Blättersatz zur Zerlegung einer einfachen Buchungsniederschrift in eine Sollbuchung und eine Habenbuchung. Bei der bekannten doppelten Buchfüh rung mit amerikanischem Journal wird der Geschäftsvorfall in der Weise niedergeschrie ben, dass der Betrag einmal in die Soll seite eines bestimmten, auszuwählenden Be lastungskontos und ausserdem in die Haben seite eines bestimmten, auszuwählenden Gut schriftenkontos eingetragen wird; der Buch halter wählt die entsprechende Soll- und die entsprechende Habenspalte aus und schreibt in jede von ihnen den Geschäftsvorfall ein.
Dies möge an einem Beispiel, das die Fig. 1 zeigt, veranschaulicht werden. Der Geschäfts vorfall möge darin bestehen, dass Herr Huber- maier einen Wechsel über 1bIk. 100.- schickt; dieser Betrag ist demnach dem Konto des Herrn Hubermaier gutzuschreiben und dem Fremdwechselkonto des Geschäftes zu be lasten. Fig. 1 zeigt diese Buchung.
Diese Niederschrift wird dadurch zu einer Bu chung, dass der Buchhalter den Betrag nicht beliebig irgendwohin schreibt, sondern dass er ihn zweimal ("doppelte Buchführung") schreibt, und zwar in die Sollseite des ge wählten Belastungskontos (Fremdweehsel- konto) und in die Habenseite des gewählten Gutschriftenkontos (Konto Hubermaier). Die Konten wird man natürlich nicht alle in eine Reihe schreiben können; man wird sie in be sondere Bücher, die Kontokorrentbücher, oder auf besondere Kontenkarten einschrei ben, mit denen der Buchhalter hantieren muss.
Die Arbeit des hochbezahlten Buchhalters ist also sehr beträchtlich; er hat erhebliche Schreiberarbeit zu leisten und muss ausserdem mit einer Reihe von Kontenbüchern oder Kontenkarten hantieren, die jeweils ausge sucht werden müssen. Derartige Buchhaltun gen haben ausserdem den sehr erheblichen Nachteil, dass sie unübersichtlich sind; es lassen sich auch bei gewissenhaftester Arbeit Fehler kaum vermeiden und diese Fehler, die sich zunächst nur im Abschlussergebnis zei gen, lassen sieh sehr schwer auffinden.
Es ist nun die Aufgabe der Erfindung, den Buchhalter zum wesentlichen Teil von dieser Arbeit zu entlasten und an Stelle der mehrfachen Niederschrift der Buchung in verschiedenen Konten, die der Buchhalter selbst vornehmen muss, die Zerlegung einer einfachen Buchungsniederschrift in eine Soll buchung und eine Habenbuchung treten zu lassen, die von einer ungelernten Kraft vor genommen werden kann. Hierdurch kann die Tätigkeit des Buchhalters darauf beschränkt werden, die Kontenbezeichnungen, also die Kontennummern anzugeben und in entspre chende Spalten einzuschreiben.
Die Aufgabe wird gelöst durch einen Blättersatz, bestehend aus einem Soll und einem Habenbuchungs- blatt mit mindestens je zwei Spalten, Soll und Haben, welche so vorbereitet sind und auf welche die Durchschrift der Haupt buchungsblatteintragungen so übertragen werden kann, dass die Sollbuchung auf die Sollspalte des Sollbuchungsblattes deutlich lesbar erscheint und ebenso die Raben buchung auf der Rabenspalte des Haben- buchungsblattes. Gemäss der Erfindung heben sich jeweils die ungleichnamigen Buchungs spalten,
also die Soll- und die Rabenspalte des gleichen Buchungsblattes durch optische Kennzeichnung voneinander augenfällig ab, während die ungleichnamigen Buchungsspal ten verschiedener Buchungsblätter einander in ihrer optischen Kennzeichnung entspre chen. Hierbei können die Rabenspalte des Sollbuchungsblattes und die Sollspalte des Habenbuchungsblattes in solcher Weise op tisch gekennzeichnet sein, dass sie sich augen fällig von der Sollspalte des Sollbuchungs- blattes bezw. der Rabenspalte des Haben buchungsblattes abheben, dass aber gleich wohl die in sie gemachten Buchungen deut lich lesbar sind.
