CH189247A - Geschlossene Hochspannungssicherung. - Google Patents
Geschlossene Hochspannungssicherung.Info
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Description
Geschlossene Hochspannungssicherung. Es sind Hochspannungssicherungen be kannt, bei .denen ein Schmelzleiter in einem Löschmittel eingebettet ist, welches nach dem Verdampfen des@ Schmelzleiters stark stromvermindernd wirkt und dadurch eine Stromunterbrechung in spätestens einer Halbperiode herbeiführt.
Diese Einwirkung geschieht entweder durch Abgabe licht bogenkühlender Gase seitens des umgebenden Löschmittels oder durch Bildung einer hoch- ohmigen ,Schmelzraupe aus dem umgebenden Löschmittel in der Weise, dass jene den Strom übernimmt, ihn infolge ihres hohen Widerstandes herabmindert und schliesslich unterbricht.
Bei diesen Sicherungen ver dampft der Schmelzleiter praktisch gleich zeitig auf seiner ganzen Länge, da er über seine ganze Länge hinweg den gleichen Querschnitt aufweist. Es gibt zwar Siche rungen, bei denen der Schmelzleiter an einer Stelle - meist in der Mitte - etwas ge schwächt ist; dies verfolgt aber lediglich den Zweck, den Grenzstrom herabzusetzen bezw. den Beginn des Durchschmelzens, in die Mitte oder an einen gewünschten Punkt zu legen.
Auch solche Sicherungen verhalten sich bezüglich .des zeitlichen Verlaufes des Unterbrechungsvorganges genau so, als wenn der Schmelzleiter über seine ganze Länge hinweg gleichen Querschnitt hätte.
Das gleichzeitige Verdampfen des Schmelz leiters schafft gegenüber .dem vorangehen den Betriebszustand schlagartig andere Ver hältnisse. In,die Strombahn ist plötzlich ein hoher Widerstand - entweder der Licht bogen - oder der Schmelzraupenwiderstand - eingeschaltet.
Die dadurch erzwungene plötzliche Stromänderung ruft nun Über- spannungen hervor, die umso grösser sind, je grösser der erwähnte Widerstand und je grösser der iStrom,
im Augenblicke des Ver- dampfens des Schmelzleiters ist. Dieser Schmelzstrom ist in der Hauptsache durch den Schmelzleiterquerschnitt festgelegt und somit auch durch den Nennstrom. Der Wi derstand des Lichtbogens oder -der @Schmelz- raupe muss aber anderseits einen bestimmten Mindestwert haben, um die Löschung zu er möglichen.
Es ist daher insbesondere für Pa tronen mit hohen Nennstromstärken eine er hebliche Überspannung nicht zu vermeiden. Dies gilt sowohl für Hochspannungssiche rungen mit nur einem Hauptschmelzleiter, wie auch für solche mit Haupt- und Neben schmelzleiter.
Damit bei Anordnung des oder der Schmelzleiter in einem Pulver- oder sand- förmigen Löschmittel, welches eine schnelle Stromunterbrechung begünstigt, bei grossen Überlastungen nicht ein gleichzeitiges Ver dampfen der ganzen 8chmelzleiterlängen ein setzt und der Löschwiderstand (Lichtbogen- widerstand oder Schmelzraupenwiderstand) nicht plötzlich in voller Höhe in die Strom bahn eingeschaltet wird,
werden erfindungs gemäss der oder .die - vorzugsweise als meh rere parallel geschaltete Einzelleiter in Form von Folien oder dünnen Drähten ausgeführ ten - Schmelzleiter über ihre Länge bis ganz oder nahe an die Anschlüsse aus Leiter teilen verschiedener Abschmelzcharakteristik zusammengesetzt werden, beispielsweise .da durch, dassl sie mit einem über ihre Länge hinweg veränderlichen Querschnitt ausge führt werden. Vorzugsweise wird der Schmelzleiter in der Mitte am schwächsten bemessen und dann nach den Enden zu all mählich oder in mehreren Stufen stärker.
Dadurch wird folgendes. erreicht: Der Schmelzleiter beginnt mit dem Ver dampfen an der schwächsten Stelle, beispiels weise in der Mitte; .dort bildet sich entweder ein Lichtbogen oder eine 'Schmelzraupe mit geringem Widerstand. Dieser wächst umso stärker an, je weiter der Verdampfungspro- zess nach den Enden hin- fortschreitet. Der Widerstand wächst also von Null bis auf den Endwert stetig oder bei stufenweise abge setztem Schmelzleiter in Stufen an. Auf diese Weise wird die plötzliche Stromände rung und damit eine Überspannung ver mieden.
