CH178228A - Verfahren zur Herstellung von Farblacken und nach demselben hergestellter Farblack. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Farblacken und nach demselben hergestellter Farblack.

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CH178228A
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  Verfahren zur Herstellung von Farblacken     und    nach demselben  hergestellter Farblack.    Es wurde gefunden, dass man Farblacke  herstellen kann, wenn man als     Farbstoffträ-          ger        Carbamid-Formaldehyd-Kondensations-          produkte,    die vor, während oder nach der       Verlackung    gehärtet werden können, ver  wendet.  



  Die Farbstoffe, die nach dem vorliegen  den Verfahren in Farblacke übergeführt  werden, müssen die Eigenschaft haben, dass  sie mit     Carbamid-Formaldehyd-Kondensa-          tionsprodukten    Lacke, das heisst solche Ver  bindungen zu bilden vermögen, die in Was  ser schwer- bis unlöslich sind. Derartige  Farbstoffe finden sich zum Beispiel unter  den wasserlöslichen     Azofarbstoffen,    die auch  in Form ihrer komplexen Metallverbindun  gen, wie zum Beispiel ihrer Chrom-.

   Kupfer  oder Nickelverbindungen, vorliegen können,  ferner unter den wasserlöslichen basischen  oder sauren     Triarylmethanfarbstoffen,    und  endlich unter den wasserlöslichen     Azin-,    Thi-         azin-,        Oxazin-,        Akridin-    und     Anthrachinon-          farbstoffen.     



  Die     Carbamid-Formaldehyd-Kondensa-          tionsprodukte,    die nach dem vorliegenden  Verfahren als     Verlackungsmittel        bezw.    Trä  ger für die Farbstoffe in Frage kommen.  können in Form der verschiedensten Kon  densationsstufen verwendet werden, und  zwar in wasserlöslicher bis wasserunlöslicher  Form, wobei der Aggregatzustand     nieder-          oder        hochviskosflüssig,        gelatinös    oder fest  sein kann.

   Es eignen sich die Formaldehyd  Kondensationsprodukte von Harnstoff und  von     Harnstoffderivaten,    wie zum Beispiel  die     Formaldehydprodukte    (mono- und poly  merer Formaldehyd) von     Thioharnstoff,        Di-          cyandiamid,        Biuret,        Guanidin,        Guanyl-Harn-          stoff,    oder von     Phenylharnstoff,

      sowie von       Mischungen    dieser Substanzen     bezw.        ihrer     Formaldehyd - Kondensationsprodukte mit  Harnstoff     bezw.    dessen Formaldehyd-Kon-           densationsprodukten..    Besonders geeignet sind  die niederen Kondensationsstufen, da sie ge  statten, in wässerigen Lösungen zu arbeiten,  wodurch die Bildung des Farblackes in vie  len Fällen beschleunigt und auch vollstän  diger wird. Als sehr vorteilhaft hat sich die       Verwendung        von    Gemischen der     Formalde-          hyd-Kondensationsprodukte    von verschiede  nen     Carbamiden    erwiesen.

   So kann zum Bei  spiel das technische Gemisch von     Cyanur-          säure,        Biuret,        Guanylharnstoff,        Guanidin     usw., das durch Erhitzen von Harnstoff auf  etwa<B>160</B>   während 12 bis 48     Stunden    er  halten wird, in Form der     Formaldehyd-Kon-          densationsprodukte    verwendet werden;

   fer  ner kann die     Verlaekung    vorteilhaft auch       mit    den     künstlichen        Gemischen    der Form  aldehyd-Kondensationsprodukte von     Thio-          harnstoff    und Harnstoff, welche Gemische  etwa 5 bis 2070     Thioharnstoff    und 95 bis  80% Harnstoff enthalten, vorgenommen  werden.

   Endlich kann die     Verlackung    auch  durchgeführt werden mit Abfallprodukten  von andern Verwendungsgebieten der     Carb-          amid    - Formaldehyd - Kondensationsprodukte,  wie zum Beispiel mit altem     Presspulver    oder       Pressabfall.     



