Verfahren zum Behandeln von Kaffeebohnen. Es ist bekannt, rohe Kaffeebohnen zum Abbau gewisser geschmacksabträglicher Stoffe in der Bohne mit Wasserdampf, gegebenen falls unter Zusatz gewisser chemischer Agen zien, z. B. Ozon, zu behandeln. Es hat sich jedoch gezeigt, dass bei derart behandelten Rohkaffeebohnen die Durchführung des Röst- vorganges erschwert ist, und zwar insofern, als die Röstung der Kaffeebohnen keine gleichmässige wird. Die Bohne muss hierbei, um ein einigermassen gleichmässiges Aussehen zu erhalten, sehr weit durchgeröstet werden, so dass sie eine dunklere Farbe annimmt.
Selbst bei dieser weitgehenden Röstung ist es nicht möglich, alle Bohnen gleichmässig dunkel durchzurösten, sondern die Bohnen fallen verschieden im Aussehen aus, und die einzelnen Bohnen weiser), abgesehen von den Verschiedenheiten untereinander, auch noch dunklere Stellen, Flecken und dergleichen auf, die zeigen, dass der Röstvorgang durch die Bohnen nicht gleichmässig fortgeschritten ist.
Hinzu kommt, dass, wenn sogenannter ungewaschener Kaffee der Vorbehandlung durch Wasserdampf und chemische Agenzien zurGeschmacksverbesserung unterzogen wird, die an den Bohnen haftenden Bohnenhäut chen sich fest an die Bohnen ankleben und dann vor dein Röstprozess nur schwer voll kommen entfernt werden können.
Es wurde nun festgestellt, dass alle diese Nachteile beim Rösten von mit Wasserdampf behandelten rohen Kaffeebohnen vermieden werden können, und eine Durchführung des Röstprozesses bis zu jedem Färbungsgrad der Bohnen nach der Wasserdampfbehandlung gleichmässig möglich ist, wenn man gemäss dem Verfahren der Erfindung die Kaffee bohnen vorn der Wasserdampfbehandlung bis zu einem gelben bis hellbraunen Farbton röstet, so dass das in der Bohne enthaltene natürliche Wasser abdestilliert wird.
Erfah rungsgemäss genügt für diese Vorröstung je nach der Kaffeesorte eine Zeitdauer von etwa 20-50 /o der im normalen Röstprozess sonst erforderlichen Zeit.
Diese Vorbehandlung der rohen Kaffee bohnen durch einen Vorröstprozess hat, wie Versuche ergaben, also eine doppelte tech nische Wirkung: einmal darin bestehend, dass die sonst bei der Röstung von mit Wasser dampf behandelten Kaffeebohnen auftretende ungleichmässige Färbung der Kaffeebohne (Fleckenbildung und Bildung dunkler Stellen) vermieden wird, und dann den Vorteil, dass der Röstvorgang nicht wie bisher, bis zur möglichsten Dunkelfärbung der Bohne durch geführt werden muss, sondern schon bei einem geringeren, durch hellere Färbung der Bohne angezeigtem Röstgrade nach Wunsch unter brochen werden kann.
Durch die gleichmässigere Durchröstung wird auch eine Geschmacksverbesserung des Kaffees gegenüber den nach dem alten Ver fahren ungleichmässig durchgerösteten Kaffee bohnen erzielt.
Die Vorröstung kann zweckmässig in den üblichen Rösttrommeln durch unmittelbare Beheizung derselben durchgeführt werden.
Vorteilhaft ist es, die Wasserdampfbo- handlung in solcher Weise auszuführen, dass die auf den Kaffee einwirkenden Wasser dämpfe fortlaufend abdestilliert werden, so dass die vorgerösteten Kaffeebohnen nur mit Dampf und nicht mit Wasser in Berührung kommen. Nach dieser Behandlung mit strö mendem Wasserdampf kann alsdann fertig geröstet werden.
Es sind bekanntlich im Röstkaffee ver schiedene Stoffe enthalten, die zu dessen Aroma nicht erforderlich sind, hingegen auf den menschlichen Organismus schädliche Wir kungen ausüben. Solche Stoffe sind Furan- Derivate (Furfur-Alkohol, Furfurol u. a.), Phenole, organische Amine und Pyridin- Derivate, sowie organische Säuren, z. B. Valeriansäure.
Bekanntlich bildet sich das wirklich feine Aroma des Kaffees erst im letzten Stadium des Röstprozesses, während sich obgenannte Stoffe schon bedeutend früher durch Zerset zung von Pentosanen, Eiweissstoffen und Gerbsäure bilden.
Dadurch, dass man die der Vorröstung unterzogenen Kaffeebohnen im Anschluss an diese Vorröstung mit strömen dem Wasserdampf behandelt, kann erreicht werden, dass die obengenannten, schon bei der Vorröstung sich bildenden geschmacksabträg lichen und gesundheitsschädlichen Stoffe, welche sonst aus den Bohnen nicht entfernt werden, durch den Wasserdampf restlos aus der Bohne ausgetrieben werden, während die erst im allerletzten Stadium der Röstung (also bei der Fertigröstung) entstehenden wertvollen Öle vollständig erhalten bleiben.
Auch die Wasserdampfdestillation (zwischen Vorröstung und Fertigröstung) kann unter gleichzeitiger Mit- oder Einwirkung von an deren geeigneten Mitteln, z. B. Ogydantien und auch Säuren, z. B. Essigsäure, erfolgen.
Weitere Vorteile, die so behandelter Kaffee wie Versuche ergaben, zeigt, sind seine ausserordentlich lange Haltbarkeit und der Wegfall des bei gewöhnlich geröstetem Kaffee meist auftretenden Schwitzens.