Vorrichtung zum Füllen von Säcken und andern Behältern. Es sind Vorrichtungen zum Füllen von Säcken und andern Behältern bekannt, bei denen der Behälter während des Füllens auf einer Wiegeeinrichtung untergebracht ist, so dass die Füllung nach Gewicht bemessen wer den kann. Bei manchem Füllgut, besonders bei solchem von staubförmiger Beschaffen heit, ist es aber zwecks Platzersparnis erfor derlich, das Füllgut in dem Behälter mög lichst dicht abzulagern. Dies wird häufig da,- durch bewirkt, dass das Füllgut mittels einer Schleudervorrichtung in den zu füllenden Behälter hineingeworfen wird.
Dieses Ver fahren lässt sich aber bei Vorrichtungen der eingangs erwähnten Art nicht gilt anwenden, weil ein solches Schleudern das .Spiel der Wiegeeinrichtung derart beeinflussen würde, dass sie ein in Wirklichkeit zu grosses Ge wicht anzeigen würde.
Die Erfindung schafft hier Abhilfe, und zwar wird dies dadurch bewirkt, .dass der ,den Behälter tragende oder haltende Teil der Vorrichtung zwischen dem Einlauf für das Füllgut und dessen Auslauf in den Behälter eine das Abfüllgut fördernde Einrichtung, zum Beispiel eine Schleudervorrichtung, die in oder auf dem auf der Wiegeeinrichtung befindlichen Teile der Anlage angeordnet ist.
Sie unterliegt daher dem Wiegespiel und die von ihr hervorgebrachten Beschleunigungen vollziehen sich völlig innerhalb der .dem Wiegespiel ausgesetzten Teile der Abfüllein richtung, können also keine Beeinflussung jenes Wiegespiels hervorrufen.
Die beiliegende Zeichnung stellt ein Aus führungsbeispiel der Erfindung dar, und zwar zeigt sie eine Sackfüllvorrichtung in Abb. 1 in Seitenansicht, teilweise im Schnitt, in Abb. 2 teilweise in Vorderansicht; die Abb. .3-4 zeigen eine Einzelheit und Abb. 5 eine Variante dazu.
Im Gestell 21 (Abb. 1) ist die Auslauf kammer 2 für das abzufüllende Gut angeord net, die unten durch die beiden Drehklappen 5 und 6 ,geschlossen wird, wobei die obere Klappe 5 eine Öffnung besitzt, welche von der untern Klappe 6 überdeckt wird. Unter- ' halb der Auslaufkammer 2 ist der Wiege behälter 9 am Waagebalken 7 aufgehängt, dessen anderes Ende die Gewichtsschale 17 trägt und der im Pfannenlager 18 des Ge stelles 21 ruht.
Zwischen dem Oberrande des Wiegebehälters 9 und dem Mantel 19 der Auslaufkammer 2 ist der aus nachgiebigem Material bestehende Schlauch 20 zwecks Ver hinderung von Staubentwicklung derart an gebracht, dass er keinen Einfluss auf die Wiegevorrichtung ausüben kann.
Im Unterteil des Wiegebehälters 9 ist das Schleuderrad 22 gelagert, welches durch den Elektromotor 10 in schnellen Umlauf versetzt wird. Dem Motor 10 wird der Antriebsstrom durch die Leitungsdrähte 23 zugeführt. Ge- iagert ist der Motor 10 auf dem Konsol 24, welches an der Aussenseite des Wiegebehäl- ters 9 vorgesehen ist.
Unterhalb des .Schleu derrades 22 läuft der Wiegebehälter 9 in,die Fülldüse 12 aus, auf die der zu füllende Ventilsack 11 mit seiner Ventilöffnung auf gesteckt ist und durch den Bremshebel 27 in seiner Lage festgehalten wird.
Seitlich von der Fülldiise 12 erstrecken sich vom Behälter 5 nach unten hin die bei den Arme 28, in denen in seiner Höhenlage verstellbar der Sackstuhl 13 befestigt ist. An diesen Armen 28 sind die Achsen 25 und 25' angeordnet, welche mit gleichen im Ge stell 21 sitzenden Achsen 26 und 26' durch Lenker 15 und 16 verbunden sind. Diese Lenker bilden eine Parallelführung für den gesamten am Waagebalken 7 hängenden Teil der Anlage, welcher aus dem Wiegebehälter 9, dem Konsol 24 mit dem Motor 1.0 und den Armen 28 mit dem Sackstuhl 13, sowie dem aufgesteckten Sack 11 besteht.
