CH183235A - Spielventil zur Erzielung regulierter An- und Absprache von Orgelpfeifen und ähnlichen Tongebern. - Google Patents

Spielventil zur Erzielung regulierter An- und Absprache von Orgelpfeifen und ähnlichen Tongebern.

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CH183235A
CH183235A CH183235DA CH183235A CH 183235 A CH183235 A CH 183235A CH 183235D A CH183235D A CH 183235DA CH 183235 A CH183235 A CH 183235A
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    • G10BORGANS, HARMONIUMS OR SIMILAR WIND MUSICAL INSTRUMENTS WITH ASSOCIATED BLOWING APPARATUS
    • G10B3/00Details or accessories
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Description


  Spielventil zur Erzielung regulierter An- und Absprache von Orgelpfeifen und  ähnlichen Tongebern.    Die Kunst geübter     Blasinstrumentenspie-          ler    besteht zum grossen Teil in ihrer Fähig  keit, eine schöne Tonansprache zu erzielen.  Die Mittel dazu sind: Eine richtige Druckbe  messung und die richtige Drucksteigerung  beim Ansetzen des Tones.  



  Wenn man bei mechanisch angeblasenen  Blasinstrumenten, wie solche in den Orgel  pfeifen und in ähnlichen Tongebern gegeben  sind, eine ähnliche Tongebung erreichen will,  so müssen die für Bläser geltenden Gesetze  bestmöglich auf mechanischem     Wege    ver  wirklicht werden. Dem Orgelspieler steht  zum     Erklingenlassen    einer Pfeife nichts an  deres zur Verfügung als das Niederdrücken  einer Taste. Bei der mechanischen     Traktur,     bei der die Taste direkt mit dem Spielventil  verbunden ist, kann der Spieler die Tonbil  dung in einem gewissen Masse beeinflussen.  



  Die schwere     Spielbarkeit    grosser Orgel  werke mit mechanischer     Traktur    hat aber  dazu geführt, dass man zwischen Taste und  Spielventil pneumatische oder elektrische    Apparate einschaltete, welche dem Spieler  nur noch das Niederdrücken der Taste über  binden, während die eigentliche Arbeit zum  Öffnen des Ventils indirekt diesen Appara  ten übertragen wird. Dadurch ist zwar auch  bei grössten Werken eine beliebig leichte  Spielart erzielt worden, aber die der mecha  nischen     Traktur    eigene     Beeinflussbarkeit    der  Tongebung ist dabei verloren gegangen.  



  Der Zweck der vorliegenden     Erfindung     besteht darin, die Erreichung der klanglichen  Vorzüge der direkten mechanischen     Traktur     durch eine alle Spielerleichterungen bietende  indirekte     Traktur    zu ermöglichen.  



  Die     Erfindung    bezweckt, bei dem jeder  Pfeife zugeordneten Ventil     sowohl    den für  jede Pfeife günstigsten     Aublasedruck,    als  auch den für jede Pfeife günstigsten Anstieg  dieses Druckes zu bewirken.  



  Die Wirkungsweise der Erfindung ergibt  sich am einfachsten aus einer Beschreibung  eines Beispiels des Ventils anhand der     Fig.    1  bis ss, in welchen eine     Ausführungsform    mit      elektropneumatischer Betätigung dargestellt  ist, und zwar stellt     Fig.    1 einen Querschnitt  des Ventils mit aufgesetzter Pfeife dar.

         Fig.    2 ist eine Ansicht von oben mit abge  hobener Pfeife und abgehobener     Anblase-          haube.        Fig.    3 endlich zeigt die Anordnung  der für die Erfindung wesentlichen Luftein  tritts- und der     Luftaustrittsöffnungen    in den       bezw.    aus dem     Membranraum.     



