CH199907A - Verfahren zur Herstellung eines Kücken-Provitamin-D-präparates aus einem Steringemisch. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Kücken-Provitamin-D-präparates aus einem Steringemisch.

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CH199907A
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  Verfahren zur Herstellung eines     Kücken-Provitamin-D-präparates     aus einem     Steringemisch.       Seit es bekannt ist, dass     Cholesterin    kleine  Mengen     Provitamin-D    enthält, hat man ver  sucht, dieses     Provitamin-D-Sterin    zu konzen  trieren und so rein     wie    möglich zu isolieren.

    Insbesondere nach der Entdeckung von     Wad-          .d..ell        (Journ.    of     the        Biol.        Chemistry,        Band     105,     Juli    1934, Nr. 4, Seite     711/739),    dass  dieses     Provitamin    sich hinsichtlich der     Ak-          tivierbarkeit    zu     Kückenvitamin-D    von pflanz  lichem     Ergosterin    unterscheidet, ist die Her  stellung des praktisch reinen     tierischen    Pro  viatmins-D bedeutungsvoll geworden.

   Zur  Konzentrierung dieses     Provitamins    hat man  verschiedene Methoden anzuwenden versucht,  z.     B.    fraktionierte     Kristallisation,    fraktio  nierte Verdampfung im Hochvakuum, frak  tionierte     Extraktion    des     Digitoninkomplexes,     fraktionierte     Adsorption        mit    bestimmten     Ad-          sorptionsstoffen.    Keine dieser Methoden hat  jedoch ein     nennenswertes        Resultat    gehabt.  



  Es ist nun     gefunden    worden, dass es mög  lich ist, das     Kückenprovita.min-D    erheblich    zu konzentrieren, wenn man von einem Ester  eines     Provitamin-D    enthaltenden Sterin  gemisches     ausgeht    und den     Provitamin-D-          gehalt    durch-     fraktionierte        Adsorption    so  weit, vorzugsweise bis     mindestens    40 bis  50 %, steigert, dass diese Steigerung     mittels          Umkristallisieren    aus einem     Lösungsmittel,     zweckmässig aus Methylalkohol, fortgesetzt  werden kann.  



  Für die     Veresterung        wird    zweckmässig  eine Säure gewählt, die an und für sich nicht  zu einer besonders starken     Adsorption        Anlass     gibt, weil dadurch die Unterschiede in der       Adsorbierbarkeit    der verschiedenen im Ge  misch enthaltenen     Sterine,    wodurch die Tren  nung überhaupt möglich wird, verdeckt wer  den könnten.  



  Vorzugsweise werden     Steringemische    als       Ausgangsmaterial    benutzt, die bereits einen  ziemlich hohen Gehalt an     Kückenprovitamin-          D    besitzen.     Steringemische    mit einem beson  ders hohen Gehalt können aus     wirbellosen         Tieren,     wie        Salzwassermuscheln,    Teich  muscheln, Kreiselschnecken, Mehlwürmern,  Erdschnecken,     Wellhornschnecken,    Regen  würmern und     andern    erhalten werden.  



       Bei    der     Darstellung    der für die Anwen  dung der     Erfindung    zu benutzenden Aus  gangsmaterialien aus den obengenannten wir  bellosen Tieren     muss    man dem Umstand Rech  nung tragen, dass das     Kückenprovitamin-D     ein verhältnismässig instabiler und gegen  Sauerstoff empfindlicher     Stoff    ist.  



       Ein    dafür geeignetes     präpetives    Ver  fahren, bei dem für das     Provitamin-D    schäd  liche Handlungen unterlassen werden,     ist    bei  spielsweise     das    folgende.  



  Die zu behandelnde gemahlene Masse  wird entweder im Vakuum bei nur     mässig    er  höhter     Temperatur    (z. B. etwa 50  )     getrock-          net    oder nach Zermahlen und gegebenenfalls       Zerreiben    mit Sand mittels     Na2S0,,    Alkohol  oder Aceton getrocknet.

   Aus dem auf diese       Weise        vorbehandelten    Grundstoff wird dann  das Fett extrahiert, wobei     zweckmässig    nie  drig siedende     Fettlösungsmittel,    wie Äther  oder     Petroläther,    verwendet und zweckmässig       halogenhaltige        Extraktionsmittel,    wie Chloro  form oder     Tetrachlorkohlenstoff,    vermieden  werden, da diese zur Bildung von Salzsäure       Anlass    geben können.

