CH176828A - Verfahren zur Darstellung eines neuen Digitalisglucosides. - Google Patents
Verfahren zur Darstellung eines neuen Digitalisglucosides.Info
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Verfahren zur Darstellung eines neuen Digitalisglucosides. Das vorliegende Verfahren betrifft die Darstellung eines neuen Glucosides B aus Digitalis lanata und ist dadurch gekennzeich net, dass man das aus Digitalis lanata nach dem Verfahren des Patentes Nr.
154 657 er hältliche kristallisierte Digitalisglucosidprä- parat in einem mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel unter Zusatz eines mit Wasser mischbaren organischen Lösungs mittels auflöst, die erhaltene Lösung mit Wasser schüttelt, die mittlere Zwischenschicht abtrennt und sie so oft mit einem Gemisch von Wasser und einem damit mischbaren organischen Lösungsmittel und mit einem mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel ausschüttelt,
bis eine ein getrocknete Probe der mittleren Zwischen schicht bei der Kellersehen Farbreaktion un terhalb der Trennungsfläche einen leuchtend roten Ring und im Eisessig eine blaue bis blaugrüne Färbung gibt, und darauf die das Glucosid B enthaltende mittlere Zwischen- schiebt bei niederer Temperatur im Vakuum eintrocknet.
Das nach dem vorliegenden Verfahren gewonnene neue Glucosid B war möglicher weise in Form einer assoziierten Verbindung mit den Glucosiden A und C im Ausgangs giucosid enthalten. Nachdem es bekannt ist, dass sich organische Lösungsmittel nicht im mer indifferent verhalten und unter Umstän den auf kompliziert gebaute und leicht ver änderliche Verbindungen einwirken können, ist die Möglichkeit gegeben, dass es sich im vorliegenden Falle nicht um einen einfachen Fraktionierungsprozess, sondern um einen Spaltungsprozess, das heisst um einen chemi schen Vorgang handelt.
Für die Richtigkeit dieser Annahme spricht weiter noch die Tatsache, dass, ob gleich eines der Glucoside (Glucosid A) in Chloroform viel leichter löslich ist als die andern, es doch nicht gelingt, dieses durch Behandeln des isomorph kristallisierenden Digitalisglucosidpräparates mit trockenem Chloroform zu extrahieren.
<I>Beispiel:</I> 16 Teile aus Digitalis lanata nach dem Verfahren des Patentes Nr. 1.54 657 erhält lichen kristallisierten Glucosidpräparates wer den in einem. Gemisch von 800 Teilen Me thanol und 4000 Teilen Chloroform gelöst, mit 4000 Teilen Wasser kräftig geschüttelt und einige Zeit stehen belassen, wobei sich drei Schichten ausbilden, eine untere Chloro- formlösung (Chl,), eine mittlere, aus un gelöster Substanz bestehende, etwas zerfliess- liehe Zwischenschicht (Z1)
und .eine obere methanolhaltige wässerige Schicht (W1). Die mittlere Zwischenschicht (Z1) wird nun ab getrennt und wieder zwischen Chloroform Methanol-Wasser verteilt und die hierbei auftretende ungelöste Zwischenschicht (Z=) noch 3 bis 4 mal in ganz analoger Weise weiterbehandelt, wobei immer die Zwischen schichten (Z3, Z4 und Z;,) für sich allein wei terbehandelt werden.
Ist man so bei Z, res pektive Z6 angelangt, so liegt in der letz teren Zwischenschicht das reine Glucosid B vor, welches durch Eindampfen im Vakuum bei niederer Temperatur isoliert wird. Das neue Glucosid B kristallisiert aus Methanol und Alkohol in einheitlichen, farb losen, bis 10 mm langen, schmalen, dünnen Blättchen, die beim Trocknen an der Luft oder im Vakuum verwittern. 1 Teil löst sich bei gewöhnlicher Temperatur in zirka 15 Teilen Methanol, 40 Teilen absolutem Alko hol, 3500 Teilen Essigester, 550 Teilen Chloroform.
Das spezifische optische Dre hungsvermögen beträgt in 95 %igem Alkohol [a] D<B>0</B> = ,+ 36,7 0 (c = 1,91) bezogen auf die bei<B>100'</B> im Hochvakuum getrocknete Substanz. Bei der Kellerschen Reaktion gibt Glucosid B unter halb der Trennungsfläche einen leuchtend roten Ring und im Eisessig eine blaue bis blaugrüne Färbung. Die Hydrolyse mit ver dünnten Mineralsäuren in wässerig alkoho lischer Lösung liefert als Aglucon ausschliess lich Gitoxigenin.