  Die     Verlackung    kann in     Anlehnung    an  die     bekannten        Verlackungsverfahren    bei  spielsweise derart durchgeführt werden, dass  die wässerigen Lösungen der Farbstoffe mit  den     wässerigen        Suspensionen    eines hitze  behandelten     Carbamid-Formaldehyd-Konden-          sationsproduktes    bei niedrigerer oder höherer  Temperatur vereinigt werden,

   oder die wäs  serige Lösung des Farbstoffes     kann    mit der  wässerigen Lösung oder Suspension eines  nicht hitzebehandelten     Carbamid-Formalde-          hyd-Kondensationsproduktes        vereinigt    wer  den,     -wobei    die     Hitzebehandlung    durch Ar  beiten bei höherer Temperatur, wie zum Bei  spiel 80 bis<B>90',</B> während der     Verlackung     oder erst nach     Abscheidung    des Farblackes  vorgenommen werden     kann.    Wird die Hitze  behandlung     gleichzeitig    mit der     Verlackung          vorgenommen,

      so ist es in vielen Fällen vor  teilhaft, den abgeschiedenen     Farblack    einer  nochmaligen     Hitzebehandlung    zu unterwer-         fen.    Oft ist es auch von Vorteil, die     Ver-          lackung    in schwach saurem Medium durch  zuführen und gegebenenfalls nach der     Ver-          lackung    die     Isolierung    des Farblackes aus  neutralem oder alkalischem Medium vorzu  nehmen.  



  Um möglichst gute     Farblacke    zu erhal  ten, muss die     lEtzebebandlung    der     Carb-          amid    - Formaldehyd - Kondensationsprodukte  sorgfältig durchgeführt werden. Je nach der  Zusammensetzung- des Kondensationsproduk  tes kann die Dauer und Temperatur der  Hitzebehandlung sehr verschieden     sein;    vor  teilhaft ist     ein    Arbeiten bei 70 bis etwa 160  und besonders     günstig    eine Temperatur von  etwa<B>130</B> bis 140'.  



  Die Herstellung der Farblacke gemäss  dem vorliegenden Verfahren     kann    auch in  Gegenwart der bei andern     Farblackherstel-          lungen    üblichen Zusätze, wie zum Beispiel       Aluminiumhydrogyd,    Grünerde, Gerbsäure.  Kolophonium,     Brechweinstein    oder Füllern,  wie zum Beispiel     Bariumsulfat,        Calciumsul-          fat,    Zinkoxyd,     Zinksulfit    oder     Titanogyd,     die die     Undurchsichtigkeit    des Farblackes  erhöhen, durchgeführt werden.  



  Die nach dem vorliegenden Verfahren  erhältlichen Farblacke     können    sich durch  sehr gute Wasser- und Lichtechtheit, sowie  durch grosse Leuchtkraft auszeichnen. In  bezug auf die Farbtiefe der Farblacke hat  man viel grössere Möglichkeiten als bei den  bekannten Verfahren. Während zum Bei  spiel die meisten konzentrierten Grünerde  lacke ungefähr 11 % Farbstoff enthalten,  können die nach dem vorliegenden Verfahren  erhältlichen Farblacke 25 % und mehr Farb  stoff enthalten.

   Im ferneren beträgt die  Dichte der erhältlichen Farblacke etwa 1,4  gegenüber 2,8 bei den Grünerde-, 2,4 bei den       Aluminiumhydrogyd-    und 4,4 bei den Ba  rium     sulfatlacken.    Infolge dieser niedrigen  Dichte setzen sich die nach dem vorliegen  den Verfahren hergestellten Lacke     nicht    so  leicht ab, wenn sie für Ölfarben oder ähn  liche     Verwendungszwecke    benutzt werden.  



  Die nach dem vorliegenden Verfahren er  hältlichen Farblacke können beispielsweise      als Farbstoffe für Ölfarben, Firnisse, Lino  leum, ferner für die     Herstellung    von Druck  farben, zum Beispiel für die graphische In  dustrie, für Papierdruck     odr    Tapetendruck.  verwendet werden.  



       Beispiel   <I>1:</I>  Ein     Carbamid-Formaldehydprodukt        einer     mittleren Kondensationsstufe wird in folgen  der Weise hergestellt:  600 Teile Harnstoff werden in 1620 Tei  len Formaldehyd von 37 Gewichtsprozent  gelöst, ungefähr 80 Teile     Norit        Supnos    (eine  aktive Filterkohle) in der Lösung suspen  diert und das Gemisch filtriert. Die wasser  klare     Lösung    hat einen     pH-Wert    von un  gefähr 7. Sie wird dann während 8 Stun  den in einem geschlossenen Gefäss auf<B>100'</B>  erhitzt.