Bei Anordnung mehrerer paralleler Schmelzleiter, zum Beispiel mit stetig oder stufenweise über ihre Länge hinweg verän# derlichem Querschnitt wird im Überlastungs fall der Abschmelzvorgang im allgemeinen so verlaufen, dass ein Leiter nach dem an dern auf die notwendige Länge abschmilzt, da stets nur in einem der parallelen Zweige ein etwaiger Lichtbogen entstehen kann, des sen Löschung infolge der begrenzten Höhe des Stromes keine Schwierigkeiten macht.
Bei Kurzschluss wird jedoch alsdann infolge der fallenden Charakteristik .der parallelen Lichtbögen von Anfang an eine ungleich mässige Stromverteilung auf die parallelen Zweige eintreten und dazu führen, dass einer der Schmelzleiter .die ganze Belastung an sich zieht. Eine Löschung des Lichtbogens ist in diesem Falle kaum noch möglich.
Um diese Schwierigkeit zu vermeiden und zugleich einen optimalen Wert der Ab sehaltleistung zu erreichen, ist es notwendig, jegliche Lichtbogenbildung von Anfang an zu unterdrücken. Dies kann dadurch ge schehen, dass vorzugsweise in .der Nähe der Stellen, an denen das Abschmelzen beginnt, eine gestreckte Ausbildung der Schmelzleiter in Richtung,des elektrischen Feldes auf eine grössere Länge vermieden wird, indem min destens alle 2 cm eine Änderung der Schmelz leiterrichtung vorgesehen wird. Dies kann zum Beispiel durch zickzack-, wellen- oder mäanderförmige Ausbildung oder Windung der Schmelzleiter erreicht werden.
Es hat sich gezeigt, dassl bei einer solchen Anord nung eine Lichtbogenbildung sicher unter drückt und eine gleichmässige Stromvertei lung auf .die parallelgeschalteten Schmelz leiter bezw. die nachher entstehenden Schmelzraupen erreicht wird.
Die Unterdrückung der Lichtbogenbil- dung ist darauf zurückzuführen"dass die vor zugsweise in Richtung des elektrischen Fel des beschleunigten Metalldampfionen zum grossen Teil gegen die quer oder schräg zum Feld stehenden Wände des Schmelzkanals fliegen und hier absorbiert werden, so dass die zum Zünden eines Lichtbogens oder einer lichtbogenähnlichen Entladung notwendige Spannung grösser wird als die zur Durch- treibung des an den iSchmelzstrom sich an schliessenden Nachstromes durch die halb leitende Schmelzraupe erforderliche Span nung.
Bei geringen Überströmen besteht die Ge fahr, @dass sich der kaskadenartig verlaufende Abschmelzvorgang viel zu langsam vollzieht. Um dies zu vermeiden, kann man die oder den Schmelzleiter derart aus den verschie denartigen Elementen mit stufenweisen oder stetigen - Übergängen zusammensetzen, dass die Elemente verschiedenen Querschnittes bei geringen Überströmen annähernd gleichzeitig die Schmelztemperatur erreichen und daher auch gleichzeitig unterbrechen.
Das kann man beispielsweise dadurch erzielen, dass man den ,Schmelzleiterquerschnitt stetig oder stufenförmig in kurzer Folge abwechselnd vergrössert und verkleinert. Zweckmässiger weise .wird man dabei dem Schmelzleiter an Stellen grösseren Querschnittes eine geringere Oberfläche geben oder .durch an sich be kannte Mittel die Wärmeabgabe an Stellen grösseren Querschnittes herabsetzen.
So kann mann bei Verwendung von quergefalteten oder gewundenen :Schmelzleitern an den Stellen grösseren Querschnittes die Faltung enger bezw. den Windungsabstand geringer wählen, so dass sich die Teile hier ebenso schnell wie diejenigen mit kleinerem Quer schnitt erhitzen. und durchschmelzen. Im Kurzschlussfalle ist hingegen für das, Durch schmelzen die Wärmekapazität der einzelnen Elemente massgebend.
Anstatt die einzelnen Schmelzleiter mit verschiedenem Querschnitt auszuführen, kann man sie auch aus- verschiedenen Materialien zusammensetzen. Die hintereinandergeschal- teten Teile besitzen auch in diesem Falle verschiedene Abschmelzcharakteristiken, wel che durch geeignete Auswahl des 'Schmelz punktes, der elektrischen Leitfähigkeit, der spezifischen Wärmeabgabeziffer, des Quer schnittes und der Oberfläche bedingt sein können. Insbesondere lässt sich durch Auf bringen von Schmelzlot oder ähnlichen Stof fen auf Teilen stärkeren Querschnittes eine Herabsetzung des Schmelzpunktes an diesen Stellen bei langsamer Überlastung erzielen.