Bisher war nur ein einziges kristallisier tes Digitalisglucosid bekannt, welches als Aglucon ausschliesslich Gitoxigenin enthält, nämlich das Gitoxin (= Bigitalinum). Von diesem ist das Glucosid B jedoch völlig ver- s s chieden, wie aus nachstehender Gegenüber- stellung zu ersehen ist:
EMI0002.0049
<I>Giloxii2</I> <SEP> (Bigitalinum) <SEP> <I>Glucosid <SEP> B</I>
<tb> Löslichkeit <SEP> in <SEP> Methanol <SEP> 1. <SEP> Teil <SEP> in <SEP> zirka <SEP> 4500 <SEP> Teilen <SEP> 1 <SEP> Teil <SEP> in <SEP> zirka <SEP> 15 <SEP> Teilen
<tb> spez. <SEP> opt. <SEP> Drehungsvermögen <SEP> inaktiv <SEP> (Cloetta') <SEP> [al <SEP> D <SEP> <SEP> = <SEP> + <SEP> 36,7 <SEP> 0
<tb> Aglucongehalt <SEP> 46,8 <SEP> % <SEP> Aglucon <SEP> 37 <SEP> bis <SEP> <B>38%</B> <SEP> Aglucon
<tb> 1 <SEP> Cloetta, <SEP> Arch. <SEP> exp. <SEP> Pathol. <SEP> & <SEP> Pharmaliot. <SEP> <I>112, <SEP> 273</I> <SEP> (1926).
Toxicitätsbestimmung <I>an der Katze:</I> Als minimale tödliche Dose wurde für das neue Glucosid B 0,35 mg pro 1 kg Katze und für Digitoxin 0,42 mg pro 1 kg Katze gefunden.
Das neue Glucosid B soll in der Therapie Verwendung finden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung eines neuen Glucosides B aus Digitalis lanata, dadurch gekennzeichnet, dass man das aus Digitalis lanata nach dem Verfahren des Patentes Nr.154 657 erhältliche kristallisierte Digi- talisglucosidpräparat in einem mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel unter Zusatz eines mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmittel auflöst, die er haltene Lösung mit Wasser schüttelt, die mittlere Zwischenschicht abtrennt und sie so oft mit einem Gemisch von Wasser und einem damit mischbaren organischen Lösungsmittel und mit einem mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel ausschüttelt,bis eine eingetrocknete Probe der mittleren Zwischenschicht bei der Kel- lersehen Farbreaktion unterhalb der Tren nungsfläche einen leuchtend roten Ring und im Eisessig eine blaue und blaugrüne Fär bung gibt, und darauf -die das Glucosid B enthaltende mittlere Zwischenschieht bei nie derer Temperatur im Vakuum eintrocknet.Das neue Glucosid B kristallisiert aus Methanol und Alkohol in einheitlichen, farb losen, bis 10 mm langen, schmalen, dünnen Blättchen, die beim Trocknen an der Luft oder im Vakuum verwittern. 1 Teil löst sich bei gewöhnlicher Temperatur in zirka 15 Tei len Methanol, 40 Teilen absolutem Alkohol, 3500 Teilen Essigester, 550 Teilen Chloro- form. Das spezifische optische Drehungs vermögen beträgt in 95%igem Alkohol [al D " - ,+ 3;6,7 0 (c = 1,91) bezogen auf die bei<B>100'</B> im Hochvakuum getrocknete Substanz.Bei der lèllerschen Reaktion gibt Glucosid B unter halb der Trennungsfläche einen leuchtend roten Ring und im Eisessig eine blaue bis blaugrüne Färbung. Die Hydrolyse mit ver dünnten Mineralsäuren in wässerig alkoho lischer Lösung liefert als Aglucon ausschliess lich Gitogigenin. Das neue Glucosid B soll in der Therapie Verwendung finden.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE176828X | 1931-04-13 | ||
| CH167650T | 1932-04-04 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH176828A true CH176828A (de) | 1935-04-30 |
Family
ID=25718442
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH176828D CH176828A (de) | 1931-04-13 | 1932-04-04 | Verfahren zur Darstellung eines neuen Digitalisglucosides. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH176828A (de) |
-
1932
- 1932-04-04 CH CH176828D patent/CH176828A/de unknown
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