   Die etwas dickflüssige, wasserklare  Flüssigkeit kann leicht mit 1 bis 3 Teilen  Wasser     verdünnt    werden, wird aber bei wei  terer     Verdünnung    trübe.  



  7,5 Teile fein pulverisierter     Thioharn-          stoff        werden    in 100 Teilen der obigen  Lösung bei mässiger Temperatur gelöst =  Lack I.  



  a) 2 Teile     Tuchechtviolett    R (Schultz,       Farbstofftabellen,    7. Auflage,     Bd.        II,    S. 222)  werden in 500 Teilen Wasser bei etwa<B>80'</B>  gelöst, unter gutem Rühren 100 Teile des  Lackes I zugefügt und dann 5     Volumteile     in 20 Teilen Wasser gelöster Salzsäure mit  der Lösung vermischt. Nach     einigen    Minuten  beginnt die     Abscheidung    des     Harnstoffhar-          zes.    Die     Mischung    wird gut umgerührt un  ter Beibehaltung der Temperatur von 80  .

    Der Farbstoff wird durch den weichen,       quarkartigen    Niederschlag rasch absorbiert.  Nachdem das Färbebad nahezu erschöpft ist,  wird die Mischung unter Rühren gekühlt.  Der Niederschlag wird     abgenutscht,    wobei  ein farbloses Filtrat erhalten wird, zur Ent  fernung von Salzen ausgiebig mit Wasser  gewaschen und bei etwa 80   über Nacht  getrocknet. Es werden etwa 22 Teile eines  satten violetten Farblackes erhalten, der un  gefähr 9,1 % Farbstoff enthält. Dieser Farb-    lack ist leicht zu Pulver     zerreibbar    und blu  tet in Wasser nicht aus.  



  b) 2 Teile     Alizarinechtgrün    G (Schultz,       Farbstofftabellen,    7.     Aufl.,        Bd.    I, Nr. 1201)  werden in 500 Teilen Wasser gelöst und mit  Lack I in ähnlicher Weise ausgefällt, wie es  unter a angegeben ist. Die     Erschöpfung    der       Farbstofflösung    ist nach etwa einer halben  Stunde erreicht und man erhält 28,5 Teile  eines satten grünen Farblackes, der etwa 7  Farbstoff enthält. Der Farblack blutet in  Wasser nicht aus und besitzt eine hervor  ragende Lichtechtheit.  



  Werden statt 2 Teile     Alizarinechtgrün    G  6 Teile dieses Farbstoffes verwendet und  wird die     Verlackung    in der unter b ange  gebenen Weise vorgenommen, so erhält man       einen    Farblack, der etwa 25 % Farbstoff ent  hält und der eine intensiv schwarzgrüne Fär  bung zeigt.  



  c) 2 Teile     Malachitgrün    (Schultz,     Farb-          stofftabellen,    7.     Aufl.,        Bd.    I, Nr. 754) wer  den in der in Beispiel 1     unter    a angegebenen  Weise mit dem Lack I behandelt. Nach  halbstündiger Reaktionsdauer wird durch  Beigabe von Ammoniak schwach alkalisch  gemacht und hierauf 2 %     Tannin    in Form  einer 10 %     igen    Lösung     hinzugerührt.    Nach  einigen Minuten fügt man ferner 1 Teil       Brechweinstein,    der in 20 Teilen Wasser ge  löst ist, zu. Nach dem Abkühlen und Fil  trieren ist das Filtrat wasserhell.

   Man  wäscht den Niederschlag mit Wasser, trock  net     und    erhält etwa 30 Teile     eines    tief  schwarzen Farblackes, der etwa<B>6,7%</B> Farb  stoff enthält. Die Lichtechtheit dieses     Farb-          lackes    ist bedeutend besser als diejenige des  als Ausgangsstoff verwendeten Farbstoffes.  



  d) 2 Teile Malachitgrün werden bei Siede  temperatur in 400 Teilen Wasser gelöst. Un  ter ständigem starkem Rühren gibt man zu  dieser Lösung 100     Teile    des Lackes I und  20     Volumteile        10%ige    Salzsäure. Nach einer  halben     Stunde    und nachdem die Mischung  allmählich     abgekühlt    worden ist, wird das  Reaktionsgemisch mit 10%iger     Sodalösung     schwach alkalisch gemacht und filtriert. Das  Filtrat ist fast wasserhell.

