CH172357A - Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd durch Destillation von Lösungen, welche beim Erhitzen Wasserstoffsuperoxyd liefern. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd durch Destillation von Lösungen, welche beim Erhitzen Wasserstoffsuperoxyd liefern.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd durch Destillation -von Lösungen, welche beiin Erhitzen WasserstoffNuperoxyd liefern. Vorliegende Erfindung betrifft die Ge winnung von Wasserstoffsuperoxyd durch De stillation von Lösungen, welche beim Er- bitzen Wasserstoffsuperoxyd liefern, z. B. Überschwefelsäure- oder Persulfatlösungen.
Bisher wurde Wasserstoffsuperoxyd aus Lösungen durch Destillation dadurch gewon- neu, dass man solche Lösungen entweder über heisse Flächen, die über die Destillations- temperatur erhitzt waren, fliessen liess, oder dass man sie durch erhitzte Rohre schichte oder über innen mit Dampf geheizte Rohre laufen liess.
Die hiezu verwendeten Apparate und Apparatteile waren teils aus Porzellan, teils aus SteiDgUt, Quarzglas oder Glas, oder aber ans Blei oder Bleilegierungen hergestellt. Auch wurde schon vorgeschlagen, hiezu Tau tal, Zinn oder Aluminium zu verwenden.
Apparate aber, welche ans Steingut oder aus den vorgenannten Metallen gefertigt sind, eignen sich nur dann, wenn gesorgt wird, dass die Lösung mit sehr grosser Geschwin- digkeitdurchdieseVorrichtungenfliessenkann. Andernfalls finden leicht Zersetzungen statt, wodurch die Destillationsausbeute erheblich sinkt.
Damit nun aber bei dieser hohen Durch- flussgeschwindigkeit eine Erhitzung der Flüs sigkeit über die Destillationstemperatur <I>mög-</I> lich wird, ist es nötig, sehr hohe oder sehr lange Apparatteile bezw. Röhren zu verwen den, wodurch die Vorrichtung teuer, unüber sichtlich und für die Reinigung und Reparatur umständlich wird. Es werden nämlich Röhren von Einzellängen bis<B>50</B> Meter und mehr für diesen Zweck verwendet, um zur Destillations- temperatur zu gelangen.
Es wurde nun gefunden, dass man den selben Zweck auch durch -Verwendung von kurzen Rohren von<B>1 - 3</B> Meter oder von klein gehaltenen Apparaten erzielen kann, wenn man nach dem vorliegenden Verfahren arbeitet.
In der Zeichnung sind zwei Beispiele von Destillationsvorrichtungen zur Ausführung des Verfahrens geinäss vorliegender Erfindung im vertikalen Schnitt schematisch dargestellt. Gleichzeitig werden im folgenden beispie18- weise Ausführungsformen des Verfahrens be schrieben.
In Fig. <B>1</B> ist die eine der beiden Vorrich tungen veranschaulicht.
In den Behälter<B>5</B> wird durch den Rohr stutzen<B>8</B> Dampf eingelassen (etwa von<B>3</B> Atmosphären). Die zu destillierende Flüssig keit tritt aus dem Behälter<B>1</B> in das Rohr 2, und zwar durch Ansaugung mittelst Vakuum. Die Flüssigkeit verlässt das Mantelrohr<B>3</B> durch das Rohr<B>6</B> und tritt dann in den Kolben<B>9,</B> aber bereits als Gas mit einer kleinen Menge unverdampfter Flüssigkeit (Rückstandsäure), die in dem Auffanggefäss<B>16</B> gesammelt wird. Der reine Dampf (ohne Flüssigkeit) wird durch das Rohr<B>11</B> abgeführt, und zwar zu einer Kondenseinrichtung.
Die Heizdampfaus- nützung bezw. Wärmeausnützung bei dieser Destillationsvorrichtung ist eine äusserst gün stige und sehr vollkommene, da der Heiz- dampf nicht wie bei ähnlichen Vorrichtunge.n von aussen auf das Destillationsrohr wirkt, sondern im Innern des Rohres.
Der Zwischenraum zwischen dem Rohre<B>3</B> und<B>5</B> soll sehr enge sein und nur wenige Millimeter betragen.
Die zu destillierende Flüssigkeit ist dabei- genötigt, mit grosser Geschwindigkeit (wegen des engen Querschnittes) durch die Vorrich tung zu fliessen. Es kann dabei- dieselbe auch aus Metall (wie Blei, Bleilegierungen, Zinn und ähnliche Metalle) bestehei i, ohne dass Zer- setzungen eintreten, da die Berührung der Flüssigkeit mit dem Metall bei der hohen Durchflussgeschwindigkeit nur eine sehr kurz dauernde ist.
Um überdies das Metall sicherer und für lange Zeit unangreifbar zu machen, kann das selbe negativ aufgeladen werden, wodurch eine Schutzschicht von gasförmigem Wasser stoff als Film im Innern der Vorrichtung ent steht. Unter den Bleilegierungen für die An fertigung der Vorrichtung hat sich eine' Le gierung, bestehend aus Blei mit einem kleinen Zusatze von Tellur, als besonders widerstands fähig gegen den Angriff der Lösung erwiesen.