  1 bedeutet den Deckel einer     kastenförmi-          gen    Windlade, in welcher stets der Luft  druck p herrscht, und auf welcher beliebig  viele Pfeifen eines oder mehrerer Register  nebeneinander aufgestellt sein können. Das  Ventil selber besteht aus einem Ventilsitz  körper 2, welcher durch den Ladendeckel 1       hindurchtritt    und mit diesem luftdicht ver  schraubt ist. Der     Ventilsitzkörper    2 besitzt  eine Öffnung 3, welche im Ruhezustand  durch einen Ventilteller 4 verschlossen ist  und welche bei gehobenem Ventilteller Luft  aus der Windlade in den durch die     Änblase-          haube    5 gebildeten     Anblaseraum    6 treten  lässt.

   Von hier gelangt die Luft in den abge  brochen gezeichneten Fuss 7 der Pfeife. In  den     Ventilsitzkörper    eingegossen ist ein huf  eisenförmiger Magnetkern 8, der durch eine  Spule 9 beim Niederdrücken einer Taste  magnetisiert wird. Hierbei wird ein in einem  Ring 10 angeordnetes     Ankerplättchen    11 an  gehoben und lässt Druckluft aus der Wind  lade durch die seitlichen Öffnungen 12 und  13 in einen Schlitz 14 strömen, welcher durch  den Leitring 15 zu einer Öffnung E führt,  die ihrerseits mit einer Bohrung 16 der Mein  branhaube 17 in Verbindung steht. Der Ring  10, der Leitring 15 und die     Membranhaube     17 sind durch Schrauben 18 mit dem Ventil  sitzkörper 2 fest verschraubt.

   Zwischen dem       Leitring    15 und der     Membranhaube    17 ist  eine leicht auf und ab bewegliche Membrane  19 eingespannt, welche den     Membranraum    20  gegen die Windlade abschliesst und welche an  den Stellen E, A und 27 Durchgangslöcher  für den Steuerwind und die Schrauben 18  aufweist. Die     Membranhaube    17 besitzt eine  weitere Bohrung 21, mit der die Luftaus  trittsöffnung A in Verbindung steht.

   Die aus    A austretende Luft gelangt durch eine die  Membrane 19, den Leitring 15, den Ring 10  und den     Ventilsitzkörper    2 durchdringende  Bohrung 22 entweder in den     Anblaseraum    6  oder aber durch die gestrichelt gezeichnete  Seitenbohrung 22a an die freie     Atmosphäre,     wobei im ersten Fall der Ring 24 durchbohrt,  im zweiten Falle aber geschlossen ist. 27       (Fig.    3) sind die Löcher für die Schrau  ben 18.  



  Der Ventilteller 4 ist mit der Membrane  19 durch einen Draht 23 fest verbunden.  



  Die Wirkungsweise des bis dahin be  schriebenen Ventils ist folgende:  Im Ruhestand ist der     Membranraum     20 drucklos, so dass der in der     Windlade    herr  schende Druck p einerseits öffnend auf den  Ventilteller 4 und anderseits schliessend auf  die Membrane 19 wirkt. Die Verhältnisse  sind dabei so getroffen, dass die Wirkung auf  die Membrane nur um soviel grösser ist als  auf den Ventilteller, dass das Ventil im  Ruhezustand gerade noch geschlossen bleibt.  Wird nun die dem Ventil zugeordnete elek  trische Taste niedergedrückt, so wird das  Ankerplättchen 11, das im Ruhezustand den  Schlitz 14 geschlossen hält, angehoben, und  die Druckluft aus der Windlade gelangt als  Steuerwind durch die Wege 12, 13, 14, E und  16 unter die Membrane 19 in den Raum 20.

    Wäre die Austrittsöffnung A nicht vorhan  den, so würde im     Membranraum    20 der  Druck p entstehen, welcher den von oben her  auf die Membrane     wirkenden    Druck gerade  das Gleichgewicht halten würde, so dass sich  das     Ventil    unter der Wirkung des Laden  druckes p auf den Ventilteller 4 voll öffnen  würde. Durch die Austrittsöffnung A tritt  aber sofort ein Teil des in den     Membranraum     20 eintretenden Steuerwindes wieder aus, so  dass im     Membranraum    20 nicht der volle La  dendruck p, sondern nur der kleinere Druck       p,    entstehen kann.