   Der     Niederschlag              wird    mit Wasser ausgiebig gewaschen und       getrocknet.    Der erhaltene Farblack stellt     ein     leuchtendes Grün dar und blutet nicht in  Wasser.  



  e) In gleicher Weise wie es in Beispiel 1.  unter a     beschrieben        ist,    wird unter Verwen  dung von 2 Teilen -     Kitonreinblau    (Schultz,       Farbstofftabellen,    7.     Aufl.,    Nr. 769) und  Lack I in saurer Lösung ein Farblack her  gestellt. Mit bemerkenswerter Leichtigkeit  erhält man einen nicht blutenden Farblack  von hervorragender Leuchtkraft.  



  f) Ein Farblack von hervorragender  Leuchtkraft und Farbstärke wird erhalten,  wenn der Farbstoff des Beispiels 1 a durch  2 Teile     Safranin    (Schultz,     Farbstofftabellen,     7.     Aufl.,    Nr. 961) ersetzt und die Arbeits  weise des     Beispiels    1     a        derart    geändert     wird,     dass während 4     Stunden    bei 80   reagieren  gelassen wird. Die     Farbstofflösung    ist nach  dieser Zeit- fast völlig erschöpft. Man erhält  43,5 Teile eines tief blauroten     Farblackes,     der etwa 4,6 % Farbstoff enthält.  



  g) 2 Teile     Chrysoidiu    Y (Schultz,     Farb-          stofftabellen,    7.     Aufi.,    Nr. 27) werden in       44)0    Teilen siedendem     Wasser    gelöst. Unter  Rühren gibt man 100 Teile des Lackes I       sowie    20     Volumteile    10%ige Salzsäure zu.  Die Mischung wird unter allmählicher Ab  kühlung während einer halben Stunde ge  rührt.     Dann    wird sie durch Beigabe von       Sodalösung    schwach alkalisch gemacht und  während     einer    weiteren halben     Munde    ge  rührt.

   Die Flüssigkeit ist immer noch ziem  lich gefärbt. Zur weiteren Absorption des  Farbstoffes werden 3     Teile    reine Tonerde  hinzugefügt und     während    einer halben  Stunde weiter gerührt. Die Farblösung ist  nun     ziemlich    gut erschöpft; der gefärbte Nie  derschlag wird     abfiltriert,    gewaschen und  über Nacht getrocknet. Der erhaltene     Farb-          lack    zeigt eine orange Farbe und blutet in  Wasser nicht aus.

      <I>Beispiel 2</I>    600 Teile Harnstoff     werden    während 17  Stunden auf 160 bis 165   erhitzt, wobei sich  die     anfänglich    klare,     dünnflüssige    Flüssig-         keit    in ein weisses,     körniges    Magma verwan  delt. Dieses wird auf     ein    Metallblech zur       Abkühlung    ausgegossen.

   Das mit einer Aus  beute von etwa 87 % erhaltene,     weisse    kristal  line Produkt enthält etwas unveränderten  Harnstoff, sowie die Reaktionsprodukte aus  Harnstoff, die hauptsächlich durch Abspal  tung und erneute     Kondensation    des Ammo  niaks entstanden sind, wie zum Beispiel       Biuret,        Cyanursäure,        Guanidin.     



  140 Teile diese hitzebehandelten Harn  stoffes werden in 360     Volumteilen    Form  aldehyd (39 Volumenprozent) gelöst, indem  man das Gemisch auf dem Wasserbad       umrührt.    Nach wenigen Minuten hat sich  eine klare, schwach gelbliche     Lösung        von     deutlich saurer Reaktion gebildet.

   Hierauf  werden 10     '.feile        Norit        Supnos    (eine aktive  Filterkohle) zugefügt und das Gemisch wird  filtriert, wobei eine kristallklare Lösung mit  einem     pg    von etwa 6 erhalten wird.     _    Dieses  Produkt wird in gutem Vakuum bei unge  fähr 60   konzentriert, worauf man eine  dicke; klare,     sirupähnliche    Flüssigkeit er  hält, die in kaltem Wasser löslich ist. Die  ser Sirup enthält ungefähr 80% feste     Carb-          amid    - Formaldehyd -     Kondensationsprodukte     (Lack     II).     



  a) 2 Teile     Neolanblau    2 G (Schultz,       Farbstofftabellen,    7. Auflage,     Bd.        II,    Seite  153) werden in 500 Teilen Wasser gelöst,  worauf 50 Teile Lack     II    und 20 Volumen  teile 10%ige Salzsäure beigefügt werden.  Die Lösung     wird    dann bei etwa<B>80'</B> gehal  ten. Nach 10 Minuten beginnt sich ein Nie  derschlag zu zeigen, der den Hauptteil des  Farbstoffes     aufnimmt.    Nach einstündiger  Reaktion bei<B>80'</B> ist die     Absorption    noch  unvollständig; das Gemisch wird im Warm  wasserbad über Nacht     stehen    gelassen.