   Eine länger andauernde       Berührung    mit Äther ist     zweckmässig    zu ver  meiden, da er häufig     Peroxyd        enthält    oder       wenigstens    bei     seiner        Verwendung    die Bil  dung von     Peroxyden    schwer zu verhindern  ist.

   Ist der     Grundstoff    mit Hilfe von Al  kohol oder Aceton getrocknet worden, so  kann der darin gelöste     Teil    des Fettes durch  Eindampfen des     Lösungsmittels    im Vakuum  oder durch Extrahieren mit Äther oder     Pe-          troläther    nach Verdünnen mit Wasser gewon  nen werden. Die Fettlösung wird durch Fil  trieren von gegebenenfalls     suspendierten    Ei  weissbestandteilen befreit und das Lösungs  mittel     durch    Destillieren entfernt.

   Das Fett  wird dann auf übliche     Weise    verseift, wobei  zweckmässig wieder sehr hohe Temperaturen       vermieden        werden    und zum Beispiel     eine          Lösung    von     NaOH    oder     gOH    in wenigstens    80     %        igem    Alkohol verwendet wird.

   Die Sei  fenlösung kann     gewünschtenfalls    durch De  stillieren von einem Teil des Alkohols be  freit werden, worauf der     unverseifbare    Teil       entweder        dadurch    erhalten werden kann, dass  die Seifenlösung     mit    Wasser verdünnt und  dann der     unverseifbare    Teil mit Hilfe von  Äther oder     Petroläther        extrahiert    wird,

   oder  dass in der wässerigen Seifenlösung durch Be  handlung     mit        einem    Kalksalz die Kalkseifen       niedergeschlagen    und die zusammen mit den  Kalkseifen niedergeschlagenen     unverseifbaren          Bestandteile,    z. B. mit Aceton, aus ihnen     ex-          trahiert    werden. Aus dem auf diese Weise  erhaltenen     unverseifbaren    Teil     kann    oft die       Sterinfraktion    durch     Umkristallisieren,    z. B.

    aus Alkohol, abgeschieden werden; zur wei  teren     Reinigung    kann     mit    Erfolg eine U     m-          kristallisierung    aus Methylalkohol angewen  det werden, in dem bestimmte verunreini  gende, z.

   B.     ölartige    Stoffe oder farbige     Li-          poidbestandteile    sehr wenig löslich sind, so  dass sie auf diese     Weise    entfernt werden kön  nen.     Insbesondere    in denjenigen Fällen, in  denen die     unverseifbaren        Bestandteile    erheb  liche Mengen von Farbstoffen, wie     Carotinoi-          den,    enthalten, kann unter dem Einfluss von  Licht und Luft     ein    Teil des     Provitamins    ver  loren gehen; es ist daher erwünscht, auch  diesem     Übelstand    Rechnung zu tragen.  



  <I>Beispiel I:</I>  7 g eines<B>6,7%</B>     Provitaminaeetat    enthal  tenden     Sterinacetatgemisches,    das aus einem  aus     Salzwassermuscheln        (Mytilus        edulis)    ge  wonnenen     Sterin        hergestellt        worden    ist, wur  den in 105 cm' eines Gemisches von Benzol  und     Petroläther    (Siedepunkt 40     bis   <B>60'</B> C,       Verhältnis    1 :

   1)     gelöst.    Die Lösung wurde  auf eine aus 315g     Aluminiumoxyd    nach       Brockmann    hergestellte     Adsorptionssäule    von  33     mm    Durchmesser gegossen, die mit     Petrol-          äther        vorbehandelt    war. Die Herstellung  einer solchen     Adsorptionssäule    ist in der Ar  beit von A.     Wintersteirer    und G. Stein, Z. f.       Physiol.        Chem.,        Bd.    220, Seite 247 ff., 1933  beschrieben worden.

   Nachdem die Lösung  in der Säule     aufgenommen    war, wurde mit      im Ganzen 520 cm' Lösungsmittel     (Benzol-          Petroläther    1 :1)     entwickelt.    Das gesamte  Filtrat, 625     cma,    enthielt 4,43 g Acetat  gemisch mit nur sehr wenig     Provitamin-          acetat.    Nach Beendigung der     Entwicklung     wurden die obern 2 cm der Säule, die durch       Verunreinigungen    gelblich gefärbt waren,

    mit einem     Spatel    vorsichtig entfernt und  dann die ganze Säule mit 600     cm@        eines    Ge  misches von Benzol und Methylalkohol  (11 :1)     eluiert.    Das     Eluat    enthielt 2,51 g       Acetatgemisch    mit     157o        Provitaminacetat.     2,47 g dieses Präparates wurden     in    37,5 cm'       Benzol-Petroläthergemisch    (1 :

