sind nach innen: beträchtlich verbreitert und sind ge führt an den, beziehungsweise liegen auf den senkrechten Schenkeln von Winkelschienen o auf, welche auf der Oberfläche und der Un terfläche des Schrankes befestigt sind. Unter der obern Leiste m und auf der untern Leiste 1 sind an iedem Ende zwei Stifte oder Rol len p befestigt (Fig. 5 und 6), welche den senkrechten Schenkel des.
Winkeleisens o um fassen und dadurch die Tür führen.
Es wird so ein praktisch staubdichter Abschluss gebildet. Dadurch, dass die Tür platte oben und unten nur in ;;e zwei Punk ten geführt wird, wird ermöglicht, dass, die Schiene o auf ihrer ganzen Länge nicht die gleiche Krümmung zu haben braucht, son dern etwa parallel zum Umriss des Schrankes geformt sein kann. Für je eine Türplatte ist nur eine einzige obere Schiene o und eine ent sprechende untere Schiene o erforderlich.
Der in den gewölbten Türplatten auf der Innen seite des Sperrholzbelages n liegende ge wölbte Hohlraum kann bei Kleider- und Wäscheschränken durch Anbringen von Hosen- und Schlipsleitern, Blusenschnüren und bei Büffets zur Anbringung des Ess- besteckes ausgenutzt werden.
Die einzelnen Türflügel können auch die vierte Seite eines Gelenkviereckes bilden, wo bei<I>die</I> Endpunkte der festen Seite des Ge- lenkviereckes durch je zwei in der obern Platte und der untern Platte befestigte Ge- lenkzapfen gebildet werden, während die bei den andern Seiten des Gelenkviereckes durch Hebel gebildet werden,
welche an einem Ende um die beiden genannten Gelenkpunkte schwenkbar und am andern Ende mit der Türplatte gelenkig verbunden sind.
Bei der in Fig. 7 und 8 dargestellten Kredenz ist der Möbelkörper in gleicher Weise gebildet. Die Schubkästen q sind als Schwingkästen ausgebildet, welche an der Lisene g sehwenkbar gelagert sind.
Die Befestigung der vorher gekrümmten Sperrholzplatten an dem obern und an dem untern. Rahmen und ebenso die Befestigung ,der Rückwand und der beiden Böden kann auch statt durch Festleimen durch Fest schrauben mittelst Schraubenbolzen erfolgen.