   Nach  dieser Zeit ist die     Farbstofflösung    erschöpft.  Der tiefblaue Niederschlag wird über Nacht  bei<B>80'</B> getrocknet. Man erhält<B>17,5</B> Teile  eines Farblackes mit einem     Farbstoffgehalt     von 11,5%. Dieser Farblack blutet in Was  ser nicht und besitzt eine hervorragende  Lichtechtheit.      b) 2 Teile in 500 Teilen Wasser auf  gelöstes     Eosin    Y     (Schultz,        Farbstofftabellen,     7. Auflage, 1. Band, Nr. 881) werden wäh  rend 3 Stunden bei 80   mit 50 Teilen Lack       Il    in Reaktion gebracht in Gegenwart von  20     Volumteilen        10%iger    Salzsäure ähnlich  wie in Beispiel 2 a.

   Durch Stehenlassen über  Nacht im Warmwasserbad wird die Reak  tion vollendet. Die     Farbstofflösung    ist nach  dieser Zeit vollkommen erschöpft. Hierauf  wird filtriert, der Niederschlag mit Wasser  gut gewaschen und über Nacht bei 80   ge  trocknet. Man erhält 20 Teile eines glän  zenden. rotgefärbten Farblackes, der in Was  ser kaum ausblutet.  



  <I>Beispiel 3</I>  Der nach Beispiel 1 erhaltene Lack I  wird zur Trockne verdampft und während  4 Stunden bei<B>130'</B> mit     Ritze    behandelt, um  ihn unlöslich zu machen. Das Produkt     -wird     dann in einer Kugelmühle fein gemahlen  (Pulver I).  



  a) 2 Teile     Tuchechtorange    G (Schultz,       Farbstofftabellen,    7. Auflage,     II.        Bd.,    Seite  222) werden in 600 Teilen Wasser gelöst  und während einer halben Stunde bei un  gefähr 60   mit 8 Teilen Pulver I in Reak  tion gebracht, das durch ständiges Rühren  in der     Farbstofflösung    suspendiert gehalten  wird. Dann kühlt man     unter    Rühren ab,  fügt 50 Volumenteile konzentrierte Natrium  sulfatlösung zu und filtriert. Das Filtrat  ist von hellgelber Farbe, was eine fast voll  ständige Erschöpfung der     Farbstofflösung     anzeigt.

   Der Rückstand wird gewaschen, ge  trocknet, pulverisiert und stellt einen leuch  tenden, tief orange gefärbten     Farblack    dar,  der in Wasser nicht blutet. Die Lichtecht  heit dieses     Farblackes    ist im Vergleich zu  dem ursprünglichen, als Ausgangsmaterial  verwendeten Farbstoff bemerkenswert.     Wenn.          eine        Anreibung    in Leim gemacht wird, zeigt  der Farblack nach.

   zehnstündigem Exponie  ren im künstlichen Tageslicht im     Atlas-          Fadeometer    keine Spur von Verblassen, wäh  renddem ein mit dem ursprünglichen lös  lichen Farbstoff in gleicher     Farbstärke    ge-         färbtes    Papier nach derselben     tgponierungs-          (lauer    beinahe völlig verblasst ist.  



  b) 2 Teile Malachitgrün werden in<B>500</B>  Teilen heissem Wasser gelöst; dazu gibt man  30 Teile Pulver I und hält während 15 Mi  nuten bei<B>80'.</B> Dann wird das Gemisch ab  gekühlt und mit 2 Teilen in 20 Teilen Was  ser gelöstem     Tannin    unter Rühren, sowie  mit 1 Teil in 20 Volumenteilen heissem Was  ser gelöstem Brechweinstein versetzt. Das  Reaktionsgemisch wird hierauf durch Bei  gabe von Ammoniak alkalisch gemacht und  filtriert. Der auf dem Filter bleibende Nie  derschlag ist dunkelgrün gefärbt.