   Unter der im folgenden  stets geltenden Annahme, dass die Bohrung  22 nicht in den     Anblaseraum    6, sondern  durch die seitliche Bohrung 22a in "die freie  Atmosphäre mündet, beträgt die Grösse des      Druckes p, im     llembranraum    20 wie bekannt:  
EMI0003.0002     
         worin    A die Fläche der Austrittsöffnung  und E die Fläche der Eintrittsöffnung für  den Steuerwind im     Membranraum    20 ist. Der  Druck p, entlastet nun zwar die Membrane  nicht vollständig vom Drucke p. Dennoch  geht das Ventil auf, da ja angenommen  wurde, dass nur ein kleiner     Schliessüberdruck     vorhanden sei.

   Sobald aber bei geöffnetem  Ventilteller Luft aus der Windlade in den       Anblaseraum    6 tritt, so baut sich in diesem  Raume ein neuer Druck     p2    auf, dessen Grösse  ähnlich wie diejenige von p, vom     Grössenver-          bältnis    der Ein- und     Auslassöffnungen    des       Anblaseraumes    abhängt.     Dieser    Druck treibt  nicht nur die Luft in den Pfeifenfuss und  bringt die Pfeife zum Ertönen, sondern er  wirkt gleichzeitig schliessend auf den Ventil  teller 4.

   Bezeichnet man mit     V    die wirksame  Druckfläche des Ventiltellers 4 und mit M  die wirksame Druckfläche der Membrane 20,  und gibt man den auf den Ventilteller 4 öff  nend wirkenden Drücken positives, den schlie  ssend wirkenden Drücken negatives Vorzei  chen, so ergibt sich offenbar folgende Gleich  gewichtsbedingung:

         pY        -I-        p,M   <I>-</I>     pM   <I>-</I>     p=V   <I>- 0</I>  Wählt man die Ventilabmessungen so,  dass     V    = M wird, so ist  p     -i-        PI   <I>- p</I> =P2 oder     p2   <I>= p,</I>  das heisst der Ventilteller geht bei beliebiger  Pfeifengrösse immer gerade so weit auf, dass  der     Anblasewinddruck        p,    gleich gross wird  wie der     Steuerwinddruck    p,.

   Da aber p, vom       ()ffnungsverhältnis    abhängig ist, wird  auch der     Anblasedruck   
EMI0003.0028  
       p2    durch dieses Ver  hältnis bestimmt. Durch entsprechende Be  messung von A und E hat man es also in der  Hand, den     Anblasedruck        p..    nach Wunsch  einzustellen.  



  Die Grösse des Druckes     p,        bestimmt    die  Klangstärke der Pfeife. Für die Art ihrer  Ansprache bildet aber nicht dieser Druck,    sondern seine     Anstieggeschwindigkeit    die  massgebende Rolle, und zwar lehrt die Erfah  rung, dass bei zu schnellem Druckanstieg die  Ansprache unklar, blasig und mit Voraus  schickung von Obertönen geschieht, und dass  bei zu langsamem Druckanstieg     eine    matte  und erst allmählich auf die richtige Tonhöhe  kommende Ansprache resultiert.

   Diese Ver  hältnisse sind für jede Pfeife und jede Pfei  fenart verschieden, so dass eine     einwandfreie,     klare Ansprache bei jeder Pfeife nur bei  einer innerhalb enger Grenzen bestimmten       Anstiegsgeschwindigkeit    ihres     Anblasedruk-          kes    beim Niederdrücken der Taste erreicht  wird.

