Elektrischer Motor mit Solenoiden und Kurbeltrieben. Elektromagnetische Motore, bei denen die Arbeit durch ein oder mehrere Solenoide ge leistet wird, die bei Erregung ihren Eisen kern anziehen; sind seit langem bekannt. Der Hauptnachteil dieser Motore besteht in der Verschiedenheit der hervorgerufenen Kraft grössen bei den verschiedenen Stellungen des Eisenkernes.
Die auf den Eisenkern ausgeübte Kraft durchläuft bekanntlich beim Eindringen in das Innere des Solenoides einen Grösstwert. Diese Ungleichmässigkeit wirkt sich auch dann aus, wenn zwei Solenoide vorgesehen sind, deren Kurbeln gegeneinander um<B>1801'</B> ver setzt sind. Es ist bereits bekannt, bei einem derartigen Motor einen Luftzylinder vorzuse hen, derart, dass die in ihm zusammengepresste Luft gerade im Totpunkt die grösste Kraft in solcher Richtung auf den Kreuzkopf ausübt, dass sie zur Überwindung des Totpunktes bei trägt.
Damit ist jedoch der Nachteil verbun den, dass die Reibungsverluste des Kolbens verhältnismässig viel zu gross sind und den Wirkungsgrad des Motors zu stark herabsetzen. Durch die Erfindung wird der geschilderte Mangel behoben, und zwar dadurch, dass Federn vorgesehen sind, deren eines Ende an einem Kurbelzapfen und deren anderes Ende an einem festen Punkt angreift, der so gewählt ist, dass die Federspannung am Anfang des Eindrin- gens des Kernes in die Spule am höcbsten ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigt Fig. 1 den Motor in der Draufsicht, Fig. 2 eine Seiten ansicht, und Fig. 3 das Schaltungsschema.
Der Motor besitzt zwei Solenoide 1, 2 mit in den Spulen verschiebbaren Kernen 3 bezw. 4. Die Kerne sind durch Gestänge 5, 6 und Kurbelzapfen 7, 8 mit den Scheiben 9 und 10 verbunden, durch welche das An triebsorgan, zum Beispiel die Riemenscheibe 11, gedreht werden kann. Mit 12 ist ein Schwungrad bezeichnet. Die Kurbelzapfen sind gegeneinander um 180 versetzt.
Koaxial mit dem Antriebsorgan ist ein Kommutator 13 angeordnet. Durch diesen wird, wie die Fig. 3 zeigt, der aus der Strom- quelle 14 entnommene elektrische Strom in der Weise zu den Solenoiden geführt, dass abwechselnd immer nur das Solenoid 1 oder 2 mit Strom versorgt ist. Zu diesem Zwecke gleiten die Bürsten 15, 16 auf je einer Kommu- tatorhälfte 13', 13".
Wie aus der Darstellung hervorgeht, ist durch die Bürsten 15 der Strom kreis des Solenoides 1 mittels des Kommu- tatorteils 13' geschlossen, während jener des Solenoides 2 unterbrochen ist, da die Bürsten 16 auf dem unterbrochenen Halbzylinder des Kommutatorteils 13" schleifen.
Die Solenoidkerne wirken während ihrer Bewegung mit ungleichmässiger Kraft auf die Scheiben 9 und 10. In der äussersten Lage des Kernes ist der Antrieb am schwächsten und je mehr der lern in das Solenoid hin eindringt, umso kräftiger wird er angezogen, sodann nimmt die Zugkraft wieder ab und ist in der Mittellage des Kernes auf Null gesunken: Die Federn 17 und 18 sind nun derart . angeordnet, dass die Federkraft am Anfang des Eindringens des der betreffenden Feder zugeordneten Kernes in die Spule am höchsten ist. Hierdurch wird die am Anfang noch schwache Zugkraft erhöht.
Je mehr der Kern in die Spule eindringt, umsomehr nimmt die Federwirkung ab, aber durch die auf den Kern ausgeübte, mit dem Eindringen des Kernes wachsende elektromagnetische Wirkung ergibt sich bis zu einem gewissen Punkt eine praktisch vollständige Gleich mässigkeit in der Kraftwirkung bei richtiger Wahl und Anordnung der Feder. Das eine Ende jeder Feder ist an einem im Gestell des Motors befestigten Pfosten 19, das andere Ende mittels eines lose sitzenden Ringes 20 am Kurbelzapfen befestigt. Während der eine lern 4 in das Solenoid 2 hineindringt, wird der andere Kern 3 aus der Spule 1 hin ausbewegt, wobei die Feder 18 auseinander gezogen wird.
Bis der Kern 4 vollständig in die Spule 2 hineingedrungen ist, ist die Feder 17 zur Gänze entspannt und die Feder 18 dagegen im höchsten Masse auseinander gezogen. Die Gleichmässigkeit der Kraftwir kung ergibt sich auch dadurch, dass am An fang des beschriebenen Vorganges, das heisst wenn der Kern 4 nur wenig in die Spule 2 eingedrungen ist, erst das anfängliche Aus- einanderzieben der Feder 18 stattfindet, das heisst diesbezüglich nur ein geringerer Kraft bedarf besteht. Versuche haben ergeben, dass durch die beschriebene Anordnung ein aus geglichener und ruhiger Gang des Motors erzielt wird.