Bei geöffneten Klappen 5 und 6 strömt das Füllgut aus der Auslaufkammer 2 in den Wiegebehälter 9 und wird durch das Schleu derrad 22 in den Sack 11 geschleudert. Das gesamte Gewicht des Füllgutes, welches sich hierbei im Wiegebehälter abgesetzt hat, von dem Schleuderrade 22 erfasst ist oder in den Sackgelangte, wirkt hierbei auf die Wiege einrichtung. Der Wiegebalken 7 beginnt da her zu spielen, sobald die Menge des in den Wiegebehälter eingebrachten Füllgutes sich dem verlangten Gewichte der Sackfüllung nähert, welches durch das auf die Gewichts schale 17 gesetzte Gewicht bestimmt ist.
Bei diesem Einspielen schliesst der Waagebalken 7 in bekannter Weise durch hier nicht ein zeln dargestellte Mittel zunächst die obere Klappe 5, so dass nur noch ein schwacher Strom von Abfüllgut durch ,die in der Klappe 5 vorgesehene Offnung in den Aufnahme trichter 8 des Wiegebehälters 9 einzulaufen vermag.
Das letzte Einspielen des Waage balkens 7 geht daher sehr langsam, also mit grosser Wiegegenauigkeit vor sich; hierbei wird dann in gleichfalls bekannter, hier nicht veranschaulichter Weise auch die Klappe 6 beschlossen, wodurch .der Nachstrom eben falls unterbrochen, also der Einlauf von Ab füllgut in .den Wiegebehälter 9 völlig unter- binden wird.
Da der Motor 10 das Schleuderrad 22 un unterbrochen in Drehung hält, wird die ge samte Füllgutmenge, soweit sie nicht direkt durch den Wiegebehälter 9 hindurchgegan gen ist, durch das Schleuderrad in .den Sack 11 befördert. Sobald dies geschehen ist, wird durch Niederdrücken des Bremshebelgriffes 27 dieser Bremshebel gelüftet, worauf der Sack 11 von der Einfülldüse 12 unter der Wirkung seines Eigengewichtes abgleitet.
Um ein sicheres Abkippen des Sackes 11 zu gewährleisten, ist der Sackstuhl 13 schwenkbar gelagert. Die Lenker 15 und 16 verhindern ein Schwenken der am Waage balken 7 hängenden Teile, so dass durch die Betätigung des Bremshebels 27 und das Ab kippen des Ventilsackes 11 von der Einfüll- düse 12 keine Störung in der Anlage hervor gerufen werden kann, und auch das Auf stecken eines andern Sackes auf die leer ge wordene Düse 12 anstandslos vor sich ,geht.
Auch die Stromzuführungsdrähte 23 kön nen das .Spiel des Waagebalkens nicht beein flussen.
Ebenso ist durch den Umlauf des Motors und des Schleuderrades 22 keine Störung des Wiegespiels zu befürchten, weil bei dem grossen Unterschied in den Drehungs- bezw. Schwingungszahlen des Motors und der Wiegevorrichtung die hervorgerufenen Be schleunigungen so verschiedene Grössenord nung besitzen, dass das Wiegespiel nicht be- einflusst wird.
Im übrigen können auch Einrichtungen getroffen werden, durch die der Motor nebst dem Schleuderrade während des letzten Teils der Wägung, also etwa bei geschlossener 13auptstromklappe 5, angehalten werden.
Die den Sack tragende Düse kann auch waagrecht liegen, wobei dann der Bremshebel 27 oder der Sackstuhl 13 für die .Stützung des Sackbodens fortgelassen werden kann.
L, m das dichte Absetzen des Füllgutes noch zu verstärken, können Klopf- oder Rüt telvorrichtungen vorgesehen werden, die in bekannter Weise auf den Sack, vorzugsweise seinen Unterteil einwirken. Natürlich müssen diese ebenso wie die Schleudereinrichtung samt ihrem Antrieb in dem am Waagebalken hängenden Teile der Anlage untergebracht sein, so dass keinerlei Kräfte auf die ortsfeste Umgebung übertragen werden.