Wider alles Erwarten wird die obenge- nannte Sebutzschiehte aus Wasserstoff von der strömenden Flüssigkeit nicht weggetragen, weil sich eben immer wieder sofort eine neue Schichte bei der Berührung der Flüssigkeit mit der Metallwand bildet. Das Auffangge <B>fäss 16</B> mit der Rückstandsäure bezw. Mutter lauge<B>15</B> ist gekühlt.
Die zweite Ausführungsform einer Destil- lationsvorrielitung veranschaulicht Fig. 2. Das Verfahren arbeitet hier mit 2 Vorrats gefässen und 2 Destillationsvorrichtungen ge mäss Fig. <B>1.</B>
Mittelst der Destillationsvorrichtung 23 wird die Lösung verdampft, und strömt der Dampf in die Glocke<B>39,</B> in der die Trennung des Dampfes von der anhaftenden (mitgeris senen) Säure stattfindet. Die Säure fliesst unten durch das Rohr 40 ab. Der Dampf geht durch das Robi- 41 zu den evaeuierten Kondensatoren.
Zur besseren Ausnützung des Heizdampfeg steht noch eine zweite Destillationsvorrich- tung 22 durch die Rohre<B>35,</B> 42 mit der ersteren in Verbindung. In diese streicht der Dampf von dem Behälter 21 zum Behälter 20, er wärmt dort die zu destillierende Flüssigkeit aus dem Vorratsbehälter<B>25,</B> aus dem sie durch das Vakuum in die Glocke<B>33</B> gesatigt wird. Hier begegnet sie dein strömenden Dampf der Lösung aus Vorratsgefäss<B>28</B> und wird dabei gleichfalls in Dampf und, Rückstandsäure übergeführt.
Letztere gelangt mit dem Dampf zerstäubt in die Glocke<B>39.</B> Hier sondert sieh der Dampf von der mitgerissenen Säure, die nach unten fliesst und strömt zu den Kon densatoren.
Der Heizdampf wird demnach hier zwei mal ausgenützt. Auch hier können die Destil- lationsvorrichtungen, sofern sie aus Metall bestehen, negativ aufgeladen werden. Die Anode 44 besteht aus Platindraht oder der gleichen. Die Aufladung ei-folgt z. B. mit<B>8</B> Volt.
Es ist vorteilhaft, beide Glocken aus Glas oder Steingut und nicht aus Metall zu ver- fertigen. Einü äussere Erhitzung der beiden Glocken ist nicht erforderlich.
Die Destillationsvorrichtung kann stehend, liegend oder zur Horizontalen geneigt ausge führt sein. Auch kann die zu destillierende Flüssigkeit statt von unten, auch von oben durch die Vorrichtung gesaugt werden. Die Vorrichtungen<B>3, 5,</B> Fig. <B>1,</B> bezw. 22 und 23, Fig. 2, können auch doppelsehenklig, also V- oder U-förmig, ausgeführt sein. Schliesslich können sie auch Schlangenforai erhalten.
Die Innenräume der Behälter<B>5,</B> 20 und 21 können auch durch eine elektrische Wider standsspirale, statt durch Dampf, geheizt z71 werden. Die Vorzüge der oben beschriebenen<B>Ar-</B> beitsweisen undVorrichtungen hiezu sind kurz folgende: <B>1.</B> Die Destillation gelingt mit sehr hohen Ausbeuten bis 95"/o und darüber, selbst bei Verwendung von Bleimetall für den Verdamp fer<B>3, 5</B> bezw. 22,<B>23,</B> obgleich lange Rohre vollkommen vermieden werden.
2. Die Wärmeausnützung ist eine vorzüg liche, da die Heizung ini 1nnern des doppel wandigen Erhitzers er-folgt und niebt von aussen.
<B>3.</B> Es können mit den Vorrichtungen auch nicht katalysatorfreie Lösungen erfolgreich behandelt werden.
4. Verbürgt insbesondere die Kombination gemäss Fig. 2, bei welcher durch eine Düse ein Teil der Lösung zum Verdampfen gebracht wird, wobei ein anderer Teil der Lösung init- verdampft wird, bei sparsamstem Heizwärme- verbrauch> ein(, hohe Ausbeute.
Claims (1)
- PATENTANSPRüCIIE: L Verfahren zur Gewinnung von Wasser stoffsuperoxyd durch Destillation von Lö sungen, welche beim Erhitzen Wasserstoff superoxyd liefern, in geheizten Rohren, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssig keit durch den sehr enge gehaltenen Raum zwischen zwei ineinander geschobenen Rohren rasch durchgeleitet wird. II. Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Paientanspruch I, gekenn zeichnet durch mindestens einen Verdampfer <B>(3, 5,</B> 20, 22 und 21,<B>23)</B> ans säureiestem hietall, der zwei ineinander geschobene Rohre, zwischen denen ein sehr enger Raum freibleibt, aufweist.UNTERANSPRüCEE: <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zerstäubung und Verdampfung der Wasserstoffstiperoxyd liefernden Lösung durch eine gleiche oder ähnlich zusammengesetzte Lösung, die vor her überhitzt wurde, erfolgt. 2. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Verdampfer <B>(3, 5;</B> 20, 22, und 21,<B>23)</B> aus einer Legie rung au-, Blei mit einem kleinen Zusatze von Tellur bestehen.<B>3.</B> Vorrichtung nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallteile zum Schutze gegen katalytische Einwirkung auf die Ausgangsstoffe oder das gebildete Wasserstoffsuperoxyd negativ aufgeladen sind.
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