   Er wird  mit Wasser gewaschen und getrocknet.     Man     erhält 31 Teile eines Farblackes     mit        einem          Farbstoffgehalt    von etwa<B>6,5%.</B> Die Licht  echtheit dieses Farblackes ist bedeutend bes  ser als     diejenige    des als     Ausgangsprodukt     verwendeten Farbstoffes.  



  c) 2 Teile Malachitgrün werden in 500  Teilen Wasser gelöst. Zu dieser Lösung gibt  man 50 Teile des Lackes     II,    sowie 20 Vo  lumenteile 10%ige Salzsäure und hält die  Lösung während einer halben     Stunde    bei  ungefähr<B>80'.</B> Der sich bildende Nieder  schlag nimmt einen Teil des Farbstoffes auf.  Nun werden 20 Teile Pulver I in dem Ge  misch suspendiert und nach anderthalbstün  digem Rühren wird über Nacht abkühlen  gelassen. Die überstehende Flüssigkeit ist  immer noch von grüner Farbe. Das Reak  tionsgemisch wird durch Beigabe von 20  Volumenteilen     10%ige        Sodalösung    neutrali  siert.

   Die     Abscheidung    des Farbstoffes     wird     vollendet durch Beigabe von 100 Volumen  teilen     Harzseifenlösung,    die durch Auf  lösung von 4 Teilen hellgefärbtem Kolopho  nium und 2 Teilen Soda in Wasser herge  stellt wurde. Die Lösung hellt sich sofort  auf und das Filtrat ist nur noch hellgrün  gefärbt. Der Niederschlag wird gewaschen  und über Nacht bei etwa 80   getrocknet.  Der so erhaltene dunkelgrüne Farblack blu  tet in Wasser nicht aus und zeigt eine aus  gesprochene     Verbesserung    der Lichtechtheit  im Vergleich zu dem als Ausgangsprodukt       verwendeten    Farbstoff.      d) Man löst 1 Teil Scharlach 2R     (Schultz,          Farbstofftabellen,    7.

   Auflage, I. Band, Nr.  225) in 400 Teilen Wasser und gibt 10 Teile  Pulver I unter Rühren bei 80   zu. Nach       ungefähr    einer halben Stunde fügt man fer  ner 10 Teile in 100 Teilen Wasser gelöstes  Aluminiumsulfat, sowie     eine    Lösung von  5     'feilen    Soda     in    50 Teilen Wasser zu. Zur  völligen     Entfärbung    der     Farbstofflösung     werden 12 Teile in 150 Teilen Wasser ge  löstes     Bariumchlorid    zugegeben. Die Flüs  sigkeit ist nun fast wasserklar. Der Nieder  schlag wird filtriert,     gut    gewaschen und  über Nacht bei<B>80'</B> getrocknet.

   Der erhaltene  Farblack besitzt gute Leuchtkraft und gute  Wasserbeständigkeit.  



  Um diesen Farblack     mit    einem nach be  kanntem Verfahren erhältlichen Lacke ver  gleichen zu können, wurde ein Lack wie  folgt hergestellt: 10 Teile Alaun werden  in 100 Teilen Wasser gelöst und 5 Teile in  50 Teilen Wasser gelöstes     Natriumkarbonat          zugefügt.    Das Gemisch wird hierauf bis zu  <B>60'</B> erhitzt. Man löst 1 Teil Scharlach 2R  in 100     Teilen    Wasser auf und gibt die Lö  sung dem obigen Gemisch bei. Die     Ausfäl-          lung    des Farblackes     wird    durch Beifügen  von 15 Teilen in 150 Teilen Wasser     gelöstem          Bariumchlorid    erreicht.

   Der Farblack schei  det sich aus; er     wird    durch     Abfiltrieren,     Waschen und Trocknen isoliert.  



  Die vorgenommene     Anreibung    und Licht  probe dieser beiden Farblacke ergab, dass der       unter    Verwendung von     Carbamid-Formalde-          hyd-gondensationsprodukt    erhaltene     Farb-          lack        viel    klarer ist als der gemäss dem be  kannten Verfahren erhaltene Farblack. Auch  die Lichtechtheit des neuen Farblackes zeich  net sich durch eine bemerkenswerte Verbes  serung aus.    <I>Beispiel</I>     jr-:     a) 5. Teile     Neolanbordeaux    (Schultz,       Farbstofftabellen,    7. Auflage,     1I.    Band, S.