Anstatt den am Waagebalken hängenden Teil der Anlage durch Lenker vor Schwin- gungen zu schützen, kann dieser Teil auch mit mehreren, nicht in einer Ebene liegenden Stützen auf mehr als zwei Punkten des Id'ebelwerkes einer zusammengesetzten Bal kenwaage ruhen.
Um nicht durch zu hohes totes Gewicht die Wiegegenauigkeit der Einrichtung zu beeinträchtigen, sucht man das Gewicht aller an der Wiegeeinrichtung hängenden Teile möglichst niedrig zu halten. Deshalb kann man den Einlauftrichter über dem .Schleuder rad nicht beliebig gross machen und muss vor allem die Stärke des Motors oder einer sonsti gen Antriebseinrichtung für das Schleuder rad tunlichst beschränken.
Wird das Abfüllgut dem Aufnahmetrich ter plötzlich zugeführt, so wird das Schleu derrad derart stark beaufschlagt, dass es die ihm zuströmende Abfüllgutmenge nicht be wältigen kann. Es wird entweder über belastet, so da.ss die Motorsicherungen durch- brennen, wobei die Schleuderwirkung bereits schon nachgelassen hat, oder es entsteht eine Stauung von Abfüllgut vor dem Schleuder- rade, die in dem engen Einlauftriehter 8 leicht zur Brückenbildung führt, so dass der Sack selbst ein Mindergewicht erhält.
Zum Zwecke der Vermeldung derartig ungenügen der .Sackfüllungen kann vor dem Einlauf zu dem an der Wiegeeinrichtung - hängenden Fülltrichter, also in dem ortsfesten Teil der Füllgutzuleitung eine Dosierungsvorrichtung vorgesehen sein, die -das Abfüllgut stets nur allmählich in den Trichter 8 und zum Schleu derrad .gelangen lässt.
Unter,der Mündung der Leitung 4 befin det sich der an der Waage 7 hängende Auf nahmetrichter 8, in dessen Auslauf das Schleuderrad 9 angeordnet ist, das von dem gleichfalls an der Waage 7 hängenden Motor 10 angetrieben wird. Der Antrieb der Dosie rungsvorrichtung 3 erfolgt in hier nicht näher dargestellter Weise mittels des Ge stänges 14 in Abhängigkeit von der durch das Wiegespiel der Waage 7 ,gesteuerten Be wegung der Klappen 5 und 6. Die Dosie rungsvorrichtung kann jedoch auch durch eine ununterbrochen arbeitende Antriebsvor richtung betätigt werden. Statt als Walze kann die Dosierungsvorrichtung auch als Schnecke oder dergleichen ausgebildet sein.
Ist das Füllgut gegen Schlag empfind lich, so wird vorteilhaft eine Schleuderein richtung verwendet, die in der in Abb. 3 und 4 .dargestellten Weise ausgebildet ist. Das durch den Trichter 30 abfliessende Abfüllgut gelangt auf die eine :Seitenfläche der schnell umlaufenden Scheibe 31, .so dass es von dieser durch blosse Reibung mitgenommen und durch die Leitung 32 fortgeschleudert wird, die in der Fülldüse endigt.
Abb. 5 zeigt eine weitere Ausführungs form des Schleuderrades, bei der auf der Welle 40 zwei Schleuderscheiben 41 und 42 in einem Abstande voneinander sitzen. Das Abfüllgut wird durch die zwischen die bei den Scheiben 41 und 42 mündende Zuleitung eingeführt und durch .die Scheiben durch das zwischen ihnen angeordnete, mit einer Aus- Lauföffnung versehene Rohr 44 geschleudert.
Derartige Schleuderscheiben können in jeder Lage verwendet werden, ihre Welle kann also waagrecht, senkrecht oder geneigt liegen. Statt auf die Seitenfläche könnte das Abfüllgut auch auf den glatten Scheibenum fang geleitet werden.
Die Schleuderscheiben sind vorzugsweise geeignet für Vorrichtungen zum Abfüllen von .gegen Schlag empfindlichem Abfüllgut. wie Getreide, Kaffee und andern Früchten oder Kernen, sowie auch von Streussel und Klümpchen aus chemischem Material, wie Kunstdünger, und endlich von kristallini schen Materialien.
Die erfindungsgemässe Einrichtung zeich net sich durch grosse Einfachheit und Be triebssicherheit aus und eignet sich besonders für hohe Fülleistungen, also insbesondere für das Füllen von selbsttätig schliessenden Ventilsäcken.