Ferner kann auf dem Soll und dem Habenbuchungsblatt links neben der Sollspalte eine Spalte für die Sollkontenbe- zeichnungen und ebenso rechts neben der Rabenspalte eine Spalte für die Habenkonten- bezeichnungen vorgesehen sein, wobei die Sollkontenbezeichnungsspalte auf jedem der beiden Buchungsblätter in gleicher Weise optisch gekennzeichnet sein kann, wie die Sollspalte und ebenso die Habenbezeich- nungsspalte in gleicher Weise wie die Haben spalte.
Es soll nun die vorliegende Erfindung zunächst in. einem Ausführungsbeispiel be schrieben werden.
Es zeigt hierbei die Fig. Z zunächst das Hauptbuchungsblatt.
1. Der zu buchende Betrag von 1V1k.100.- wird zunächst in zwei nebeneinander liegende Spalten des Originalschriftblattes eingetra gen, ohne dass hierbei die Niederschrift als Sollbetrag oder als Habenbetrag bezeichnet zu werden braucht. Zur "Sollspalte" wird die eine Spalte nur dadurch, dass unter sie die Sollspalte des Sollbuchungsblattes zu liegen kommt und die Habenspalte nur dadurch, dass unter sie die Habenspa.lte des Haben buchungsblattes zu liegen kommt.
Diese Nie derschrift, die noch keine Buchung im buch halterischen Sinne darstellt, kann von jedem Lehrmädchen oder einer andern ungelernten Person vorgenommen werden. Diese unge lernte Person schreibt zugleich den Text und das Datum ein, ebenso die Buchungsnummer, die auch auf den Beleg des Geschäftsvorfalles aufgeschrieben wird. Dagegen bleiben die Spalten "Kontonummer" zunächst frei.
Nunmehr tritt. erst der eigentliche, ge lernte Buchhalter in Tätigkeit. Diese Tätig keit beschränkt sich aber auf die Eintragung zweier Kontenbezeichnungen, zum Beispiel zweier Kontennummern. Er -wählt nach dem Kontennummernverzeichnis das dem Ge schäftsvorfall entsprechende Belastungs- und Gutschriftenkonto aus und trägt dem gemäss die entsprechende Nummer in die Soll kontennummernspalte und die entsprechende Nummer in die Habenkontennummernspalte ein. Hiermit ist seine Tätigkeit beendet; alles weitere geschieht vollkommen mechanisch und kann wiederum durch ungelernte Kräfte ausgeführt werden.
Mit der Handhabung von Kontenbüchern, dem Heraussuchen oder Her aussuchenlassen von Kontenkarten braucht er sich überhaupt nicht abzugeben. 1 )ie Zerlegung der Niederschrift in eine Soll- und eine Habenbuchung geschieht voll kommen mechanisch, vermöge der Durch schrift auf das Soll- und Habenbuchungs- I)latt, und zwar dadurch,
dass einerseits die Soll- und Habenspalten dieser Blätter in be- sonderer Weise gekennzeichnet und dass die o gekennzeichneten Spalten der beiden Blät- 1 e r wieder in ganz bestimmter Weise unter einander unter dem Originalschriftblatt ange ordnet sind. Das Sollbuchungsblatt ist in Fig. 3 dargestellt.
Es erscheinen also auf dem Sollbuchungsblatt die Sollbuchungsspalte, die. links von der Habenbuchungsspalte liegt und die Spalte der Sollkontobezeichnungen deutlich lesbar, am besten mit hellem, bei spielsweise weissem Untergrund. Die Raben spalte und die Spalte der Habenkontobezeich- nungen sind beide durch Schraffur in solcher Weise gekennzeichnet, dass sie sich in augen fälliger Weise von den beiden Sollspalten ab lieben; die Eintragungen in beiden Spalten sind aber noch lesbar.
