CH173861A - Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Kohlensäureeis. - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Kohlensäureeis.

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CH173861A
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Octrooi-Maatschapp Europeesche
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Midden Europ Octrooi Mij Nv
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  Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von     Kohlensäureeis.       Es ist bekannt,     Kohlensäureeis    dadurch  herzustellen, dass man aus flüssiger Kohlen  säure Schnee     bezw.    Kristalle in einem Raum  bildet, in welchem zugleich die Verdichtung  zu Eis vorgenommen werden kann. Bei dieser  Art der Eiserzeugung haben sich bisher zwei  Verfahren herausgebildet, bei welchen die  Kristalle auf verschiedene Weise     erzeugt    wer  den.

   Während beim einen dieser beiden Ver  fahren die Bildung der Kristalle durch  Drosselung der flüssigen Kohlensäure     (Joule          Thomson    Effekt) erreicht wird, erfolgt beim  andern Verfahren die Kristallbildung durch  Verdampfen der in eine Presse eingefüllten  flüssigen Kohlensäure mit Abführung des  Dampfes von der freien     Oferfläche    nach oben.  In Verbindung mit einer Presse haben beide  Verfahren verschiedene Nachteile, welche  beim Verfahren gemäss Erfindung restlos       beseitigt    sind.  



  a) Nachteile bei der Bildung der Kri  stalle in einem     Presszylinder    durch Drosse  lung: Die Leistungsfähigkeit ist gering, weil    bei der Expansion die leichten Schneeflocken       durcheinandergewirbelt    und durch die ab  ziehenden Drosseldämpfe mitgerissen wer  den. Daher entstehen Verstopfungen der       Auslassöffnungen.    Der Kraftverbrauch so  wohl für die Verdichtung der Drosseldämpfe,  als auch für die Betätigung der Presse ist  verhältnismässig gross. Zur Verdichtung des  Schnees sind hohe     Pressdrücke    erforderlich.  Der Zeitaufwand für die     Verdichtung    des  Schnees durch die Presse allein ist ebenfalls  relativ gross.  



  b) Nachteile bei Bildung der Kristalle  durch Verdampfung: Die Füllung des     Press-          zylinders    mit Flüssigkeit von einer Span  nung oberhalb des     Tripelpunktes        bedingt     einen sehr grossen Hub der Presse, weil bei  der Verdampfung der Flüssigkeit     bezw.    bei  der Erstarrung ein lockeres Gefüge von  Kristallen entsteht.  



  Sodann sind noch Verfahren     bekannt,    bei  welchen die Verdichtung des Schnees nur  durch Erstarrung der im Schnee enthaltenen      Flüssigkeit, also ohne Nachpressung erfolgt.  Diese Verfahren besitzen aber den Nachteil,  dass das Eis höchstens auf eine Dichte von  1,45 gebracht werden kann. Ferner     treten     bei solchen Eisblöcken, die in grossen Dimen  sionen hergestellt werden müssen, Risse  durch Temperaturspannungen auf. Die teil  weise Verdampfung der Flüssigkeit, welche  zum Zwecke der Erstarrung der letzteren  eingeleitet wird, dauert verhältnismässig  lange.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung  besteht nun darin, dass man die flüssige  Kohlensäure durch eine erste Entspannung  auf den     Tripelpunkt    in einer Presse, deren       Pressraum    zugleich als Expansionsraum für  die Bildung der     Kohlensäurekristalle    dient,  nur teilweise in feste Form     bezw.    in feuch  ten Schnee überführt und den andern, noch  verbleibenden Teil der flüssigen Kohlensäure  durch eine weitere Entspannung zur voll  ständigen Erstarrung bringt und die Erhö  hung der     Dichtigkeit    des gebildeten     Kohlen-          säureeises    zum Beispiel auf ein     spez.        Gewicht     von 1,

  5 bis     1;6    mittelst der Presse vornimmt.  Durch dieses Verfahren lassen sich gegenüber  den bekannten Verfahren nicht nur die vor  erwähnten Nachteile     beseitigen,    sondern noch  folgende Vorteile erzielen:  1. Die Leistung der Presse kann auf das  Doppelte     gesteigert    werden, ohne dass Ver  stopfungen der Ein- und     Auslassorgane    ein  treten.  