   1) gelöst und  damit eine zweite     Adsorption    vorgenommen       (Säule    aus 112,5 g     A1203,    20 mm Durch  messer, 200 cm'     Entwicklungsflüssigkeit).     Das Filtrat, 237,5     cmg    wurde verworfen, die  obern 2 cm der Säule entfernt, und der Rest  der     Säule    mit 2,00     cm#        Bienzal-Methyia1kohol-          gemisch    (11 :

   1)     eluiert.    Im     Eluat    befanden  sich 0,78 g     Acetatgemisch    mit etwa 30       Provitaminacetat.    Mit diesem Präparat  wurde eine dritte     Adsorption    vorgenommen:

    0,77 g wurden in 12 cm'     Benzol-Petroläther-          gemisch    (1 : 1), gelöst (Säule aus 36 g     A1203,     11 mm Durchmesser, 115 cm'     Entwicklungs-          flüssigkeit).    Das Filtrat wurde in zwei Tei  len     gesondert        aufgefangen;

      die ersten 80     cm@,     sowie die     obern    2 cm der     Säule    wurden nach  Vollendung der Entwicklung verworfen, die  restlichen 47     ems    des     Filtrates    wurden mit  dem     mit    100     cms        Benzol-Methylalkohol-          gemisch    (11 : 1)     gewonnenen        Eluat    vereinigt.  Die Ausbeute betrug 224 mg eines     etwa     57%igen     Acetatgemisches.     



  Dieses 57 %     ige        Acetatgemisch    wurde drei  mal aus Methylalkohol (20, 15 und 12 cm')  umkristallisiert, und ergab     dann    49 mg gut  kristallisiertes     Sterinacetat,    dessen Absorp  tionsspektrum     zwischen    3100 bis 2500     RE     praktisch dasselbe ist als     beim        Ergosteriu-          acetat,

      das aber nach der     Verseifung    in be  strahltem     Zustande    eine im     Verhältnis    zu       bestrahltem        Ergosterin    sehr hohe     antirachi-          tische        Aktivität    für     Kücken    hat. Nach noch=       maliger    Kristallisation aus Methylalkohol  schmilzt es im evakuierten Schmelzpunkt  s         röhrchen    bei 160 bis 161  , die Drehung be  trägt (a) D = - 78       (in    Benzol).  



  Aus diesem Acetat     wird    durch     Verseifung     und     Kristallisation    aus Methylalkohol das  Sterin     gewonnen.    Es schmilzt im     Vakuum     bei 149,5 bis 150   C     (Eal    D = -118       [in.     Benzol) sein Absorptionsspektrum unter  scheidet sich fast nicht von dem des Ergo  sterins.  



  <I>Beispiel</I>     II     8 g eines aus Muscheln erhaltenen     Ste-          ringemisches,    das,     spektroskopisch    gemessen,  etwa 16 %     Provitamin    enthielt, wurden  durch     Behandlung    mit 10 g     Isobuttersäure-          Anhydrid    und 20     cm3        Pyridin    in das     Iso-          butyrat    umgewandelt. Nach anderthalbstün  diger     Erhitzung    im Vakuum auf<B>110 </B> C  wurde die Lösung abgekühlt und in 200 cm'  Alkohol gegossen.

   Das niedergeschlagene Ge  misch von     Isobutyraten    wurde filtriert, mit  kaltem Alkohol gewaschen, bis es frei von       Pyridin    war und getrocknet. Ausbeute:  7,5 g.  



  7,45 g dieses     Isobutyratgemisches        wurden     in 105 cm' eines     Lösungsmittels    gelöst, das  aus gleichen Teilen Benzol und     Petroläther,     bestand,     Kochpunkt    40 bis<B>60'</B> C. Diese Lö  sung wurde     in    eine auf die im Beispiel I  angegebene Weise aus 317 g     A120,    herge  stellte     Adsorptionssäule    gegossen; die Säule       wurde    darauf mit 1960 cm'     Lösungsmittel     gewaschen.

   Da der     Provitaminester    stärker       adsorbiert    wurde, traten die Ester der an  dern im Gemisch vorhandenen     Sterine        im     Filtrat früher als der     Provitaminester    auf.

    Durch     Beobachtung    der Absorption des Fil  trates in dem Gebiet zwischen 3000 und  2800     R        (mittels    einer photoelektrischen     Cd-          Zelle        mit        Uviolglasfilter)    liess sich leicht der  Augenblick,     in    dem der     Provitaminester    im       Filtrat    zum Vorschein kam, sowie der Augen  blick seiner höchsten Konzentration fest  stellen.