    <B>153)</B> werden in 50 Teilen Lack I und 50  Teilen Alkohol gelöst.     _    Diese Lösung bäckt  man während 4 Stunden bei<B>130'</B> in einem  elektrischen Ofen. Die schaumartige, harte    Masse wird in einer Kugelmühle gemahlen.  Man erhält ungefähr 25 Teile eines     tief    bor  deauxrot gefärbten Farblackes in Form eines  Pulvers, das in Wasser eine Spur ausblutet  und eine hervorragende Lichtechtheit besitzt.  



  b) Man bäckt in genau analoger Weise  wie bei Beispiel 4 a 5 Teile     Tuchechtorange     G mit 50 Teilen Lack I und erhält einen  leuchtenden, tieforangeroten Farblack von  hervorragender Lichtechtheit. Die Ausbeute  ist ungefähr die gleiche wie in Beispiel 4 a  und der Farblack blutet nicht in Wasser.    <I>Beispiel 5:</I>  Man löst 2 Teile Scharlach 2R in 50 Tei  len Lack     fI    auf und bäckt die     Lösung    wäh  rend 4 Stunden bei<B>130'.</B> Nach dem Mahlen  erhält man     einen        Farblack    von hervorragen  der Leuchtkraft, der sehr gute Lichtechtheit  besitzt.  



       Beispiel   <I>6</I>       a)    Man löst 50 Teile     Dimethylolharn-          stoff    in 100 Teilen Wasser und fügt 4 Teile       Kintonechtgelb    3G (Schultz,     Farbstofftabel-          len,    7. Auflage, I. Band, Nr. 748) zu. Nach  dem der Farbstoff gelöst ist, wird während  4 Stunden bei 130   mit     Hitze    behandelt und  dann die schaumartige, harte Masse in einer  Kugelmühle gemahlen. Man erhält einen  tiefgelb gefärbten Farblack von hervorragen  der Lichtechtheit, der in Wasser keine Spur  ausblutet.  



  b) 40 Teile     Dimethylolharnstoff    und 10  Teile     Dimethylolthioharnstoff    werden in 100  Teilen Wasser gelöst und 4 Teile     Kitonecht-          gelb    3G zugegeben. Nach     vierstündigem     Backen bei<B>130'</B> erhält man einen Farblack  in Form eines Pulvers, das ein leuchtendes  Gelb von hervorragender Lichtechtheit dar  stellt.  



       e)    Ein     Carbamid-Formaldehyd-gonden-          sationsprodukt    wird aus     Dieyandiamid    in  folgender Weise hergestellt: Man löst<B>16,7</B>  Teile     Dicyandiamid    in 33,3 Teilen Form  aldehyd     40volumenprozentig    auf, indem man  auf einem siedenden Wasserbad während 10  Minuten erhitzt und dann die ganz klare      Lösung abkühlt. 4 Teile     Kitonechtgelb        3G     werden in dieser Lösung aufgelöst. Man  bäckt dann während 4 Stunden bei<B>130'</B> und  die schaumartige Masse wird in der Kugel  mühle fein gemahlen.

   Der so erhaltene,  glänzend gelb gefärbte Farblack besitzt sehr       gute    Lichtechtheit.  



       Beispiel   <I>7</I>       1/2    Teil     hlethylviolett    4B     (Schultz,        Farb-          stofftabellen,    7. Auflage, Band 1, Nr. 783)  wird in 100 Teilen des Lackes I gelöst. Dann  fügt man     1i'    Teil     Tannin    und     1@    Teil     Brech-          weinstein    bei und erhitzt das Gemisch wäh  rend 4 Stunden auf 130  . Das entstandene  schaumartige, harte Produkt wird gemahlen;  man erhält einen dunkelviolett gefärbten  Farblack, dessen     Anreibung    in Leim eine  sehr gute Lichtechtheit zeigt.

      <I>Beispiel 8</I>    0,25 Teile     Rhodamin    B (Schultz,     Farb-          stofftabellen,    7. Auflage, I. Band, Nr. 864)  löst man in     2(.)0    Teilen heissem Wasser auf.  Man suspendiert 20 Teile des Pulvers I  (siehe Beispiel 3) in der     Farbstofflösung.     Dann gibt man 5 Volumenteile einer 10       Tannin.    enthaltenden wässerigen Lösung und  nachher 5 Volumenteile einer 5 %     Brechwein-          stein    enthaltenden wässerigen Lösung zu.  Das Gemisch wird gut umgerührt und im*  Verlaufe einer halben Stunde von<B>80'</B> auf  Zimmertemperatur abgekühlt.