  2. Mit demselben     Pressdruck    kann Eis  von -20 bis 40 % höherer Dichte erzeugt wer  den, als wenn trockener Schnee durch Pres  sen zu Eis verdichtet wird.  



  Zwei Ausführungsbeispiele einer zur  Durchführung des Verfahrens geeigneten  Einrichtung sind in der Zeichnung dar  gestellt.  



       Fig.    1 bis 5 veranschaulichen das     eine     Beispiel der     Einrichtung,    und zwar zeigt:       Fig.    1 eine     schematische    Darstellung  dieses Beispiels,       Fig.    2 ein Expansionsorgan im Schnitt,       Fig.    3, 4 und 5 zeigen einen     Presszylinder     bei verschiedenen Füllungen;         Fig.    6 zeigt das zweite Ausführungsbei  spiel in schematischer Darstellung, und       Fig.    7 den     Presszylinder    hierzu.  



  Die in     Fig.    1 bis 5 gezeichnete Einrich  tung besitzt eine beispielsweise hydrau  lisch wirkende Presse 1, bei welcher der       Presszylinder    als Expansionsraum für die  Kohlensäure dient. Im obern Teil des     Press-          zylinders    1     (Fig.    3 bis 5), etwas unterhalb  des in der obern Endstellung befindlichen       Presskolbens    2, ist in geneigter Lage das       Expansionsorgan    eingesetzt, in welchem  die flüssige Kohlensäure auf den Tripel  punktdruck entspannt wird.

   Das Expansions  organ besitzt einen durch eine konische Er  weiterung gebildeten     Diffusor    4 mit unmit  telbar     anschliessendem    Ventilsitz 5 für die  Nadel 6. Die     kinetische    Energie des sich in  der Drosselstelle bei 5 bildenden     Expansions-          strahls    der durch den Stutzen 7 eintretenden  und beim Ventilsitz in die Erweiterung 4     eitl-          tretenden    flüssigen Kohlensäure wird auf  einen Wert herabgesetzt, bei welchem eine  restlose     Abscheidung    der festen     und    flüs  sigen     Partikelchen    von .den Drosseldämpfen  im Presseraum möglich ist.

   Der Expansions  strahl tritt nun mit verminderter Geschwin  digkeit, die zirka 10 bis 20 m pro Sekunde  beträgt, in den     Pressraum    ein, in welchem  die     Abscheidung    der sich bei der Drossel  stelle 5 gebildeten, gasförmigen, flüssigen  und festen Kohlensäure restlos     vorsichgehen          kann.    Flüssigkeit und Kristalle fallen auf  den den Boden des     Presszylinders    1 bildenden  Tisch 8 der Presse, während die Dämpfe  durch die etwas oberhalb der Mündung des  Expansionsorganes 3 liegenden Öffnungen 9  und die anschliessenden Leitungen 10 bei       Tripelpunktdruck    abgesaugt werden.

   Die  zur Füllung des     Presszylinders    erforderliche  Zeitdauer, kann dadurch, dass die Geschwin  digkeit des aus dem     Diffusor    4 austretenden,  aus gasförmiger Kohlensäure und feuchtem  Schnee bestehenden Gemisches auf 20 und  weniger Meter pro Sekunde herabgesetzt  respektive der     Füllungsdruck    auf 5,2     Atm.          abs.    gehalten wird, gesteigert werden, was  einer Leistungserhöhung der Presse     gleicb         kommt.