   Das Filtrat wurde in drei Teilen auf  gefangen; der erste Teil wurde aufgefangen,  bis der     ProvitamineAer    erschien, der     zweite     Teil     bis    der     Provitaminester        seine        höchste          Konzentration    erreichte     und    der dritte Teil  bis der     Provitaminester    nahezu vollkommen      aus der Säule gewaschen war.

   Im vorliegen  den Beispiel enthielten die ersten 375 cm'  0,62 g     provitaminesterfreies        Isobutyrat,    die  folgenden<B>110</B> cm' 4,50 g     Isobutyrat    mit etwa  <B>7.5%</B>     Provitaminester,    die letzten 1580 cm',  2,32 g     Isobutyrat    mit etwa 37,5     %        Pro-          vitaminisobutyrat.    Diese 2,32 g wurden in  8 cm' des Lösungsmittels gelöst und in die  selbe Säule gegossen, ihnen     folgten    1455 cm'  Lösungsmittel.

   Das Filtrat wurde wieder in  Teilen aufgefangen; die letzten 960 cm' ent  hielten 0,59 g     Isobutyratgemisch    mit     etwa     84%     Provitaminisobutyrat.    0,58 g des letz  teren Gemisches wurden umkristallisiert, zu  nächst aus 50 cm'     Äther-Methylalkohol    und  dann aus 25 cm' Alkohol.     Ausbeute    0.43 g       Provitaminisobutyrat    von 94%.

   Der     Pro-          vitamin-D-Ester    wird hierauf     verseift.       <I>Beispiel I11:</I>  Aus     etwa    8 kg     Tubifex    wurde auf die  in der Beschreibung angegebene Weise die       Sterinfraktion    hergestellt. Diese     Sterinfrak-          tion    wurde durch Behandlung mit     Essig-          sä.ureanhydrid    und     Pyridin    in das Acetat um  gewandelt.

   Das erhaltene     Acetatgemisch     wurde auf nahezu die gleiche Weise wie im  Beispiel     1I    einer     fraktionierten    Filtration  durch eine     Adsorptionssäule        A1=03    unter  worfen. Aus 12,5 g     Acetatgemisch    mit 24 %       Provitaminacetat    wurde nach einer einzigen  Behandlung eine Fraktion von 5,10g mit       etwa    47 %     Provitaminacetat    erhalten. Diese  Fraktion wurde für die zweite Behandlung  benutzt, durch die eine Fraktion von 3,12 g  mit etwa<B>62%</B>     Provitaminacetat    erhalten  wurde.

   Diese     Fraktion    wurde abermals einer  ähnlichen Behandlung     unterworfen;    die  stärkste Fraktion, die erhalten wurde, im  Gewicht von 1,11 g, enthielt etwa<B>83%</B> Pro  vitaminacetat. Dieses Präparat wurde aus  Methylalkohol umkristallisiert.

   Ausbeute:    0,97 g mit 91     %        Provitaminacetat.    Nach einer  wiederholten     Umkristallisierung    aus Methyl  alkohol ergab sich, dass der     Provitaminacetat-          gehalt        bis    zu 96     %        angastigen    war.     Nr          Provitamin-D-Ester        wird    hierauf     verseift.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines konzen trierten Kücken-Provitamin-D-präparates aus einem Provitamin-D enthaltenden Sterin gemisch, mittels fraktionierter Adsorption, dadurch gekennzeichnet, dass man zunächst das Steringemisch mit einer Säure, die an und für sich nicht zu einer besonders starken Adsorption Anlass gibt, verestert,
    dann den Provitamin-D-Gehalt durch fraktionierte Ad sorption so weit steigert, dass diese Steige- rung durch weitere Reinigung mittels Um- kristallisierens aus einem Lösungsmittel fort gesetzt werden kann und dann den Pro- vitamin-D-Ester verseift. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Provitamin- D-Gehalt bis mindestens 40 bis<B>50%</B> stei gert. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Umkristal- lisieren aus einem Lösungsmittel verseift wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Umkristallisation aus Methylalkohol stattfindet. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass von einem aus einem wirbellosen Tier erhaltenen, Provitamin-D enthaltenden ,Steringemisch ausgegangen wird.
CH199907D 1935-06-22 1936-06-22 Verfahren zur Herstellung eines Kücken-Provitamin-D-präparates aus einem Steringemisch. CH199907A (de)

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