   Die     Farb-          stofflösung    ist nach dieser Zeit fast er  schöpft. Der Niederschlag wird     abfiltriert,     gewaschen und getrocknet (Farblack A).  



  Ein Farblack aus dem gleichen Farb  stoff, jedoch auf     Alaunbasis,    wird gemäss  den gewöhnlichen bekannten Verfahren wie  folgt hergestellt: Man löst 10 Teile Alaun  in 100     Teilen,    Wasser und erhitzt auf 60  ,  worauf 50 Volumenteile einer 10 %     igen    Soda  lösung eingerührt werden. Dann gibt man  150 Volumenteile einer 10%igen Barium  chloridlösung bei. Der Niederschlag wird  einmal durch     Dekantierung    gewaschen. Hier  auf fügt man     1/2    Teil     Rhodamin    B, in 150    Teilen Wasser gelöst, zu.

   Der Farblack wird  ausgefällt durch Beigabe von 5 Volumenteilen  einer 10 %     igen    wässerigen     Tanninlösung        und     5 Volumenteilen einer 5 %     igen        wä-sserigen          Brechweinsteinlösung.    Dann     wird    filtriert,  gewaschen und getrocknet (Farblack B).  



  Die vorgenommenen     Anreibungen    und  Lichtproben dieser beiden Farblacke ergeben  die folgenden Resultate:  Der das     Carbamid-Formaldehyd-Isonden-          sationsprodukt    enthaltende Farblack A ist  tief blaurot gefärbt, während der Farblack B  ein Rot darstellt, das bedeutend blaustichi  ger und schwächer ist, trotzdem es ungefähr  doppelt so viel Farbstoff enthält. Ausserdem  ist die Lichtechtheit des Farblackes A be  deutend besser als diejenige des Farblackes B.  <I>Beispiel 9</I>  150 Teile Lack I werden in 600 Teilen  heissem Wasser gelöst. Dazu gibt man 1 Teil       Violett    5 BO     (.Schultz,        Farbstofftabellen,     7.

   Auflage, Band I, Nr. 785).     Hierauf    fügt  man 7,5 Teile Weinsäure in 20 Teilen Was  ser gelöst hinzu. Man gelatiniert unter Rüh  ren bei 80   auf dem Wasserbad, was nach  etwa 10 Minuten der Fall ist. Nach dem  Stehen über Nacht ist die     Farbstofflösung     praktisch entfärbt. Man filtriert, wäscht mit  Wasser,     trocknet    und erhitzt den Nieder  schlag während einer Stunde bei<B>130'.</B> Man  erhält 125 Teile     eines        violetten        Farblackes.     der etwa 0,8 % Farbstoff enthält.  



  <I>Beispiel 10</I>  150 Teile Lack I werden in 600 Teilen  heissem Wasser gelöst. Dazu gibt man  2 Teile     Rhodamin    B.     Hierauf    fügt man  7,5 Teile Weinsäure, sowie 20 Volumenteile  4%ige Salzsäure zu und     koaguliert    auf  dem Wasserbade bei etwa 80  . Die     Farb-          stofflösung    ist bald erschöpft. Nach einer  Stunde wird     abfiltriert,    der Niederschlag ge  waschen, getrocknet und 7     Stunde    auf<B>130'</B>  erhitzt. Man erhält<B>105</B> Teile eines leuchtend  blauroten Farblackes, der     etwa   <B>1,9%</B> Farb  stoff enthält.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Farb- lacken, dadurch gekennzeichnet, dass man als Farbstoffträger Carbamid-Formaldehyd-gon- densationsprodukte verwendet. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Farbstoff träger vor der Verlackung gehärtet wer den. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Farbstoff- träger während der Verlackung gehärtet werden. 3.
    Verfahren gemäss Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Farbstoff träger nach der Verlackung gehärtet wer den. PATENTANSPRUCH II: Farblack, hergestellt nach dem Verfah ren gemäss Patentanspruch I.
CH178228D 1933-03-27 1934-03-24 Verfahren zur Herstellung von Farblacken und nach demselben hergestellter Farblack. CH178228A (de)

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