   Diese Beeinflussung der     Druckanstiegs-          geschwindigkeit    lässt sich prinzipiell auf  zweierlei Arten     verwirklichen,    nämlich durch       Zwischenschaltung    eines verhältnismässig  grossen Raumes zwischen Ventil und Pfeife,  wie dies bei der bekannten     Tonkauzellen-          lade    der Fall ist, oder     durcb    eine künstliche  Verlangsamung des Ventilaufganges. Die  Einschaltung grösserer Räume zwischen Ven  til und Pfeife findet     praktisch    schnell ihre  Grenzen.

   Dagegen     kann    die Verlangsamung  des Ventilaufganges beliebig weit getrieben  werden, sobald die Voraussetzungen dazu  gegeben sind, wie dies bei der vorliegenden  Erfindung der Fall ist. Die Tatsache nämlich,  dass sich bei Mündung des Kanals 22, 22a  in die freie Atmosphäre im     Anblaseraum    6  immer genau derselbe Druck einstellt wie im       Membran    20, dass also der Druckanstieg  im     Anblaseraum    6 dem Druckanstieg im       Membranraum    20 genau folgt, ermöglicht  einen gewollten     Druckanstieg    im Anblase  raum durch     Herbeiführung    eines entspre  chenden Druckanstieges im     Membranraum    zu  erreichen.

   Wie gezeigt wurde, hängt der  Druck p, bei gegebenen     Windladendruck    nur  von dem     'Offnungsverhältnis   
EMI0003.0058  
   ab. Ein ge  gebenes Verhältnis
EMI0003.0059  
   kann aber durch ganz  verschieden grosse Werte von A und E er  reicht werden, ohne dass p, dadurch beein  flusst wird. Dagegen kann offenbar die Füll  zeit des     Membranraumes    20, das heisst die      Zeit vom Niederdrücken der Taste bis zur  Erreichung des Enddruckes     p1,    durch ver  hältnisgleiche Verkleinerung von A und     E     beliebig verlängert werden.

   Es genügt also  in jedem Falle eine geeignete Bemessung von  A und E, um nicht nur den gewünschten  Enddruck     p1,    sondern auch die gewünschte  Anstiegsgeschwindigkeit desselben während  der Ansprechzeit zu erreichen.  



  Die     Ausbildung    der für die volle Klang  ausstrahlung einer Pfeife erforderlichen  stehenden Welle im Pfeifenrohr bedingt den  mehrmaligen Hin- und Hergang der Welle  im Pfeifenrohr. Zur Erzielung eines guten       Staccatospiels    muss also einerseits die Bil  dung der richtigen Welle sofort nach dem  Niederdrücken der Taste einsetzen, und an  derseits muss die Erregung so lange an  dauern, bis die stehende Welle gebildet ist.

    Der ersten Forderung kommt die Einstellung  der     richtigen    Anstiegsgeschwindigkeit des       Anblasedruckes    entgegen, indem sich die  stehende Welle trotz des verlangsamten Ven  tilaufganges rascher bildet als bei zu unge  stümem     Druckanstieg.    Der zweiten Forde  rung dient beim dargestellten Beispiel fol  gende     Einrichtung:     Auf dem Ventilkörper 2 ist ein Ring 24  festgeschraubt, welcher beispielsweise drei  über den Rand des Ventiltellers 4 vor  stehende Lappen 25 aufweist. Diese Lappen  haben den Zweck, den Ventilaufgang zum       Stillstand    zu bringen, sobald der Ventilteller       den.    Hub 26 zurückgelegt hat.

   Dieser Hub  26 wird natürlich in jedem Falle so ein  gestellt, dass,     immer    unter der     Annahme    der       Mündung    des Kanals 22, 22a in die freie       Atmosphäre,    im     Anblaseraum    6 der ge  wünschte     Anblasedruck        p2    entsteht. Beim  Fehlen des Halteringes 24     würde    diesem  Druck     p,    ein gleich grosser Druck     p1    im       Membranraum    entsprechen.