   Selbst bei Verwendung von Filtern  treten bei den andern Verfahren Verstopfun  gen der     Absaugöffnungen    9 ein, wenn man  die Leistungsfähigkeit der Presse auf 2 bis  kg pro dm'     Expansionsraumquerschnitt     pro     31inute    ansetzt. Die bei der Füllung sich  bildenden Drosseldämpfe ziehen durch die  Öffnungen<B>9</B> ab und werden durch die Lei  tungen 10 über das     Abschlussventil    11 dem  Kompressor<B>C</B> zugeführt, in welchem die  Dämpfe von     5,?        Atm.        abs.    wieder auf den  Verflüssigungsdruck     velrdichtet    werden.

    Während .der Füllung der Presse mit feuch  tem Schnee bleibt das Ventil     1\?    geschlossen.  Wenn genügend viel feuchter Schnee im       Pressraum    vorhanden ist, was am einfachsten  durch die Zeitdauer der Füllung bestimmt  werden kann, wird durch Öffnen des Ventils  1 ? .die Verbindung mit dem Kompressor C  hergestellt, nachdem die Flüssigkeitszufuhr  durch Absperren des Ventils     1.3    unterbrochen  worden ist.

   Dadurch wird der     Expansions-          bezw.        Pressraum    langsam unter den Druck  von 1     Atm.    gesetzt und die Erstarrung des  in die Presse :eingefüllten     Kristallflüssigkeits-          gemisches    erreicht. Beim Ausführungsbei  spiel nach     Fig.    6 sind zwei     Presszylinder    1  vorhanden, die abwechselnd durch Schliessen  respektive Öffnen der Ventile     1-1,    15, 16 mit  dem Kompressor C oder<B>C</B> in     Verbindung     gesetzt werden können.

   Nach     Fig.    7 sind  auch am untern Ende des     Presszylinders    Off  nungen 9' für die     Absaugung    der Dämpfe  nach unten vorgesehen.  



  Gleiche Bezugszeichen bezeichnen im  übrigen gleiche Teile wie in     Fig.    1 bis 5.  Die sieh beim     Erstarrungsprozess    bilden  den Dämpfe können somit bei entsprechender  Einstellung der Ventile 17,     1$,    19 ebenfalls  durch die Öffnungen 9' abziehen. Die Er  starrung des feuchten Schnees wird also  durch     Absa.ugung    der Dämpfe nach oben  oder nach unten erfolgen können.     Z-%veclz-          mässigerweise    werden in der     Erstarrungs-          periode    die Dämpfe nach oben und nach       unten    geführt, das heisst die Dämpfe werden  gleichzeitig durch die Öffnungen 9 und 9'  abgesaugt.

   Je nachdem diese Dämpfe nach    oben oder nach unten oder nach oben und  unten geführt werden, erhält man einen Eis  block von mehr oder weniger hoher Dichte.  Durch die Entspannung der flüssigen  Kohlensäure im feuchten     ,Schnee    auf einen  Druck, der unterhalb des     Tripelpunktes    liegt  (vorzugsweise auf 1     Atm.        abs.),    verdampft  ein Teil der Flüssigkeit während der rest  liche, grössere Teil der im feuchten Schnee  enthaltenen Flüssigkeit zum Erstarren ge  bracht wird. Durch die     Gasabsaugung,    wel  che nach erfolgter Füllung .eingeleitet wird.

    bilden sich neben den bereits vorhandenen  Kristallen     stäbchenförmige    Kristalle von  beträchtlicher Länge und Dicke und von  durchsichtigem klarem Aussehen, .die bei  .der Verdichtung fast keinen Widerstand       bezw.    keine Reibung     unter    sich und an den  Wandungen des     Presszylinders    verursachen.  Die Drucksenkung im Inhalt des     Press-          zylinders    vom     Tripelpunkt    auf 1     Atm.        abs.     dehnt sich je nach der Grösse des     Kompres-          sors    C mehr öder weniger schnell über den  ganzen Inhalt aus.