Das Habenbuchungsblatt ist in der Fig. 4 dargestellt. Auf diesem Blatt erscheint die Rabenspalte, die rechts von der Sollspalte liegt, deutlich lesbar, ebenso die Spalte der Habenkontobezeichnungen; die Spalte der Sollbeträge und die Spalte der Sollkonten be zeichnungen sind beide durch Schraffur in solcher Weise gekennzeichnet, da,ss sie sich augenfällig von den Rabenspalten abheben.
3. Wenn nun das Originalschriftblatt vollständig ausgefüllt ist und damit auch - ini vorliegenden Ausführungsbeispiel mittelst Durchschrift - das Sollbuchungsblatt und das Habenbuchungsblatt, werden das Soll- biichungsblatt und das Ha.benbuchungsblatt in einzelne Streifen zerschnitten und auf die einzelnen Kontenkarten aufgeklebt. Eine sol che fertige Kontenkarte zeigt die Fig. 5.
Die ses Zerschneiden der Buchungsblätter und das Aufkleben der einzelnen Streifen auf die Kontenblätter kann wiederum von einer un- gelernten Person ausgeführt werden. Bei die sem Ausführungsbeispiel sind die Spalten der Gegenbuchhaltung,die in den Fig. 3 und 4 durch kreuzweise Schraffuren gekennzeichnet sind, vollkommen unkenntlich gemacht. Aus der Fig. 5 ist ein ausserordentlicher Vorteil der Erfindung zu ersehen.
Es erscheint hier bei auf der betreffenden Kontokarte in der betreffenden Kontobezeichnungsspalte, die deutlich lesbar sein muss, immer die Bezeich nung der betreffenden Kontokarte; in dem Beispiel der Fig. 5 erscheint sowohl in der Sollkonto- wie in der Habenkontobezeich- nungsspalte immer die Nummer 1 bezw. die Bezeichnung "Kassa". Hierdurch hat schon die Hilfskraft, die die Streifen aufklebt, eine sehr einfache Kontrolle dafür, ob der aufzu klebende Streifen auch auf die betreffende Karte gehört; ebenso kann der Buchhalter in sehr einfacher Weise die Karten kontrol lieren.
Ein Fehler, der bei der gewöhnlichen doppelten Buchführung durch Eintragung in eine falsche Kontenspalte entstehen kann, kann also hier schwerlich vorkommen .und wenn er doch einmal vorkommen sollte, würde er sofort dadurch augenfällig werden, dass in der deutlich lesbaren Soll- oder Haben kontennummernspalte eine Zahl erscheint, die nicht der Nummer der betreffenden Konten karte entspricht, auf die der Streifen aufge klebt worden ist.
Bei dem in der Fig. 5 dargestellten Aus führungsbeispiel ist die Spalte der Gegen buchung, also auf dem Sollbuchungsblatt die Habenbuchungsspalte und auf dem Haben buchungsblatt die Sollbuchungsspalte durch Unterdrucken unkenntlich gemacht worden, so da.ss sie überhaupt nicht erscheint. Anstatt sie durch Unterdrucken unkenntlich zu machen, braucht man sie überhaupt nicht durchzuschreiben; man kann beispielsweise ein Durchschreibeblatt verwenden, auf dem eine der Gegenbuchungsspalte entsprechende Spalte nicht durchschreibt, also beispiels weise weiss bleibt.
Die Übertragung der Buchungen vom Originalschriftblatt auf das Soll- und Haben buchungsblatt und auf die Kontenkarten ist nicht an das Durchschriftverfahren gebun den; die Übertragung auf die Soll- und Habenbuchungsblätter braucht auch nicht gleichzeitig mit der Originalschrift zu er folgen. Als Originalschriftblatt kann bei spielsweise auch eine der an sich bekannten Wachsmatrizen verwendet werden; in die die Originalschrift eingeschlagen wird: von. die ser Wachsmatrize werden dann die Soll- und Habenkontenzeilen in an sich bekannter Weise abgezogen.