   Bei     vorhandenem     Haltering 24 dagegen     kann        p,    natürlich be  liebig grösser gemacht werden, ohne dass     p,     weiter zunimmt. Wählt man also das     Off-          nungsverhältnis   
EMI0004.0029  
   derart, dass     p1    grösser wird  als zum Anheben des     Ventiltellers    um den    Hub 26 erforderlich wäre, so entsteht im       Membranraum    ein gewisser     Drucküberschuss.     Dieser bewirkt, dass nach Loslassen der Taste  das Ventil noch so lange voll geöffnet bleibt,

    bis der Druck     p1    auf den Wert     p2    gesunken  ist, worauf erst die Schliessung des Ventils  beginnt. Offenbar hat man es durch ent  sprechende Bemessung von     p1,    also wieder  durch eine geeignete Wahl von A und E, in  der Hand, das Ventil nach Loslassen der  Taste noch längere oder kürzere Zeit offen  zu halten. Es hat sich nun gezeigt, dass die  genaue Einhaltung dieses verlängerten     Of-          fenhaltens    eines der wichtigsten Mittel zur  Erzielung eines elastischen Anschlages und  einer lebendigen Tonbildung bei Orgelpfei  fen ist. Beim Fehlen des Halteringes 24 wür  den besonders die grossen Pfeifen bei sehr  kurzem     Staccatospiel    überhaupt nicht an  sprechen.

   Bei zu grossem     p,    dagegen würde  ihr Ton bei jedem Tastenanschlag so lange  stehen bleiben, dass eine rasche Repetition       unmöglich    würde. Praktisch gilt es also, die  Haltezeit genau auf den Punkt zu bringen,  wo     einerseits    eine einwandfreie     Repetition,     anderseits aber eine genügend deutliche Ton  abgabe erfolgt.

   Wie ersichtlich, genügt wie  derum die zweckentsprechende Bemessung  von A und E zur     Herbeiführung    der ge  wünschten Verhältnisse, ja noch mehr: Die  Nuancierung der Tonansprache     kann.    so weit  getrieben werden, dass beim kürzest mög  lichen Tastenanschlag gerade noch ein zwar  deutlicher und in der Tonhöhe     richtiger,    aber  in der Stärke, noch nicht völlig ausgebilde  ter Ton entsteht, welcher bei allmählich ver  längerter     Anschlagszeit    immer kräftiger  wird, bis er schliesslich bei gemässigtem     Stac-          catospiel    voll zur Ausbildung gelangt, ohne  dass die Repetition     beeinträchtigt    wird.

   Auf  diese Weise wird also die für ein künst  lerisches Spiel unerlässliche Lebendigkeit des  Anschlages erreicht, wie sie sonst nur der  mechanischen     Traktur    eigen ist. Gegenüber  dieser letzteren ergibt sich aber der Vorteil  wesentlich grösserer Sicherheit, weil jede  Pfeife ihr genau abgestimmtes     Ventil    be  sitzt.      Dem Zweck der     raschmöglichsten    Tonan  sprache dient die     Ausmündung    der Bohrung  22 in den     Anblaseraum    6, anstatt, wie bisher  angenommen, durch die seitliche Bohrung  ?2a in die freie Atmosphäre.  



  Hierbei ist zu beachten, dass bei strenger  Gültigkeit der weiter oben gegebenen Annah  men und Berechnungen, nämlich der Gleich  setzung von M und     Y    und der Gleichung  p., -     p1    diese Anordnung einem Verschluss  der Öffnung A gleich käme, da ja zwischen  dem     Membranraum    20 und dem     Anblaseraum     6 gerade wegen der Beziehung     p2    =     p1    nie ein  Druckunterschied herrschen könnte. Infolge  dessen müsste sich p, und damit natürlich  auch p 2 immer auf den Wert p einstellen.