   Die Erstarrung beginnt  jedoch immer, also auch dann, wenn die  Dämpfe ausschliesslich nach oben abgesaugt  werden, zuerst zu     unterst    am Boden,     und    die  unter dem Einfluss der Drucksenkung fort  schreitende Verdampfung bedingt nun die     bis     ins Innere fortschreitende Erstarrung. Wegen  der verhältnismässig grossen Oberfläche der  ganzen Masse geht die Erstarrung ziemlich  schnell vor sich; sie dauert zirka ein bis drei  Minuten für 100 kg Eis.

   Da die bei der  Senkung des Druckes auf 1     Atm.        abs.    ent  standenen Kristalle verhältnismässig sehr  gross sind und bei der Verdichtung wenig  Widerstand verursachen,     kann    schon mit ge  ringen     Pressdrücken    bereits durchsichtiges Eis  erzeugt werden. Die Verdichtung des in der  Presse erzeugten Eisblockes auf höhere  Dichte erfolgt durch Senkung des Kolbens  Die Verdichtung mit dem     Presskolben    kann  bereits beginnen, bevor sämtliche im feuchten  Schnee verbliebene Flüssigkeit erstarrt ist.

    Die Dauer des     Pressdruckes    beträgt nur  einige Sekunden und spielt nicht die gleiche  Rolle, wie wenn lockerer Schnee oder auf an-      fiere Weise hergestellte Kristalle gepresst  werden müssen. Das beschriebene Verfahren  kann mit einer     Einrichtung    nach     Fig.    6 ohne       Unterbruch    durchgeführt werden, da bei  dieser Einrichtung zwei Pressen vorhanden  sind; während in der einen Presse die Fül  lung vorgenommen wird, erfolgt in der an  dern das Absaugen durch den Kompressor C  und die Entnahme des Blockes. Durch Paral  lelschaltung verschiedener Pressen kann die  Leistung vervielfacht werden.

   Die Leistung  einer einzigen Presse von 25 dm' Kolben  fläche     beträgt    zirka 15 bis 18 Tonnen in  24     Stunden.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Eis aus flüssiger Kohlensäure durch Entzug innerer Wärme, dadurch gekennzeichnet, dass man die flüssige Kohlensäure durch eine erste Entspannung auf den Tripelpunkt in einer Presse, deren Presseraum zugleich als Ex pansionsraum für die Bildung der Kohlen säurekristalle dient, nur teilweise in feste Form, bezw. in feuchten Schnee, überführt und den.andern noch verbleibenden Teil der flüssigen Kohlensäure durch eine weitere Entspannung zur vollständigen Erstarrung bringt und die Erhöhung der Dichtigkeit des gebildeten Kohlensäureeises mittelst der Presse vornimmt. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugung der Dämpfe zur Erzielung der Erstarrung des nach der ersten Entspannung noch verblei benden Teils der flüssigen Kohlensäure von unten erfolgt. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugung der Dämpfe zur Erzielung der Erstarrung des nach der ersten Entspannung noch verblei benden Teils der flüssigen Kohlensäure von oben erfolgt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugung der Dämpfe zur Erzielung der Erstarrung des nach .der ersten Entspannung noch ver bleibenden Teils der flüssigen Kohlensäure von unten und oben erfolgt. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichtung mit dem Presskolben beginnt, bevor sämtliche im feuchten Schnee verbleibende Flüssig keit .durch die weitere Entspannung zur Erstarrung gebracht worden ist.
    PATENTANSPRUCH II: Einrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass in den Presseraum einer Presse ein Expansionsorgan einmündet, das eine Drosselstelle mit einem unmittelbar an diese anschliessenden Diffusor aufweist, und dass wenigstens oberhalb der Austrittsmün dung des Diffusors Dampfabsaugeleitungen mit dem Pressraum verbunden sind.
CH173861D 1932-05-16 1932-10-08 Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Kohlensäureeis. CH173861A (de)

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