Die Buchungszeilen kön nen dabei unmittelbar auf die Kontenzeilen abgedruckt werden, und zwar in der Weise, dass die übrigen Zeilen ausser der abzudruk- kenden abgedeckt werden. Es können auch die besonderen Soll- und Habenbuchungs- blätter wegfallen.
Dass man statt auf ein besonderes Ori- ginalschriftblatt bei dem oben beschriebenen Durchschriftverfahren auf das SollbucIlungs- blatt oder Habenbuchungsblatt unmittelbar schreiben kann, ist selbstverständlich.
Es sei noch darauf hingewiesen, dass ein zelne Elemente der hier beschriebenen Aus führungsformen bereits bekannt geworden sind. Es ist beispielsweise eine Durchschreibe einricUtung bekannt geworden, die aus einem Hauptblatt und einer geraden Anzahl von Nebenblättern, die parallel zu den Zeilen abtrennbare Abschnitte haben. Ebenso ist eine Durchschreibeeinrichtung, bestehend aus abtrennbaren Streifen bekannt geworden, von denen Teile schwarz überdruckt sind. End lich ist es auch bekannt geworden, nur ge wisse Teile einer Durchschrift, und zwar auf verschiedene Blätter oder Streifen zu über tragen.
Aber alle diese bekannten Massnah men haben mit der Erfindung selbst nichts zu tun; sie sind zur Ausführung der Er findung gar nicht notwendig, wie das an letzter Stelle angegebene Ausführungsbei spiel erkennen lässt, bei der eine Wachs matrize verwendet wurde. Sie können in der Form, in der sie bekannt geworden sind, zur Lösung der hier gestellten Aufgabe, der op- tisch-mechanischen Zerlegung einer Prima notabuchung in eine Soll- und Raben buchung nicht verwendet werden.
Die Auf nahme der Durchschrift oder des Abdruckes der Originalschrift sowohl durch eine Soll- hiichungszeile, als auch durch eine Haben- Buchungszeile, auf - denen die Sollbuchung und die Hagenbuchung in verschiedenartiger Weise gekennzeichnet sind, und zwar derart, dass auf der Sollbuchungszeile die Sollspalte linksstehend mit .ihrer Eintragung deutlich lesbar, die Eintragung in die Haben buchungsspalte gar nicht oder durch Schraf- fur, Färbung oder dergleichen augenfällig von der Sollspalte unterscheidbar erscheint,
während umgekehrt auf der Habenbuchungs- zeile der Hagenspalte rechtsstehend mit ihrer Eintragung deutlich lesbar, die Sollspalte dagegen gar nicht oder gegenüber der Haben buchungsspalte durch Schraffur oder in ähn licher Weise gekennzeichnet erscheint, ist in keiner der bekannten Vorveröffentlichungen enthalten.
Die Fig. 6, 7 und 8 zeigen eine weitere Ausführungsform des Erfindungsgegenstan des, und zwar zeigt Fig. 6 das Originalschriftblatt, Fig. 7 das Sollbuchungsblatt, und Fig. 8 das Habenbuchungsblatt.
Bei dieser Anordnung braucht der Bu chungsbetrag nur einmal geschrieben zu werden. Das Sollbuchungsblatt und das Habenbuchungsblatt müssen bei dieser An ordnung in solcher Weise zueinander und zum Originalschriftblatt angeordnet sein, dass die Sollspalte des Sollbuchungsblattes und die Habenbuchungsspalte des Haben buchungsblattes bei der Niederschrift des Buchungsbetrages unter der Buchungsspalte des Originalschriftblattes und untereinander liegen. Das Habenbuchungsblatt muss also gegenüber der Darstellung, die Fig. 8 zeigt, in entsprechender Weise verschoben werden.
Bei der Durchschrift der- übrigen Eintragun gen, also des Textes, der Kontenbezeichnun gen, muss das Habenbuchungsblatt in solcher \'(reise unter dem Sollbuchungsblatt liegen, dass die entsprechenden Spalten beider Blätter untereinander liegen.