   In  Tat und Wahrheit gelten aber obige Voraus  setzungen nicht ganz streng, denn erstens  macht man     131    um eine Kleinigkeit grösser als       Y,    um im Ruhezustand einen sicheren Ver  schluss der Ventilöffnung 8 durch den Ven  tilteller 4 zu gewinnen; zweitens ändert sich  die Zugkraft der Membrane 19 auf den Ven  tildraht 23 mit der Höhenlage des Angriffs  punktes, und zwar in der Weise, dass die Ver  tikalkomponente der Zugkraft mit steigen  dem Ventilteller grösser wird. Die weiter  oben abgeleitete Gleichgewichtsbedingung       p@   <I>= p,</I> gilt also nicht ganz streng, sondern  bei steigendem Ventilteller werden die  Schliesskräfte grösser.

   Die Gleichgewichtslage  wird also schon bei etwas kleinerem     p2    er  reicht sein, so dass     p#-    immer etwas kleiner  bleibt als     p,.    Diese Wirkung wird offenbar  noch durch das Gewicht des Ventiltellers und  seiner Verbindung mit der     Membrane    unter  stützt. Praktisch besteht also auch bei Aus  mündung der Bohrung 22 in den Anblase  raum 6 zwischen dem     Membranraum    20 und  dem     Anblaseraum    6 eine Druckdifferenz, so  dass die Öffnung A nicht als verschlossen,  sondern nur als verkleinert betrachtet wer  den kann gegenüber dem Fall, wo der Steuer  wind durch den Kanal 22a in die freie At  mosphäre austritt.

   Damit aber auch im Falle  der     Ausmündung    der Bohrung 22 in den An  blaseraum 6 in 20 der gewollte Druck p, ent  steht, muss also offenbar auch E entspre-         chend    der scheinbaren     Verkleinerung    von A  kleiner gemacht werden, immer unter An  nahme des Nichtvorhandenseins des An  schlagringes 24, 25. Bei Vorhandensein die  ses Ringes dagegen     kann    natürlich E beliebig  gross gemacht werden, wodurch p,, nicht aber       19;2    wächst.

   Der     Druckanstieg    im Membran  raum 20 ist aber offenbar bei der     Ausmün-          dung    der Bohrung 22 nach dem Anblase  raum 6 ein anderer als beim     Austritt    des       Steuerwindes    in die freie Atmosphäre, und  zwar wird er wegen der scheinbaren Ver  kleinerung von A rascher werden, und zwar  umso rascher, je grösser der     Momentanwert     von     p2    ist.

   Die Wirkung wird also die sein,  dass anfänglich, wo     p=    noch gleich Null ist,  der Druckanstieg im     Membranraum    20 genau  gleich ist, wie wenn der Steuerwind in die  freie Atmosphäre austreten würde, mit stei  gendem     p.,    aber erfolgt die Drucksteigerung  im Raum 20 immer rascher. Es hat sieh ge  zeigt, dass sich bei in dieser Weise modifizier  tem Druckanstieg der volle Klang der Pfei  fen bei 'tadelloser Ansprache am raschesten  erzielen lässt.  



  Ähnlich wie bei der Tonansprache liegen  die     Verhältnisse    bei der Tonabsprache. Ein  zu schnelles Schliessen des Ventils ergibt  einen harten     Tonschluss,    ein zu langsames  Schliessen dagegen bewirkt ein dem Ohr un  angenehmes Herunterziehen des Tones vor  dessen Verstummen. Auch zur Erzielung  einer einwandfreien Tonabsprache ist also  ein bestimmter Verlauf der     Druckabfallkurve     nötig, wobei es sich zeigt, dass bei den Ver  hältnissen, welche für eine gute Ansprache  günstig sind, sich auch eine gute Absprache  ergibt.  