In der Abbildung ist ein Ausführungs beispiel für einen iSchmelzleiter nach der Er findung dargestellt. Bei dem bandförmigen Leiter wechseln ,die Teile grösserer oder klei nerer Breite in kurzer Folge miteinander ab. Bei grossen Überströmen (Kurzschlüssen), bei denen das Schmelzen in so kurzer Zeit vor sich geht, dass noch keine merkliche Wärme ableitung stattfindet, erfolgt das Abschmel zen staffelweise, und zwar zuerst an den Teilen a mit kleinerem Querschnitt und greift dann auf diejenigen b mit grösserem Querschnitt über.
Bei ,geringen Überlastun gen werden aber die stärkeren Teile b von den schwächeren a aus aufgeheizt, so dass beide praktisch zur gleichen Zeit die gleiche Temperatur erreichen und infolgedessen der Schmelzleiter fast gleichzeitig an allen iStel- len zum Abschmelzen gelangt. Bei den ge ringen Überlastungen ist trotz des an allen Stellen gleichzeitig erfolgenden Abschmel- zens ein Auftreten von ,grossen Überspannun gen nicht zu befürchten.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Geschlossene Hochspannungssicherung, bei welcher der Schmelzleiter in einem pulver- färmigen oder sandigen Löschmittel ein gebettet ist und beim Durchschmelzen auf der ganzen oder nahezu ganzen Länge ver dampft, .dadurch gekennzeichnet, dass- der oder .die ,Schmelzleiter über ihre Länge bis ganz oder nahe an die Anschlüsse sich aus Leiterteilen verschiedener Abschmelzcharak- teristik zusammensetzen.UNTERANSPRüCHE 1. Hochspannungssicherung nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Schmelzleiter über ihre Länge verschiedenen Querschnitt besitzen. 2. Hochspannungssicherung nach Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die !Schmelzleiter in der Mitte den geringsten Querschnitt aufweisen und dass dieser stetig nach beiden Enden zu anwächst.3. Hochspannungssicherung nach Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die ,Schmelzleiter in der Mitte ,den geringsten Querschnitt aufweisen und dass dieser in mehreren Stufen nach beiden Enden zu anwächst. 4. Hochspannungssicherung nach Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Anordnung mehrerer parallel ge schalteter Schmelzleiter diese mindestens alle 2 ein ihre Richtung ändern. 5.Hochspannungssicherung nach Unteran spruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Schmelzleiter zickzackför- mig verlegt sind. 6. Hochspannungssicherung nach Unteran spruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Schmelzleiter wellenförmig verlegt sind. 7. Hochspannungssicherung nach Unteran- spruch,4, dadurch gekennzeichnet, dass, der oder die Schmelzleiter mäanderförmig verlegt sind.B. Hochspannungssicherung nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass die jSchmelzleiterquerschnitte über die Länge abwechselnd vergrössert und verkleinert sind. 9. Hochspannungssicherung nach Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelzleiter an Stellen grösseren Quer- schnittes eine geringere Wärmeabgabe besitzen als an den Stellen kleineren Querschnittes. 10. Hochspannungssicherung nach Unteran spruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelzleiter gefaltet sind und die Faltung an den Stellen grösseren Quer schnittes enger gehalten ist als an den Stellen kleineren Querschnittes. 11.Hochspannungssicherung nach Unteran spruch<B>9,</B> dadurch gekennzeichnet, da.ss die Schmelzleiter gewunden sind und der Win.dungsabstand an den Stellen grösseren Querschnittes geringer,gehalten ist als an den Stellen kleineren Quer schnittes. 12. Hochspannungssicherung nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelzleiter in Hintereinanderschal- tung aus verschiedenen Materialien zu sammengesetzt sind. 13.Hochspannungssicherung nach Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an den Stellen grösseren Querschnittes Stoffe mit niedrigerem Schmelzpunkt aufgebracht sind, welche eine Herab setzung des Schmelzpunktes des Siche rungsdrahtes bei langsamer Überlastung bewirken. 14. Hochspannungssicherung nach Unteran spruch 13, dadurch gekennzeichnet, .dass an den Stellen grösseren Querschnittes Schmelzlot aufgebracht ist.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH189247D CH189247A (de) | 1934-12-11 | 1935-12-05 | Geschlossene Hochspannungssicherung. |
Country Status (1)
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