  Die Anstiegs- und Abfallgeschwindigkeit  des Druckes     p,    und     damit    auch des Druckes       p,    können nicht nur durch die Bemessung  von A und E, sondern auch durch die Bemes  sung der Räume 20 und 6 beeinflusst werden.  Dem Raume 20 wird man eine genügende  Grösse geben, damit A und E nicht allzu  klein ausfallen.     Ferner    wird man den Raum  6 so gross machen, dass die aus dem Ventil  in diesen einströmende Luft möglichst wir-           belfrei    in den Pfeifenfuss eintritt.

   Die ge  zeigte Ausführungsform der Erfindung bie  tet also alle nur denkbaren Möglichkeiten zur       Herbeiführung    einer einwandfreien     Tonan-          und        -absprache    und eines ruhigen Tonfort  klanges.  



  Das Merkmal der Erfindung besteht in  der Anordnung von zwei gesonderten Öff  nungen des     Membranraumes,    von denen die  eine E dem Eintritt, die andere A dem     Aus-          tritt-    der Steuerluft dient, wodurch erreicht  werden soll, dass zufolge ihrer absoluten Grö  ssen und ihrem Grössenverhältnis sowohl der  Enddruck im     Membranraum,    als auch der  Druckverlauf während der Füllzeit jenes  Raumes zum voraus bestimmte Grösse     bezw.     Form annehmen, damit als Folge davon (wie  weiter vorn dargelegt) der Druckanstieg und  Enddruck auch im     Anblaseraum    in ge  wünschter, vorbestimmter Weise erzielt wer  den.

   Zu beachten ist, dass dieses Prinzip nur  anwendbar ist für die Ventile, welche sich in  den     Anblaseraum    hinein öffnen,     denn    nur bei  diesen Ventilen richtet sich der Druck im       Anblaseraum    nach dem Druck im Membran  raum.  



  Bei der gezeigten Ausführungsform ist       angenommen,    dass A und E zum vornherein  auf die Grösse gebracht worden sind, welche  für die auf jedem     Ventil        stehende    Pfeife die  gewünschten Druck- und     Druckverlaufsver-          hältnisse    ergibt. Es leuchtet aber ein, dass es  durchaus im Wesen der Erfindung liegen  würde,     wenn.    man die Öffnungen A und E       etwa    durch Einbau .von Hahnen mit einstell  barer Durchgangsöffnung oder dergleichen  regulierbar machen würde, wie dies für Ver  suchs- oder     Messventile    zum Einstellen und    Untersuchen von Pfeifen aller Art angezeigt  erscheint.  



  Endlich sei darauf hingewiesen, dass die       Anbringung    des Halteringes 24 und das Aus  strömenlassen des Steuerwindes in den An  blaseraum 6 nur Verfeinerungen des oben be  schriebenen Erfindungsgedankens darstellen,  dass die Erfindung also auch ohne diese be  stehen kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Spielventil zur Erzielung regulierter An- und Absprache von Orgelpfeifen und ähn lichen Tongebern, dadurch gekennzeichnet, dass der Membranraum je eine gesonderte Öffnung für den Eintritt und den Austritt des Steuerwindes besitzt, wodurch erreicht werden soll, dass zufolge deren absoluten Grö ssen und deren Grössenverhältnis im Mem- branraum ein Druck von gewollter Grösse und ein Druckanstieg von gewollter Verzögerung entsteht. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Spielventil nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der beim Öffnen des Ventils sich in den Anblaseraum hinein bewegende Ventilteller gegen einen seinen Hub begrenzenden Anschlag stösst, bevor im 14lembranraum der durch das Grössen verhältnis der Lufteintritts- und der Luft austrittsöffnung bestimmte Enddruck er reicht ist. 2. Spielventil nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftaustrittsöffnung des Mem- branraumes in den Anblaseraum mündet.
CH183235D 1935-03-18 1935-03-18 Spielventil zur Erzielung regulierter An- und Absprache von Orgelpfeifen und ähnlichen Tongebern. CH183235A (de)

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